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TV-Her­stel­ler Metz be­an­tragt In­sol­venz­ver­fah­ren

Lan­ge Zeit hielt Metz die Fah­ne der deut­schen Elek­tro­nik­her­stel­ler hoch: Die Fran­ken pro­du­zier­ten hier­zu­lan­de noch Fern­se­her, als dies kaum ein an­de­rer mehr tat. Doch jetzt müs­sen auch sie vor der Über­macht aus Fern­ost ka­pi­tu­lie­ren

20.11.2014. (dpa) - Der TV-Her­stel­ler Metz hat In­sol­venz­an­trag ge­stellt.

Wie das Amts­ge­richt Fürth am Mitt­woch mit­teil­te, soll der vor­läu­fi­ge In­sol­venz­ver­wal­ter Joa­chim Ex­ner nun prü­fen, ob Chan­cen auf ei­ne Fort­füh­rung des Un­ter­neh­mens be­ste­hen.

Ex­ner er­klär­te, der Ge­schäfts­be­trieb des Tra­di­ti­ons­un­ter­neh­mens mit rund 540 Mit­ar­bei­tern lau­fe oh­ne Ein­schrän­kung wei­ter.

Die Löh­ne sei­en über das In­sol­venz­geld bis En­de Ja­nu­ar ge­si­chert.

Die Fir­ma in Zirn­dorf bei Nürn­berg ist ei­ne der letz­ten, die noch in Deutsch­land Fern­se­her pro­du­ziert. Sie litt in den ver­gan­ge­nen Jah­ren zu­neh­mend un­ter der Kon­kur­renz asia­ti­scher Her­stel­ler, die deut­lich güns­ti­ge­re Mo­del­le an­bie­ten. In der jün­ge­ren Ver­gan­gen­heit hat­te Metz meh­re­re Jah­re mit Ver­lust ab­ge­schlos­sen, im ver­gan­ge­nen Jahr brach der Um­satz um ein Vier­tel ein.

Dar­auf re­agier­te das Un­ter­neh­men, das sich als Ni­schen­an­bie­ter mit qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­gen Pro­duk­ten vor al­lem an äl­te­re Kun­den rich­tet, mit ei­ner grund­le­gen­den Um­ge­stal­tung des Sor­ti­ments. Zu­dem woll­te Metz auch au­ßer­halb des klas­si­schen Fach­han­dels sicht­bar wer­den. Die In­ves­ti­tio­nen zehr­ten aber an der Sub­stanz.

"Ziel ist es, den Ge­schäfts­be­trieb und mög­lichst vie­le Ar­beits­plät­ze zu er­hal­ten", sag­te In­sol­venz­ver­wal­ter Ex­ner am Mitt­woch in Zirn­dorf. "Die Chan­cen da­für ste­hen gut: Metz ver­fügt über ei­ne re­nom­mier­te Mar­ke, ei­ne wett­be­werbs­fä­hi­ge Tech­no­lo­gie und hoch­qua­li­fi­zier­te Mit­ar­bei­ter." Denk­bar sei­en ein In­sol­venz­plan oder der Ein­stieg ei­nes In­ves­tors.

Die IG Me­tall hat­te die In­sol­venz be­reits ge­ahnt: "Das ha­ben wir so kom­men se­hen, die­ses Ge­schäfts­mo­dell konn­te nicht mehr funk­tio­nie­ren", sag­te Klaus-Die­ter Win­ner­lein, Zwei­ter Be­voll­mäch­tig­te der IG Me­tall in Fürth. Er for­der­te "al­les da­für zu tun, dass es ei­ne Per­spek­ti­ve für die Be­schäf­tig­ten und für mög­lichst vie­le Ar­beits­plät­ze gibt". Die Be­schäf­tig­ten hät­ten in den letz­ten Jah­ren auf Ent­gelt ver­zich­tet und so ei­nen Bei­trag von über 10 Mil­lio­nen Eu­ro ge­leis­tet.

Den neu­en Ver­triebs­weg über die gro­ßen Elek­tro­nik­ket­ten ha­be die IG Me­tall von An­fang an für den fal­schen Weg ge­hal­ten. "Und al­le Vor­schlä­ge von uns, sich ei­nen star­ken Part­ner zu su­chen und in in­tel­li­gen­te Ni­schen­lö­sun­gen ein­zu­stei­gen, wur­den vom Ge­schäfts­füh­rer ne­giert", sag­te Win­ner­lein.

Ge­grün­det wur­de das Un­ter­neh­men im Jahr 1938 von Paul Metz. Nach des­sen Tod 1993 über­nahm sei­ne Frau He­le­ne im Al­ter von 69 Jah­ren die Fir­men­lei­tung. Da­mit ver­ant­wor­te­te sie ne­ben den tra­di­ti­ons­rei­chen Spar­ten Fern­se­her und Blitz­ge­rä­te auch das drit­te Stand­bein Kunst­stoff­tech­nik. Erst Mit­te 2010 zog sich die Al­lein­in­ha­be­rin der Metz-Wer­ke GmbH & Co KG aus der ope­ra­ti­ven Ver­ant­wor­tung zu­rück.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 1. Januar 2015

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