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Mehr Ur­laub oder mehr Geld? EVG will Wahl­mög­lich­kei­ten für Bah­ner

Vor­erst noch oh­ne Streik­ge­tö­se be­gin­nen die nächs­ten Ta­rif­ver­hand­lun­gen bei der Deut­schen Bahn: Er­neut rin­gen die Ge­werk­schaf­ten EVG und GDL ge­trennt um mehr Geld und bes­se­re Be­din­gun­gen für ih­re Mit­glie­der

15.10.2016. (dpa) - Nach den Lok­füh­rern steigt an die­sem Mon­tag (17. Ok­to­ber) auch die Ei­sen­bahn- und Ver­kehrs­ge­werk­schaft (EVG) in die par­al­le­len Ta­rif­ver­hand­lun­gen mit der Deut­schen Bahn ein.

Für rund 100.000 Be­schäf­tig­te will EVG-Ver­hand­lungs­füh­re­rin Re­gi­na Rusch-Ziem­ba deut­lich mehr Geld und Frei­zeit her­aus­ho­len.

In dem oh­ne­hin schon kom­ple­xen Ta­rif­ge­flecht will die Ge­werk­schaft neu­ar­ti­ge Wahl­mög­lich­kei­ten für die ein­zel­nen Be­schäf­tig­ten ver­an­kern.

Sie sol­len sich aus­su­chen kön­nen, ob sie mehr Geld, mehr Ur­laub oder ei­ne kür­ze­re Wo­chen­ar­beits­zeit ha­ben wol­len.

Nach den Be­rech­nun­gen der EVG-Ta­rif­kom­mis­si­on ent­spre­chen 2,5 Pro­zent mehr Geld ei­ner Wo­chen­ar­beits­stun­de oder sechs zu­sätz­li­chen frei­en Ta­gen im Jahr. "Bei un­se­rer Mit­glie­der­be­fra­gung gab es in et­wa drei gleich star­ke Grup­pen für je­de die­ser Mög­lich­kei­ten", sagt Rusch-Ziem­ba. Um nie­man­den zu ent­täu­schen, sol­le da­her nun die­se Wahl­mög­lich­keit er­öff­net wer­den. "Da­mit schrei­ben wir Ta­rif­ge­schich­te", sag­te die Ge­werk­schaf­te­rin. Mit Schwie­rig­kei­ten bei der be­trieb­li­chen Um­set­zung rech­ne sie nicht.

Zu­sam­men mit der So­ckel­for­de­rung nach 4,5 Pro­zent er­gibt sich bei der EVG ein Ge­samt­vo­lu­men von 7 Pro­zent mehr Geld. Auch die kon­kur­rie­ren­de Lok­füh­rer­ge­werk­schaft GDL liegt nach Be­rech­nun­gen der Bahn weit ober­halb von 6 Pro­zent. "Ei­nen Über­bie­tungs­wett­be­werb kann ich nicht er­ken­nen. Das ist kei­ne ab­ge­ho­be­ne For­de­rung", ver­tei­dig­te Rusch-Ziem­ba den EVG-Be­schluss.

Wie schon im ver­gan­ge­nen Jahr muss die Bahn mit den bei­den kon­kur­rie­ren­den Ge­werk­schaf­ten je­weils se­pa­ra­te Ver­hand­lun­gen füh­ren, wo­bei die GDL auf das Zug­per­so­nal be­schränkt ist, die EVG hin­ge­gen sämt­li­che Be­schäf­tig­ten­grup­pen bei der Bahn ver­tritt. Er­klär­tes Ziel von Bahn-Per­so­nal­vor­stand Ul­rich We­ber ist der Ab­schluss in­halts­glei­cher Ta­rif­ver­trä­ge, die er aber in ge­trenn­ten Ver­hand­lun­gen er­rei­chen muss. EVG-Ver­hand­lungs­füh­re­rin Rusch-Ziem­ba wies die Ver­ant­wor­tung da­für der GDL zu. Die Lok­füh­rer un­ter der Füh­rung von Claus We­sels­ky näh­men ein­fach nicht an Drei­er-Ge­sprä­chen teil, sag­te sie.

Die GDL hat be­reits am ver­gan­ge­nen Mon­tag ih­re Ver­hand­lun­gen mit der Bahn auf­ge­nom­men. Sie ver­langt 4 Pro­zent mehr Geld so­wie Ar­beits­zei­t­ent­las­tun­gen. Der letz­te Ta­rif­kon­flikt bei der Bahn liegt 15 Mo­na­te zu­rück. Es war der här­tes­te in der Ge­schich­te des Staats­kon­zerns, denn die Lok­füh­rer leg­ten neun Mal die Ar­beit nie­der. Die EVG hat­te nicht ge­streikt.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 7. Dezember 2016

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