Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880
Arbeitsrecht aktuell
Jahr

Traum­team sucht Stel­le - Job-Sha­ring wird im­mer po­pu­lä­rer

Zwei Mit­ar­bei­ter tei­len sich ei­ne Stel­le und wech­seln sich täg­lich, wö­chent­lich oder mo­nat­lich ab: Job-Sha­ring heißt das Kon­zept und ist et­wa für jun­ge El­tern ide­al. Doch sel­ten sind Voll­zeit­stel­len für zwei aus­ge­schrie­ben - meist müs­sen Mit­ar­bei­ter selbst ak­tiv wer­den

20.05.2013. (dpa) - Mon­tags ist San­dra Rath­mann dran.

Die 36-jäh­ri­ge Pro­jekt­lei­te­rin bei Bosch sitzt im Bü­ro, ent­wi­ckelt Kon­zep­te, lei­tet Work­shops, hält Mee­tings - Ar­beits­all­tag ei­ner Füh­rungs­kraft.

Bis Mitt­woch ist Rath­mann im Bü­ro, don­ners­tags und frei­tags ar­bei­tet sie vor­mit­tags im Ho­me Of­fice.

Ver­waist ist ihr Ar­beits­platz in der Zeit trotz­dem nicht – Job-Sha­ring-Part­ne­rin Su­san­ne Kle­ment ist ab Diens­tag vor Ort für den Chef und die Kol­le­gen an­sprech­bar.

"Ei­ne von uns ist im­mer da", er­klärt Rath­mann.

Ei­nen Tag ver­brin­gen bei­de Frau­en für Ko­or­di­nie­rungs­auf­ga­ben ge­mein­sam im Bü­ro, der Rest der Ab­spra­chen läuft über Te­le­fo­na­te und E-Mail.

Job-Sha­ring heißt das Teil­zeit-Ar­beits­mo­dell, bei dem sich meh­re­re Be­schäf­tig­te ei­nen Ar­beits­platz tei­len. Häu­fig sind die Job-Sha­rer da­bei sel­ber für die Auf­tei­lung der Ar­beits­zeit und der In­hal­te ver­ant­wort­lich. "Un­ser Chef sieht uns als Gan­zes. Wenn er ei­ne Auf­ga­be stellt, will er ein Er­geb­nis von uns – wie das zu­stan­de kommt, wer das macht, ist ihm egal", sagt Rath­mann. Dar­über stim­men sich Rath­mann und Kle­ment in­tern ab.

Seit Jah­ren wächst die Zahl der Job-Sha­ring Ar­beits­ver­hält­nis­se in deut­schen Un­ter­neh­men. Prak­ti­zier­ten 2003 nach ei­ner Un­ter­su­chung des In­sti­tuts der deut­schen Wirt­schaft (IW) in Köln 9,1 Pro­zent Un­ter­neh­men Job-Sha­ring, wa­ren es 2009 schon 20,4 Pro­zent. Chris­tia­ne Flü­ter-Hoff­mann vom IW ist si­cher, dass die Zah­len für 2012 wei­ter ge­stie­gen sind. "Es ist im Prin­zip ja auch ei­ne klas­si­sche Win-Win-Si­tua­ti­on." Gu­te Job-Sha­ring-Teams sind of sehr pro­duk­tiv.

Grün­de für Job­sha­ring gibt es vie­le: Vor al­lem weib­li­che Be­schäf­tig­te wün­schen sich ge­rin­ge­re Ar­beits­zei­ten, zum Bei­spiel um Fa­mi­lie und Be­ruf bes­ser ver­ein­ba­ren zu kön­nen. Mög­lich ist aber auch, ei­nen Stel­len­um­fang von über 100 Pro­zent auf zwei oder mehr Mit­ar­bei­ter zu ver­tei­len. Die ge­setz­li­chen Grund­la­gen re­gelt das Teil­zeit- und Be­fris­tungs­ge­setz (Tz­B­fG) un­ter Pa­ra­graf 13: "Ar­beit­ge­ber und Ar­beit­neh­mer kön­nen ver­ein­ba­ren, dass meh­re­re Ar­beit­neh­mer sich die Ar­beits­zeit an ei­nem Ar­beits­platz tei­len." Ei­nen Rechts­an­spruch auf Job-Sha­ring gibt es je­doch nicht.

Sel­ten sind Job-Sha­ring-Stel­len aus­ge­schrie­ben. "Das pas­siert meis­tens auf Initia­ti­ve der Mit­ar­bei­ter", be­rich­tet Bar­ba­ra Sarx-Loh­se, Mit­be­grün­de­rin von Fl­ex­per­ten, ei­nem Job­por­tal für fle­xi­bles Ar­bei­ten. Ge­ra­de in klei­ne­ren Un­ter­neh­men ist die Skep­sis ge­gen­über der Ar­beits­platz­tei­lung groß, vor al­lem, was die in­ter­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on, aber auch hö­he­re So­zi­al­ab­ga­ben an­geht.

Auch San­dra Rath­mann und Su­san­ne Kle­ment muss­ten Über­zeu­gungs­ar­beit leis­ten: "Mit ei­ner Ge­halts­si­mu­la­ti­on konn­ten wir zei­gen, dass die Kos­ten für Ge­halt und So­zi­al­ab­ga­ben nur um rund 10 Pro­zent teu­rer sind als bei ei­ner Voll­zeit­stel­le", er­zählt Rath­mann. "Da­für ist un­se­re Stel­le im­mer be­setzt, egal ob mal ei­ne krank oder im Ur­laub ist."

Ein gu­tes hal­bes Jahr ha­ben die Bosch-Frau­en ihr Ar­beits­zeit­mo­dell ge­plant und über­ar­bei­tet, be­vor sie da­mit im Kon­zern auf Stel­len­su­che gin­gen. Da­bei ging es nicht nur dar­um, Ar­beits­zei­ten und Or­ga­ni­sa­to­ri­sches zu klä­ren. Viel wich­ti­ger war das per­sön­li­che Ken­nen­ler­nen und das ehr­li­che Ab­klä­ren von Grund­wer­ten un­ter­ein­an­der: "Wie lan­ge soll die­se Part­ner­schaft dau­ern?" und "Mit wel­chen Ge­halts­vor­stel­lun­gen geht man in die Ar­beits­ver­trags­ver­hand­lung?"

Auch die Ar­beits­markt­ex­per­tin­nen war­nen vor schnel­len Ent­schei­dun­gen beim Job-Sha­ring: "Die Che­mie zwi­schen den bei­den Spar­ring-Part­nern muss stim­men, das ist das A und O", sagt Flü­ter-Hoff­mann. Bei­de Part­ner müs­sen of­fen und ehr­lich mit­ein­an­der um­ge­hen und Kri­tik so­wohl aus­spre­chen als auch ein­ste­cken kön­nen.

Be­son­ders wich­tig ist bei Job-Sha­ring-Mo­del­len die Ver­tre­tungs­re­ge­lung. Was pas­siert, wenn ei­ner der bei­den Part­ner we­gen Krank­heit län­ger aus­fällt? So sind Job-Sha­rer laut Teil­zeit- und Be­fris­tungs­ge­setz "zur Ver­tre­tung ver­pflich­tet, wenn sie der Ver­tre­tung im Ein­zel­fall zu­ge­stimmt ha­ben." Ent­spre­chen­de Ver­ein­ba­run­gen soll­ten Job-Sha­rer un­be­dingt prü­fen, emp­fiehlt Flü­ter-Hoff­mann. Fehlt ei­ne ent­spre­chen­de Klau­sel, müs­sen sie das nicht ma­chen. Es sei denn, der Chef kann Über­stun­den an­ord­nen. "Am bes­ten geht man bei der Ar­beits­zeit­ver­ein­ba­rung nicht ganz ans Li­mit, so dass man even­tu­ell die Mög­lich­keit hat, vor­über­ge­hend auch et­was mehr zu ar­bei­ten."

Job-Sha­ring als Ar­beits­mo­dell wird sich wei­ter aus­brei­ten, da sind sich die Fach­frau­en si­cher. Der be­son­de­re Reiz des Teil­zeit­mo­dells: "Es ist ge­ra­de für hoch qua­li­fi­zier­te Jobs in­ter­es­sant", meint Sarx-Loh­se. Denn mit der Auf­tei­lung sind auch Füh­rungs­po­si­tio­nen, die ei­ne Voll­zeit­stel­le er­for­dern, mit re­du­zier­ter Ar­beits­zeit mög­lich. Bosch-Pro­jekt­lei­te­rin Rath­mann wä­re al­lei­ne an ei­ner Füh­rungs­auf­ga­be ge­schei­tert. Zu­sam­men mit Kle­ment übt sie jetzt trotz ih­rer drei Kin­der ei­nen Be­ruf in lei­ten­der Po­si­ti­on aus.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 15. Februar 2016

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Kontakt

Sie erreichen uns jeweils von Montag bis Freitag in der Zeit
von 09:00 bis 19:00 Uhr:

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Berlin

Lützowstraße 32
10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: berlin@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Frankfurt am Main

Schumannstraße 27
60325 Frankfurt am Main
Telefon: 069 - 71 03 30 04
Telefax: 069 - 71 03 30 05

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

E-Mail: frankfurt@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hamburg

Neuer Wall 10
20354 Hamburg
Telefon: 040 - 69 20 68 04
Telefax: 040 - 69 20 68 08

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Sebastian Schroeder
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: hamburg@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hannover

Georgstraße 38
30159 Hannover
Telefon: 0511 - 899 77 01
Telefax: 0511 - 899 77 02

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Nina Wesemann
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: hannover@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Köln

Hohenstaufenring 62
50674 Köln
Telefon: 0221 - 709 07 18
Telefax: 0221 - 709 07 31

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Thomas Becker

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

E-mail: koeln@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei München

Ludwigstraße 8
80539 München
Telefon: 089 - 21 56 88 63
Telefax: 089 -21 56 88 67

Ansprechpartner:
Rechts­an­wältin Nora Schu­bert

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt

E-Mail: muenchen@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Nürnberg

Zeltnerstraße 3
90443 Nürnberg
Telefon: 0911 - 953 32 07
Telefax: 0911 - 953 32 08

Ansprechpartner:
Rechts­an­wältin Nora Schu­bert

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: nuernberg@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Stuttgart

Königstraße 10c
70173 Stuttgart
Telefon: 0711 - 470 97 10
Telefax: 0711 - 470 97 96

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

E-Mail: stuttgart@hensche.de



 

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2016:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de

Presse Karriere Links A bis Z Sitemap Impressum
Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880