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Um­fra­ge: Vie­le Un­ter­neh­mer küm­mern sich zu spät um Nach­fol­ger

10.000 Un­ter­neh­men im Land, so schät­zen die Kam­mern, brau­chen in den nächs­ten Jah­ren ei­nen Nach­fol­ger an der Spit­ze, weil der In­ha­ber in Ren­te geht: Nicht we­ni­ge Un­ter­neh­mer schie­ben den Ge­dan­ken dar­an vor sich her - ein Feh­ler, wie Wirt­schafts- und Ban­ken­ver­tre­ter sa­gen.

07.06.2016. (dpa) - Vie­le Un­ter­neh­mer in Meck­len­burg-Vor­pom­mern be­gin­nen ei­ner Stu­die zu­fol­ge zu spät mit der Su­che nach ei­nem Nach­fol­ger an der Fir­men­spit­ze.

Rund ein Drit­tel der Be­triebs­in­ha­ber im Al­ter von über 60 Jah­ren ha­be kei­ne kla­re Über­ga­be­per­spek­ti­ve, sag­te Man­ja Jo­nas von der Bürg­schafts­bank Meck­len­burg-Vor­pom­mern am Mon­tag in Schwe­rin bei der Vor­stel­lung ei­ner Um­fra­ge un­ter mehr als 800 Un­ter­neh­mern.

Da­bei wünsch­ten vie­le Fir­men­in­ha­ber über 60 ei­ne Über­ga­be der Fir­men­lei­tung in den nächs­ten ein bis drei Jah­ren.

Für ei­nen ge­re­gel­ten Über­ga­be­pro­zess müss­ten fünf Jah­re ein­ge­plant wer­den, sag­te Jo­nas. Die Dau­er und die er­for­der­li­che De­tail­pla­nung wür­den häu­fig un­ter­schätzt. Schwie­rig­kei­ten, über­haupt ei­ne ge­eig­ne­te Nach­fol­ge zu fin­den, hät­ten vor al­lem Klein- und Kleinst­un­ter­neh­men mit we­ni­ger als zehn Mit­ar­bei­tern. Aber auch In­ha­ber grö­ße­rer Fir­men stün­den bei der Su­che in Kon­kur­renz mit at­trak­ti­ven Job­an­ge­bo­ten. Da die Wirt­schafts- und Ar­beits­markt­la­ge in Deutsch­land po­si­tiv sei, zie­he man­cher po­ten­zi­el­le Über­nah­me­kan­di­dat ei­ne gut be­zahl­te An­stel­lung oh­ne un­ter­neh­me­ri­sches Ri­si­ko vor.

Doch selbst wenn ein ge­eig­ne­ter Nach­fol­ger ge­fun­den ist, kann es dau­ern, bis die Über­ga­be wirk­lich per­fekt ist, wie Bürg­schafts­bank-Ge­schäfts­füh­rer Tho­mas Drews be­rich­te­te. Er schil­der­te ei­nen Fall aus der Bau­bran­che: Dem jun­gen Nach­fol­ger fehl­ten ei­ni­ge Be­rech­ti­gun­gen, die er erst noch er­wer­ben muss­te. Der Alt-Un­ter­neh­mer ha­be sich schließ­lich be­reit er­klärt, län­ger als ei­gent­lich ge­plant in der Fir­ma zu blei­ben, so dass die Sa­che gut aus­ge­gan­gen sei.

Der Ge­schäfts­füh­rer der IHK Neu­bran­den­burg, Tors­ten Haasch, ap­pel­lier­te an die Un­ter­neh­mer, ei­nen "Not­fall­kof­fer" mit wich­ti­gen In­for­ma­tio­nen zur Wei­ter­füh­rung der Fir­ma be­reit­zu­stel­len. Mit zu­neh­men­dem Al­ter stei­ge die Wahr­schein­lich­keit, von ei­nem Tag auf den an­de­ren nicht als Chef zur Ver­fü­gung zu ste­hen, sag­te er.

Nach Wor­ten des Ge­schäfts­füh­rers der IHK zu Schwe­rin, Sieg­bert Ei­se­nach, ist es bei der Nach­fol­ger-Su­che sinn­voll, über die Hei­mat­re­gi­on und die Lan­des­gren­zen hin­aus zu schau­en. Hilf­reich sei­en da­bei Kon­takt­bör­sen im In­ter­net, wie die Nexxt-Chan­ge-Da­ten­bank (www.nexxt-chan­ge.org). Dort kön­nen Alt-In­ha­ber und Nach­fol­ge-In­ter­es­sen­ten zu­ein­an­der fin­den. Ak­tu­ell sind dort 8200 Ver­kaufs­an­ge­bo­te und 3000 Kauf­ge­su­che für Un­ter­neh­men von der Dach­de­cker­fir­ma bis zum Ma­schi­nen- und An­la­gen­bau auf­ge­lis­tet.

Man­ja Jo­nas und Knut Jahn­ke be­treu­en die En­de 2015 ins Le­ben ge­ru­fe­ne zen­tra­le Ko­or­di­nie­rungs­stel­le für die Un­ter­neh­mens­nach­fol­ge in Meck­len­burg-Vor­pom­mern. Ers­ter Schritt war die Um­fra­ge, de­ren Er­geb­nis­se bei Ver­an­stal­tun­gen der Kam­mern in nächs­ter Zeit über­all im Land er­läu­tert wer­den sol­len. An­schlie­ßend soll die Stel­le ein Netz­werk zur Be­ra­tung auf­bau­en. Jahn­ke ver­deut­lich­te die Di­men­sio­nen: In den Fir­men, die bis 2025 in Meck­len­burg-Vor­pom­mern in neue Hän­de ge­legt wer­den müs­sen, ge­he es um knapp 200.000 Ar­beits­plät­ze, sag­te er.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 31. August 2016

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