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Noch Tau­sen­de of­fe­ne Lehr­stel­len im Süd­wes­ten

Wer mit ei­nem Schul­ab­schluss in der Ta­sche auf der Su­che nach ei­ner Lehr­stel­le ist, hat gu­te Kar­ten: Ba­den-Würt­tem­bergs Ar­beit­ge­ber su­chen nach Fach­kräf­te­nach­wuchs

08.08.2015. (dpa) - We­ni­ge Wo­chen vor dem Start des neu­en Aus­bil­dungs­jahrs gibt es in Ba­den-Würt­tem­berg noch Tau­sen­de of­fe­ne Lehr­stel­len.

Im Hand­werk sei­en schät­zungs­wei­se 8000 Azu­bi-Stel­len frei, teil­te der Ba­den-Würt­tem­ber­gi­sche Hand­werks­tag mit.

Die Zahl lie­ge et­wa auf Vor­jah­res­ni­veau.

Das Aus­bil­dungs­jahr be­ginnt am 1. Sep­tem­ber.

Als Grund für den Fach­kräf­te­man­gel gilt zum ei­nen der de­mo­gra­fi­sche Wan­del.

Au­ßer­dem be­kla­gen sich Ar­beit­neh­mer­ver­tre­ter im­mer wie­der, die Schu­le set­ze den Fo­kus zu stark auf die aka­de­mi­sche Lauf­bahn an­statt auf Per­spek­ti­ven als Azu­bi.

Gro­ßen Be­darf an jun­gen Mit­ar­bei­tern ha­ben bei­spiels­wei­se Bä­cker, Metz­ger oder Stra­ßen­bau­er. 4000 der of­fe­nen Hand­werks­stel­len sei­en bei den Kam­mern ge­mel­det, hieß es. Hin­zu kä­men wohl wei­te­re 4000 of­fe­ne Stel­len, die ent­we­der nur bei der Agen­tur für Ar­beit oder nir­gends mehr als An­ge­bo­te ein­ge­tra­gen wer­den: So hat es man­cher Bä­cker nach jah­re­lan­ger er­folg­lo­ser Su­che in­zwi­schen auf­ge­ge­ben, nach ei­nem Lehr­ling zu su­chen. Soll­te doch ein gu­ter In­ter­es­sent auf­tau­chen, be­kä­me er ei­ne Lehr­stel­le - der Be­darf ist al­so da, wenn­gleich nicht amt­lich re­gis­triert.

Auch In­dus­trie und Han­del su­chen Nach­wuchs. Al­lein die IHK Stutt­gart, die größ­te der zwölf Kam­mern in Ba­den-Würt­tem­berg, bie­tet noch 570 freie Aus­bil­dungs­plät­ze, 100 da­von im Be­reich Ho­tel­le­rie und Gas­tro­no­mie. Bei der IHK Rhein-Ne­ckar wa­ren noch 619 Stel­len of­fen, bei der IHK Karls­ru­he 266. Ne­ben Hand­werk so­wie In­dus­trie und Han­del gibt es noch den Be­reich der frei­en Be­ru­fe, in dem Azu­bi­plät­ze an­ge­bo­ten wer­den, et­wa als Arzt­hel­fer und Er­zie­her. Hier­zu la­gen kei­ne Zah­len vor.

Ei­ne gu­te Nach­richt: Süd­west-Hand­werks­be­trie­be konn­ten bis­her et­wa 12 400 Aus­bil­dungs­ver­trä­ge ab­schlie­ßen, 300 mehr als noch vor ei­nem Jahr. Nach Auf­fas­sung von Rai­ner Reich­hold, Chef des Hand­werks­tags, liegt die­ses Plus auch an ei­nem ver­bes­ser­ten Image des Hand­werks. Be­son­ders at­trak­tiv sei­en die Be­rei­che Elek­tro­tech­nik so­wie Ge­sund­heit, al­so et­wa Hör­ge­rä­teakus­ti­ker oder Zahn­tech­ni­ker. Die­se Be­ru­fe weck­ten das In­ter­es­se vie­ler jun­ger Leu­te, auch weil sie mit Blick auf den de­mo­gra­fi­schen Wan­del als si­che­re Bran­chen gel­ten.

Auch in In­dus­trie und Han­del gab es ein leich­tes Plus beim The­ma ab­ge­schlos­se­ne Lehr­ver­trä­ge. So sei­en im Süd­wes­ten Stand En­de Ju­li et­wa 34 000 Azu­bis ge­nom­men wor­den für den Start im Sep­tem­ber, teil­te die IHK Stutt­gart mit - die­se Kam­mer be­treut das The­ma Aus­bil­dung fe­der­füh­rend für Ba­den-Würt­tem­berg. Ver­gli­chen mit dem Vor­jah­res­zeit­punkt sei das im­mer­hin ein Plus von 1,2 Pro­zent ge­we­sen, sag­te ei­ne Spre­che­rin. Ein Grund auch hier: die gu­te Wirt­schafts­la­ge. Wenn die Kon­junk­tur lau­fe, wer­de ein­ge­stellt und aus­ge­bil­det.

Laut Re­gio­nal­di­rek­ti­on für Ar­beit wa­ren En­de Ju­li noch rund 24 000 Lehr­stel­len of­fen. Bei der Ar­beits­agen­tur hat­ten sich et­wa 60 000 Be­wer­ber ge­mel­det, von ih­nen ha­ben sich bis­lang gut 22 600 zu­rück­ge­mel­det und ge­sagt, dass sie in­zwi­schen ei­ne Azu­bis­tel­le be­kom­men ha­ben. Die­se Zahl war in et­wa so hoch wie zum Vor­jah­res­zeit­punkt.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 12. April 2016

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