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Rau­er Ton zwi­schen Ta­rif­part­nern: Süd­west­me­tall kri­ti­siert Be­fra­gung

Es sind noch ein paar Mo­na­te bis zur nächs­ten Ta­rif­run­de zwi­schen den Me­tall­ta­rif­part­nern: Doch das Sä­bel­ras­seln hat be­gon­nen

14.01.2017. (dpa) - Süd­west­me­tall­chef Ste­fan Wolf hat Vor­wür­fe der IG Me­tall im Süd­wes­ten über Ar­beits­zeit­ver­let­zun­gen zu­rück­ge­wie­sen.

"Hier wird mit sub­jek­ti­ven Ein­drü­cken Stim­mung ge­macht und dem Gros der Be­trie­be un­ter­stellt, dass sie rechts­wid­rig han­deln", sag­te Wolf laut Mit­tei­lung am Frei­tag.

"Das ist kaum die Ba­sis für gu­te So­zi­al­part­ner­schaft."

Gut ein Jahr vor der nächs­ten Ta­rif­ver­hand­lung wird der Ton zwi­schen den Me­tall-Ta­rif­part­nern be­reits jetzt rau.

Die IG Me­tall hat­te ver­gan­ge­ne Wo­che ein Stim­mungs­ba­ro­me­ter aus ei­ner Be­fra­gung von 200 Be­triebs­rä­ten und Ver­trau­ens­leu­ten in Süd­west-Fir­men ver­öf­fent­licht. Da­nach se­hen die­se in zwei Drit­teln der Me­tal­ler-Fir­men im­mer wie­der Ver­stö­ße ge­gen die ge­setz­li­che Ru­he­zeit von elf St­un­den. Die Ge­werk­schaft kri­ti­sier­te, dass sol­che Ver­stö­ße für Un­ter­neh­men oft fol­gen­los blie­ben. Sie for­dert stren­ge­re Kon­trol­len von Auf­sichts­be­hör­den.

Süd­west­me­tall-Chef Wolf stellt die Be­fra­gung und ih­re Schlüs­se in­fra­ge: "Oh­ne kon­kre­te Nach­wei­se wird hier zahl­lo­sen Be­trie­ben mög­li­cher­wei­se straf­ba­res Ver­hal­ten vor­ge­wor­fen", sagt er. Zwar ha­be der Ar­beit­ge­ber die Ein­hal­tung von Ar­beits- und Ru­he­zei­ten zu kon­trol­lie­ren. Die täg­li­che Um­set­zung lie­ge aber in der Ei­gen­ver­ant­wor­tung der Be­schäf­tig­ten.

IG-Me­tall-Lan­des­be­zirks­lei­ter Ro­man Zit­zels­ber­ger hält da­ge­gen. "Das sau­gen sich die Kol­le­gen ja nicht aus den Fin­gern", sag­te er der Deut­schen Pres­se-Agen­tur. Es ge­he nicht dar­um, Fir­men zu kri­mi­na­li­sie­ren, son­dern dar­auf hin­zu­wei­sen, dass es ei­nen Be­darf für die be­ste­hen­den Schutz­re­ge­lun­gen ge­be.

Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­rin An­drea Nah­les (SPD) hat­te kürz­lich an­ge­kün­digt, bis­he­ri­ge Ar­beits­zeit­re­geln et­was zu lo­ckern. Zu­gleich will sie aber an Ru­he­zei­ten und Do­ku­men­ta­ti­ons­pflich­ten für be­stimm­te Bran­chen fest­hal­ten. Die Ar­beit­ge­ber sind ge­gen die be­ste­hen­den Ar­beits­zeit­re­geln. "Das straf­fe Kor­sett mit acht St­un­den geht völ­lig an der Rea­li­tät vor­bei", hat­te et­wa Ste­fan Wolf jüngst der Deut­schen Pres­se-Agen­tur ge­sagt.

Das The­ma Ar­beits­zeit dürf­te auch ei­ne Rol­le in der für 2017 an­ge­setz­ten nächs­ten Me­tall­ta­rif­run­de sein. Die IG Me­tall star­tet da­zu dem­nächst ei­ne bun­des­wei­te Be­schäf­tig­ten­be­fra­gung. Auch dar­in sieht Wolf ei­nen "frag­wür­di­gen Vor­gang". "Auch hier wer­den wie­der nach dem Prin­zip "Wünsch-dir-was" Er­war­tun­gen ge­schürt, oh­ne die mög­li­chen Kon­se­quen­zen auf­zu­zei­gen." Die Ge­werk­schaft tra­ge mit Fra­gen zu Ren­te, Kran­ken­ver­si­che­rung und Steu­ern den Wahl­kampf in die Be­trie­be.

IG-Me­tall-Chef-Zit­zels­ber­ger wie­der­um sieht dar­in ein "merk­wür­di­ges De­mo­kra­tie­ver­ständ­nis". Wo sonst, wenn nicht im Be­trieb könn­ten sol­che po­li­ti­schen Fra­gen ge­stellt wer­den. Die Ar­beit­ge­ber ih­rer­seits, so der Ge­werk­schaf­ter, tä­ten gut dar­an tun, sich Rück­mel­dung von den Be­schäf­tig­ten zu ho­len.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 10. Oktober 2017

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