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DGB-Chef be­kräf­tigt Lohn­for­de­run­gen im Ta­rif­streit der Me­tall­in­dus­trie

DGB-Chef Som­mer: Ar­beit­ge­ber ken­nen die Kampf­be­reit­schaft der IG Me­tall - ers­te Warn­streiks in der Nacht

30.04.2012 (dpa) - DGB-Chef Mi­cha­el Som­mer hat im Me­tall-Ta­rif­streit sei­ne For­de­rung nach kräf­ti­gen Lohn­er­hö­hun­gen be­kräf­tigt.

"Es ist der rich­ti­ge Mo­ment für star­ke Lohn­er­hö­hun­gen in der Me­tall- und Elek­tro­in­dus­trie und dar­über hin­aus. #

Hö­he­re Löh­ne stär­ken die Bin­nen­kon­junk­tur", sag­te der Vor­sit­zen­de des Deut­schen Ge­werk­schafts­bun­des (DGB) der "Pas­sau­er Neu­en Pres­se".

Die Ar­beit­ge­ber wüss­ten, dass die IG Me­tall kampf­be­reit und kampf­er­probt sei, sag­te Som­mer. "Der Ab­schluss wird dann ein kla­res Si­gnal für al­le wei­te­ren Ta­rif­ver­hand­lun­gen, wie zum Bei­spiel bei Che­mie, in die­sem Jahr set­zen." Die IG Me­tall for­dert 6,5 Pro­zent mehr Lohn für zwölf Mo­na­te so­wie mehr Mit­be­stim­mung bei Leih­ar­beit und die un­be­fris­te­te Über­nah­me von Aus­ge­bil­de­ten.

Wie zum Be­weis der "Kampf­be­reit­schaft" sind un­mit­tel­bar nach Ab­lauf der Frie­dens­pflicht in der Nacht zum Sonn­tag Be­schäf­tig­te in meh­re­ren Län­dern in ei­nen Warn­streik ge­tre­ten. Zu­nächst al­ler­dings nur in ei­ni­gen klei­ne­ren Be­trie­ben. Die IG Me­tall in Frank­furt sprach von rund 2.500 Teil­neh­mern, rund die Hälf­te da­von in Bay­ern. Et­was spä­ter hat sich die Warn­streik­wel­le bis in den Süd­wes­ten fort­ge­setzt: Rund 250 Be­schäf­tig­te im Ka­ros­se­rie­bau des Ras­tat­ter Daim­ler-Wer­kes be­en­de­ten ih­re Schicht früh­zei­tig, et­wa 150 nah­men an ei­ner Kund­ge­bung teil.

Der DGB-Chef kri­ti­sier­te auch die Plä­ne der Uni­on für ei­ne Lohn­un­ter­gren­ze für Bran­chen oh­ne Ta­rif­ver­trä­ge. "Die Uni­on tut so, als ob sie plötz­lich ei­nen ge­setz­li­chen Min­dest­lohn wol­le. Das ist lei­der ge­mo­gelt." Ar­beits­mi­nis­te­rin Ur­su­la von der Ley­en (CDU) wei­ge­re sich, über die Hö­he der Lohn­un­ter­gren­ze auch nur zu re­den. "Das Mo­dell der Uni­on ist in wei­ten Tei­len ei­ne Far­ce." Die Ge­werk­schaf­ten woll­ten das The­ma in den Bun­des­tags­wahl­kampf tra­gen.

Als "un­sin­nig" be­zeich­ne­te Som­mer das ge­plan­te Be­treu­ungs­geld. Es fol­ge ei­nem völ­lig fal­schen ge­sell­schafts­po­li­ti­schen An­satz: Es sol­le Frau­en von der Be­rufs­tä­tig­keit ab­hal­ten, das Ver­sa­gen der Po­li­tik beim Ki­ta-Aus­bau ka­schie­ren und die Kin­der von ar­men Leu­ten von Bil­dung aus­schlie­ßen. "Das Be­treu­ungs­geld ist ein Al­mo­sen. Der Staat will sich da­mit von der Pflicht frei­kau­fen, aus­rei­chend Kin­der­be­treu­ungs­plät­ze zu schaf­fen", er­klär­te der DGB-Chef.

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Letzte Überarbeitung: 22. September 2016

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