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Ta­rif­ver­hand­lung im öf­fent­li­chen Dienst: Ge­werk­schaf­ten wol­len deut­lich mehr Geld

Ver­di und dbb po­chen auf deut­li­che Lohn­stei­ge­run­gen im öf­fent­li­chen Dienst
09.02.2012 (dpa) - Die Ge­werk­schaf­ten le­gen heu­te (Don­ners­tag) ih­re For­de­run­gen für die Ta­rif­run­de im öf­fent­li­chen Dienst von Bund und Kom­mu­nen auf den Tisch. Es zeich­net sich ei­ne schwie­ri­ge Ver­hand­lungs­run­de ab. Wäh­rend die Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft Ver­di und Be­am­ten­bund dbb auf deut­li­che Lohn­stei­ge­run­gen für die rund zwei Mil­lio­nen be­trof­fe­nen Be­schäf­tig­ten po­chen, ver­wei­sen die öf­fent­li­chen Ar­beit­ge­ber auf lee­re Kas­sen.

Die Ge­sprä­che be­gin­nen am 1. März in Pots­dam. Ne­ben der Me­tall­bran­che gilt der öf­fent­li­che Dienst als Schwer­ge­wicht in den dies­jäh­ri­gen Ta­rif­ver­hand­lun­gen. Ver­di hat­te be­reits si­gna­li­siert, bei der Ge­halts­for­de­rung ein Vo­lu­men zwi­schen 6,1 und 7 Pro­zent an­zu­stre­ben - ein­schließ­lich ei­ner so­zia­len Kom­po­nen­te. Ins­ge­samt sind zu­nächst drei Ver­hand­lungs­run­den bis En­de März ge­plant.

Bei der ver­gan­ge­nen Ta­rif­run­de im Jahr 2010 hat­te es erst nach Warn­streiks und ei­nem Sch­lich­ter­spruch ei­nen Kom­pro­miss ge­ge­ben. Das Ta­rif­er­geb­nis wur­de da­mals - wie in den ver­gan­ge­nen Jah­ren üb­lich - auf die rund 353.000 Bun­des­be­am­ten, Rich­ter und Sol­da­ten über­tra­gen.

Die kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber wol­len die Ta­rif­run­de zü­gig ab­schlie­ßen. "Ich ha­be die Hoff­nung, dass wir bis En­de März fer­tig wer­den, denn dies­mal geht es nicht um kom­pli­zier­te in­halt­li­che Fra­gen, son­dern aus­schließ­lich ums Geld", sag­te Tho­mas Böh­le, Ver­hand­lungs­füh­rer der kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber, dem Ber­li­ner "Ta­ges­spie­gel" (Don­ners­tag).

Der Ab­schluss wer­de "ver­mut­lich teu­rer als 2010", sag­te Böh­le. Er warn­te aber vor zu ho­hen Er­war­tun­gen. "So wie die Ge­werk­schaf­ten sich das vor­stel­len, wür­den die Kom­mu­nen mit sechs Mil­li­ar­den Eu­ro zu­sätz­lich be­las­tet. Das ist völ­lig un­denk­bar." Ak­tu­ell sei­en die Kom­mu­nen mit rund 129 Mil­li­ar­den EUR ver­schul­det, laut Böh­le ein his­to­ri­scher Höchst­stand.

Dem Deut­schen Städ­te- und Ge­mein­de­bund (DStGB) zu­fol­ge ris­kie­ren die Ge­werk­schaf­ten, bei über­mä­ßi­gen Ta­rif­er­hö­hun­gen ei­ne Wel­le von Per­so­nal­ab­bau und Pri­va­ti­sie­run­gen in den Kom­mu­nen los­zu­tre­ten. "Un­ver­hält­nis­mä­ßi­ge Mehr­kos­ten müss­ten die Kom­mu­nen durch Strei­chung frei­wil­li­ger Leis­tun­gen, hö­he­re Ge­büh­ren und Steu­ern oder Stel­len­ab­bau aus­glei­chen", sag­te Haupt­ge­schäfts­füh­rer Gerd Lands­berg dem "Han­dels­blatt" (Don­ners­tag).

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