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Urteile zum Arbeitsrecht
Nach Jahrgang
   
Schlag­worte: Beleidigung, Kündigung: Beleidigung, Kündigung: Fristlos, Kündigung: Verhaltensbedingt, Kündigung: Außerordentlich
   
Gericht: Bundesarbeitsgericht
Akten­zeichen: 2 AZR 265/14
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 18.12.2014
   
Leit­sätze:
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Jena, Urteil vom 20.09.2012 - 2 Ca 128/12
Thüringer Landesarbeitsgericht, Urteil vom 26.11.2013 - 7 Sa 444/12
   

BUN­DES­AR­BEITS­GERICHT

2 AZR 265/14
7 Sa 444/12
Thürin­ger
Lan­des­ar­beits­ge­richt

 

Im Na­men des Vol­kes!

Verkündet am
18. De­zem­ber 2014

UR­TEIL

Schmidt, Ur­kunds­be­am­tin

der Geschäfts­stel­le

In Sa­chen

Be­klag­ter, Be­ru­fungs­be­klag­ter und Re­vi­si­onskläger,

pp.

Kläge­rin, Be­ru­fungskläge­rin und Re­vi­si­ons­be­klag­te,

hat der Zwei­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts auf­grund der münd­li­chen Ver­hand­lung vom 18. De­zem­ber 2014 durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Kreft, die Rich­te­rin­nen am Bun­des­ar­beits­ge­richt Ber­ger und Ra­chor so­wie die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Dr. Ger­scher­mann und Löll­gen für Recht er­kannt:


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Die Re­vi­si­on des Be­klag­ten ge­gen das Ur­teil des Thürin­ger Lan­des­ar­beits­ge­richts vom 26. No­vem­ber 2013 - 7 Sa 444/12 - wird auf sei­ne Kos­ten zurück­ge­wie­sen.


Von Rechts we­gen!

Tat­be­stand

Die Par­tei­en strei­ten über die Wirk­sam­keit ei­ner außer­or­dent­li­chen, hilfs­wei­se or­dent­li­chen Kündi­gung und über ei­nen Auflösungs­an­trag des be­klag­ten Land­krei­ses.

Die Kläge­rin ist Dipl.-Ver­wal­tungs­wir­tin. Sie war bei dem be­klag­ten Land­kreis seit Ok­to­ber 2010 als An­ge­stell­te beschäftigt. Ihr war die Lei­tung der Er­he­bungs­stel­le Zen­sus über­tra­gen. Auf das Ar­beits­verhält­nis fand auf­grund ar­beits­ver­trag­li­cher Ver­wei­sung der TVöD-VKA An­wen­dung.

Am 22. April 2012 fand die Wahl des Land­rats statt. Der Amts­in­ha­ber stell­te sich zur Wie­der­wahl. Die par­tei­lo­se Kläge­rin kan­di­dier­te eben­falls. Sie warb mit ei­nem Fly­er für sich. In die­sem stell­te sie die „Säulen“ ih­rer Po­li­tik vor, als wel­che sie „Trans­pa­renz in der Ver­wal­tung“, „Bürger­na­he Po­li­tik“ und „Ju­gend, Fa­mi­li­en und Se­nio­ren“ be­zeich­ne­te. Zum Punkt „Trans­pa­renz in der Ver­wal­tung“ hieß es in dem Fly­er:


„Wie der jüngs­te Um­welt­skan­dal in [B.] und der Sub­ven­ti­ons­be­trug am [Rat­haus in C.] be­weist, deckt der am­tie­ren­de Land­rat so­gar die Betrüge­rei­en im Kreis. Ich ste­he für ei­ne trans­pa­ren­te Po­li­tik, die Ge­set­ze einhält und die Pflicht­auf­ga­ben des Land­krei­ses über­prüft.“

Der Fly­er lag ei­nem lo­ka­len An­zei­gen­blatt bei, das am 18. April 2012 mit ei­ner Auf­la­ge von 28.700 ver­teilt wur­de.

Nach Be­tei­li­gung des Per­so­nal­rats kündig­te der be­klag­te Land­kreis das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en mit Schrei­ben vom 21. April 2012 außeror-
 

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dent­lich, hilfs­wei­se or­dent­lich zum 30. Ju­ni 2012. Er warf der Kläge­rin üble Nach­re­de und Be­lei­di­gung sei­nes Re­präsen­tan­ten vor.

Ge­gen die Kündi­gung hat die Kläge­rin recht­zei­tig die vor­lie­gen­de Kla­ge er­ho­ben. Sie hat ge­meint, es sei we­der ein Grund für die außer­or­dent­li­che noch für die or­dent­li­che Kündi­gung ge­ge­ben. Sie ha­be sich nicht im Rah­men ih­res Ar­beits­verhält­nis­ses geäußert, son­dern als Kan­di­da­tin im Wahl­kampf. Ihr Fly­er wer­de miss­ver­stan­den. Es sei ihr nicht dar­um ge­gan­gen, den am­tie­ren­den Land­rat persönlich zu dif­fa­mie­ren, ei­ner Straf­tat zu be­zich­ti­gen oder gar zu be­lei­di­gen. Sie ha­be viel­mehr zum Aus­druck brin­gen wol­len, dass der Land­rat im Hin­blick auf den Um­welt­skan­dal in B. und die Un­re­gelmäßig­kei­ten im Zu­sam­men­hang mit der Sa­nie­rung des Rat­hau­ses in C. nichts un­ter­nom­men ha­be und statt­des­sen trans­pa­ren­ter und in der Öffent­lich­keit ak­ti­ver mit die­sem The­ma hätte um­ge­hen müssen. Das sei von der Mei­nungs­frei­heit ge­deckt. Im Übri­gen ha­be sie nur Vorwürfe wie­der­holt, die zu­vor in der Pres­se er­ho­ben wor­den sei­en. Die Kläge­rin hat zu­dem die Per­so­nal­rats­be­tei­li­gung als feh­ler­haft gerügt.

Sie hat be­an­tragt 


1. fest­zu­stel­len, dass das Ar­beits­verhält­nis zwi­schen den Par­tei­en we­der durch die frist­lo­se Kündi­gung noch durch die hilfs­wei­se erklärte or­dent­li­che Kündi­gung vom 21. April 2012 auf­gelöst wur­de;

2. den be­klag­ten Land­kreis zu ver­ur­tei­len, sie als Sach­be­ar­bei­te­rin zu den Be­din­gun­gen des Ar­beits­ver­trags vom 27. Sep­tem­ber 2010 bis zum rechts­kräfti­gen Ab­schluss des Ver­fah­rens wei­ter zu beschäftig­ten.


Der be­klag­te Land­kreis hat be­an­tragt, die Kla­ge ab­zu­wei­sen, hilfs­wei­se, das Ar­beits­verhält­nis zum 30. Ju­ni 2012 ge­gen Zah­lung ei­ner in das Er­mes­sen des Ge­richts ge­stell­ten Ab­fin­dung auf­zulösen.

Er hat die Kündi­gung für wirk­sam ge­hal­ten. Die Kläge­rin ha­be dem Land­rat wi­der bes­se­res Wis­sen un­ter­stellt, die­ser de­cke Betrüge­rei­en, sei al­so ak­tiv am Ver­tu­schen von Straf­ta­ten be­tei­ligt und erfülle da­mit den Straf­tat­be­stand der Straf­ver­ei­te­lung. Die Un­ter­stel­lung kri­mi­nel­ler Ma­chen­schaf­ten sei ei­ne von der Mei­nungs­frei­heit nicht ge­deck­te gro­be Be­lei­di­gung und üble Nach-


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re­de. Der Land­rat müsse dies auch im Wahl­kampf nicht hin­neh­men. Sol­che Vorwürfe ha­be es in der Pres­se nicht ge­ge­ben. Der Per­so­nal­rat sei ord­nungs-gemäß be­tei­ligt wor­den. Zu­min­dest sei das Ar­beits­verhält­nis nach § 9 KSchG auf­zulösen. Der Be­triebs­frie­den sei nach­hal­tig gestört. Schon früher ha­be es we­gen ei­ner Kon­kur­ren­ten­kla­ge Span­nun­gen mit der Kläge­rin ge­ge­ben. Die­se müsse sich außer­dem das Ver­hal­ten ih­res Va­ters zu­rech­nen las­sen. Der ha­be die Land­rats­wahl an­ge­foch­ten. Sei­ne ver­ba­len Ausfälle ge­gen den Kreis­wahl­lei­ter und die Mit­ar­bei­ter des Kreis­wahlbüros zeig­ten deut­lich, dass ei­ne ge­deih­li­che Zu­sam­men­ar­beit auch mit der Kläge­rin nicht mehr möglich sei.

Die Kläge­rin hat be­an­tragt, den Auflösungs­an­trag ab­zu­wei­sen. 


Das Ar­beits­ge­richt hat die Kla­ge ab­ge­wie­sen. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat ihr statt­ge­ge­ben, den Auflösungs­an­trag des Be­klag­ten hat es ab­ge­wie­sen. Mit sei­ner Re­vi­si­on be­gehrt der be­klag­te Land­kreis die Wie­der­her­stel­lung der erst­in­stanz­li­chen Ent­schei­dung.

Ent­schei­dungs­gründe

Die Re­vi­si­on ist un­be­gründet. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat rich­tig ent­schie­den.

I. Die frist­lo­se Kündi­gung hat das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en nicht auf­gelöst. Es fehlt an ei­nem wich­ti­gen Grund iSv. § 626 Abs. 1 BGB.

1. Nach § 626 Abs. 1 BGB kann das Ar­beits­verhält­nis aus wich­ti­gem Grund oh­ne Ein­hal­tung ei­ner Kündi­gungs­frist gekündigt wer­den, wenn Tat­sa­chen vor­lie­gen, auf­grund de­rer dem Kündi­gen­den un­ter Berück­sich­ti­gung al­ler Umstände des Ein­zel­falls und un­ter Abwägung der In­ter­es­sen bei­der Ver­trags­tei­le die Fort­set­zung des Ar­beits­verhält­nis­ses selbst bis zum Ab­lauf der Kündi­gungs­frist nicht zu­ge­mu­tet wer­den kann. Da­bei ist zunächst zu un­ter­su­chen, ob der Sach­ver­halt oh­ne sei­ne be­son­de­ren Umstände „an sich“ und da­mit ty­pi­scher­wei­se als wich­ti­ger Grund ge­eig­net ist. Als­dann be­darf es der wei­te­ren


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Prüfung, ob dem Kündi­gen­den die Fort­set­zung des Ar­beits­verhält­nis­ses un­ter Berück­sich­ti­gung der kon­kre­ten Umstände des Falls und un­ter Abwägung der In­ter­es­sen bei­der Ver­trags­tei­le je­den­falls bis zum Ab­lauf der Kündi­gungs­frist zu­mut­bar war oder nicht (BAG 31. Ju­li 2014 - 2 AZR 505/13 - Rn. 39; 8. Mai 2014 - 2 AZR 249/13 - Rn. 16).


2. Als wich­ti­ger Grund kann ne­ben der Ver­let­zung ver­trag­li­cher Haupt­pflich­ten auch die schuld­haf­te Ver­let­zung von Ne­ben­pflich­ten „an sich“ ge­eig­net sein, ei­ne frist­lo­se Kündi­gung zu recht­fer­ti­gen (BAG 31. Ju­li 2014 - 2 AZR 505/13 - Rn. 40; 8. Mai 2014 - 2 AZR 249/13 - Rn. 19). Zu die­sen Ne­ben­pflich­ten zählt ins­be­son­de­re die Pflicht der Ar­beits­ver­trags­par­tei­en zur Rück­sicht­nah­me auf die be­rech­tig­ten In­ter­es­sen des je­weils an­de­ren Teils (§ 241 Abs. 2 BGB). Da­nach hat der Ar­beit­neh­mer sei­ne Ar­beits­pflich­ten so zu erfüllen und die im Zu­sam­men­hang mit dem Ar­beits­verhält­nis ste­hen­den In­ter­es­sen des Ar­beit­ge­bers so zu wah­ren, wie dies von ihm un­ter Berück­sich­ti­gung sei­ner Stel­lung und Tätig­keit im Be­trieb, sei­ner ei­ge­nen In­ter­es­sen und der In­ter­es­sen der an­de­ren Ar­beit­neh­mer des Be­triebs nach Treu und Glau­ben ver­langt wer­den kann (BAG 31. Ju­li 2014 - 2 AZR 505/13 - aaO; 8. Mai 2014 - 2 AZR 249/13 - aaO mwN).


3. Ei­ne in die­sem Sin­ne er­heb­li­che Pflicht­ver­let­zung stel­len ua. gro­be Be­lei­di­gun­gen des Ar­beit­ge­bers oder sei­ner Ver­tre­ter und Re­präsen­tan­ten oder von Ar­beits­kol­le­gen dar (BAG 27. Sep­tem­ber 2012 - 2 AZR 646/11 - Rn. 22; 7. Ju­li 2011 - 2 AZR 355/10 - Rn. 14, BA­GE 138, 312). Ent­spre­chen­des gilt, wenn der Ar­beit­neh­mer be­wusst un­wah­re Tat­sa­chen­be­haup­tun­gen über sei­nen Ar­beit­ge­ber, Vor­ge­setz­te oder Kol­le­gen auf­stellt, ins­be­son­de­re dann, wenn die Erklärun­gen den Tat­be­stand der üblen Nach­re­de erfüllen (BAG 31. Ju­li 2014 - 2 AZR 505/13 - Rn. 41; 27. Sep­tem­ber 2012 - 2 AZR 646/11 - aaO).


a) Ein Ar­beit­neh­mer kann sich für be­wusst fal­sche Tat­sa­chen­be­haup­tun­gen nicht auf sein Recht auf freie Mei­nungsäußerung aus Art. 5 Abs. 1 GG be­ru­fen. Sol­che Be­haup­tun­gen sind vom Schutz­be­reich des Grund­rechts nicht um­fasst (BVerfG 25. Ok­to­ber 2012 - 1 BvR 901/11 - Rn. 19). An­de­res gilt für


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Äußerun­gen, die nicht Tat­sa­chen­be­haup­tun­gen, son­dern ein Wert­ur­teil ent­hal­ten. Sie fal­len in den Schutz­be­reich des Rechts auf Mei­nungs­frei­heit. Das­sel­be gilt für Äußerun­gen, in de­nen sich Tat­sa­chen und Mei­nun­gen ver­men­gen, so­fern sie durch die Ele­men­te der Stel­lung­nah­me, des Dafürhal­tens oder Mei­nens ge­prägt sind (BVerfG 25. Ok­to­ber 2012 - 1 BvR 901/11 - Rn. 18; 8. Mai 2007 - 1 BvR 193/05 - Rn. 21). Dar­auf kann sich auch ein Ar­beit­neh­mer be­ru­fen. Mit der Be­deu­tung des Grund­rechts auf Mei­nungs­frei­heit wäre es un­ver­ein­bar, wenn es in der be­trieb­li­chen Ar­beits­welt nicht oder nur ein­ge­schränkt an­wend­bar wäre (BAG 31. Ju­li 2014 - 2 AZR 505/13 - Rn. 42; 24. No­vem­ber 2005 - 2 AZR 584/04 - Rn. 24 mwN). Der Grund­rechts­schutz be­steht da­bei un­abhängig da­von, wel­ches Me­di­um der Ar­beit­neh­mer für sei­ne Mei­nungsäußerung nutzt und ob die­se ra­tio­nal oder emo­tio­nal, be­gründet oder un­be­gründet ist. Vom Grund­recht der Mei­nungs­frei­heit um­fass­te Äußerun­gen ver­lie­ren den sich dar­aus er­ge­ben­den Schutz selbst dann nicht, wenn sie scharf oder über­zo­gen geäußert wer­den (vgl. BVerfG 28. No­vem­ber 2011 - 1 BvR 917/09 - Rn. 18 mwN).

b) Das Grund­recht aus Art. 5 Abs. 1 GG ist al­ler­dings nicht schran­ken­los gewähr­leis­tet. Es ist gemäß Art. 5 Abs. 2 GG durch die all­ge­mei­nen Ge­set­ze und das Recht der persönli­chen Eh­re be­schränkt. Mit die­sen muss es in ein aus­ge­gli­che­nes Verhält­nis ge­bracht wer­den (BVerfG 13. Fe­bru­ar 1996 - 1 BvR 262/91 - zu B II 2 der Gründe, BVerfGE 94, 1; 15. Ja­nu­ar 1958 - 1 BvR 400/51 - [Lüth] zu B II 2 der Gründe, BVerfGE 7, 198; BAG 31. Ju­li 2014 - 2 AZR 505/13 - Rn. 42; 29. Au­gust 2013 - 2 AZR 419/12 - Rn. 35). Auch § 241 Abs. 2 BGB gehört zu den all­ge­mei­nen, das Grund­recht auf Mei­nungs­frei­heit be­schränken­den Ge­set­zen. Zwi­schen der Mei­nungs­frei­heit und dem be­schränken­den Ge­setz fin­det dem­nach ei­ne Wech­sel­wir­kung statt. Die Reich­wei­te der Pflicht zur ver­trag­li­chen Rück­sicht­nah­me muss ih­rer­seits un­ter Be­ach­tung der Be­deu­tung des Grund­rechts be­stimmt, der Mei­nungs­frei­heit muss da­bei al­so die ihr gebühren­de Be­ach­tung ge­schenkt wer­den - und um­ge­kehrt (vgl. BVerfG 13. Fe­bru­ar 1996 - 1 BvR 262/91 - aaO; 15. Ja­nu­ar 1958 - 1 BvR 400/51 - [Lüth] aaO).


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aa) Im Rah­men der Abwägung fällt die Rich­tig­keit des Tat­sa­chen­ge­halts, der dem Wert­ur­teil zu­grun­de liegt, ins Ge­wicht (BVerfG 25. Ok­to­ber 2012 - 1 BvR 901/11 - Rn. 19; 13. Fe­bru­ar 1996 - 1 BvR 262/91 - zu B II 2 der Gründe, BVerfGE 94, 1). Han­delt es sich bei ei­nem Wert­ur­teil um ei­nen Bei­trag zum geis­ti­gen Mei­nungs­kampf in ei­ner die Öffent­lich­keit we­sent­lich berühren­den Fra­ge, dann spricht die Ver­mu­tung für die Zulässig­keit der frei­en Re­de (BVerfG 22. Ju­ni 1982 - 1 BvR 1376/79 - zu B II 1 a der Gründe, BVerfGE 61, 1; 15. Ja­nu­ar 1958 - 1 BvR 400/51 - [Lüth] zu B II 4 der Gründe, BVerfGE 7, 198).


bb) Er­weist sich das in ei­ner Äußerung ent­hal­te­ne Wert­ur­teil als For­mal­be­lei­di­gung oder Schmähkri­tik, muss die Mei­nungs­frei­heit re­gelmäßig zurück­tre­ten (BVerfG 8. Mai 2007 - 1 BvR 193/05 - Rn. 23; 10. Ok­to­ber 1995 - 1 BvR 1476/91 ua. - zu C III 2 der Gründe, BVerfGE 93, 266). Al­ler­dings macht auch ei­ne über­zo­ge­ne oder gar ausfälli­ge Kri­tik ei­ne Erklärung für sich ge­nom­men noch nicht zur Schmähung. Dafür muss hin­zu­tre­ten, das bei der Äußerung nicht mehr die Aus­ein­an­der­set­zung in der Sa­che, son­dern die Dif­fa­mie­rung der Per­son im Vor­der­grund steht, die die­se jen­seits po­le­mi­scher und über­spitz­ter Kri­tik in ers­ter Li­nie her­ab­set­zen soll (vgl. BVerfG 10. Ok­to­ber 1995 - 1 BvR 1476/91 ua. - aaO; BAG 29. Au­gust 2013 - 2 AZR 419/12 - Rn. 36; 7. Ju­li 2011 - 2 AZR 355/10 - Rn. 17, BA­GE 138, 312; BGH 30. Mai 2000 - VI ZR 276/99 - zu II 4 a der Gründe).


4. Da­nach ist die Würdi­gung des Lan­des­ar­beits­ge­richts, die Kläge­rin ha­be ih­re Pflicht zur Rück­sicht­nah­me gemäß § 241 Abs. 2 BGB nicht ver­letzt, nicht zu be­an­stan­den. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat an­ge­nom­men, bei den Äußerun­gen der Kläge­rin in dem Wahl-Wer­be­fly­er ha­be es sich um ei­ne vom Grund­recht der Mei­nungs­frei­heit geschütz­te Mei­nungsäußerung ge­han­delt. Die­se ha­be die Gren­ze zur Schmähkri­tik nicht über­schrit­ten und ge­he, da sie im Wahl­kampf er­folgt sei, der Pflicht zur Rück­sicht­nah­me ge­genüber dem be­klag­ten Land­kreis vor.


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a) Das Lan­des­ar­beits­ge­richt ist zu­tref­fend da­von aus­ge­gan­gen, die Aus­sa­gen der Kläge­rin in dem am 18. April 2012 ver­teil­ten Fly­er stell­ten nicht schon des­halb kei­ne Ver­trags­pflicht­ver­let­zung dar, weil sie außer­dienst­lich und über­dies im Wahl­kampf ge­fal­len sei­en. Die Kläge­rin hat die Amts­wahr­neh­mung des Land­rats kri­ti­siert. Das berührt un­mit­tel­bar die Be­lan­ge auch des be­klag­ten Land­krei­ses.


b) Das vom Lan­des­ar­beits­ge­richt zu­grun­de ge­leg­te Verständ­nis der Äußerun­gen in dem Fly­er ist nicht zu be­an­stan­den. Das Ge­richt hat an­ge­nom­men, die Wahl­wer­bung sei nicht zwin­gend da­hin zu ver­ste­hen, die Kläge­rin ha­be dem am­tie­ren­den Land­rat kri­mi­nel­les Ver­hal­ten vor­ge­wor­fen. Eben­so gut sei ei­ne mil­de­re, po­li­ti­sche Deu­tung möglich. Da­nach ha­be die Kläge­rin dem Land­rat den Vor­wurf ge­macht, bei Betrüge­rei­en im Land­kreis das Licht der Öffent­lich­keit zu scheu­en und da­mit de­mo­kra­ti­sche Kon­trol­le zu be­hin­dern. In­so­fern han­de­le es sich um ei­ne Mei­nungsäußerung, die dem Schutz­be­reich von Art. 5 Abs. 1 GG un­ter­fal­le. Die da­ge­gen vom be­klag­ten Land­kreis vor­ge­brach­ten Einwände grei­fen nicht durch.


aa) Ob der Sinn ei­ner Mei­nungsäußerung vom Be­ru­fungs­ge­richt zu­tref­fend er­fasst wor­den ist, ist vom Re­vi­si­ons­ge­richt un­ein­ge­schränkt zu über­prüfen (BAG 31. Ju­li 2014 - 2 AZR 505/13 - Rn. 47; 7. Ju­li 2011 - 2 AZR 355/10 - Rn. 15, BA­GE 138, 312).

(1) Für die Er­mitt­lung des Aus­sa­ge­ge­halts ei­ner schrift­li­chen Äußerung ist dar­auf ab­zu­stel­len, wie sie vom Empfänger ver­stan­den wer­den muss. Da­bei ist ei­ne iso­lier­te Be­trach­tung ei­nes um­strit­te­nen Äußerungs­teils re­gelmäßig nicht aus­rei­chend. Viel­mehr sind der sprach­li­che Kon­text und die sons­ti­gen er­kenn­ba­ren Be­gleit­umstände zu berück­sich­ti­gen (BAG 7. Ju­li 2011 - 2 AZR 355/10 - Rn. 15, BA­GE 138, 312; vgl. auch BGH 30. Mai 2000 - VI ZR 276/99 - zu II 3 der Gründe). Maßgeb­lich für die Deu­tung ei­ner Äußerung ist we­der die sub­jek­ti­ve Ab­sicht des sich Äußern­den noch das sub­jek­ti­ve Verständ­nis des von ihr Be­trof­fe­nen, son­dern der Sinn, den sie nach dem Verständ­nis ei­nes un­vor­ein­ge­nom­me­nen und verständi­gen Pu­bli­kums hat (BVerfG 25. Ok­to­ber 2012


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- 1 BvR 901/11 - Rn. 20; 12. Mai 2009 - 1 BvR 2272/04 - Rn. 31). Mehr­deu­ti­ge Äußerun­gen dürfen we­gen ei­nes mögli­chen In­halts nicht zu nach­tei­li­gen Fol­gen führen, oh­ne dass ei­ne Deu­tung, die zu ei­nem von der Mei­nungs­frei­heit ge­deck­ten Er­geb­nis führen würde, mit schlüssi­gen, über­zeu­gen­den Gründen aus­ge­schlos­sen wor­den ist (BVerfG 12. Mai 2009 - 1 BvR 2272/04 - aaO mwN; BAG 31. Ju­li 2014 - 2 AZR 505/13 - Rn. 46).


(2) Während für Wert­ur­tei­le die sub­jek­ti­ve Be­zie­hung des sich Äußern­den zum In­halt sei­ner Aus­sa­ge kenn­zeich­nend ist, wer­den Tat­sa­chen­be­haup­tun­gen durch die ob­jek­ti­ve Be­zie­hung zwi­schen der Äußerung und der Wirk­lich­keit cha­rak­te­ri­siert (BAG 29. Au­gust 2013 - 2 AZR 419/12 - Rn. 40). An­ders als Wert­ur­tei­le sind Tat­sa­chen­be­haup­tun­gen da­her grundsätz­lich dem Be­weis zugäng­lich (BVerfG 8. Mai 2007 - 1 BvR 193/05 - Rn. 21; 13. April 1994 - 1 BvR 23/94 - zu B II 1 b der Gründe, BVerfGE 90, 241). Gilt für Mei­nungsäußerun­gen, ins­be­son­de­re im öffent­li­chen Mei­nungs­kampf, bei der Abwägung zwi­schen der Mei­nungs­frei­heit und dem Rechts­gut, in des­sen In­ter­es­se sie durch ein all­ge­mei­nes Ge­setz ein­ge­schränkt wer­den kann, ei­ne Ver­mu­tung zu Guns­ten der frei­en Re­de, gilt dies für Tat­sa­chen­be­haup­tun­gen nicht in glei­cher Wei­se (BVerfG 24. Ju­li 2013 - 1 BvR 444/13, 1 BvR 527/13 - Rn. 18 mwN). Ob ei­ne Äußerung ih­rem Schwer­punkt nach als Mei­nungsäußerung oder als Tat­sa­chen­be­haup­tung an­zu­se­hen ist, be­ur­teilt sich nach dem Ge­samt­kon­text, in dem sie steht (BVerfG 24. Ju­li 2013 - 1 BvR 444/13, 1 BvR 527/13 - aaO). Die iso­lier­te Be­trach­tung ei­nes um­strit­te­nen Äußerungs­teils wird den An­for­de­run­gen an ei­ne zu­verlässi­ge Sinn­ermitt­lung re­gelmäßig nicht ge­recht (BVerfG 24. Ju­li 2013 - 1 BvR 444/13, 1 BvR 527/13 - aaO). Auch ei­ne Tren­nung der tatsächli­chen und der wer­ten­den Be­stand­tei­le ei­ner Äußerung ist nur zulässig, wenn da­durch ihr Sinn nicht verfälscht wird (BVerfG 24. Ju­li 2013 - 1 BvR 444/13, 1 BvR 527/13 - aaO). Wo dies der Fall wäre, muss die Äußerung im In­ter­es­se ei­nes wirk­sa­men Grund­recht­schut­zes ins­ge­samt als Mei­nungsäußerung an­ge­se­hen wer­den. An­de­ren­falls droh­te ei­ne we­sent­li­che Verkürzung des Grund­recht­schut­zes (BVerfG 24. Ju­li 2013 - 1 BvR 444/13, 1 BvR 527/13 - aaO mwN).


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(3) In der Ver­wen­dung ei­nes Rechts­be­griffs liegt nur dann ei­ne Tat­sa­chen­be­haup­tung, wenn die Be­ur­tei­lung nicht als bloße Rechts­auf­fas­sung kennt­lich ge­macht ist, son­dern beim Adres­sa­ten zu­gleich die Vor­stel­lung von kon­kre­ten, in die Wer­tung ein­ge­bet­te­ten tatsächli­chen Vorgängen her­vor­ruft, die als sol­che ei­ner Über­prüfung mit den Mit­teln des Be­wei­ses zugäng­lich sind. Da­bei kommt es auch hier ent­schei­dend auf den Zu­sam­men­hang an, in dem der Rechts­be­griff ver­wen­det wird (BVerfG 8. Mai 2007 - 1 BvR 193/05 - Rn. 28; BGH 27. April 1999 - VI ZR 174/97 - zu II 2 a der Gründe; 22. Ju­ni 1982 - VI ZR 255/80 - zu 2 b der Gründe).


bb) Da­nach enthält die An­nah­me des Lan­des­ar­beits­ge­richts, es sei ein - ver­gli­chen mit der Deu­tung des Be­klag­ten - mil­de­res, nämlich po­li­ti­sches Verständ­nis der Äußerung der Kläge­rin oh­ne Wei­te­res möglich, kei­nen Rechts­feh­ler. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat den mögli­chen Aus­sa­ge­ge­halt der frag­li­chen Äußerung nach ih­rem Kon­text be­ur­teilt und da­bei berück­sich­tigt, dass es sich um ei­ne Äußerung im Rah­men von Wahl­wer­bung, al­so als Teil der po­li­ti­schen Aus­ein­an­der­set­zung mit ei­nem Ge­gen­kan­di­da­ten han­del­te. Die Aus­sa­ge über des­sen Amts­wahr­neh­mung war in das ei­ge­ne „Drei-Säulen-Pro­gramm“ der Kläge­rin ein­ge­bet­tet. Mit der For­mu­lie­rung, der am­tie­ren­de Land­rat „de­cke“ Betrüge­rei­en im Land­kreis, war des­halb nicht not­wen­di­ger­wei­se der Vor­wurf ver­bun­den, der Land­rat ha­be sich selbst - et­wa der Straf­ver­ei­te­lung - straf­bar ge­macht. Eben­so gut lässt sich die Äußerung da­hin ver­ste­hen, der Land­rat ha­be po­li­tisch nicht genügend zur Aufklärung der auf­geführ­ten - an­geb­li­chen - Missstände un­ter­nom­men. Die­se Deu­tung liegt an­ge­sichts der von der Kläge­rin an glei­cher Stel­le her­vor­ge­ho­be­nen Be­deu­tung von Trans­pa­renz im Ver­wal­tungs­han­deln so­gar näher. Dar­an ändern der Fett­druck und die far­bi­ge Ge­stal­tung des Fly­ers un­ter Nut­zung von Fo­to­ma­te­ri­al nichts. Der Vor­wurf wiegt po­li­tisch schwer ge­nug, um als ein aus Sicht der Kläge­rin maßgeb­li­ches und ge­stal­te­risch zu un­ter­strei­chen­des Ar­gu­ment in der Aus­ein­an­der­set­zung mit ih­rem Ge­gen­kan­di­da­ten be­tont zu wer­den.


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cc) Zu Recht hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt in der Äußerung der Kläge­rin über den am­tie­ren­den Land­rat ih­rem Schwer­punkt nach ein Wert­ur­teil ge­se­hen, und nicht ei­ne dem Wahr­heits- oder Un­wahr­heits­be­weis zugäng­li­che Tat­sa­chen­be­haup­tung.

(1) Der Vor­wurf, nicht ge­nug zur Aufklärung - ver­meint­li­cher - Betrüge­rei­en im öffent­li­chen Be­reich ge­tan zu ha­ben, um­schreibt kein spe­zi­fi­sches, ei­nem ob­jek­ti­ven Wahr­heits­be­weis zugäng­li­ches Ver­hal­ten (für den Be­griff „de­cken“ als Teil der Pas­sa­ge: „Be­son­ders gefähr­lich sind die ..., die [Herr] F.G. deckt“ eben­so EGMR 17. April 2014 - 5709/09 - Rn. 50). Der Vor­wurf kann im vor­lie­gen­den Zu­sam­men­hang viel­mehr schon das Un­ter­las­sen höhe­rer An­stren­gun­gen zur Aufklärung des Sach­ver­halts oder auch nur man­geln­des In­ter­es­se dar­an zum Ge­gen­stand ha­ben. Die Gründe dafür, schon in bloßer Pas­si­vität po­li­tisch ein „De­cken“ von Missständen zu er­bli­cken, können un­ter­schied­lich sein und hängen er­kenn­bar von der sub­jek­ti­ven Einschätzung des Be­trach­ters ab. Der Vor­wurf, et­was zu „de­cken“, bringt da­her vor al­lem die Mei­nung zum Aus­druck, der Be­tref­fen­de ha­be nicht al­les von ihm zu For­dern­de zur Aufklärung un­ter­nom­men. Ob ei­ne sol­che Wer­tung be­rech­tigt er­scheint, ist ei­ne Fra­ge des Dafürhal­tens und Mei­nens oh­ne kon­kret fass­ba­ren Tat­sa­chen­kern.


(2) Dies gilt auch dann, wenn man in die Aus­le­gung ein­be­zieht, dass die Kläge­rin dem Land­rat vor­ge­wor­fen hat, „Betrüge­rei­en“ im Land­kreis zu de­cken, wie der jüngs­te „Um­welt­skan­dal“ in B. und der „Sub­ven­ti­ons­be­trug“ am Rat­haus in C. be­wie­sen. Aus der Be­zug­nah­me auf die sol­cher­art um­schrie­be­nen Vorgänge er­gibt sich zwar erst die Re­le­vanz des Vor­wurfs. Hätte die Kläge­rin neu­tra­ler von bloßen „Vorgängen“ ge­spro­chen, hätte der Vor­halt, nicht ge­nug zu de­ren Aufklärung ge­tan zu ha­ben, nicht das glei­che Ge­wicht ge­habt. Zu Recht hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt aber auch in der Ver­wen­dung die­ser Be­grif­fe kei­ne dem Be­weis zugäng­li­chen Tat­sa­chen­be­haup­tun­gen ge­se­hen. Die Aus­drücke „Um­welt­skan­dal“ und „Betrüge­rei­en“ sind dafür zu un­be­stimmt. Der Ter­mi­nus „Sub­ven­ti­ons­be­trug“ ist zwar ein Rechts­be­griff, der den Straf­tat­be­stand des § 264 StGB be­zeich­net. Ein verständi­ger Le­ser ver­knüpft mit sei­ner Ver­wen­dung in dem Wahl-Wer­be­fly­er der Kläge­rin aber nicht die Vor­stel­lung von kon-


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kre­ten, straf­recht­lich re­le­van­ten Vorgängen, die ei­ner Über­prüfung mit den Mit­teln des Be­wei­ses zugäng­lich wären. Die von der Kläge­rin ver­wen­de­ten For­mu­lie­run­gen dien­ten im Rah­men des Wahl­kampfs er­sicht­lich als poin­tier­te Schlag­wor­te zur Be­schrei­bung der von ihr aus­ge­mach­ten Missstände, um die Le­ser ggf. da­zu zu ani­mie­ren, sich über die frag­li­chen Vorgänge selbst näher zu un­ter­rich­ten. So­weit die Kläge­rin von „Sub­ven­ti­ons­be­trug“ spricht, ist da­mit er­kenn­bar al­len­falls ei­ne pau­scha­le Um­schrei­bung ge­meint, oh­ne dass die­se ei­nen fass­ba­ren Tat­sa­chen­kern zum Ge­gen­stand hätte. Es kommt da­her nicht dar­auf an, ob es, wie der Be­klag­te im Re­vi­si­ons­ver­fah­ren gel­tend ge­macht hat, „un­strei­tig“ fest­steht, dass es „der­ar­ti­ge Straf­ta­ten“ we­der in B. noch in C. ge­ge­ben ha­be. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat im Übri­gen ei­ne sol­che Fest­stel­lung nicht ge­trof­fen; ei­nen An­trag nach § 320 Abs. 1 ZPO hat der Be­klag­te nicht ge­stellt, ei­ne zulässi­ge Ver­fah­rensrüge hat er nicht er­ho­ben.

(3) Der Aus­druck, die ge­nann­ten Vorgänge „be­wie­sen“, dass der am­tie­ren­de Land­rat Betrüge­rei­en im Land­kreis de­cke, ändert nichts am Cha­rak­ter der Aus­sa­ge als Mei­nungsäußerung. „Be­wei­sen“ steht im ge­ge­be­nen Zu­sam­men­hang für „be­le­gen“ oder „zei­gen“. Die Kläge­rin erklärt da­mit, sie hal­te das von ihr kri­ti­sier­te Ver­hal­ten des Land­rats durch die an­ge­spro­che­nen Vorfälle für be­legt oder er­wie­sen. Ob dies ge­recht­fer­tigt ist, ist er­neut ei­ne Fra­ge des Dafürhal­tens und Mei­nens, oh­ne dass kon­kret fass­ba­re Tat­sa­chen be­haup­tet würden. Selbst im Rechts­sin­ne er­for­dert die Fra­ge, ob et­was „be­wie­sen“ ist, ei­ne wer­ten­de Be­trach­tung. In ei­nem nicht ju­ris­ti­schen Kon­text wie hier liegt erst recht ein wer­ten­der Ge­brauch na­he (vgl. zu den Be­grif­fen „ab­sicht­lich“ und „be­wusst“ BVerfG 24. Ju­li 2013 - 1 BvR 444/13, 1 BvR 527/13 - Rn. 19).

(4) Ein an­de­res Verständ­nis ver­langt auch nicht die an­sch­ließen­de For­mu­lie­rung, die Kläge­rin ste­he für ei­ne trans­pa­ren­te Po­li­tik, die „Ge­set­ze einhält und die Pflicht­auf­ga­ben des Land­krei­ses über­prüft“. Da­mit wird dem bis­he­ri­gen Land­rat nicht im­pli­zit und zwin­gend vor­ge­wor­fen, die Ge­set­ze ver­letzt zu ha­ben. Eben­so gut lässt sich die Aus­sa­ge da­hin ver­ste­hen, die Kläge­rin wol­le her­vor­he­ben, dass sie als Landrätin mögli­chen Ge­set­zes­verstößen kon­se­quen­ter und trans­pa­ren­ter nach­ge­he. Auch dies er­gibt sich nicht zu­letzt aus dem Zu­sam-


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men­hang der Äußerung mit der von ihr so be­zeich­ne­ten Säule ih­rer Po­li­tik „Trans­pa­renz in der Ver­wal­tung“.

dd) Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat die an die Öffent­lich­keit ge­rich­te­ten schrift­li­chen Aus­sa­gen der Kläge­rin zu Recht aus der ob­jek­ti­ven Sicht ei­nes un­vor­ein­ge­nom­me­nen und verständi­gen Pu­bli­kums aus­ge­legt. Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des be­klag­ten Land­krei­ses kommt es nicht dar­auf an, ob der Fly­er über­wie­gend po­li­tisch in­ter­es­sier­te oder des­in­ter­es­sier­te Empfänger er­reich­te und ob die­se um den Er­halt der In­for­ma­tio­nen ge­be­ten hat­ten oder nicht. Die von dem Be­klag­ten an­ge­stell­ten Schluss­fol­ge­run­gen sind über­dies nicht zwin­gend. Ge­ra­de ein nur flüch­ti­ger, po­li­tisch des­in­ter­es­sier­ter und mögli­cher­wei­se außer­halb des Wahl­kampf­ge­biets ansässi­ger Le­ser des Fly­ers wird des­sen Aus­sa­gen kaum auf ei­nen kon­kre­ten Tat­sa­chen­kern be­zo­gen ha­ben.


c) Zu­tref­fend hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt der Mei­nungs­frei­heit der Kläge­rin Vor­rang vor ih­rer Pflicht zur Rück­sicht­nah­me auf die In­ter­es­sen des Be­klag­ten ein­geräumt.


aa) Al­ler­dings kann es die ver­trag­li­che Pflicht zur Rück­sicht­nah­me nach § 241 Abs. 2 BGB ge­bie­ten, dass es ein Ar­beit­neh­mer des öffent­li­chen Diens­tes un­terlässt, die Amts­wahr­neh­mung von Re­präsen­tan­ten sei­nes Ar­beit­ge­bers in der Öffent­lich­keit her­ab­zuwürdi­gen. Un­ter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen dies an­zu­neh­men ist, be­darf im Streit­fall kei­ner Ent­schei­dung. Die Kläge­rin hat ih­re Pflicht zur Rück­sicht­nah­me auf die In­ter­es­sen des be­klag­ten Land­krei­ses des­halb nicht ver­letzt, weil de­ren Reich­wei­te ih­rer­seits un­ter Be­ach­tung der Be­deu­tung des Grund­rechts der Mei­nungs­frei­heit be­stimmt wer­den muss.


bb) Bei der Würdi­gung der frag­li­chen Erklärun­gen fällt ent­schei­dend ins Ge­wicht, dass es sich um Äußerun­gen der Kläge­rin über ei­nen Ge­gen­kan­di­da­ten im lau­fen­den Wahl­kampf ge­han­delt hat. Ein Wahl­be­wer­ber muss sich in ei­ner sol­chen Si­tua­ti­on ggf. auch über­zo­ge­ner Kri­tik stel­len. Die Gren­zen zulässi­ger Kri­tik sind ge­genüber ei­nem Po­li­ti­ker wei­ter ge­fasst als ge­genüber ei­ner Pri­vat­per­son (zu Art. 10 Abs. 1 EM­RK vgl. EGMR 17. April 2014 - 5709/09 - Rn. 41). Auch als Beschäftig­te des be­trof­fe­nen Land­krei­ses durf­te die Kläge­rin

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für das Amt des Land­rats kan­di­die­ren und sich im Rah­men ih­rer Wahl­wer­bung mit der Amts­ausübung des sei­ner­seits kan­di­die­ren­den Land­rats aus­ein­an­der­set­zen. Durch ih­re Kan­di­da­tur und ih­re öffent­li­chen Äußerun­gen setz­te sich die Kläge­rin glei­cher­maßen selbst der kri­ti­schen Über­prüfung aus (vgl. zu die­sem Kri­te­ri­um EGMR 17. April 2014 - 5709/09 - Rn. 39). In ei­nem öffent­li­chen Wahl­kampf ist auch ein Ar­beit­neh­mer nicht dar­auf ver­wie­sen, Kri­tik an der Amts­ausübung ei­nes Ge­gen­kan­di­da­ten, der zu­gleich Re­präsen­tant sei­nes Ar­beit­ge­bers ist, zunächst nur in­tern zu äußern. Es geht ge­ra­de um den öffent­li­chen Mei­nungs­kampf, in des­sen Rah­men an­sons­ten zu be­ach­ten­de ver­trag­li­che Pflich­ten zur Rück­sicht­nah­me, so­weit im In­ter­es­se der Mei­nungs­frei­heit er­for­der­lich, zurück­tre­ten müssen. Die Kläge­rin war als Lei­te­rin der Er­he­bungs­stel­le Zen­sus nicht un­mit­tel­bar persönlich für den am­tie­ren­den Land­rat tätig. Es be­darf da­her kei­ner Ent­schei­dung, ob von ihr an­de­ren­falls ei­ne wei­ter­ge­hen­de Zurück­hal­tung auch in ei­nem öffent­li­chen Wahl­kampf hätte ver­langt wer­den können.


cc) Zu Recht hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt an­ge­nom­men, die Gren­zen zur Schmähkri­tik sei­en nicht über­schrit­ten. Bei den Äußerun­gen der Kläge­rin stand nicht die persönli­che Dif­fa­mie­rung des am­tie­ren­den Land­rats im Vor­der­grund. Die Kläge­rin hat nach dem vom Be­ru­fungs­ge­richt zu­tref­fend zu­grun­de ge­leg­ten Verständ­nis ih­rer Erklärun­gen nicht dem Land­rat selbst „kri­mi­nel­le Ma­chen­schaf­ten“ un­ter­stellt. Sie hat viel­mehr, wenn auch in zu­ge­spitz­ter Form, Kri­tik an des­sen Amts­wahr­neh­mung geübt und da­mit ein be­reits zu­vor in der Öffent­lich­keit dis­ku­tier­tes The­ma auf­ge­grif­fen (vgl. bspw. die Pres­se­mit­tei­lung der Deut­schen Um­welt­hil­fe vom 2. No­vem­ber 2011 als An­la­ge zum Schrift­satz der Kläge­rin vom 28. Ja­nu­ar 2013: „Das Land­rats­amt ver­harm­lost ... und blo­ckiert...“). Es ging - ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Be­klag­ten - um ei­ne po­li­ti­sche Fra­ge von öffent­li­chem In­ter­es­se (vgl. zu die­sem Kri­te­ri­um EGMR 17. April 2014 - 5709/09 - Rn. 42), hier das Er­for­der­nis trans­pa­ren­ten Ver­wal­tungs­han­delns.

dd) Die Kläge­rin hat die Kri­tik an der Amts­wahr­neh­mung ih­res Ge­gen­kan­di­da­ten nicht ins Blaue hin­ein er­ho­ben. An ei­nem sol­chen Bei­trag bestünde auch im po­li­ti­schen Wahl­kampf kein an­er­ken­nens­wer­tes In­ter­es­se. Sie hat sich viel­mehr dar­auf be­ru­fen, in der Pres­se veröffent­lich­te Be­rich­te und öffent­lich


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dis­ku­tier­te Vorgänge auf­ge­grif­fen zu ha­ben. Ih­rer kri­ti­schen Be­wer­tung der Amts­ausübung des Land­rats lag da­mit zu­min­dest die Tat­sa­che zu­grun­de, dass die Vorgänge in B. und C. und die Rol­le des Land­rats­amts in der Öffent­lich­keit als aufklärungs­bedürf­tig an­ge­se­hen wor­den wa­ren. Der be­klag­te Land­kreis mag zwar zu­tref­fend gel­tend ge­macht ha­ben, der Land­rat sei in der Pres­se nicht „kri­mi­nel­ler Ma­chen­schaf­ten“ be­zich­tigt wor­den. Ein sol­cher Aus­sa­ge­ge­halt kommt aber - wie aus­geführt - auch dem Fly­er der Kläge­rin nicht zu. Han­delt es sich statt­des­sen um ein Wert­ur­teil - hier über die Amts­ausübung des Land­rats - und bei die­sem um ei­nen Bei­trag zum geis­ti­gen Mei­nungs­kampf in ei­ner die Öffent­lich­keit we­sent­lich berühren­den Fra­ge, spricht ei­ne Ver­mu­tung für die Zulässig­keit der frei­en Re­de (BVerfG 22. Ju­ni 1982 - 1 BvR 1376/79 - zu B II 1 a der Gründe, BVerfGE 61, 1; 15. Ja­nu­ar 1958 - 1 BvR 400/51 - [Lüth] zu B II 4 der Gründe, BVerfGE 7, 198). Sie be­schränkt sich ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Be­klag­ten nicht auf spon­ta­ne, münd­li­che Äußerun­gen. Viel­mehr schützt Art. 5 Abs. 1 GG die freie Mei­nungsäußerung „in Wort, Schrift und Bild“ (vgl. BVerfG 15. Ja­nu­ar 1958 - 1 BvR 400/51 - [Lüth] aaO: ua. schrift­li­cher Boy­kott­auf­ruf; 24. Ju­li 2013 - 1 BvR 444/13, 1 BvR 527/13 -: Veröffent­li­chung ei­nes „Denk­zet­tels“ im In­ter­net). Bei ei­ner spon­ta­nen, münd­li­chen Erklärung mag außer­dem die mögli­che Un­be­dacht­heit ei­ner gewähl­ten For­mu­lie­rung zu berück­sich­ti­gen sein.


ee) Die Äußerung der Kläge­rin ging nach Form und Zeit­punkt nicht über das in ei­nem Wahl­kampf hin­zu­neh­men­de Maß hin­aus.

(1) Der be­klag­te Land­kreis hat gel­tend ge­macht, die Kläge­rin ha­be of­fen­sicht­lich um je­den Preis po­ten­ti­el­le Wähler für sich ge­win­nen wol­len. Da­bei lässt er außer Acht, dass sie dies nicht durch ei­ne persönli­che Dif­fa­mie­rung des am­tie­ren­den Land­rats, son­dern durch ei­ne po­li­ti­sche Stel­lung­nah­me zu des­sen Amts­wahr­neh­mung ver­sucht hat. Dass sie da­mit zu­gleich be­ab­sich­tigt ha­ben dürf­te, die Wähler ge­gen den am­tie­ren­den Land­rat und für sich selbst ein­zu­neh­men, ist nicht zu miss­bil­li­gen­der Zweck ei­nes Wahl­kampfs.


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(2) Ob der Vor­gang an­ders zu be­ur­tei­len wäre, wenn die Kläge­rin zur Un­terstützung ih­rer Äußerun­gen ih­ren Dienst beim Be­klag­ten in die Waag­scha­le ge­wor­fen und den Le­sern zB das Vor­han­den­sein dar­auf be­ru­hen­der be­son­de­rer Ein­bli­cke in die Zu­sam­menhänge sug­ge­riert hätte, be­darf kei­ner Ent­schei­dung. Ein Hin­weis auf ih­re Beschäfti­gung bei dem be­klag­ten Land­kreis war dem Fly­er nicht zu ent­neh­men.

(3) Dass der Fly­er über das Ge­biet des be­klag­ten Land­krei­ses hin­aus ver­brei­tet wor­den wäre, ist vom Lan­des­ar­beits­ge­richt we­der fest­ge­stellt wor­den, noch würde dies ein an­de­res Er­geb­nis recht­fer­ti­gen. Das An­zei­gen­blatt, dem der Fly­er bei­ge­legt war, ist je­den­falls auch in dem Ge­biet des be­klag­ten Land­krei­ses ver­teilt wor­den. Die Kläge­rin muss­te von die­ser Möglich­keit sei­ner Ver­brei­tung nicht des­halb ab­se­hen, weil das Blatt ei­nen über den Land­kreis hin­aus­rei­chen­den Ein­zugs­be­reich hat­te.


(4) So­weit der Be­klag­te gel­tend ge­macht hat, die Kläge­rin ha­be be­wusst ei­nen so späten Zeit­punkt für die Veröffent­li­chung gewählt, dass dem am­tie­ren­den Land­rat vor der Wahl kei­ne Re­ak­ti­on mehr möglich ge­we­sen sei, ist dies be­reits un­schlüssig. Das An­zei­gen­blatt wur­de am 18. April 2012 ver­teilt, die Land­rats­wahl fand am 22. April 2012 statt.


II. Die hilfs­wei­se erklärte or­dent­li­che Kündi­gung ist so­zi­al un­ge­recht­fer­tigt iSv. § 1 Abs. 1, Abs. 2 KSchG. Die Kläge­rin hat - wie aus­geführt - ih­re Ver­trags­pflich­ten nicht ver­letzt.


III. Den Auflösungs­an­trag des Be­klag­ten hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt zu Recht ab­ge­wie­sen. Der be­klag­te Land­kreis hat kei­ne Umstände dar­ge­legt, die ei­ner wei­te­ren ge­deih­li­chen Zu­sam­men­ar­beit der Par­tei­en nach § 9 Abs. 1 Satz 2 KSchG ent­ge­genstünden. We­der genügen frühe­re Span­nun­gen auf­grund ei­ner Kon­kur­ren­ten­kla­ge als Auflösungs­grund, noch ist er­sicht­lich, war­um sich die Kläge­rin ein Ver­hal­ten ih­res Va­ters zu­rech­nen las­sen müss­te.
 

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IV. Der An­trag auf vorläufi­ge Wei­ter­beschäfti­gung fällt dem Se­nat nicht zur Ent­schei­dung an. Das Kündi­gungs­schutz­ver­fah­ren ist rechts­kräftig ab­ge­schlos­sen.


V. Als un­ter­le­ge­ne Par­tei hat der be­klag­te Land­kreis gemäß § 97 Abs. 1 ZPO die Kos­ten der Re­vi­si­on zu tra­gen.

Kreft 

Ber­ger 

Ra­chor

F. Löll­gen 

Ger­scher­mann

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