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Ta­rif­ver­trag für Werk­ver­trags­be­schäf­tig­te bei Werft

Haus­ta­rif­ver­trag für Werk­ver­trags­be­schäf­tig­te in der Mey­er-Werft: Un­ter­neh­men und IG Me­tall zie­hen Kon­se­quen­zen aus dem Tod zwei­er ru­mä­ni­scher Ar­bei­ter

16.09.2013. (dpa) - Knapp zwei Mo­na­te nach dem tra­gi­schen Tod von zwei ru­mä­ni­schen Ar­bei­tern hat die Pa­pen­bur­ger Mey­er-Werft ei­nen ei­ge­nen Haus­ta­rif­ver­trag für Werk­ver­trags­be­schäf­tig­te.

Die zwi­schen Ge­schäfts­füh­rung und IG Me­tall ge­trof­fe­ne Ver­ein­ba­rung ist nach An­ga­ben des nie­der­säch­si­schen Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­ums vom Mon­tag der bun­des­weit ers­te der­ar­ti­ge Haus­ta­rif für aus­län­di­sche Werk­ver­trags­be­schäf­tig­te.

Er legt so­zia­le Min­dest­stan­dards fest. Die Werft, auf der Kreuz­fahrt­schif­fe ge­baut wer­den, und die Ge­werk­schaft ei­nig­ten sich un­ter an­de­rem auf ei­nen Min­dest­stun­den­lohn von 8,50 Eu­ro für al­le Werk­ver­trags­mit­ar­bei­ter.

Zu­dem wur­den in dem Ver­trag Min­dest­stan­dards bei den Un­ter­künf­ten für die aus­län­di­schen Ar­bei­ter so­wie mehr In­for­ma­ti­ons- und Mit­wir­kungs­rech­te für den Be­triebs­rat fest­ge­schrie­ben.

Aus­lö­ser für die bun­des­wei­te De­bat­te über Werk­ver­trä­ge war der Tod von zwei ru­mä­ni­schen Ar­bei­tern der Pa­pen­bur­ger Mey­er-Werft bei ei­nem Brand in ih­rer Un­ter­kunft vor rund ein­ein­halb Mo­na­ten.

In dem neu­en Ver­trag wird nun fest­ge­schrie­ben, dass Be­schäf­tig­te nur in sol­chen Woh­nun­gen un­ter­ge­bracht wer­den dür­fen brin­gen, die den Richt­li­ni­en der Be­hör­den ent­spre­chen. Au­ßer­dem müs­sen sich die Nach­un­ter­neh­mer ver­pflich­ten, den ta­rif­ver­trag­li­chen Min­dest­lohn von 8,50 Eu­ro zu zah­len.

Nie­der­sach­sens Wirt­schafts­mi­nis­ter Olaf Lies (SPD) sag­te, der Ta­rif­ver­trag ha­be Vor­bild­cha­rak­ter und des­halb gro­ße Be­deu­tung weit über Nie­der­sach­sen und die Bran­che hin­aus. Der Be­zirks­lei­ter der IG Me­tall Küs­te, Mein­hard Gei­ken, sag­te, der Be­triebs­rat ha­be jetzt erst­mals Mög­lich­kei­ten, ge­gen schwar­ze Scha­fe un­ter den Werk­ver­trags­un­ter­neh­men vor­zu­ge­hen.

Ver­ein­bart wur­den auch Re­ge­lun­gen zum Ar­beits- und Ge­sund­heits­schutz. Der Be­triebs­rat be­kommt die Mög­lich­keit, zu kon­trol­lie­ren, ob die­se Be­stim­mun­gen ein­ge­hal­ten wer­den. Neu ist fer­ner ei­ne Be­ra­tung der Be­schäf­tig­ten in ih­rer je­wei­li­gen Lan­des­spra­che.

Der Vor­sit­zen­de der Ge­schäfts­füh­rung der Werft, Ber­nard Mey­er, sag­te:

"Wir sind sehr froh und zu­frie­den mit dem Er­geb­nis, dass un­ser Haus­ta­rif­ver­trag zur Ver­bes­se­rung der Le­bens­be­din­gun­gen von Werk­ver­trags­ar­bei­tern bei­tra­gen wird."

Zu­sam­men mit Maß­nah­men der Kom­mu­nen wür­den so wich­ti­ge Vor­aus­set­zun­gen für ei­ne an­ge­mes­se­ne Ar­beits- und Wohn­si­tua­ti­on ge­schaf­fen. Für die Werft sei es wich­tig, auch zu­künf­tig mit Werks­ver­trä­gen ih­re Schif­fe pro­du­zie­ren zu kön­nen, da­durch wür­den auch die Ar­beits­plät­ze der Stamm­mann­schaft ge­si­chert.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 5. Oktober 2015

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