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Ta­rif­par­tei­en der Me­tall­in­dus­trie stel­len sich auf har­te Run­de ein

Ei­gent­lich geht es in der an­ste­hen­den Ta­rif­run­de der Me­tall- und Elek­tro­in­dus­trie nur um ei­ne Lohn­er­hö­hung: Doch die Po­si­tio­nen lie­gen weit aus­ein­an­der. Die Ver­hand­lun­gen, die am 16. März be­gin­nen, könn­ten här­ter wer­den als ge­dacht

09.03.2016. (dpa) - Die Ta­rif­par­tei­en der Me­tall- und Elek­tro­in­dus­trie stel­len sich auf har­te Ver­hand­lun­gen ein.

Zwar geht es in den Ge­sprä­chen, die am 16. März in Böb­lin­gen be­gin­nen, nur um ei­ne Lohn­er­hö­hung für die rund 800.000 Be­schäf­tig­ten in der Bran­che.

Doch: "Die Po­si­tio­nen lie­gen sehr weit aus­ein­an­der", sag­te Süd­west­me­tall-Chef Ste­fan Wolf der Deut­schen Pres­se-Agen­tur.

IG-Me­tall-Be­zirks­lei­ter Ro­man Zit­zels­ber­ger kri­ti­siert die Kam­pa­gne der Ar­beit­ge­ber: "Da wird in der Öf­fent­lich­keit ein ne­ga­ti­ves Bild der Wirt­schaft ge­zeich­net, das nicht der Rea­li­tät ent­spricht. Dar­aus ist zu be­fürch­ten, dass sich die Fron­ten eher ver­här­ten dürf­ten."

Ver­gan­ge­ne Wo­che hat­te der Vor­stand der Ge­werk­schaft die For­de­rung von fünf Pro­zent be­schlos­sen. "Wir ord­nen die ge­samt­wirt­schaft­li­che Pro­duk­ti­vi­tät bei 1 bis 1,1 Pro­zent ein", sag­te Zit­zels­ber­ger. Da­zu kom­me die Ziel­in­fla­ti­ons­ra­te der Eu­ro­päi­schen Zen­tral­bank von knapp zwei Pro­zent und ei­ne Um­ver­tei­lungs­kom­po­nen­te zur Stär­kung der Kauf­kraft. Aus die­sen drei Be­stand­tei­len er­rech­net die Ge­werk­schaft ih­re For­de­rung. Die Ar­beit­ge­ber ha­ben bis­lang noch kein An­ge­bot ab­ge­ge­ben. Tra­di­tio­nell ge­schieht das in der zwei­ten Ver­hand­lungs­run­de, die für den 14. April ge­plant ist.

Ei­ne Stell­schrau­be kann die Lauf­zeit sein. Die IG Me­tall will ei­nen Ta­rif­ver­trag für zwölf Mo­na­te. Ei­ne län­ge­re Lauf­zeit wä­re ein Zu­ge­ständ­nis an die Ar­beit­ge­ber. Aber auch Ein­mal­zah­lun­gen, So­ckel­be­trä­ge oder so­ge­nann­te Null­mo­na­te, um die die Ta­rif­er­hö­hung ver­scho­ben wird, sind Mög­lich­kei­ten, sich nä­her zu kom­men.

Doch es sieht so aus, als ob die Vor­stel­lun­gen weit aus­ein­an­der lie­gen: Trotz stei­gen­der Pro­duk­ti­on und mehr Ar­beits­plät­zen in der Süd­west­in­dus­trie im Jahr 2015 fürch­tet Süd­west­me­tall-Chef Wolf um die Bran­che. Seit Jah­ren lä­gen die Ab­schrei­bun­gen über den In­ves­ti­tio­nen. "Wir de­indus­tria­li­sie­ren un­ser Land."

"Bei wohl­wol­len­der Be­trach­tung se­he ich ei­ne In­fla­ti­on von 0,4 Pro­zent und ei­nen Pro­duk­ti­vi­täts­fort­schritt von knapp ei­nem Pro­zent", sag­te Wolf. "Wir ha­ben bei den letz­ten drei Ab­schlüs­sen sehr viel ver­teilt." Es sei al­so an der Zeit, dies­mal nicht über wei­te­re Um­ver­tei­lung nach­zu­den­ken. Seit der For­de­rung der IG Me­tall sei­en be­reits acht der rund 750 Mit­glie­der im Süd­wes­ten aus­ge­tre­ten. "Das sind un­ge­wöhn­lich vie­le. Das kann auch nicht im Sin­ne der IG Me­tall sein."

Die neue Streik­tak­tik der IG Me­tall hält Wolf nicht da­zu ge­eig­net, Fir­men im Ta­rif­ver­trag zu hal­ten oder ihm bei­zu­tre­ten. "Nur at­trak­ti­ve Be­din­gun­gen in Ta­rif­ver­trä­gen füh­ren zu mehr Ta­rif­bin­dung." Die Ge­werk­schaft plant Ak­tio­nen bei nicht ta­rif­ge­bun­de­nen Be­trie­ben. "Das wer­den Be­trie­be sein, in de­nen die IG Me­tall be­reits ver­tre­ten ist", kün­dig­te Zit­zels­ber­ger an. "Dort wer­den wir for­dern, dass die am En­de aus­ge­han­del­te Ta­rif­er­hö­hung wei­ter­ge­ge­ben wird." Auch in Be­trie­ben, die sich an den Ta­rif­ver­trag hal­ten, aber in der Ver­gan­gen­heit we­nig be­streikt wur­den, will die Ge­werk­schaft ak­ti­ver wer­den. "Ein Teil der Be­trie­be sitzt in Ta­rif­run­den lei­der noch auf den Zu­schau­er­rän­gen", sag­te Zit­zels­ber­ger.

Die bun­des­weit ers­te Ver­hand­lung fin­det an die­sem Mitt­woch (9. März) in Nie­der­sach­sen statt. Der ak­tu­el­le Ta­rif­ver­trag für die bun­des­weit 3,8 Mil­lio­nen Be­schäf­tig­ten der deut­schen Kern­in­dus­trie läuft En­de März aus. Warn­streiks sind vom 29. April an mög­lich.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 31. August 2016

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