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Ta­rif­kon­flikt: 2300 Awo-Mit­ar­bei­ter le­gen Ar­beit nie­der

Er­neut ha­ben Mit­ar­bei­ter der Ar­bei­ter­wohl­fahrt in NRW ge­streikt: Kin­der­gär­ten blie­ben ge­schlos­sen, in Se­nio­ren- und Be­hin­der­ten­hei­men gab es nur Not­be­set­zun­gen. Doch auch die Ar­beit­ge­ber er­hö­hen den Druck

11.10.2014. (dpa) - Im Ta­rif­streit um hö­he­re Löh­ne und mehr Ur­laub ha­ben Be­schäf­tig­te der Ar­bei­ter­wohl­fahrt Nord­rhein-West­fa­len am Frei­tag er­neut ge­streikt.

Meh­re­re Ki­tas blie­ben ge­schlos­sen, in zahl­rei­chen Se­nio­ren­hei­men und Be­hin­der­ten­ein­rich­tun­gen gab es nur Not­diens­te, wie Ver­di-Ver­hand­lungs­füh­rer Wolf­gang Cre­mer be­rich­te­te.

Wie am Vor­tag hät­ten sich er­neut rund 2300 Mit­ar­bei­ter be­tei­ligt. Die meis­ten von ih­nen hät­ten in Bo­chum an De­mons­tra­ti­ons­mär­schen und ei­ner zen­tra­len Kund­ge­bung teil­ge­nom­men.

Der Ge­schäfts­füh­rer des Ar­beit­ge­ber­ver­ban­des Awo Deutsch­land, Ge­ro Kett­ler, be­zeich­ne­te den Ar­beits­kampf in der "Rhei­ni­schen Post" (Frei­tag) als "äu­ßerst un­ge­wöhn­lich, völ­lig nutz­los und un­ver­ständ­lich". Bei ei­nem zu ho­hen Ta­rif­ab­schluss dro­he ei­ni­gen Ein­rich­tun­gen die In­sol­venz, sag­te er. Cre­mer wies die Kri­tik zu­rück. In den bei­den bis­he­ri­gen Ver­hand­lungs­run­den hät­ten die Ar­beit­ge­ber kein An­ge­bot vor­ge­legt, das ver­hand­lungs­fä­hig sei.

Kett­ler warn­te die Be­schäf­tig­ten, den Bo­gen nicht zu über­span­nen. Ein über­trie­be­ner Ta­rif­ab­schluss kön­ne ei­ni­ge Awo-Ein­rich­tun­gen in wirt­schaft­li­che Pro­ble­me brin­gen. "Die dor­ti­gen Ver­ant­wort­li­chen wür­den dann zu­nächst ver­su­chen, aus der Ta­rif­bin­dung aus­zu­tre­ten. Ein nächs­ter Schritt wä­re ei­ne noch stär­ke­re Ar­beits­ver­dich­tung. Am En­de blie­be wohl nichts an­de­res üb­rig, als de­fi­zi­tä­re Ein­rich­tun­gen zu schlie­ßen, die wir uns aus so­zi­al­po­li­ti­schen Er­wä­gun­gen bis­lang noch ge­leis­tet ha­ben", sag­te er in der "Rhei­ni­schen Post".

In Nord­rhein-West­fa­len ar­bei­ten et­wa 36 000 Men­schen in rund 3000 Ein­rich­tun­gen und Diens­ten für die Awo. Ver­di for­dert un­ter an­de­rem ei­ne Er­hö­hung der mo­nat­li­chen Ein­kom­men um 100 Eu­ro plus 3,5 Pro­zent und ei­nen Tag mehr Ur­laub. Ei­ne drit­te Ver­hand­lungs­run­de ist für den 28. Ok­to­ber in Düs­sel­dorf an­ge­setzt. Vom 14. Ok­to­ber an plant Ver­di täg­li­che "Ak­tio­nen" wie et­wa In­fo­stän­de in In­nen­städ­ten, klei­ne­re De­mons­tra­tio­nen oder auch wei­te­re Warn­streiks.

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