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Rin­gen um Ta­rif­frie­den bei der Bahn vor­erst ge­schei­tert

Zwei Ge­werk­schaf­ten ri­va­li­sie­ren bei dem Bun­des­kon­zern: Erst wenn sie ei­nig sind, will das Un­ter­neh­men über mehr Geld für die Mit­ar­bei­ter ver­han­deln. Seit Mon­tag ist of­fen, wie es wei­ter­geht

19.08.2014. (dpa) - Die Ge­sprä­che über Spiel­re­geln für Ta­rif­ver­hand­lun­gen bei der Deut­schen Bahn sind vor­erst ge­schei­tert.

"Was wir heu­te er­lebt ha­ben, ist ein bei­spiel­lo­ser Rück­schritt", teil­te Bahn-Per­so­nal­vor­stand Ul­rich We­ber nach ei­nem Tref­fen in Frank­furt am Mon­tag mit.

Er warf der Ge­werk­schaft Deut­scher Lo­ko­mo­tiv­füh­rer (GDL) vor, mit ei­ner Kehrt­wen­de das Schei­tern her­bei­ge­führt zu ha­ben.

Die GDL be­stä­tig­te das En­de der Ko­ope­ra­ti­ons­ver­hand­lun­gen.

An den Ge­sprä­chen war auch die Ei­sen­bahn- und Ver­kehrs­ge­werk­schaft (EVG) be­tei­ligt. Es ging dar­um, wel­che Ge­werk­schaft für wel­che Grup­pen un­ter den 170 000 Be­schäf­tig­ten ver­han­deln darf. Die Bahn hat­te ei­nen Vor­schlag vor­be­rei­tet, wo­nach GDL und EVG sich je­weils ab­stim­men, je­doch ei­ne der bei­den Ge­werk­schaf­ten fe­der­füh­rend mit der Bahn ver­han­delt. Man wol­le kei­ne kon­kur­rie­ren­den Ta­rif­ver­hand­lun­gen, hieß es.

Die GDL sieht das an­ders: Ei­ne Ta­rif­ein­heit be­deu­te nichts an­de­res als die ge­ziel­te Um­ge­hung von Plu­ra­li­tät und Wett­be­werb, sag­te GDL-Chef Claus We­sels­ky. "Ko­ope­ra­tio­nen sind grund­sätz­lich ei­ne gu­te Sa­che, doch wenn sie auf ein Ta­rif­kar­tell zu Las­ten al­ler Ge­werk­schafts­mit­glie­der hin­aus­lau­fen, dann ist das mit uns nicht zu ma­chen." Die von der Bahn ent­wor­fe­nen Ver­trags­grund­la­gen soll­ten da­zu die­nen, "dau­er­haft Mit­glie­der ers­ter und zwei­ter Klas­se im Ta­rif­ge­schäft zu fi­xie­ren."

Die Bahn will erst über mehr Geld für die Be­schäf­tig­ten ver­han­deln, wenn die Spiel­re­geln un­ter den bei­den ri­va­li­sie­ren­den Ge­werk­schaf­ten ge­klärt sind. Für die­sen Mitt­woch ist aber seit Wo­chen ei­ne Ver­hand­lungs­run­de mit der GDL über Ein­kom­mens­ver­bes­se­run­gen ver­ab­re­det. "Die­ser Ter­min ist nicht ab­ge­sagt und wir be­wer­ten die La­ge", sag­te ei­ne Bahn­spre­che­rin am Mon­tag da­zu nur.

En­de Ju­ni war ein Grund­la­gen­ta­rif­ver­trag aus­ge­lau­fen, nach dem die GDL für die rund 20 000 Lok­füh­rer bei der Bahn zu­stän­dig war und die EVG für die an­de­ren Be­rufs­grup­pen des Kon­zerns, dar­un­ter auch die Zug­be­glei­ter. Die­se Auf­tei­lung steht nun zur Dis­po­si­ti­on

"Statt Ver­han­deln auf Au­gen­hö­he mit fai­ren Spiel­re­geln ste­hen die Macht­ver­hält­nis­se un­ter Ge­werk­schaf­ten im Mit­tel­punkt - das ent­spricht nicht un­se­rem Ver­ständ­nis von So­zi­al­part­ner­schaft", kri­ti­sier­te Per­so­nal­vor­stand We­ber. Auch die EVG warf der GDL vor, den ein­ge­schla­ge­nen Weg der fai­ren Zu­sam­men­ar­beit ver­las­sen zu ha­ben.

Im Sep­tem­ber will auch die EVG Ge­halts­ta­rif­ver­hand­lun­gen be­gin­nen. Am nächs­ten Mon­tag wird sie ih­re For­de­rung be­schlie­ßen. Die GDL ver­langt für die Be­schäf­tig­ten fünf Pro­zent mehr Lohn und zwei Wo­chen­ar­beits­stun­den we­ni­ger.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 18. November 2015

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