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Ta­rif­ei­ni­gung bei der Post - Streik geht am Diens­tag zu En­de

Nach vier Streik-Wo­chen ha­ben sich Post und Ver­di zu­sam­men­ger­auft: Im bis­her hef­tigs­ten Ta­rif­kon­flikt bei dem Kon­zern gibt es ei­nen Ab­schluss. Auch die um­strit­te­ne Zu­kunft des Pa­ket­ge­schäfts wird ge­re­gelt. Bald sol­len die Sen­dun­gen wie­der pünkt­lich an­kom­men

06.07.2015. (dpa) - Kun­den der Deut­schen Post kön­nen bald wie­der mit pünkt­lich zu­ge­stell­ten Brie­fen und Pa­ke­ten rech­nen.

Nach vier Wo­chen Dau­er­streik und ei­ner drei­tä­gi­gen Ma­ra­thon-Ta­rif­run­de in Bad Neue­nahr (Rhein­land-Pfalz) ei­nig­ten sich das Un­ter­neh­men und die Ge­werk­schaft Ver­di am Sonn­tag­abend auf ei­nen Ta­rif­ab­schluss.

Der Streik soll in der Nacht von Mon­tag auf Diens­tag um 24.00 Uhr en­den, wie die Ta­rif­par­tei­en mit­teil­ten.

Post-Chef Frank Ap­pel sprach von ei­nem "gu­ten Tag für die Deut­sche Post, ih­re Kun­den und Mit­ar­bei­ter". Nach dem En­de des Streiks wer­de sich der Be­trieb im "ab­so­lu­ten Gros" der Zu­stell­be­zir­ke in­ner­halb von Ta­gen nor­ma­li­sie­ren, sag­te Post-Per­so­nal­che­fin Me­la­nie Kreis.

Die rund 140 000 Post-Be­schäf­tig­ten er­hal­ten der Ei­ni­gung zu­fol­ge zum 1. Ok­to­ber 2015 zu­nächst ei­ne Ein­mal­zah­lung von 400 Eu­ro. An­schlie­ßend be­kom­men sie zum 1. Ok­to­ber 2016 zwei Pro­zent und zum 1. Ok­to­ber 2017 dann noch ein­mal 1,7 Pro­zent mehr Geld.

"Wir konn­ten ein Ge­samt­pa­ket ver­ein­ba­ren, das un­se­ren Mit­ar­bei­tern Si­cher­heit und Per­spek­ti­ve bie­tet so­wie gleich­zei­tig künf­ti­ges Wachs­tum er­mög­licht", sag­te Kreis. Ver­di-Ver­hand­lungs­füh­re­rin An­drea Koc­sis nann­te den Ab­schluss ein "um­fas­sen­des Si­che­rungs­pa­ket für die Be­schäf­tig­ten".

Die zum Jah­res­be­ginn aus­ge­grün­de­ten Pa­ket­ge­sell­schaf­ten DHL De­li­very mit schlech­te­rer Be­zah­lung wer­den nicht auf­ge­löst oder in den Post-Haus­ta­rif­ver­trag auf­ge­nom­men. Die Post ver­pflich­tet sich aber, ih­re ak­tu­ell im Un­ter­neh­men ar­bei­ten­den Pa­ket­zu­stel­ler beim Mut­ter­kon­zern zu be­hal­ten. Laut Ver­di sind das rund 7650 Men­schen. Nur neu ein­ge­stell­te Be­schäf­tig­te kön­nen da­mit in die aus­ge­grün­de­ten Ge­sell­schaf­ten kom­men.

Die Post will die neue Pa­ket­spar­te per­so­nell noch stark aus­bau­en. An­ge­sichts des boo­men­den On­line-Han­dels plant sie, den Per­so­nal­stand von jetzt 6500 bis zum Jahr 2020 auf 20 000 aus­zu­wei­ten. Die­se Zahl sei an­ge­sichts des er­folg­rei­ches Starts von De­li­very "sehr rea­lis­tisch", sag­te Kreis.

Der Kün­di­gungs­schutz bei der Post wird zu­dem um vier Jah­re bis En­de 2019 ver­län­gert. Ei­ne Ver­ga­be von Brief- oder kom­bi­nier­ter Brief- und Pa­ket­zu­stel­lung an Fremd­fir­men ist bis En­de 2018 aus­ge­schlos­sen. Da­mit kommt die Post der Sor­ge der Ge­werk­schaf­ten ent­ge­gen, dass nach der Grün­dung von Pa­ket­ge­sell­schaf­ten un­ter­halb des Haus­ta­rifs bald auch im Brief­ge­schäft der Haus­ta­rif un­ter­lau­fen wer­den könn­te.

Dem un­be­fris­te­ten Streik war ein be­reits seit Os­tern schwe­len­der hef­ti­ger Ta­rif­kon­flikt vor­aus­ge­gan­gen. Bei­de Sei­ten hat­ten sich am Frei­tag dann wie­der zu­sam­men­ge­setzt, um nach ei­ner Lö­sung zu su­chen. Am Sams­tag und Sonn­tag wa­ren die Ge­sprä­che mit nur sehr kur­zen Pau­sen fort­ge­setzt wor­den.

Der Aus­stand hat­te zu­letzt zu­neh­mend für Be­schwer­den von Kun­den ge­sorgt. In man­chen Städ­ten blie­ben Brie­fe nach Schil­de­run­gen von Be­trof­fe­nen wo­chen­lang lie­gen.

Kla­gen ka­men vor al­lem von On­line-Händ­lern. Der un­ge­wöhn­lich hef­tig aus­ge­tra­ge­ne Kon­flikt hat­te auch in­tern das Post-Be­triebs­kli­ma be­las­tet. "Ich ap­pel­lie­re an al­le Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen, auf­ein­an­der zu­zu­ge­hen und un­se­ren Kun­den zu be­wei­sen, dass wir auch wei­ter­hin ein schlag­kräf­ti­ges Team und die Post für Deutsch­land sind", sag­te Vor­stand Jür­gen Ger­des nach der Ei­ni­gung.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 11. April 2016

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