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15/055a Ta­rif­run­de: Ge­werk­schaft will So­zi­al- und Er­zie­her­be­ru­fe auf­wer­ten

Be­treu­en, pfle­gen, hel­fen: Die Be­schäf­tig­ten im kom­mu­na­len So­zi­al- und Er­zie­hungs­dienst sind ei­ne wich­ti­ge Stüt­ze der Ge­sell­schaft. Sie for­dern ei­ne hö­he­re Wert­schät­zung, die sich auch in ih­rer Be­zah­lung wi­der­spie­gelt. Die ers­te Ta­rif­run­de ver­lief al­ler­dings er­geb­nis­los.

26.02.2015. (dpa) - Ob im Kin­der­gar­ten, im Kran­ken­haus oder im Al­ten­heim: Die Ein­grup­pie­rung für die Be­schäf­ti­gen und die da­für we­sent­li­chen Tä­tig­keits­merk­ma­le sol­len neu aus­ge­han­delt wer­den.

Das for­der­te die Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft Ver­di am Mitt­woch zum Auf­takt der bun­des­wei­ten Ta­rif­ver­hand­lun­gen für Be­schäf­tig­te des So­zi­al- und Er­zie­hungs­diens­tes in Han­no­ver.

Laut Ver­di ent­spricht die ge­for­der­te Über­ar­bei­tung ei­ner Er­hö­hung der Ge­häl­ter um durch­schnitt­lich 10 Pro­zent.

"Die For­de­run­gen hal­ten wir für voll­kom­men un­rea­lis­tisch", er­klär­te der Ge­schäfts­füh­rer der Ver­ei­ni­gung Kom­mu­na­ler Ar­beit­ge­ber­ver­bän­de (VKA), Hart­mut Ma­ti­as­ke, nach der ers­ten Run­de. Die nächs­te Ta­rif­run­de soll am 23. März in Müns­ter statt­fin­den.

Bun­des­fa­mi­li­en­mi­nis­te­rin Ma­nue­la Schwe­sig (SPD) be­ton­te: "Die Zeit ist reif für ei­ne gu­te und an­ge­mes­se­ne Be­zah­lung für Er­zie­he­rin­nen und Er­zie­her." Sie sei über­zeugt, dass nur so auch der Fach­kräf­te­be­darf in die­sem Be­reich ge­deckt wer­den kön­ne: "Mehr Er­zie­he­rin­nen und Er­zie­her gibt es dann, wenn sie gut be­zahlt wer­den."

Ver­di-Chef Frank Bsirs­ke ver­wies auf stark ge­stie­ge­ne An­for­de­run­gen et­wa in den Kin­der­ta­ges­stät­ten. Ein­schlä­gi­ge Be­rufs­er­fah­rung oder Zu­satz­qua­li­fi­ka­tio­nen sol­len künf­tig bei der Be­zah­lung stär­ker be­rück­sich­tigt wer­den. Die ge­stie­ge­ne Be­deu­tung der So­zi­al- und Er­zie­hungs­be­ru­fe sei in der seit 2009 gel­ten­den und En­de 2014 ge­kün­dig­ten Ent­gelt­ver­ord­nung nicht ge­wür­digt wor­den.

Ma­ti­as­ke sag­te: "Die Wert­schät­zung für die­se Be­rufs­grup­pe zeigt sich be­reits im jet­zi­gen Ta­rif­recht". Er­zie­her im öf­fent­li­chen Dienst er­hiel­ten be­reits hö­he­re Ge­häl­ter als an­de­re Be­rufs­grup­pen mit ver­gleich­ba­rer Aus­bil­dung. Das Ent­gelt in der am häu­figs­ten be­setz­ten Lohn­grup­pe sei seit 2009 um 33 Pro­zent auf ein Mo­nats­ge­halt von 3289 Eu­ro ab März 2015 ge­stie­gen. Nach den Ge­werk­schafts­for­de­run­gen sol­len es künf­tig knapp 4000 Eu­ro sein.

Bsirs­ke er­war­tet zä­he Ver­hand­lun­gen. Ob­wohl Ver­di di­rekt für 220 000 Be­schäf­tig­te im öf­fent­li­chen Dienst ver­han­delt (150 000 da­von al­lein in den Ki­tas der Kom­mu­nen) geht er von in­di­rek­ten Aus­wir­kun­gen für die 535 500 wei­te­ren Be­schäf­tig­ten bei frei­en und kirch­li­chen Trä­gern aus. "Hier wird im Grun­de das Mo­dell ge­prägt, an dem sich die an­de­ren ori­en­tie­ren", sag­te Bsirs­ke.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 12. April 2016

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