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Süd­west-Ar­beit­ge­ber se­hen kei­nen Re­ge­lungs­be­darf bei Werk­ver­trä­gen

Die Ar­beit­ge­ber der Me­tall- und Elek­tro­in­dus­trie hal­ten stren­ge­re Ge­set­ze für den Ein­satz von Werk­ver­trä­gen für über­flüs­sig: Dass die Zahl der Fäl­le oder der Miss­brauch zu­neh­me, sei nicht be­legt

07.06.2013. (dpa) - Die Ar­beit­ge­ber der Me­tall- und Elek­tro­in­dus­trie im Süd­wes­ten se­hen kei­nen Hand­lungs­be­darf bei den ge­setz­li­chen Re­ge­lun­gen für Werk­ver­trä­ge.

So­wohl Be­triebs­rä­te als auch an­de­re Gre­mi­en könn­ten ei­nen Miss­brauch je­der­zeit ent­de­cken und un­ter­bin­den, sag­te Haupt­ge­schäfts­füh­rer Peer-Mi­cha­el Dick am Don­ners­tag in Stutt­gart. "Ei­nen ech­ten Re­ge­lungs­be­darf se­hen wir nicht."

Die Dis­kus­si­on um den Miss­brauch von Werk­ver­trä­gen hat­te nach ei­ner SWR-Re­por­ta­ge Mit­te Mai an Fahrt auf­ge­nom­men.

Ein Re­por­ter hat­te sich von ei­ner Leih­ar­beits­fir­ma an­stel­len las­sen, die ihn an ei­ne Lo­gis­tik­fir­ma ver­lieh. Über ei­nen Werk­ver­trag ar­bei­te­te er dann in den Hal­len des Au­to­her­stel­lers Daim­ler.

Der Au­to­bau­er hat­te der Dar­stel­lung in dem Bei­trag wi­der­spro­chen. "Wir be­ken­nen uns oh­ne Wenn und Aber zu den gel­ten­den Re­ge­lun­gen in Be­zug auf Werk­ver­trä­ge und den Ein­satz von Fremd­ar­beits­kräf­ten", sag­te Per­so­nal­chef Wil­fried Porth. Fir­men wie Daim­ler nut­zen Werk­ver­trä­ge, um Spe­zia­lis­ten ein­zu­kau­fen, aber auch um Kos­ten zu spa­ren und fle­xi­bel auf wirt­schaft­li­che Ent­wick­lun­gen re­agie­ren zu kön­nen.

Ge­werk­schaf­ten und Be­triebs­rä­te kri­ti­sie­ren, dass durch den Ein­satz von Werk­ver­trä­gen Ta­rif­ver­trä­ge um­gan­gen wer­den kön­nen. Der Staat sub­ven­tio­nie­re und bil­li­ge die Dum­ping­löh­ne, von de­nen letzt­lich Fir­men wie Daim­ler durch die ge­rin­gen Lohn­kos­ten pro­fi­tie­ren, heißt es in ei­ner Pu­bli­ka­ti­on der IG Me­tall zu dem The­ma. Die Ar­beit­neh­mer­ver­tre­ter bei Daim­ler for­dern nach den Wor­ten von Ge­samt­be­triebs­rats­chef Erich Klemm seit lan­gem mehr Trans­pa­renz und Mit­spra­che­recht bei Werk­ver­trä­gen.

Laut ei­nem Süd­west­me­tall-Spre­cher gibt es für ei­ne Zu­nah­me von Werk­ver­trä­gen kei­ne Hin­wei­se. "Es gibt kei­ne Be­le­ge für ei­ne Zu­nah­me des Miss­brauchs", sag­te er. Ak­tu­el­les Zah­len­ma­te­ri­al, die das Ge­gen­teil be­wei­sen wür­den, konn­te er al­ler­dings auch nicht prä­sen­tie­ren. Haupt­ge­schäfts­füh­rer Dick rief die Ar­beit­ge­ber zu ei­nem sorg­fäl­ti­gen Ein­satz von Werk­ver­trä­gen auf: Sonst pro­vo­zier­ten sie ei­ne recht­li­che Ent­wick­lung, die ih­nen selbst scha­den kön­ne, so Dick.

Der SPD-Frak­ti­ons­chef im Süd­wes­ten, Claus Schmie­del, hat­te den Ein­satz von Werk­ver­trä­gen ge­gen­über der dpa die­se Wo­che scharf kri­ti­siert: "Wenn die­se Pra­xis nicht ge­än­dert wird, wird der Ge­setz­ge­ber ge­zwun­gen sein, die In­hal­te von Werk­ver­trä­gen im De­tail zu re­geln." SPD und Lin­ke hat­ten im Fe­bru­ar Ge­set­zes­an­trä­ge in den Bun­des­tag ein­ge­bracht, mit de­ren Hil­fe sie Lohn- und So­zi­al­dum­ping durch den Miss­brauch von Werk­ver­trä­gen ver­hin­dern wol­len.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 13. Oktober 2014

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