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Ur­laub nach Krank­heit

Ur­laubs­an­spruch bei lan­ger Krank­heit kann nach 18 Mo­na­ten ver­fal­len: Schluss­an­trä­ge der Ge­ne­ral­an­wäl­tin Trs­ten­jak vom 07.07.2011, Rs. C-214/10 (Schul­te gg. KHS)

24.08.2011. Ar­beit­neh­mer, die über Jah­re hin­weg krank sind, ver­lie­ren seit dem Ur­teil des Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hofs (EuGH) in Sa­chen Schultz-Hoff (Ur­teil vom 20.01.2009, C-350/06) ih­ren Ur­laubs­an­spruch nicht für die Zeit der Er­kran­kung. Bei lan­ger Krank­heit wach­sen Ur­laubs­an­spruch und Ur­laubs­ab­gel­tungs­an­spruch da­her im­mer wei­ter an.

An sich schön, aber für vie­le Ar­beit­ge­ber zu teu­er, die da­her über ei­ne krank­heits­be­ding­te Kün­di­gung nach­den­ken, d.h. es wird ein un­ge­woll­ter An­reiz zur Kün­di­gung ge­schaf­fen. Au­ßer­dem kann der Ur­laubs­zweck der Er­ho­lung nicht gren­zen­los auf­ge­scho­ben wer­den.

For­dert das EU-Recht, d.h. Art.7 der Richt­li­nie 2003/78/EG aber wirk­lich ein un­be­grenz­tes An­wach­sen des Ur­laubs­an­spruchs bei Krank­heit? Nach fünf Jah­ren Krank­heit wür­de das zu 20 Wo­chen Rest­ur­laub füh­ren.

Die Ge­ne­ral­an­wäl­tin beim EuGH Trs­ten­jak meint in ih­ren Schluss­an­trä­gen vom 07.07.2011 im Fall Schul­te gg. KHS (Rs. C-214/10), ei­ne Si­che­rung des Ur­laubs für 18 Mo­na­ten könn­te eu­ro­pa­recht­lich aus­rei­chen.

Ein Ar­beit­neh­mer, Herr Schul­te, war von 2002 bis zu sei­nem Aus­schei­den im Au­gust 2008 durch­ge­hend krank. 2009 klag­te er 90 Ta­ge Ur­laubs­ab­gel­tung für 2006 bis 2008 ein. Nach­dem er beim Ar­beits­ge­richt Dort­mund im we­sent­li­chen Er­folg hat­te, frag­te das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Hamm den EuGH, ob das Eu­ro­pa­recht ver­langt, Ur­laubs­an­sprü­che bei lan­ger Krank­heit un­be­grenzt auf­recht zu er­hal­ten oder ob ei­ne Über­tra­gung be­grenzt wer­den könn­te, et­wa auf 18 Mo­na­te (Be­schluss vom 15.04.2010, 16 Sa 1176/09).

Die Schluss­an­trä­ge ge­hen breit auf die Ar­gu­men­te ein, die ge­gen ei­ne end­lo­se Ver­län­ge­rung des Rest­ur­laubs bei Krank­heit spre­chen. Die Mit­glied­staa­ten könn­ten, so das Er­geb­nis, den Über­tra­gungs­zeit­raum be­gren­zen, z.B. auf 18 Mo­na­te nach Ab­lauf des Be­zugs­jahrs oder auf ei­ne noch kür­ze­re Frist, vor­aus­ge­setzt der Er­ho­lungs­zweck wird ge­wahrt. Wie die da­mit be­vor­ste­hen­de Kurs­än­de­rung des EuGH im deut­schen Ur­laubs­recht um­ge­setzt wer­den könn­te, ist of­fen, da die­ses ei­ne sol­che Be­gren­zung nicht ent­hält.

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Letzte Überarbeitung: 8. Juli 2015

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