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Der Chef kommt mit an den Strand

Fast je­der zwei­te Deut­sche ar­bei­tet im Ur­laub und in der Frei­zeit: Re­prä­sen­ta­ti­ve Um­fra­ge des Ur­laub­s­por­tals last­mi­nu­te.de "Der Ur­laubs­ar­bei­ter Re­port 2012"

05.08.2012. Ur­laub ist zur Er­ho­lung da. Da­her schreibt § 3 Bun­des­ur­laubs­ge­setz (BUrlG) ei­ne Min­dest­dau­er von 24 Werk­ta­gen Ur­laub jähr­lich vor. Ar­beit­neh­mer wer­den in die­ser Zeit un­ter Fort­zah­lung ih­res Ar­beits­ent­gel­tes frei­ge­stellt, um wie­der Kraft tan­ken zu kön­nen für den Ar­beits­all­tag.

Ei­ne kla­re Tren­nung von Ar­beit und Frei­zeit ist da­her not­wen­dig, da­mit der Ur­laub wirk­lich zur Er­ho­lung ge­nutzt wer­den kann. Dass die­ses Ziel manch­mal fer­ner liegt als die schöns­te Fe­ri­en­in­sel auf den Ma­le­di­ven, zeigt vor kur­zem von dem Ur­laub­s­por­tal last­mi­nu­te.de ver­öf­fent­lich­te re­prä­sen­ta­ti­ve Um­fra­ge.

An­schei­nend gibt es ei­nen neu­en Trend hin zum „Ur­laubs­ar­bei­ter“. Nach die­ser Per­so­nen­grup­pe hat last­mi­nu­te.de auch ihr ak­tu­el­les Um­fra­ge­er­geb­nis be­nannt. Für den „Ur­laubs­ar­bei­ter Re­port 2012“ wur­den näm­lich über 10.000 Er­wach­se­ne in neun eu­ro­päi­schen Län­dern be­fragt.

Das Er­geb­nis der Um­fra­ge ist er­staun­lich: Fast je­der zwei­te An­ge­stell­te in Deutsch­land (45 Pro­zent) be­schäf­tigt sich wäh­rend des Ur­laubs und in sei­ner Frei­zeit mit der Ar­beit. Die Zahl der Ur­laubs­ar­bei­ter im Ver­gleich zum Vor­jahr al­ler­dings leicht ge­sun­ken, denn im Jahr 2011 wa­ren es noch 53 Pro­zent.

Wenn am Strand als Ers­tes der Lap­top aus­ge­packt wird, wenn das Ur­laubs­ho­tel da­nach aus­ge­wählt wird, ob es ei­nen W-LAN-Zu­gang hat und wenn das zu­läs­si­ge Ge­samt­ge­wicht des Rei­se­ge­päcks we­gen der vie­len Ak­ten und Pa­pie­re über­schrit­ten wird, die mit an den Traum­strand müs­sen, dann be­steht Hand­lungs­be­darf.

Im­mer­hin liegt der Durch­schnitt der "Ur­laubs­ar­bei­ter" auf eu­ro­päi­scher Ebe­ne bei 58 Pro­zent. Deutsch­land liegt mit sei­nen 45 Pro­zent al­so dar­un­ter. Ita­lie­nern und Iren füh­ren das Ran­king der Ur­laubs­ar­bei­ter mit 75 Pro­zent an. Es fol­gen die Spa­nier mit 66 Pro­zent.

Es fragt sich, wo­her die­ses über­höh­te Maß an Ar­beits­be­reit­schaft kommt - ha­ben es die Eu­ro­pä­er ver­lernt ab­zu­schal­ten? Soll­ten die Un­ter­neh­men künf­tig Coa­ches für au­to­ge­nes Trai­ning und an­de­re Ent­span­nungs­tech­ni­ken durch die Werk­to­re schleu­sen, da­mit die­se ih­ren Mit­ar­bei­tern bei­brin­gen, wie sie end­lich mal zur Ru­he kom­men kön­nen?

Weit ge­fehlt: Die Um­fra­ge hat auch er­ge­ben, dass 47 Pro­zent der Chefs er­war­ten, dass sie in ih­rer Frei­zeit er­reich­bar sind. Auch hier füh­ren die Ita­lie­ner (74 Pro­zent), Spa­nier (63 Pro­zent) und Iren (60 Pro­zent) das Feld an. Bei den Deut­schen liegt ih­re Zahl bei 36 Pro­zent. Die schlech­te Nach­richt: Im Ver­gleich zum Vor­jahr ist sie um 12 Pro­zent ge­stie­gen, im Jah­re 2011 wa­ren es noch 24 Pro­zent.

Da­bei ist es der Chef nicht die al­lei­ni­ge Ur­sa­che we­gen der die Deut­schen den Ur­laub Ur­laub sein las­sen und so oft es geht in ihr „vir­tu­el­les Of­fice“ zu­rück­keh­ren. 35 Pro­zent be­grün­den ih­ren (über­trie­be­nen) Ei­fer mit (falsch ver­stan­de­nem) Ver­ant­wor­tungs­ge­fühl, 33 Pro­zent mit spon­tan auf­kom­men­den Pro­jek­ten (die frei­lich kei­nen Ur­laub ma­chen) und 28 Pro­zent da­mit, dass ein­fach viel zu tun sei, was sonst lie­gen blie­be. Auch die Angst vor dem Ver­lust des Ar­beits­plat­zes spielt hier ei­ne Rol­le: 14 Pro­zent der Spa­nier und 10 Pro­zent der Iren und Deut­schen ga­ben an, im Ur­laub zu ar­bei­ten, da sie be­fürch­ten an­sons­ten ih­ren Job zu ver­lie­ren.

Fa­zit: Wer ar­bei­tet, kann sich auch am schöns­ten Fe­ri­en­ort nicht er­ho­len. Füh­rungs­kräf­te soll­ten da­her dar­auf be­ste­hen, dass Ar­beit­neh­mer ihr Dienst­te­le­fon und ih­re Dienst­lap­top zu Hau­se las­sen. Denn nur wer sei­ne Ge­rä­te ab­ge­schal­tet hat, kann auch selbst ab­schal­ten. Und na­tür­lich soll­te es ta­bu sein, Mit­ar­bei­ter zu kon­tak­tie­ren, wenn sie sich in der Son­ne aa­len.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 30. September 2016

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