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Ta­rif­run­de be­en­det: Ge­bäu­de­rei­ni­ger be­kom­men mehr Geld

Put­zen wird künf­tig bes­ser be­zahlt: Nach stun­den­lan­gen Ver­hand­lun­gen ei­ni­gen sich die Ta­rif­part­ner am frü­hen Frei­tag auf hö­he­re Löh­ne. Im Wes­ten wird bald die 10-Eu­ro-Mar­ke ge­knackt, im Os­ten stei­gen die Löh­ne da­für schnel­ler

31.10.2015. (dpa) - Die bun­des­weit rund 600 000 Ge­bäu­de­rei­ni­ger be­kom­men von Ja­nu­ar an mehr Geld.

Nach gut 16 St­un­den lan­gen Ver­hand­lun­gen ei­nig­ten sich Ge­werk­schaft und Ar­beit­ge­ber am frü­hen Frei­tag­mor­gen in der fünf­ten Ta­rif­run­de auf Lohn­er­hö­hun­gen in zwei Schrit­ten.

"Wir ha­ben end­lich die zehn Eu­ro pro St­un­de er­reicht und da­mit ei­nen wirk­lich wich­ti­gen Durch­bruch er­zielt", sag­te IG-Bau-Bun­des­vor­stands­mit­glied und Ver­hand­lungs­füh­re­rin Ul­ri­ke Laux.

Die Be­schäf­tig­ten in den al­ten Bun­des­län­dern be­kom­men vom 1. Ja­nu­ar kom­men­den Jah­res an 2,6 Pro­zent mehr Lohn und wei­te­re 2,0 Pro­zent ab dem 1. Ja­nu­ar 2017, wie die Ge­werk­schaft und der Bun­des­in­nungs­ver­band des Ge­bäu­de­rei­ni­ger-Hand­werks am Frei­tag über­ein­stim­mend mit­teil­ten. Da­mit er­hal­ten die Ge­bäu­de­rei­ni­ger im Wes­ten in der un­ters­ten Lohn­grup­pe von 2017 an ei­nen St­un­den­lohn von 10 Eu­ro. "Acht Jah­re ha­ben wir da­für ge­kämpft", sag­te Laux.

In den neu­en Län­dern stei­gen die Löh­ne um 2,4 Pro­zent im kom­men­den und um 4,0 Pro­zent im dar­auf­fol­gen­den Jahr. Da­mit er­hal­ten die Be­schäf­tig­ten in der un­ters­ten Lohn­grup­pe im Os­ten von 2017 an 9,05 Eu­ro. Die hö­he­ren Lohn­grup­pen stei­gen ana­log.

"Das sind Grö­ßen­ord­nun­gen, die schwie­rig sind, aber ge­ra­de noch ver­tret­bar", sag­te der Vor­sit­zen­de der Ta­rif­kom­mis­si­on des Ver­ban­des, Tho­mas Con­ra­dy. "Mit dem jetzt er­ziel­ten Kom­pro­miss sind wir ex­akt an die Gren­ze der Be­last­bar­keit für un­se­re Un­ter­neh­men ge­gan­gen."

Das Pro­blem der Ge­bäu­de­rei­ni­ger sei, dass sie oft als "Bil­lig­lohn­bran­che schlecht­hin" ge­se­hen wür­den, sag­te der Ge­schäfts­füh­rer des Bun­des­in­nungs­ver­ban­des des Ge­bäu­de­rei­ni­ger-Hand­werks, Jo­han­nes Bun­gart. Des­halb sei das Si­gnal, die 10-Eu­ro-Mar­ke er­rei­chen zu wol­len, nicht ein­fach für die Be­trie­be: "Wir sind da­mit nicht mehr im Nied­rig­lohn­be­reich."

Die Ta­rif­ver­hand­lun­gen am Don­ners­tag in Frank­furt wa­ren von Pro­tes­ten be­glei­tet wor­den. Meh­re­re hun­dert mit Tril­ler­pfei­fen, Put­zei­mern und Lap­pen aus­ge­stat­te­te Putz­kräf­te ver­lie­hen bei ei­ner Kund­ge­bung ih­ren For­de­run­gen Nach­druck. "Ich strei­ke für 80 Cent mehr. Ich will da­für aber nicht mehr Qua­drat­me­ter put­zen", sag­te ei­ne De­mons­tran­tin aus dem nord­rhein-west­fä­li­schen Heins­berg. Sie schrubbt in ei­nem Ge­bäu­de zehn Bü­ros, Flu­re und Toi­let­ten. Da­für hat sie nach ei­ge­nen An­ga­ben je­den Tag ins­ge­samt 105 Mi­nu­ten Zeit und am En­des des Mo­nats et­wa 360 Eu­ro in der Ta­sche.

Die Ge­werk­schaft hat­te zu­dem be­klagt, dass die Be­schäf­tig­ten im­mer mehr Flä­che in im­mer kür­ze­rer Zeit rei­ni­gen müss­ten. Das "Tur­bo-Put­zen" müs­se be­en­det wer­den. Des­halb war die IG Bau ne­ben der For­de­rung nach hö­he­ren Löh­nen und wei­te­ren Schrit­ten bei der Ost-West-An­glei­chung der Löh­ne auch mit dem Ziel in die Ver­hand­lun­gen ge­gan­gen, ei­nen Ta­rif­ver­trag ge­gen Leis­tungs­ver­dich­tung ab­zu­schlie­ßen.

Da­zu ist es nicht ge­kom­men. Al­ler­dings wur­de ver­ein­bart, dass sich die Part­ner mit dem The­ma be­fas­sen und au­ßer­halb der Ta­rif­run­de ei­ne ge­mein­sa­me Lö­sung fin­den wol­len. Ein IG-Bau-Spre­cher sag­te: "Es ist gut zu se­hen, das die Ar­beit­ge­ber die Pro­ble­ma­tik jetzt er­ken­nen."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 12. April 2016

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