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Ta­rif­streit bei der Ca­ri­tas - Angst vor Bil­lig­l­ohn­grup­pen

Seit Mo­na­ten wird bei dem ka­tho­li­schen So­zi­al­ver­band Ca­ri­tas über ei­nen neu­en Ta­rif­ver­trag ver­han­delt: Die Be­schäf­tig­ten weh­ren sich ge­gen die Ein­füh­rung von Bil­lig­l­ohn­grup­pen in der Al­ten­pfle­ge

22.07.2014. (dpa) - Beim ka­tho­li­schen So­zi­al­ver­band Ca­ri­tas wird der­zeit ein neu­er Ta­rif­ver­trag ver­han­delt.

Ei­ne schnel­le Ei­ni­gung ist nicht in Sicht.

Auf Bun­des­ebe­ne könn­te es frü­hes­tens am 24. Ok­to­ber ei­nen Ab­schluss ge­ben, sag­te der Jus­ti­zi­ar des Ca­ri­tas­ver­ban­des im Bis­tum Os­na­brück, Wer­ner Negwer.

Al­ler­dings tref­fen sich am Diens­tag und Mitt­woch die Dienst­ge­ber - so wer­den kirch­li­che Ar­beit­ge­ber ge­nannt - und die Mit­ar­bei­ter­ver­tre­ter aus den Bis­tü­mern Os­na­brück, Hil­des­heim und dem Of­fi­zialat Ol­den­burg zu ei­ner Sit­zung der re­gio­na­len Ta­rif­kom­mis­si­on.

Es wird über die Ge­häl­ter von 18 000 Mit­ar­bei­tern in Nie­der­sach­sen und Bre­men ver­han­delt.

Zu rech­nen sei mit ei­nem An­trag der Dienst­ge­ber, der den bun­des­wei­ten Ta­rif­ver­trag auf­he­beln könn­te, sag­te der Spre­cher der Mit­ar­bei­ter­sei­te, Wil­helm Ber­ken­he­ger. Die Ar­beit­ge­ber woll­ten au­ßer­dem ei­ne neue Bil­lig­l­ohn­grup­pe für un- und an­ge­lern­te Mit­ar­bei­ter durch­set­zen.

Die Vor­stel­lun­gen bei­der Sei­ten lie­gen weit aus­ein­an­der. Die Mit­ar­bei­ter for­dern un­ter an­de­rem die Er­hö­hung der Ent­gel­te um 100 Eu­ro plus 3,5 Pro­zent mehr Lohn und Ge­halt und ei­nen ein­heit­li­chen Ur­laubs­an­spruch von 30 Ta­gen.

Der­ar­ti­ge Stei­ge­run­gen sei­en für die un­te­ren Lohn­grup­pen über­pro­por­tio­nal und vor al­lem für die Al­ten­hil­feein­rich­tun­gen nicht zu be­zah­len, hal­ten die Ar­beit­ge­ber da­ge­gen. Nach­dem es bei der bis­her letz­ten Sit­zung der Bun­des­kom­mis­si­on am 26. Ju­ni kein Er­geb­nis gab, wur­de ein Ver­mitt­lungs­aus­schuss ein­be­ru­fen. Ei­ne Ei­ni­gung wä­re so frü­hes­tens im Ok­to­ber mög­lich.

Es ge­be aber auch die Mög­lich­keit, dass sich die Re­gio­nal­kom­mis­si­on in Os­na­brück auf ei­nen An­trag an die Bun­des­kom­mis­si­on ei­nigt, wo­nach man sich ent­we­der bin­nen sechs Mo­na­ten auf ei­nen Ta­rif­ver­trag ei­nigt oder auf re­gio­na­ler Ebe­ne ei­nen Ta­rif­ver­trag ab­schließt, sag­te Negwer.

"Ich kann mir nicht vor­stel­len, dass wir dem zu­stim­men wer­den", sag­te hin­ge­gen Ber­ken­he­ger. Ein bun­des­weit ein­heit­li­cher Ta­rif­ver­trag sei ei­ne gro­ße Er­run­gen­schaft. "Ein re­gio­na­ler Ta­rif­ver­trag führt zu ei­ner sehr deut­li­chen Be­nach­tei­li­gung der Kol­le­gen und Kol­le­gin­nen."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 18. November 2015

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