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Uni­on und SPD wol­len fes­te Frau­en­quo­te in Auf­sichts­rä­ten

Quo­te be­schlos­sen, an­de­re strit­ti­ge The­men ver­tagt: Uni­on und SPD ei­ni­gen sich auf ei­nen fes­ten Frau­en­an­teil in Auf­sichts­rä­ten: Beim Be­treu­ungs­geld und dem Ad­op­ti­ons­recht für ho­mo­se­xu­el­le Paa­re lie­gen die Par­tei­en im­mer noch mei­len­weit aus­ein­an­der

18.11.2013. (dpa) - Uni­on und SPD ha­ben sich in ih­ren Ko­ali­ti­ons­ver­hand­lun­gen auf ei­ne ge­setz­lich Quo­te für Frau­en in den Füh­rungs­eta­gen der Wirt­schaft ge­ei­nigt.

Nach dem Wil­len der Un­ter­händ­ler in der Ar­beits­grup­pe Fa­mi­lie sol­len in Auf­sichts­rä­ten bör­sen­no­tier­ter Un­ter­neh­men, die ab dem Jahr 2016 neu be­setzt wer­den, min­des­tens 30 Pro­zent Frau­en ver­tre­ten sein.

Dar­über hin­aus müs­sen gro­ße Un­ter­neh­men ab 2015 ei­ge­ne ver­bind­li­che Zie­le für die Er­hö­hung des Frau­en­an­teils in Auf­sichts­rat, Vor­stand und den obers­ten Ma­nage­ment-Ebe­nen de­fi­nie­ren und ver­öf­fent­li­chen.

Au­ßer­dem ver­stän­dig­te sich die AG Fa­mi­lie am spä­ten Sonn­tag­abend auf ei­nen Rechts­an­spruch für ei­ne zehn­tä­gi­ge Fa­mi­li­en­pfle­ge­zeit und auf ein "El­tern­geld Plus", das die Kom­bi­na­ti­on von El­tern­geld­be­zug mit ei­ner Teil­zeit­ar­beit ver­bes­sern soll. Kei­ne Ei­ni­gung gab es hin­ge­gen bei den strit­ti­gen The­men Be­treu­ungs­geld und Ad­op­ti­ons­recht für ho­mo­se­xu­el­le Paa­re. Die The­men der Ar­beits­grup­pe sol­len am Diens­tag in der gro­ßen Run­de be­spro­chen wer­den.

SPD-Ver­hand­lungs­lei­te­rin, Par­tei­vi­ze Ma­nue­la Schwe­sig, nann­te die Quo­ten-Ei­ni­gung ein wich­ti­ges Si­gnal, um die Auf­stiegs­chan­cen von Frau­en zu ver­bes­sern und für mehr Ge­rech­tig­keit auf dem Ar­beits­markt zu sor­gen. Die Po­si­ti­on der SPD, das Be­treu­ungs­geld für Qua­li­täts­ver­bes­se­run­gen für Ki­tas zu ver­wen­den, ha­be da­ge­gen kei­ne Zu­stim­mung der Uni­on ge­fun­den. "Das Be­treu­ungs­geld ist wei­ter strit­tig. Fakt ist, dass die Mehr­zahl der Län­der das Geld lie­ber in den Aus­bau und die Qua­li­tät der Kin­der­be­treu­ung in­ves­tie­ren wür­de."

Die SPD hat­te zu­letzt vor­ge­schla­gen, den An­teil weib­li­cher Füh­rungs­kräf­te in Auf­sichts­rä­ten stu­fen­wei­se auf bis zu 40 Pro­zent im Jahr 2021 zu er­hö­hen. Die Uni­on war zu­nächst ge­gen ei­ne star­re Quo­te, hat­te dann aber bei den Auf­sichts­rä­ten Kom­pro­miss­be­reit­schaft ge­zeigt. Uni­ons-Ver­hand­lungs­lei­te­rin An­net­te Wid­mann-Mauz (CDU) sprach am Sonn­tag von ei­nem "Kul­tur­wan­del im In­ne­ren der Un­ter­neh­men". Die Uni­on ha­be aber auch im­mer deut­lich ge­macht, dass ei­ne star­re Quo­te für Vor­stän­de we­der sinn­voll noch ver­fas­sungs­recht­lich mög­lich sei. "Ich freue mich des­halb, dass wir mit der SPD zu ei­ner ver­nünf­ti­gen Re­ge­lung im Sin­ne der Frau­en ge­kom­men sind."

In den Füh­rungs­po­si­tio­nen der gro­ßen Un­ter­neh­men in Deutsch­land sind Frau­en bis­lang ei­ne Min­der­heit. Zwölf Jah­re nach der Selbst­ver­pflich­tung der Wirt­schaft, mehr Frau­en in Auf­sichts­rä­te und Vor­stän­de zu be­ru­fen, lag ihr An­teil im Sep­tem­ber 2013 bei 11,7 Pro­zent.

Die Fa­mi­li­en­po­li­ti­ker von Uni­on und SPD wol­len au­ßer­dem Ar­beit­neh­mern, die An­ge­hö­ri­ge pfle­gen, künf­tig ei­ne zehn­tä­gi­ge Aus­zeit zu­ge­ste­hen, in der sie wei­ter be­zahlt wer­den. Sol­che Re­ge­lun­gen gibt es bis­lang nur für El­tern, die ein kran­kes Kind be­treu­en.

Das "El­tern­geld Plus" soll El­tern für die Dau­er von bis zu 28 Mo­na­ten ei­ne In­an­spruch­nah­me des El­tern­gel­des in Kom­bi­na­ti­on mit ei­ner Teil­zeit­tä­tig­keit er­mög­li­chen. Ziel ist, den Wie­der­ein­stieg in den Be­ruf er­leich­tern. Auch soll ein Part­ner­schafts­bo­nus in Hö­he von et­wa zehn Pro­zent des El­tern­gel­des ge­schaf­fen wer­den, den al­le El­tern­geld­be­zie­her er­hal­ten, die bei­de par­al­lel 25-30 Wo­chen­stun­den ar­bei­ten.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 9. Dezember 2015

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