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Ur­laub statt Lohn­er­hö­hung

Mehr als die Hälf­te der Be­schäf­tig­ten der Deut­schen Bahn hat sich für mehr Ur­laubs­ta­ge und ge­gen ei­ne Ge­halts­er­hö­hung ent­schie­den.
Bahnhof, Zug, Versetzung

10.07.2017. (dpa/wie) - So­wohl die Ei­sen­bahn- und Ver­kehrs­ge­werk­schaft (EVG) als auch die Ge­werk­schaft deut­scher Lo­ko­mo­tiv­füh­rer (GdL) ha­ben sich mit der Deut­schen Bahn (DB) be­reits im De­zem­ber 2016 bzw. März 2017 auf neue Ta­rif­ver­trä­ge für die Be­schäf­tig­ten ge­ei­nigt (wir be­rich­te­ten in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 16/380 Ei­ni­gung in Bahn-Ta­rif­run­de - Warn­streiks vom Tisch).

Durch die­se Ver­trä­ge hat­ten die An­ge­stell­ten der Deut­schen Bahn die Mög­lich­keit, sich bis En­de Ju­ni zwi­schen ei­ner Ge­halts­er­hö­hung von 2,62 Pro­zent und sechs zu­sätz­li­chen Ur­laubs­ta­gen ab Ja­nu­ar 2018 zu ent­schei­den. Nur 41 Pro­zent wähl­ten die ers­te Op­ti­on. Der Groß­teil (56 Pro­zent) ent­schied sich für den zu­sätz­li­chen Ur­laub. Die rest­li­chen drei Pro­zent der rund 130.000 Mit­ar­bei­ter wähl­ten ei­ne kür­ze­re Wo­chen­ar­beits­zeit.

Laut Re­gi­na Rusch-Ziem­ba, stell­ver­tre­ten­de EVG-Vor­sit­zen­de müs­se die Deut­sche Bahn nun 3.000 neue Mit­ar­bei­ter ein­stel­len, um mög­li­che Per­so­nal­eng­päs­se durch die zu­sätz­li­chen Ur­laubs­ta­ge auf­zu­fan­gen.

Die Lei­te­rin Be­schäf­ti­gungs­be­din­gun­gen bei der Bahn, Si­grid Heu­dorf, er­klär­te, dass die ein­zel­nen Be­trie­be erst ein­mal auf die Not­wen­dig­keit von Neu­ein­stel­lun­gen un­ter­sucht wer­den müss­ten. "Wir wer­den selbst­ver­ständ­lich dort, wo er­for­der­lich, zu­sätz­li­che Mit­ar­bei­ter ein­stel­len", er­gänz­te sie.

Für Rusch-Ziem­ba ist das Vo­tum der Be­schäf­tig­ten "ei­ne deut­li­che Ent­schei­dung für mehr freie selbst­be­stimm­te Zeit". Für die An­ge­stell­ten sei nicht im­mer mehr Geld das Rich­ti­ge. Dem­ent­spre­chend hät­ten sie auch ge­wählt.

Die mit der grö­ße­ren EVG kon­kur­rie­ren­de GdL hat­te sich im März die­sen Jah­res mit der Deut­schen Bahn auf ei­nen Ta­rif­ab­schluss ge­ei­nigt, der sich an je­nem, zwi­schen der EVG und der DB ori­en­tier­te.


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Letzte Überarbeitung: 10. Juli 2017

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