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Ta­rif­ver­hand­lun­gen für Län­der - Vor­erst kein An­ge­bot der Ar­beit­ge­ber

Zwei­te Run­de der Ta­rif­ver­hand­lun­gen für die An­ge­stell­ten der Län­der: Die Ge­werk­schaf­ter for­dern ein Ge­halts­plus von 6,5 Pro­zent und wol­len ein kon­kre­tes An­ge­bot der Ar­beit­ge­ber. Die aber win­ken ab. Oh­ne An­nä­he­rung dro­hen Warn­streiks. Die Ge­sprä­che wer­den ab­ge­kürzt.

15.02.2013. (dpa) - Die Ta­rif­ver­hand­lun­gen für die rund 800 000 An­ge­stell­ten im öf­fent­li­chen Dienst der Län­der ge­stal­ten sich zäh.

Die Ar­beit­ge­ber­sei­te kam zur zwei­ten Ver­hand­lungs­run­de am Don­ners­tag in Pots­dam er­neut oh­ne kon­kre­tes An­ge­bot. Die Ge­werk­schaf­ten kri­ti­sier­ten das.

Ihr Ver­hand­lungs­füh­rer, Ver­di-Chef Frank Bsirs­ke, sag­te, die Ein­kom­mens­nach­tei­le für die Lan­des­be­schäf­tig­ten sei­en nicht län­ger hin­nehm­bar.

Die Ar­beit­ge­ber müss­ten end­lich ein An­ge­bot auf den Tisch le­gen. Bei­de Sei­ten ver­stän­dig­ten sich aus Ter­min­grün­den dar­auf, die Ver­hand­lungs­run­de ab­zu­kür­zen und auf wei­te­re Be­ra­tun­gen am Frei­tag zu ver­zich­ten. Ei­ne drit­te Ver­hand­lungs­run­de ist für den 7. und 8. März ge­plant.

Das ers­te Tref­fen En­de Ja­nu­ar war oh­ne Er­geb­nis ge­blie­ben. Die Ge­werk­schaf­ten for­dern für die Be­schäf­tig­ten un­ter an­de­rem 6,5 Pro­zent mehr Geld und ein fes­tes Ge­halts­plus für die Aus­zu­bil­den­den. Au­ßer­dem wol­len sie er­rei­chen, dass für die rund 200 000 an­ge­stell­ten Leh­rer per Ta­rif­ver­trag ge­re­gelt wird, in wel­che Ge­halts­klas­se sie ein­grup­piert wer­den. Bis­lang be­ste­hen hier von Land zu Land gro­ße Un­ter­schie­de.

Der Ver­hand­lungs­füh­rer der Län­der, Sach­sen-An­halts Fi­nanz­mi­nis­ter Jens Bul­ler­jahn (SPD), kri­ti­sier­te die For­de­run­gen er­neut als über­zo­gen. "Das passt nicht in die Land­schaft", be­ton­te er. "Das geht auch nicht zu fi­nan­zie­ren." Er dämpf­te die Er­war­tun­gen auf ein schnel­les Er­geb­nis: "Wir wer­den heu­te si­cher­lich nicht fer­tig", sag­te der Vor­sit­zen­de der Ta­rif­ge­mein­schaft deut­scher Län­der (TdL). Ein An­ge­bot wer­de er vor­erst nicht vor­le­gen, son­dern zu­nächst über die Vor­stel­lun­gen der Ge­werk­schafts­sei­te re­den.

Die­se ori­en­tie­ren sich mit ih­rer For­de­rung an dem jüngs­ten Ta­rif­ab­schluss für die Be­schäf­tig­ten von Bund und Kom­mu­nen: Die zwei Mil­lio­nen Be­schäf­tig­ten dort er­hal­ten über die nächs­ten zwei Jah­re in meh­re­ren Stu­fen ins­ge­samt 6,3 Pro­zent mehr Geld.

Bsirs­ke mahn­te, die Lan­des­be­schäf­tig­ten dürf­ten nicht ab­ge­hängt wer­den. Auch die Leh­rer müss­ten end­lich ge­recht be­zahlt wer­den. Die ak­tu­el­le Si­tua­ti­on sei nicht ak­zep­ta­bel. "Wir wer­den das nicht län­ger hin­neh­men." Die Län­der hät­ten zu­letzt Re­kord­steu­er­ein­nah­men ver­bucht. Die Spiel­räu­me für Lohn­stei­ge­run­gen sei­en al­so da.

Der Ver­hand­lungs­füh­rer des Be­am­ten­bun­des, Wil­li Russ, sag­te, es kön­ne nicht sein, dass die Län­der im­mer­zu über ih­re Haus­hal­te klag­ten. In den Haus­hal­ten der Po­li­zis­ten und Stra­ßen­wär­ter se­he es nicht bes­ser aus. "Al­so muss Koh­le her."

Il­se Schaad aus dem Vor­stand der Leh­rer­ge­werk­schaft GEW sag­te: "Die Kol­le­gen in den Schu­len sind sau­er." Soll­ten sich die Ar­beit­ge­ber in der Fra­ge der Leh­rer­be­zah­lung nicht be­we­gen, könn­ten schon ab Mon­tag Warn­streiks be­gin­nen. El­tern und Schul­lei­ter sei­en be­reits vor­ge­warnt, dass es zu Un­ter­richts­aus­fall kom­men kön­ne.

Vor dem Ta­gungs­ho­tel de­mons­trier­ten meh­re­re hun­dert Lan­des­be­schäf­tig­te mit Pla­ka­ten, Fah­nen und Trans­pa­ren­ten für mehr Geld - dar­un­ter Po­li­zis­ten, Leh­rer, Stra­ßen­wär­ter und Ver­wal­tungs­mit­ar­bei­ter. Mit Tril­ler­pfei­fen, Trom­meln und Sprech­chö­ren mach­ten sie ih­rem Är­ger Luft und for­der­ten: "Wir wol­len Koh­le se­hen."

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Letzte Überarbeitung: 14. März 2014

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