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13/155a Um­fra­ge: Nur je­der drit­te Be­trieb stellt Lang­zeit­ar­beits­lo­se ein

Jah­re­lang oh­ne Job - da kommt es schon vor, dass Un­ter­neh­mer Be­wer­bern die Ro­te Kar­te zei­gen: An­de­re Fir­men ha­ben da­ge­gen mit Lang­zeit­ar­beits­lo­sen durch­aus gu­te Er­fah­run­gen ge­macht

01.06.2013. (dpa) - Lang­zeit­ar­beits­lo­se sto­ßen nach Er­kennt­nis­sen von Ar­beits­markt­for­schern bei der Su­che nach ei­nem Job im­mer noch auf Vor­be­hal­te.

Nur je­der drit­te Be­trieb sei be­reit, Män­ner und Frau­en ein­zu­stel­len, die län­ger als ein paar Mo­na­te ar­beits­los wa­ren, er­gab ei­ne am Frei­tag ver­öf­fent­lich­te Um­fra­ge des In­sti­tuts für Ar­beits­markt- und Be­rufs­for­schung (IAB).

23 Pro­zent be­rück­sich­tig­ten in der Re­gel nur Job­su­cher, die al­len­falls we­ni­ge Mo­na­te kei­ne Ar­beit hat­ten.

16 Pro­zent der be­frag­ten Per­so­nal­chefs lehn­ten die An­stel­lung von Er­werbs­lo­sen so­gar grund­sätz­lich ab. Zehn Pro­zent hat­ten da­zu kei­ne An­ga­ben ge­macht.

Gu­te Chan­cen hät­ten Lang­zeit­ar­beits­lo­se vor al­lem bei Fir­men, die be­reits über Er­fah­rung mit die­ser Er­werbs­lo­sen­grup­pe ver­füg­ten, stell­ten die Ar­beits­markt­for­scher fest. Von die­sen spre­chen sich le­dig­lich zwölf Pro­zent ge­ne­rell ge­gen ei­ne Be­schäf­ti­gung von Er­werbs­lo­sen aus; bei Fir­men, die kei­ne Er­fah­rung mit Lang­zeit­ar­beits­lo­sen ha­ben, lie­ge die­ser An­teil da­ge­gen knapp dop­pelt so hoch.

Um­ge­kehrt wol­len 42 Pro­zent der Fir­men, die be­reits frü­her Lang­zeit­zeit­ar­beits­lo­se ein­ge­stellt hat­ten, dies auch in Zu­kunft tun. Bei Fir­men oh­ne Er­fah­rung liegt der ent­spre­chen­de An­teil der IAB-Um­fra­ge zu­fol­ge le­dig­lich bei 33 Pro­zent.

Auch nei­gen Be­trie­be, die frü­her schon ein­mal freie Stel­len mit Lang­zeit­ar­beits­lo­sen be­setzt hat­ten, der Um­fra­ge zu­fol­ge zu teils deut­lich po­si­ti­ve­ren Ur­tei­len über die­se Er­werbs­lo­sen­grup­pe als dies bei Fir­men oh­ne ent­spre­chen­de Er­fah­rung der Fall ist.

So hal­ten 51 Pro­zent der Fir­men mit Lang­zeit­ar­beits­lo­sen im Be­trieb die­se Be­schäf­tig­ten­grup­pe für "sehr gut" oder "gut" mo­ti­viert, 31 Pro­zent für sehr be­last­bar, 34 Pro­zent für fach­lich qua­li­fi­ziert, 48 Pro­zent für aus­ge­spro­chen zu­ver­läs­sig. Die Ur­tei­le von Fir­men oh­ne Er­fah­rung mit Lang­zeit­ar­beits­lo­sen fal­len da­ge­gen deut­li­cher ne­ga­ti­ver aus.

Die un­ter­schied­li­chen Be­wer­tun­gen könn­ten nach Ein­schät­zung der Ar­beits­markt­for­scher auf "In­for­ma­ti­ons­de­fi­zi­te" man­cher Un­ter­neh­men hin­deu­ten. Al­ler­dings kön­ne es auch an­de­re Grün­de ge­be, dass Un­ter­neh­men Be­wer­ber aus ei­ner un­ge­kün­dig­ten Po­si­ti­on oder nach nur kur­zer Ar­beits­lo­sig­keit Lang­zeit­ar­beits­lo­sen vor­zö­gen.

Um die Chan­cen von Lang­zeit­ar­beits­lo­sen zu ver­bes­sern, spre­chen sich die For­scher für ei­ne bes­se­re Be­treu­ung die­ser Grup­pe aus. Das für Hartz IV zu­stän­di­ge Vor­stands­mit­glied der Bun­des­agen­tur für Ar­beit, Hein­rich Alt, ap­pel­lier­te am Don­ners­tag an Un­ter­neh­men, "ih­re Be­den­ken bei­sei­te­zu­schie­ben und Lang­zeit­ar­beits­lo­sen ei­ne Chan­ce zu ge­ben." Vie­le von ih­nen ver­dien­ten ei­ne zwei­te Chan­ce.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 5. April 2014

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