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Uni­on und SPD wol­len Löh­ne von Frau­en und Män­nern an­glei­chen

Uni­on und SPD wol­len den gro­ßen Lohn­un­ter­schie­den zwi­schen den Ge­schlech­tern ein En­de be­rei­ten: Ver­bind­li­che Re­geln sol­len Fir­men ver­pflich­ten, Ent­gelt­un­ter­schie­de of­fen­zu­le­gen und Un­ge­rech­tig­kei­ten aus­zu­räu­men. Oh­ne ko­ope­ra­ti­ve Ta­rif­part­ner wird das kaum ge­hen

09.11.2013. (dpa) - Uni­on und SPD wol­len in ei­ner gro­ßen Ko­ali­ti­on die Lohn­un­ter­schie­de zwi­schen Frau­en und Män­nern ab­bau­en.

Die Un­ter­händ­ler der Ar­beits­grup­pe Frau­en und Fa­mi­lie ver­stän­dig­ten sich in der Nacht zu Sams­tag auf ge­setz­li­che Re­ge­lun­gen, um ei­ne Ent­gelt­gleich­heit durch­zu­set­zen.

Der St­un­den­ver­dienst von Frau­en in Deutsch­land war im ver­gan­ge­nen Jahr laut Sta­tis­ti­schem Bun­des­amt im Schnitt 22 Pro­zent nied­ri­ger als der von Män­nern.

Den Plä­nen von Uni­on und SPD zu­fol­ge sol­len Ar­beit­neh­mer künf­tig ei­nen in­di­vi­du­el­len An­spruch auf Aus­künf­te über Ge­halts­un­ter­schie­de ein­ge­räumt be­kom­men. Die Ta­rif­part­ner sol­len im Fal­le ei­ner gro­ßen Ko­ali­ti­on zum Ab­bau von Loh­nun­ge­rech­tig­kei­ten zwi­schen Mann und Frau per Ge­setz ver­pflich­tet wer­den. Die Ta­rif­kom­mis­sio­nen müs­sen aus­ge­wo­gen mit Män­nern und Frau­en be­setzt sein.

Un­ter­neh­men, die der Mit­be­stim­mung un­ter­lie­gen, so­wie der öf­fent­li­che Dienst sol­len an­ony­mi­sier­te Ent­gelt­be­rich­te in­tern ver­öf­fent­li­chen - nicht auf frei­wil­li­ger, son­dern auf ver­pflich­ten­der Grund­la­ge. Au­ßer­dem pla­nen Uni­on und SPD, ei­ne Do­ku­men­ta­ti­ons­pflicht über die Be­mü­hun­gen zur Ent­gelt­gleich­heit in Ta­rif­ver­hand­lun­gen ein­zu­füh­ren.

Mit den Ta­rif­part­nern will die Po­li­tik au­ßer­dem Be­rufs­fel­der so­wie die Be­wer­tung von Fä­hig­kei­ten, Er­fah­run­gen und Kom­pe­ten­zen neu de­fi­nie­ren. Ziel soll sein, un­ter an­de­rem die Ar­beit in Pfle­ge, Be­treu­ung und früh­kind­li­cher Bil­dung wei­ter auf­zu­wer­ten - auch in der Be­zah­lung.

SPD-Vi­ze Ma­nue­la Schwe­sig sprach von ei­nem "Mei­len­stein" für die Gleich­stel­lung in der Ar­beits­welt. "Frau­en ver­die­nen im Durch­schnitt fast ein Vier­tel we­ni­ger als Män­ner. Es ist höchs­te Zeit, die­se Un­ge­rech­tig­keit zu be­en­den." Uni­ons-Ver­hand­lungs­füh­re­rin An­net­te Wid­mann-Mauz (CDU) be­ton­te, ty­pi­sche Frau­en­be­ru­fe sei­en noch im­mer schlecht be­zahlt. Um dies zu än­dern, "müs­sen wir ge­mein­sam mit den Ta­rif­par­tei­en zu ei­ner Neu­be­wer­tung die­ser ty­pi­schen Frau­en­be­ru­fe kom­men", sag­te sie der dpa. Die künf­ti­ge Trans­pa­renz­pflicht für gro­ße Un­ter­neh­men schaf­fe die Grund­la­ge da­für, dass in der Wirt­schaft kon­kre­te Schrit­te zur Ent­gelt­gleich­heit ge­gan­gen wer­den.

Hin­ter­grund der Ver­dienst­un­ter­schie­de ist vor al­lem, dass Frau­en und Män­ner oft in un­ter­schied­li­chen Bran­chen tä­tig sind und Män­ner häu­fi­ger bes­ser be­zahl­te Füh­rungs­po­si­tio­nen aus­üben. Frau­en ha­ben öf­ter als Män­ner Teil­zeit­jobs und sind ge­ring­fü­gig be­schäf­tigt. Wenn man sol­che "ar­beits­platz­re­le­van­ten Merk­ma­le" aus­blen­det, ist die Dif­fe­renz klei­ner. Bei ver­gleich­ba­rer Qua­li­fi­ka­ti­on und Tä­tig­keit ver­dien­ten Frau­en laut Sta­tis­ti­schem Bun­des­amt im ver­gan­ge­nen Jahr pro St­un­de durch­schnitt­lich sie­ben Pro­zent we­ni­ger als Män­ner.

Auf die Lü­cke in den Ge­häl­tern zwi­schen Mann und Frau macht in Deutsch­land seit 2008 der Ver­ein Busi­ness and Pro­fes­sio­nal Wo­men (BPW) mit dem "Equal Pay Day" auf­merk­sam. Das Da­tum des Ak­ti­ons­tags soll den Zeit­raum ver­deut­li­chen, den Frau­en über das Jah­res­en­de hin­aus ar­bei­ten müs­sen, um auf das Vor­jah­res­ge­halt ih­rer Kol­le­gen zu kom­men. 2014 fin­det der Equal Pay Day am 21. März statt.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 18. November 2015

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