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Har­te Ta­rif­run­de bei der Post - Ver­di will 5,5 Pro­zent mehr Geld

Bei der Deut­schen Post droht der Ta­rif­kon­flikt zu es­ka­lie­ren: Ver­di hat ne­ben der ver­lang­ten Ar­beits­zeit­ver­kür­zung jetzt auch ei­ne Ent­gelt­for­de­rung auf den Tisch ge­legt. Die Post kon­tert prompt

09.05.2015. (dpa) - Im Ta­rif­kon­flikt bei der Deut­schen Post tre­ten Ar­beit­ge­ber und Ver­di auf der Stel­le: Bei der vier­ten Ta­rif­run­de um kür­ze­re Ar­beits­zei­ten gab es am Frei­tag in Ber­lin nach An­ga­ben ei­nes Ver­di-Spre­chers auch bis zum Abend kei­ne An­nä­he­rung.

Zum Auf­takt der Ver­hand­lun­gen hat­te die Ge­werk­schaft nach­ge­legt und ne­ben kür­ze­ren Ar­beits­zei­ten für die 140 000 Be­schäf­tig­ten auch 5,5 Pro­zent mehr Geld ge­for­dert.

Die Lauf­zeit des neu­en Ent­gelt­ta­rif­ver­tra­ges soll bei zwölf Mo­na­ten lie­gen.

Die Post re­agier­te mit Un­ver­ständ­nis. Ne­ben der ver­lang­ten Ar­beits­zeit­ver­kür­zung von 38,5 auf 36 Wo­chen­stun­den bei vol­lem Lohn­aus­gleich wür­de die For­de­rung ei­nen Lohn­an­stieg von 12,5 Pro­zent be­deu­ten, er­klär­te Per­so­nal­che­fin Me­la­nie Kreis. "Das ist schlicht nicht fi­nan­zier­bar und wür­de zu­dem un­se­ren be­ste­hen­den enor­men Per­so­nal­kos­ten­nach­teil ge­gen­über un­se­ren Wett­be­wer­bern er­heb­lich ver­schär­fen". Die zu­sätz­li­chen Per­so­nal­kos­ten be­zif­fer­te sie auf 600 Mil­lio­nen Eu­ro. Ei­ne wei­te­re Zu­spit­zung des Ta­rif­kon­flikts ist jetzt nicht mehr aus­ge­schlos­sen.

Vor Be­ginn der Ge­sprä­che hat­te Ver­di-Ver­hand­lungs­füh­re­rin An­drea Koc­sis den Ar­beit­ge­ber auf­ge­for­dert, sei­ne Ver­schlep­pungs­tak­tik zu be­en­den: "Seit drei Run­den ist am Ver­hand­lungs­tisch nichts pas­siert. Wir er­war­ten, dass die Deut­sche Post AG end­lich ernst­haft in die Ta­rif­ver­hand­lun­gen ein­steigt", be­ton­te die stell­ver­tre­ten­de Ver­di-Bun­des­vor­sit­zen­de.

Bis­lang hat­te das Post-Ma­nage­ment Ver­hand­lun­gen über ei­ne Ver­kür­zung der Wo­chen­ar­beits­zeit mit vol­lem Lohn­aus­gleich mit dem Hin­weis ab­ge­lehnt, dass die Lohn­for­de­rung zum eben­falls neu zu ver­han­deln­den Haus­ta­rif­ver­trag noch nicht be­kannt sei. Die Ge­werk­schaft woll­te die Ta­rif­kom­ple­xe Ar­beits­zei­ten und Ent­gel­te ur­sprüng­lich strikt aus­ein­an­der­hal­ten und ge­trennt ver­han­deln.

Wäh­rend ei­ne Neu­re­ge­lung der Ar­beits­zei­ten als un­pro­ble­ma­tisch gilt, bleibt der Lohn­aus­gleich der Knack­punkt in den Ver­hand­lun­gen. Durch die Ge­halts­for­de­rung droht zu­dem neu­es Kon­flikt­po­ten­zi­al. Ei­ne An­nä­he­rung in der vier­ten Ta­rif­run­de, für die zwei Ta­ge (8./9. Mai) an­ge­setzt wur­de, ist un­ge­wiss.

In den ver­gan­ge­nen Wo­chen hat­te Ver­di mehr­fach mit Warn­streiks Druck ge­macht. Hin­ter­grund des Ta­rif­streits ist die Grün­dung von re­gio­na­len Fir­men in der Pa­ket­zu­stel­lung. Dar­in sieht Ver­di ei­nen Ver­stoß ge­gen ta­rif­ver­trag­li­che Ver­ein­ba­run­gen und for­dert als Aus­gleich kür­ze­re Ar­beits­zei­ten.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 11. April 2016

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