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Urteile zum Arbeitsrecht
Nach Jahrgang
   
Schlag­worte: Sympathiestreik, Streik, Arbeitskampf, Schadensersatz, Fluglotsen, Gewerkschaft
   
Gericht: Bundesarbeitsgericht
Akten­zeichen: 1 AZR 754/13
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 25.08.2015
   
Leit­sätze: Bei ei­nem Streik folgt die un­mit­tel­ba­re Kampf­be­trof­fen­heit des Ar­beit­ge­bers aus dem Streik­auf­ruf. Mit ihm wird re­gelmäßig nicht in das Recht am ein­ge­rich­te­ten und aus­geübten Ge­wer­be­be­trieb ei­nes kampfun­be­tei­lig­ten Un­ter­neh­mens ein­ge­grif­fen.
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Frankfurt am Main, Urteil vom 27.03.2012 - 10 Ca 3468/11
Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 25.04.2013 - 9 Sa 561/12
   

BUN­DES­AR­BEITS­GERICHT

1 AZR 754/13
9 Sa 561/12 Hes­si­sches
Lan­des­ar­beits­ge­richt


Im Na­men des Vol­kes!

Verkündet am

25. Au­gust 2015

UR­TEIL

Met­ze, Ur­kunds­be­am­ter

der Geschäfts­stel­le

In Sa­chen

1.

Kläge­rin, Be­ru­fungskläge­rin und Re­vi­si­onskläge­rin zu 1.,

2.

Kläge­rin, Be­ru­fungskläge­rin und Re­vi­si­onskläge­rin zu 2.,

3.

Kläge­rin, Be­ru­fungskläge­rin und Re­vi­si­onskläge­rin zu 3.,

4.

Kläge­rin, Be­ru­fungskläge­rin und Re­vi­si­onskläge­rin zu 4.,



- 2 - 


pp.

Be­klag­te, Be­ru­fungs­be­klag­te und Re­vi­si­ons­be­klag­te,

hat der Ers­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts auf­grund der münd­li­chen Ver­hand­lung vom 25. Au­gust 2015 durch die Präsi­den­tin des Bun­des­ar­beits­ge­richts Schmidt, den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Prof. Dr. Koch, die Rich­te­rin am Bun­des­ar­beits­ge­richt K. Schmidt so­wie die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Schus­ter und Dr. Ben­rath für Recht er­kannt:

Auf die Re­vi­sio­nen der Kläge­rin­nen wird fest­ge­stellt, dass das Ur­teil des Hes­si­schen Lan­des­ar­beits­ge­richts vom 25. April 2013 - 9 Sa 561/12 - in­so­weit ge­gen­stands­los ist, als die Kla­gen we­gen auf § 280 Abs. 1 BGB gestütz­ter Scha­dens­er­satz­ansprüche ab­ge­wie­sen wor­den sind.

Im Übri­gen wer­den die Re­vi­sio­nen ge­gen das vor­ge­nann­te Ur­teil mit der Maßga­be zurück­ge­wie­sen, dass un­ter Auf­he­bung der an­ge­foch­te­nen Ent­schei­dung im Kos­ten­punkt die Kos­ten des Rechts­streits die Kläge­rin­nen zu 1. und 3. je zu 37 %, die Kläge­rin zu 2. zu 1 % und die Kläge­rin zu 4. zu 25 % zu tra­gen ha­ben.
 


Von Rechts we­gen!


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Tat­be­stand

Die Par­tei­en strei­ten über Scha­dens­er­satz we­gen ei­nes Streiks


Die Kläge­rin­nen sind Flug­ge­sell­schaf­ten. Die Be­klag­te ist die Ge­werk­schaft der Flug­si­che­rung. Sie ver­tritt die be­rufs- und ta­rif­po­li­ti­schen In­ter­es­sen des Flug­si­che­rungs­per­so­nals in Deutsch­land. Mit der Deut­schen Flug­si­che­rung GmbH (DFS) hat sie ei­ne Ver­ein­ba­rung ge­schlos­sen, nach der im Fal­le ei­nes Ar­beits­kamp­fes die Durchführung be­stimm­ter Not­dien­st­ar­bei­ten in ei­nem näher ge­re­gel­ten Um­fang si­cher­zu­stel­len ist.

Die DFS ist ei­ne Ge­sell­schaft mit be­schränk­ter Haf­tung, de­ren An­tei­le aus­sch­ließlich vom Bund ge­hal­ten wer­den. Nach § 1 der seit 1. Ja­nu­ar 1993 gülti­gen Ver­ord­nung zur Be­auf­tra­gung ei­nes Flug­si­che­rungs­un­ter­neh­mens (zu­letzt in der ab 29. Au­gust 2009 gülti­gen Fas­sung, BGBl. I S. 2942) ist sie da­mit be­auf­tragt, die im Luft­ver­kehrs­ge­setz (Luft­VG) näher ge­re­gel­ten Flug­si­che­rungs­auf­ga­ben wahr­zu­neh­men. Gemäß § 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 6 Buchst. a Luft­VG in der bis 3. Au­gust 2009 gel­ten­den Fas­sung (aF) wa­ren die hierfür an­fal­len­den Kos­ten (Gebühren und Aus­la­gen) in ei­ner vom zuständi­gen Bun­des­mi­nis­te­ri­um er­las­se­nen Rechts­ver­ord­nung fest­ge­legt. Da­bei wa­ren die Gebührensätze so zu be­mes­sen, dass der ge­sam­te Auf­wand für die Flug­si­che­rung ge­deckt war (sog. Voll­kos­ten­de­ckungs­prin­zip nach § 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 6 Satz 2 Luft­VG aF).

Die Kläge­rin­nen nut­zen ua. den Flug­ha­fen Stutt­gart. An die­sem hält die DFS ei­nen Tower vor, in dem mehr als 20 bei ihr an­ge­stell­te Flug­lot­sen tätig sind. Die Vor­feld­kon­trol­le nahm zunächst die Flug­ha­fen­be­trei­ber­ge­sell­schaft - die Flug­ha­fen Stutt­gart GmbH (FSG) - selbst wahr. Die FSG beschäftigt mehr als 1000 Ar­beit­neh­mer; im Be­reich der Ver­kehrs­zen­tra­le und Vor­feld­kon­trol­le wa­ren 23 Ar­beit­neh­mer ein­ge­setzt.

Die Be­klag­te for­der­te im Frühjahr 2008 die FSG zu Ta­rif­ver­hand­lun­gen für die in die­sem Be­reich täti­gen und bei ihr or­ga­ni­sier­ten Ar­beit­neh­mer auf. Sie ei­nig­te sich mit der FSG in ei­ner am 10. No­vem­ber 2008 ge­schlos­se­nen „Pro­zess­ver­ein­ba­rung“ auf Rah­men­be­din­gun­gen für den Ab­lauf auf­zu­neh­men­der
 


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Son­die­rungs­gespräche und Ta­rif­ver­hand­lun­gen so­wie - be­zo­gen auf ein­zel­ne Re­ge­lungs­ge­genstände - auf zeit­ge­bun­de­ne Frie­dens­pflich­ten, ua. bis zum 28. Fe­bru­ar 2009 hin­sicht­lich al­ler Vergütungs­fra­gen. Am 25. Fe­bru­ar 2009 er-klärte die Be­klag­te ge­genüber der FSG das Schei­tern der Ver­hand­lun­gen über ei­ne Vergütungs­re­ge­lung und kündig­te nach Ab­lauf der Frie­dens­pflicht Ar­beits­kampf­maßnah­men an. Vom 3. bis 6. März 2009 kam es zu ei­nem be­fris­te­ten Streik der Mit­ar­bei­ter im Be­reich Ver­kehrs­zen­tra­le und Vor­feld­kon­trol­le, der später verlängert wur­de. Bis zum 31. März 2009 setz­te die FSG ne­ben den bei ihr beschäftig­ten, nicht strei­ken­den Mit­ar­bei­tern Vor­feld­lot­sen und Ver­kehrs­zen­tra­len­mit­ar­bei­ter an­de­rer Flughäfen ein, so dass es zu kei­nen Ein­schränkun­gen im Flug­be­trieb kam. Ab dem 1. April 2009 über­nahm die DFS ent­spre­chend ei­nem im Fe­bru­ar 2009 mit der FSG ge­schlos­se­nen Dienst­leis­tungs­ver­trag die Vor­feld­kon­trol­le. Ab die­sem Zeit­punkt beschäftig­te die FSG die vor­mals in der Ver­kehrs­zen­tra­le und Vor­feld­kon­trol­le ein­ge­setz­ten Ar­beit­neh­mer, so­weit sie de­ren Ar­beits­verhält­nis­se nicht gekündigt hat­te, auf den ver­blie­be­nen Ar­beitsplätzen als Flight Da­ta und Dis­po­nent in der Ver­kehrs­zen­tra­le oder als Ko­or­di­na­tor.
 

Nach­dem das Ar­beits­ge­richt Stutt­gart am 2. März 2009 ei­nen An­trag der DFS ge­gen die Be­klag­te auf Er­lass ei­ner einst­wei­li­gen Verfügung zur Ver­hin­de­rung ei­nes et­wai­gen ge­gen sie ge­rich­te­ten Streiks zur Un­terstützung des ge­gen die FSG ge­rich­te­ten Haupt­ar­beits­kamp­fes ab­ge­wie­sen und das Lan­des­ar­beits­ge­richt Ba­den-Würt­tem­berg die hier­ge­gen ein­ge­leg­te so­for­ti­ge Be­schwer­de am 31. März 2009 zurück­ge­wie­sen hat­te, be­schloss die Be­klag­te Ar­beits­kampf­maßnah­men ge­gen die DFS. Ent­spre­chend ei­ner der DFS am 5. April 2009 zu­ge­gan­ge­nen Ankündi­gung rief sie für den 6. April 2009 in der Zeit von 16:00 Uhr bis 22:00 Uhr ih­re im Tower Stutt­gart beschäftig­ten Mit­glie­der zu ei­nem Un­terstützungs­streik auf. In der Ankündi­gung gab sie an:

„Die­ser Un­terstützungs­streik dient zur Durch­set­zung der GdF-For­de­run­gen ge­genüber der Flug­ha­fen Stutt­gart GmbH.“

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Am 6. April 2009 um 16:00 Uhr leg­ten die bei der Be­klag­ten or­ga­ni­sier­ten und im Tower Stutt­gart beschäftig­ten - mit Aus­nah­me der für Ar­bei­ten nach der Not­dienst­ver­ein­ba­rung ein­ge­teil­ten - Flug­lot­sen die Ar­beit nie­der. Um 21:09 Uhr be­en­de­te die Be­klag­te die Kampf­maßnah­me auf­grund ei­ner auf An-trag der Kläge­rin­nen zu 1., 2. und 4. so­wie der Rechts­vorgänge­rin der Kläge­rin zu 3. er­las­se­nen Ver­bots­verfügung des Ar­beits­ge­richts Frank­furt am Main vom 6. April 2009.

Ent­spre­chend der Not­dienst­ver­ein­ba­rung wi­ckel­ten die bei der Be­klag­ten or­ga­ni­sier­ten Flug­lot­sen am 6. April 2009 zwi­schen 16:00 Uhr und 21:09 Uhr zehn Flug­be­we­gun­gen pro St­un­de ab. Das ent­sprach 25 % des planmäßigen Luft­ver­kehrs, der in dem vom Ar­beits­kampf be­trof­fe­nen Sek­tor übli­cher­wei­se pro St­un­de durch­geführt wird. Nach ei­ner Auf­stel­lung der kla­gen­den Flug­ge­sell­schaf­ten fie­len bei der Kläge­rin zu 1. je­weils sechs Flüge von und nach Stutt­gart aus. Neun ih­rer Flüge von Stutt­gart und 13 nach Stutt­gart wa­ren ver­spätet. Bei der Kläge­rin zu 2. war ein Flug ver­spätet. Zwei Flüge der Kläge­rin zu 3. mit dem Ziel Stutt­gart wur­den zu ei­nem an­de­ren Flug­ha­fen um­ge­lei­tet. Bei der Kläge­rin zu 4. fie­len drei Flüge nach Stutt­gart aus; ein Flug von und vier Flüge nach Stutt­gart wa­ren ver­spätet.


Mit ih­ren Kla­gen ha­ben die Kläge­rin­nen - je­weils - die Er­stat­tung ei­nes be­zif­fer­ten Scha­dens ver­langt und Fest­stel­lungs­anträge an­ge­bracht. Die Scha­dens­er­satz­ansprüche ha­ben sie in den Vor­in­stan­zen auf § 823 Abs. 1 BGB und § 826 BGB gestützt und hier­zu gel­tend ge­macht, die Ar­beits­nie­der­le­gung der Flug­lot­sen hin­de­re sie an der be­stim­mungs­gemäßen Ver­wen­dung ih­rer Flug­zeu­ge und ver­let­ze da­mit ih­re Ei­gen­tums­rech­te. Darüber hin­aus grei­fe der Un­terstützungs­ar­beits­kampf in rechts­wid­ri­ger Wei­se in ihr Recht am ein­ge­rich­te­ten und aus­geübten Ge­wer­be­be­trieb ein. Der von der Be­klag­ten in­iti­ier­te Streik ha­be auf die Still­le­gung des Luft­ver­kehrs und da­mit un­mit­tel­bar auf den Flug­be­trieb der be­trof­fe­nen Flug­ge­sell­schaf­ten ge­zielt. Die Ak­ti­on ste­he ei­ner teil­wei­sen und ge­genüber un­be­tei­lig­ten Drit­ten grundsätz­lich un­zulässi­gen Be­triebs­blo­cka­de gleich. Auf­grund des bei der DFS gel­ten­den Voll­kos­ten­de­ckungs­prin­zips hätten al­lein Flug­un­ter­neh­men wirt­schaft­li­che Schäden zu ver­zeich­nen. Die Ar­beits­kampf­maßnah­me sei un­zulässig ge­we­sen. Flug­lot­sen sei­en we­gen der
 

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Ausübung son­der­po­li­zei­li­cher Auf­ga­ben nicht streik­be­fugt. Zu­dem ha­be der Un­terstützungs­streik auf ei­ne sit­ten­wid­ri­ge Schädi­gung der Kläge­rin­nen ge­zielt.


Die Kläge­rin zu 1. hat zu­letzt be­an­tragt, 


1. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an sie 12.050,13 Eu­ro nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz gemäß § 247 BGB seit dem 14. Ju­ni 2011 zu zah­len;


2. fest­zu­stel­len, dass die Be­klag­te ihr ge­genüber ver­pflich­tet war, die ge­gen die Deut­sche Flug­si­che­rung GmbH am 6. April 2009 durch­geführ­ten Ar­beits­kampf­maßnah­men mit dem Ziel ei­ner Durch­set­zung von Vergütungs­for­de­run­gen, die die Be­klag­te für die Ar­beit­neh­mer der Ab­tei­lung „Vor­feld­kon­trol­le/Ver­kehrs­zen­tra­le“ ge­gen die Flug­ha­fen Stutt­gart GmbH er­ho­ben hat, zu un­ter­las­sen, so­weit sie zu Störun­gen des Flug­be­triebs der Kläge­rin zu 1. führ­ten;


hilfs­wei­se zu Zif­fer 2.


3. fest­zu­stel­len, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, ihr den Scha­den zu er­set­zen, der ihr aus den ge­gen die Deut­sche Flug­si­che­rung GmbH am 6. April 2009 durch­geführ­ten Ar­beits­kampf­maßnah­men der Be­klag­ten ent­stan­den ist.

Die Kläge­rin zu 2. hat zu­letzt be­an­tragt, 


1. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an sie 88,00 Eu­ro nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz gemäß § 247 BGB seit dem 14. Ju­ni 2011 zu zah­len;


2. fest­zu­stel­len, dass die Be­klag­te ihr ge­genüber ver­pflich­tet war, die ge­gen die Deut­sche Flug­si­che­rung GmbH am 6. April 2009 durch­geführ­ten Ar­beits­kampf­maßnah­men mit dem Ziel ei­ner Durch­set­zung von Vergütungs­for­de­run­gen, die die Be­klag­te für die Ar­beit­neh­mer der Ab­tei­lung „Vor­feld­kon­trol­le/Ver­kehrs­zen­tra­le“ ge­gen die Flug­ha­fen Stutt­gart GmbH er­ho­ben hat, zu un­ter­las­sen, so­weit sie zu Störun­gen des Flug­be­triebs der Kläge­rin zu 2. führ­ten;


hilfs­wei­se zu Zif­fer 2.

3. fest­zu­stel­len, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, ihr den Scha­den zu er­set­zen, der ihr aus den ge­gen die Deut­sche Flug­si­che­rung GmbH am 6. April 2009 durch­geführ­ten Ar­beits­kampf­maßnah­men der Be­klag-

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ten ent­stan­den ist.

Die Kläge­rin zu 3. hat zu­letzt be­an­tragt,

1. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an sie 11.993,00 Eu­ro nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz gemäß § 247 BGB seit dem 14. Ju­ni 2011 zu zah­len;

2. fest­zu­stel­len, dass die Be­klag­te ihr ge­genüber ver­pflich­tet war, die ge­gen die Deut­sche Flug­si­che­rung GmbH am 6. April 2009 durch­geführ­ten Ar­beits­kampf­maßnah­men mit dem Ziel ei­ner Durch­set­zung von Vergütungs­for­de­run­gen, die die Be­klag­te für die Ar­beit­neh­mer der Ab­tei­lung „Vor­feld­kon­trol­le/Ver­kehrs­zen­tra­le“ ge­gen die Flug­ha­fen Stutt­gart GmbH er­ho­ben hat, zu un­ter­las­sen, so­weit sie zu Störun­gen des Flug­be­triebs der Kläge­rin zu 3. führ­ten;

hilfs­wei­se zu Zif­fer 2.

3. fest­zu­stel­len, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, ihr den Scha­den zu er­set­zen, der ihr aus den ge­gen die Deut­sche Flug­si­che­rung GmbH am 6. April 2009 durch­geführ­ten Ar­beits­kampf­maßnah­men der Be­klag­ten ent­stan­den ist.

Die Kläge­rin zu 4. hat zu­letzt be­an­tragt,

1. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an sie 8.446,54 Eu­ro nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz gemäß § 247 BGB seit dem 14. Ju­ni 2011 zu zah­len;

2. fest­zu­stel­len, dass die Be­klag­te ihr ge­genüber ver­pflich­tet war, die ge­gen die Deut­sche Flug­si­che­rung GmbH am 6. April 2009 durch­geführ­ten Ar­beits­kampf­maßnah­men mit dem Ziel ei­ner Durch­set­zung von Vergütungs­for­de­run­gen, die die Be­klag­te für die Ar­beit­neh­mer der Ab­tei­lung „Vor­feld­kon­trol­le/Ver­kehrs­zen­tra­le“ ge­gen die Flug­ha­fen Stutt­gart GmbH er­ho­ben hat, zu un­ter­las­sen, so­weit sie zu Störun­gen des Flug­be­triebs der Kläge­rin zu 4. führ­ten;

hilfs­wei­se zu Zif­fer 2.

3. fest­zu­stel­len, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, ihr den Scha­den zu er­set­zen, der ihr aus den ge­gen die Deut­sche Flug­si­che­rung GmbH am 6. April 2009 durch­geführ­ten Ar­beits­kampf­maßnah­men der Be­klag-
 

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ten ent­stan­den ist.


Die Be­klag­te hat Kla­ge­ab­wei­sung be­an­tragt. Sie hat die Auf­fas­sung ver­tre­ten, den kla­gen­den Flug­ge­sell­schaf­ten ste­he als mit­tel­bar be­trof­fe­nen Un­ter­neh­men kein Er­satz für er­lit­te­ne Vermögensschäden zu. Der Streik ha­be sich ge­gen die DFS ge­rich­tet und die Un­terstützung des Haupt­ar­beits­kamp­fes ge­gen die FSG be­zweckt. Ein Ein­griff in de­liktsrecht­lich geschütz­te Rechtsgüter Drit­ter sei da­mit nicht ver­bun­den.
 

Das Ar­beits­ge­richt hat die Kla­gen ab­ge­wie­sen. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat die Be­ru­fun­gen der Kläge­rin­nen - nach Prüfung und Ver­nei­nung auch ei­nes Scha­dens­er­satz­an­spruchs aus § 280 Abs. 1 BGB iVm. den Grundsätzen des Ver­trags mit Schutz­wir­kung zu­guns­ten Drit­ter im Hin­blick auf die zwi­schen der Be­klag­ten und der FSG ge­schlos­se­ne „Pro­zess­ver­ein­ba­rung“ - zurück­ge­wie­sen. Mit ih­ren Re­vi­sio­nen ver­fol­gen die Kläge­rin­nen die Kla­ge­anträge wei­ter. Die Be­klag­te be­an­tragt, die Re­vi­sio­nen zurück­zu­wei­sen.


Ent­schei­dungs­gründe

Die Re­vi­sio­nen der Kläge­rin­nen sind in der Sa­che un­be­gründet. Das Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts ist al­ler­dings in­so­weit rechts­feh­ler­haft und we­gen ei­nes Ver­s­toßes ge­gen § 308 Abs. 1 Satz 1 ZPO zu kor­ri­gie­ren, als es über ei­nen An­spruch aus § 280 Abs. 1 BGB iVm. den Grundsätzen des Ver­trags mit Schutz­wir­kung zu­guns­ten Drit­ter ent­schie­den hat. Auch war die an­ge­foch­te­ne Ent­schei­dung im Kos­ten­punkt von Amts we­gen zu be­rich­ti­gen.


Im Übri­gen ha­ben die Vor­in­stan­zen den Kla­ge­be­geh­ren zu Recht nicht ent­spro­chen. Der von den Kläge­rin­nen je­weils gel­tend ge­mach­te Zah­lungs­an­spruch ist aus de­liktsrecht­li­chen Gründen un­be­gründet, oh­ne dass es auf die Rechtmäßig­keit der Ar­beits­kampf­maßnah­me vom 6. April 2009 an­kommt. Die Fest­stel­lungs­anträge sind un­zulässig.


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I. Mit der Ab­wei­sung des auf ei­ne Ver­trags­ver­let­zung gestütz­ten An­spruchs der Kläge­rin­nen hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt ge­gen § 308 Abs. 1 Satz 1 ZPO ver­s­toßen. Dies hat der Se­nat auch oh­ne ei­ne hier­auf gestütz­te Ver­fah­rensrüge der Par­tei­en von Amts we­gen zu berück­sich­ti­gen (BAG 17. März 2015 - 1 ABR 49/13 - Rn. 8).

1. In der Ab­er­ken­nung ei­nes An­spruchs aus § 280 Abs. 1 BGB iVm. den Grundsätzen des Ver­trags mit Schutz­wir­kung zu­guns­ten Drit­ter durch das Lan­des­ar­beits­ge­richt liegt ein Ver­s­toß ge­gen § 308 Abs. 1 Satz 1 ZPO.

a) Nach § 308 Abs. 1 Satz 1 ZPO ist ein Ge­richt nicht be­fugt, ei­ner Par­tei et­was zu­zu­spre­chen, was nicht be­an­tragt ist. Ent­spre­chen­des gilt, wenn das Ge­richt dem Kläger ei­nen An­spruch ab­spricht, den die­ser nicht er­ho­ben hat (BAG 15. April 2015 - 4 AZR 796/13 - Rn. 21 mwN; BGH 28. Mai 1998 - I ZR 275/95 - zu II 2 a der Gründe).

b) Das ist hier der Fall. Die Kläge­rin­nen ha­ben in den Vor­in­stan­zen die be­gehr­ten Rechts­fol­gen al­lein auf de­lik­ti­sche Tat­bestände gestützt. Dem­ge­genüber han­delt es sich bei dem vom Lan­des­ar­beits­ge­richt ge­prüften - und ver­nein­ten - Scha­dens­er­satz­an­spruch we­gen ei­ner Ver­let­zung von zwi­schen der Be­klag­ten und der FSG ver­ab­re­de­ten Frie­dens­pflich­ten um ei­nen ei­genständi­gen Streit­ge­gen­stand. Die Ein­be­zie­hung der Kläge­rin­nen in ei­ne zwi­schen den (Haupt-)Ar­beits­kampf­geg­nern ver­ab­re­de­te Frie­dens­pflicht ist ein ge­son­der­ter Le­bens­sach­ver­halt, des­sen Be­wer­tung vom Be­ste­hen ei­ner (ta­rif-)ver­trag­li­chen Ver­ein­ba­rung und de­ren Aus­le­gung abhängig ist. Die­se Fra­ge ist für die von den Kläge­rin­nen aus § 823 Abs. 1 und § 826 BGB ab­ge­lei­te­ten de­lik­ti­schen Ansprüche oh­ne Be­deu­tung.

2. Der Ver­fah­rens­ver­s­toß ist nicht da­durch ge­heilt, dass sich die Kläge­rin­nen in den Be­gründun­gen ih­rer Re­vi­sio­nen mit der Ab­leh­nung des ver­trag­li­chen Scha­dens­er­satz­an­spruchs aus­ein­an­der­ge­setzt und sich da­mit die­sen Kla­ge­grund zu Ei­gen ge­macht ha­ben. Hier­in liegt ei­ne Kla­ge­er­wei­te­rung in der Re­vi­si­ons­in­stanz. Ei­ne sol­che ist grundsätz­lich un­zulässig (BAG 15. April 2015 - 4 AZR 796/13 - Rn. 22 mwN).

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3. Das an­ge­foch­te­ne Ur­teil un­ter­liegt im Hin­blick auf den aus der Ver­let­zung von § 308 Abs. 1 Satz 1 ZPO be­ru­hen­den Ver­fah­rens­feh­ler der Kor­rek­tur, um ei­ne sonst ein­tre­ten­de Rechts­kraft (hier­zu BAG 18. Mai 2011 - 4 AZR 457/09 - Rn. 12; BGH 28. Mai 1998 - I ZR 275/95 - zu II 2 a der Gründe) aus­zu­sch­ließen. Dies war im Ent­schei­dungs­aus­spruch aus Gründen der Klar­stel­lung fest­zu­stel­len (BAG 7. Au­gust 2012 - 9 AZR 189/11 - Rn. 8).


II. Die von den Kläge­rin­nen je­weils zu 1. an­ge­brach­ten Zah­lungs­anträge sind un­be­gründet.


1. Der mit den je­wei­li­gen Anträgen gel­tend ge­mach­te Scha­dens­er­satz­an­spruch folgt nicht aus § 823 Abs. 1 BGB. Es fehlt an ei­nem haf­tungs­re­le­van­ten Ein­griff in ein von § 823 Abs. 1 BGB geschütz­tes Rechts­gut der Kläge­rin­nen. Es be­darf da­her kei­ner Ent­schei­dung, un­ter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen ei­ne sol­che Ver­let­zungs­hand­lung un­ter Berück­sich­ti­gung der von den Kläge­rin­nen vor­ge­tra­ge­nen Grund­rech­te aus Art. 12 Abs. 1 GG und Art. 14 Abs. 1 GG ge­recht­fer­tigt wäre.


a) Dies gilt zunächst in­so­weit, als das - von der Be­klag­ten nicht in Ab­re­de ge­stell­te - Ei­gen­tum der Kläge­rin­nen an den Flug­zeu­gen, die in der Zeit der Streik­maßnah­me der Flug­lot­sen am 6. April 2009 nicht oder ver­spätet in Stutt­gart star­ten oder lan­den konn­ten, als ver­letz­tes Rechts­gut in Re­de steht.


aa) Ei­ne Ei­gen­tums­ver­let­zung iSd. § 823 Abs. 1 BGB setzt nicht zwin­gend ei­nen Ein­griff in die Sach­sub­stanz vor­aus, son­dern kann auch durch ei­ne nicht un­er­heb­li­che Be­ein­träch­ti­gung der be­stim­mungs­gemäßen Ver­wen­dung der be­tref­fen­den Sa­che er­fol­gen. Vor­aus­set­zung ist stets, dass die Be­ein­träch­ti­gung ih­ren Grund in ei­ner un­mit­tel­ba­ren Ein­wir­kung auf die Sa­che selbst hat, wo­bei die­se tatsäch­li­cher oder - wie im Fal­le ei­nes Nut­zungs­ver­bots - recht­li­cher Na­tur sein kann (BGH 9. De­zem­ber 2014 - VI ZR 155/14 - Rn. 18 mwN; vgl. auch Pi­cker NJW 2015, 2304, 2305). Ei­ne die Ei­gentümer­be­fug­nis­se tref­fen­de tatsächli­che Ein­wir­kung auf ei­ne Sa­che, die dem Trans­port von Men­schen oder Gütern dient, kann et­wa an­zu­neh­men sein, wenn sie je­de Be­we­gungsmöglich­keit ver­liert und ih­rem be­stim­mungs­gemäßen Ge­brauch für ei­nen nicht un­er-


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heb­li­chen Zeit­raum ent­zo­gen wird (vgl. BGH 11. Ja­nu­ar 2005 - VI ZR 34/04 - zu II 2 a der Gründe mwN; 21. De­zem­ber 1970 - II ZR 133/68 - BGHZ 55, 153). Dies ist je­doch nicht der Fall, wenn ein Trans­port­mit­tel un­ter Bei­be­hal­tung sei­ner Be­we­gungsmöglich­keit nur we­ni­ge St­un­den an ei­ner kon­kret ge­plan­ten Fahrt ge­hin­dert und da­durch le­dig­lich sei­ne wirt­schaft­li­che Nut­zung vorüber­ge­hend ein­ge­engt wird (BGH 11. Ja­nu­ar 2005 - VI ZR 34/04 - zu II 2 a der Gründe mwN).


bb) Aus­ge­hend da­von hat die Be­klag­te als den Un­terstützungs­streik am 6. April 2009 führen­de Ge­werk­schaft das Ei­gen­tum der Kläge­rin­nen an ih­ren Flug­zeu­gen nicht ver­letzt.


(1) Ei­ne sons­ti­ge die Ei­gentümer­be­fug­nis­se tref­fen­de Ein­wir­kung auf die Flug­zeu­ge ist im Hin­blick auf die ver­späte­ten Flüge der Kläge­rin­nen zu 1., 2. und 4. von und nach Stutt­gart, die aus­ge­fal­le­nen Flüge der Kläge­rin zu 4. nach Stutt­gart so­wie die um­ge­lei­te­ten Flüge der Kläge­rin zu 3. schon nicht an­zu­neh­men. Die be­tref­fen­den Luft­fahr­zeu­ge sind ih­rem be­stim­mungs­gemäßen Ge­brauch als Rei­se­flug­zeug nicht ent­zo­gen ge­we­sen. We­der war ih­re Lufttüch­tig­keit oder Be­we­gungsfähig­keit ein­ge­schränkt noch ih­re Nut­zung der­art un­ter­bun­den, dass sie als Trans­port­mit­tel prak­tisch aus­schie­den (vgl. BGH 21. De­zem­ber 1970 - II ZR 133/68 - zu II 4 a der Gründe, BGHZ 55, 153). In­so­weit wur­de auf­grund des Streiks der Flug­lot­sen des Towers Stutt­gart le­dig­lich die Er­war­tung der Kläge­rin­nen enttäuscht, mit ei­nem be­stimm­ten Flug­zeug zu ei­nem be­stimm­ten Zeit­punkt an ei­nem be­stimm­ten Flug­ha­fen zu star­ten oder zu lan­den. Dies ist ei­ne Dis­po­si­ti­ons­be­ein­träch­ti­gung, die nicht dem Schutz des § 823 Abs. 1 BGB un­terfällt.


(2) Eben­so liegt kei­ne Ver­let­zung des Ei­gen­tums in dem oh­ne­hin nur die Kläge­rin zu 1. tref­fen­den Um­stand, dass am 6. April 2009 sechs ih­rer von Stutt­gart aus star­ten­den Flüge we­gen des Streiks der dor­ti­gen Tower­lot­sen an­nul­liert wur­den und die ent­spre­chen­den Flug­zeu­ge nicht ab­flie­gen konn­ten. Auch in­so­weit fehlt es an ei­ner de­liktsre­le­van­ten Nut­zungs­be­ein­träch­ti­gung.

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(a) Da­bei kann of­fen­blei­ben, ob es sich - wo­von of­fen­sicht­lich das Lan­des­ar­beits­ge­richt aus­ge­gan­gen ist - um ei­ne Nut­zungs­ver­hin­de­rung der Flug­zeu­ge während des ge­sam­ten Zeit­raums des auf sechs St­un­den an­ge­leg­ten und tatsächlich fünf St­un­den und neun Mi­nu­ten währen­den Streiks ge­han­delt hat. Al­ler­dings ver­nachlässigt die­se An­nah­me, dass der Ver­kehrs­flug­ha­fen Stutt­gart auf der Grund­la­ge von § 1 Abs. 1 und Abs. 2 der Ver­ord­nung über die Durchführung der Flug­ha­fen­ko­or­di­nie­rung (- FHKV - BGBl. I 1994 S. 1262) für die ge­sam­te Be­triebs­zeit für vollständig ko­or­di­niert erklärt wor­den ist (BAnz. 1995 S. 5549). Bei ko­or­di­nier­ten Ver­kehrs­flughäfen hat gemäß § 3 Abs. 2 Nr. 1 FHKV der Hal­ter ei­nes Luft­fahr­zeugs für al­le be­ab­sich­tig­ten Starts und Lan­dun­gen von Flügen nach In­stru­men­ten­flug­re­geln sog. Slots („Start Lan­dig Ope­ra­ti­on Ti­me“) zur Zu­wei­sung beim Flug­ha­fen­ko­or­di­na­tor zu be­an­tra­gen; nach § 3 Abs. 2 Nr. 2 FHKV sind Starts und Lan­dun­gen oh­ne zu­ge­wie­se­nen Slot un­ter­sagt. Nur die­se durch den Flug­ha­fen­ko­or­di­na­tor zu­ge­teil­te Zeit­ni­sche er­laubt ih­rem In­ha­ber ver­bind­lich den Zu­gang zu den li­mi­tier­ten Flug­ha­fengütern so­wie den da­mit un­mit­tel­bar zu­sam­menhängen­den Luft­raum- und Flug­si­che­rungs­ka­pa­zitäten zu ei­nem be­stimm­ten Zeit­punkt (vgl. Bau­mann in Grab­herr/ Reidt/Wysk Luft­VG Stand Au­gust 2010 § 27a Rn. 27). Da­mit dürf­te die Nut­zung der für ei­nen Start in Stutt­gart vor­ge­se­he­nen Flug­zeu­ge der Kläge­rin zu 1. frühes­tens ab dem Zeit­punkt des ihr am 6. April 2009 im Streik­zeit­raum je­weils zu­ge­wie­se­nen Slots be­ein­träch­tigt ge­we­sen sein, oh­ne dass die streik­be­ding­te Hin­de­rung der Slot­nut­zung ih­rer­seits ei­ne Ver­let­zung des Ei­gen­tums oder ei­nes sons­ti­gen ab­so­lu­ten Rechts iSv. § 823 Abs. 1 BGB dar­stell­te. An ei­nem Slot be­ste­hen kei­ne Ei­gen­tums- oder ei­gen­tumsähn­li­chen Rech­te. Sei­ne Rechts­qua­lität ist viel­mehr al­lein aus dem Ge­sichts­punkt ei­ner dis­kri­mi­nie­rungs­frei­en und an­ge­mes­se­nen Teil­ha­be an ei­nem (staat­lich ver­wal­te­ten) li­mi­tier­ten Gut zu be­stim­men (Bau­mann in Grab­herr/Reidt/Wysk aaO § 27a Rn. 28; vgl. auch [zur uni­ons­recht­li­chen Ver­ord­nungs­la­ge] Beck Die Re­ge­lung von Slots [Zeit­ni­schen] im Luft­ver­kehrs­recht S. 79). Ein sol­ches Recht un­terfällt - ähn­lich dem Recht auf un­ge­hin­der­ten Zu­gang zur öffent­li­chen In­fra­struk­tur (hier­zu BGH 11. Ja­nu­ar 2005 - VI ZR 34/04 - zu II 2 a der Gründe mwN) - grundsätz­lich nicht dem Schutz des § 823 Abs. 1 BGB.
 

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(b) Selbst wenn - mit dem Be­ru­fungs­ge­richt - von ei­nem Nut­zungs­ent­zug der sechs Flug­zeu­ge während des ge­sam­ten Streik­zeit­raums aus­zu­ge­hen wäre, hätte auch dies kei­ne ei­gen­tums­ver­let­zen­de Re­le­vanz. Die In­ten­sität ei­ner sol­chen Be­ein­träch­ti­gung war nicht der­art gra­vie­rend, dass ein Aus­schluss der Kläge­rin zu 1. von ih­rem Ei­gen­tum an­zu­neh­men ist. Sie konn­te kon­kret ge­plan­te Flüge nicht durchführen. Da­durch wa­ren die be­tref­fen­den Luft­fahr­zeu­ge als Trans­port­mit­tel nicht gänz­lich un­brauch­bar, son­dern konn­ten le­dig­lich - oh­ne un­mit­tel­ba­re Ein­wir­kung auf sie - für ei­ne kur­ze Zeit­span­ne nicht wirt­schaft­lich ge­nutzt wer­den.


(3) Die von der Kläge­rin zu 1. her­an­ge­zo­ge­ne Ent­schei­dung des Bun­des­ge­richts­hofs vom 21. Ju­ni 1977 (- VI ZR 58/76 -) ge­bie­tet kei­ne an­de­re Be­ur­tei­lung. Dar­in hat der Bun­des­ge­richts­hof ei­ne Ei­gen­tums­ver­let­zung an­ge­nom­men, weil ein Be­triebs­grundstück nach ei­nem po­li­zei­li­chen Räum­ungs­ge­bot we­gen Ex­plo­si­ons­ge­fahr ei­nes um­gestürz­ten Tank­las­ters für zwei St­un­den ge­sperrt wer­den muss­te. Da­bei hat­te je­doch die Grundstücks­be­ein­träch­ti­gung we­gen der aku­ten Brand- und Ex­plo­si­ons­gefähr­dung ih­ren Grund in ei­ner un­mit­tel­ba­ren Ein­wir­kung auf die Sa­che selbst. Da­ge­gen hat der Bun­des­ge­richts­hof kei­ne Ei­gen­tums­ver­let­zung in dem Um­stand ge­se­hen, dass auf dem Be­triebs­grundstück be­find­li­che, mit Ma­te­ri­al be­la­de­ne Fahr­zeu­ge auch noch nach Auf­he­bung der po­li­zei­li­chen Räum­ungs­an­ord­nung we­gen der Blo­ckie­rung der Zu­fahrt­s­traße durch Ein­satz­fahr­zeu­ge von Po­li­zei und Feu­er­wehr für wei­te­re drei St­un­den am Aus­fah­ren ge­hin­dert wa­ren (BGH 21. Ju­ni 1977 - VI ZR 58/76 - zu II 2 der Gründe).

b) Den Kläge­rin­nen steht auch kein Scha­dens­er­satz­an­spruch aus § 823 Abs. 1 BGB we­gen ei­ner Ver­let­zung des Rechts am ein­ge­rich­te­ten und aus­geübten Ge­wer­be­be­trieb zu.


aa) Zu den nach § 823 Abs. 1 BGB de­lik­tisch geschütz­ten „sons­ti­gen Rech­ten“ gehört das Recht des Be­triebs­in­ha­bers am ein­ge­rich­te­ten und aus­geübten Ge­wer­be­be­trieb. Es ist auf die un­gestörte Betäti­gung und Ent­fal­tung sei­nes Be­triebs ge­rich­tet und um­fasst al­les, was in der Ge­samt­heit den wirt­schaft­li­chen Wert des Be­triebs als be­ste­hen­de Ein­heit aus­macht (BAG 22. Sep­tem­ber 2009
 


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- 1 AZR 972/08 - Rn. 21 mwN, BA­GE 132, 140). Durch die von der höchst­rich­ter­li­chen Recht­spre­chung vor­ge­nom­me­ne Ein­ord­nung des Rechts am be­ste­hen­den Ge­wer­be­be­trieb in den Kreis der „sons­ti­gen Rech­te“ des § 823 Abs. 1 BGB ist die­ses Recht den dort aus­drück­lich erwähn­ten Rechtsgütern hin­sicht­lich sei­nes Schut­zes gleich­ge­stellt. Der „Auf­fang­tat­be­stand“ ist ge­schaf­fen wor­den, um ei­ne an­dern­falls be­ste­hen­de Lücke im Rechts­schutz zu schließen (BAG 22. Sep­tem­ber 2009 - 1 AZR 972/08 - Rn. 21 mwN, BA­GE 132, 140).

bb) Al­ler­dings löst nicht jed­we­de Be­ein­träch­ti­gung ei­nes Ge­wer­be­be­triebs Er­satz- oder Ab­wehransprüche sei­nes In­ha­bers aus. Da der Schutz des ein­ge­rich­te­ten und aus­geübten Ge­wer­be­be­triebs kei­nen - dem all­ge­mei­nen De­likts-recht frem­den - Vermögens­schutz be­zweckt, be­darf es ei­ner sach­ge­rech­ten Ein­gren­zung des Haf­tungs­tat­be­stan­des. Dem dient das Er­for­der­nis des un­mit­tel­ba­ren Ein­griffs, der ei­ne sach­lich nicht zu recht­fer­ti­gen­de Pri­vi­le­gie­rung der In­ha­ber von Ge­wer­be­be­trie­ben ge­genüber an­de­ren von ei­nem scha­dens­stif­ten­den Er­eig­nis Be­trof­fe­nen aus­sch­ließt (BGH 18. Ja­nu­ar 2012 - I ZR 187/10 - Rn. 31 mwN, BGHZ 192, 204; BAG 21. Ju­ni 1988 - 1 AZR 653/86 - zu B II 2 b der Gründe, BA­GE 59, 48). Fehl­te es dar­an, würde der de­lik­ti­sche Schutz von Be­trie­ben in ei­nen § 823 Abs. 1 BGB sys­tem­frem­den Er­satz von Drittschäden oder Er­satz­ansprüche von nur mit­tel­bar Geschädig­ten aus­ufern (Löwisch/ Mei­er-Ru­dolph JuS 1982, 237, 239).

cc) Un­mit­tel­ba­re Ein­grif­fe in das Recht am be­ste­hen­den Ge­wer­be­be­trieb sind nur die­je­ni­gen, die ge­gen den Be­trieb als sol­chen ge­rich­tet, al­so be­triebs­be­zo­gen sind und nicht vom Ge­wer­be­be­trieb oh­ne wei­te­res ablösba­re Rech­te oder Rechtsgüter be­tref­fen (BGH 9. De­zem­ber 2014 - VI ZR 155/14 - Rn. 20 mwN; 22. Ju­ni 2011 - I ZR 159/10 - Rn. 75; 20. Mai 2009 - I ZR 218/07 - Rn. 12). Sol­che Ein­grif­fe müssen ih­rer ob­jek­ti­ven Stoßrich­tung nach ge­gen den be­trieb­li­chen Or­ga­nis­mus oder die un­ter­neh­me­ri­sche Ent­schei­dungs­frei­heit ge­rich­tet sein (BAG 22. Sep­tem­ber 2009 - 1 AZR 972/08 - Rn. 22 mwN, BA­GE 132, 140). Die bloße Kennt­nis der „Streu­wir­kung“ ei­ner Ver­let­zungs­hand­lung auf (Dritt-)Un­ter­neh­men lässt aber nicht zwin­gend den Schluss auf die Un­mit­tel­bar­keit ei­nes Ein­griffs in de­ren Be­trie­be zu (BGH 8. Ja­nu­ar 1981
 

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- III ZR 125/79 - zu II der Gründe). Da­her fehlt es an ei­ner Be­triebs­be­zo­gen­heit des Ein­griffs, wenn auch je­der an­de­re Recht­sträger ei­ner ent­spre­chen­den Be­hin­de­rung aus­ge­setzt sein kann, die­se aber nach den das Haf­tungs­recht prägen­den wer­ten­den Zu­rech­nungs­grundsätzen entschädi­gungs­los hin­neh­men müss­te (BGH 18. No­vem­ber 2003 - VI ZR 385/02 - zu II 2 c der Gründe; 10. De­zem­ber 2002 - VI ZR 171/02 - zu II 2 der Gründe; 21. Ju­ni 1977 - VI ZR 58/76 - zu II 2 a der Gründe). Dies ist bei Nut­zungs­be­schränkun­gen oder -störun­gen von nicht aus­sch­ließlich dem geschädig­ten Ge­wer­be­be­trieb zu­ste­hen­den Trans­port- und Ver­sor­gungs­we­gen in der Re­gel an­zu­neh­men (grdl. BGH 9. De­zem­ber 1958 - VI ZR 199/57 - BGHZ 29, 65; 8. Ju­ni 1976 - VI ZR 50/75 - BGHZ 66, 388; vgl. zur Gleis­nut­zung BGH 11. Ja­nu­ar 2005 - VI ZR 34/04 -; zur Straßen­nut­zung BGH 18. No­vem­ber 2003 - VI ZR 385/02 -; 21. Ju­ni 1977 - VI ZR 58/76 -; zur Was­ser­s­traßen­nut­zung BGH 21. De­zem­ber 1970 - II ZR 133/68 - BGHZ 55, 153; zu­letzt Rhein­schiff­fahrts­ober­ge­richt Köln 5. Sep­tem­ber 2014 - 3 U 32/14 -).

dd) Ein Streik greift un­mit­tel­bar in das Recht des be­streik­ten Ar­beit­ge­bers an sei­nem ein­ge­rich­te­ten und aus­geübten Ge­wer­be­be­trieb ein. Dies ver­pflich­tet bei Rechts­wid­rig­keit der Kampf­maßnah­me und bei schuld­haf­tem Han­deln zum Scha­dens­er­satz nach § 823 Abs. 1 BGB ge­genüber dem Kampf­geg­ner (zu­letzt BAG 19. Ju­ni 2012 - 1 AZR 775/10 - BA­GE 142, 98). Bei ei­nem Streik folgt die un­mit­tel­ba­re Kampf­be­trof­fen­heit des Ar­beit­ge­bers aus dem Streik­auf­ruf. Dem­zu­fol­ge fehlt es ge­genüber ei­nem kampfun­be­tei­lig­ten Ar­beit­ge­ber re­gelmäßig an ei­ner Be­triebs­be­zo­gen­heit ei­nes Ein­griffs in des­sen Ge­wer­be­be­trieb, mag sein Un­ter­neh­men auch durch den Streik be­ein­träch­tigt sein (eben­so Ga­mill­scheg Kol­lek­ti­ves Ar­beits­recht Bd. I § 26 II 3 a; Kis­sel Ar­beits­kampf­recht § 74 Rn. 9; Hau­er ju­ris­PR-ArbR 7/2014 Anm. 5 [zu Ar­beits­ge­richt We­sel 23. Au­gust 2013 - 6 Ga 22/13 - An­trag ei­nes Bin­nen­schiff­fahrts­un­ter­neh­mens auf Un­ter­las­sung ei­ner Streik­maßnah­me durch Schleu­senwärter]; Löwisch/Krauß AR-Blat­tei SD 134 Stand No­vem­ber 2004 Ar­beits­kampf III C 170.3.3 Rn. 34; Ot­to Ar­beits­kampf- und Sch­lich­tungs­recht § 16 Rn. 120; Sei­ter Streik­recht und Aus­sper­rungs­recht § 34 V 1; vgl. auch Däubler/Hen­sche Ar­beits­kampf­recht 3. Aufl. § 18
 

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Rn. 5 ff.; ErfK/Lin­sen­mai­er 15. Aufl. Art. 9 GG Rn. 226; aA Adam Das Verhält­nis von Ar­beits­kampf­recht und Schuld­recht S. 84 ff.).

ee) Hier­nach liegt in der Ar­beits­kampf­maßnah­me der Flug­lot­sen am 6. April 2009 kein un­mit­tel­ba­rer Ein­griff in das Recht der Kläge­rin­nen am ein­ge­rich­te­ten und aus­geübten Ge­wer­be­be­trieb.


(1) Nach dem Auf­ruf der be­klag­ten Ge­werk­schaft rich­te­te sich der Streik nicht ge­gen die Kläge­rin­nen. Ent­spre­chend ih­rer Ankündi­gung ge­genüber der DFS hat die Be­klag­te ih­re „Mit­glie­der am Stand­ort Tower Stutt­gart für Mon­tag den 06. April 2009, in der Zeit von 16:00 bis 22:00 zu ei­nem be­fris­te­ten Un­terstützungs­streik“ auf­ge­ru­fen, der dann auch - bis zu sei­nem vor­zei­ti­gen Ab­bruch - statt­ge­fun­den hat. Die Maßnah­me ziel­te dar­auf, den Be­trieb ei­ner Ein­rich­tung der DFS zu be­ein­träch­ti­gen. Mit­tels der Ar­beits­nie­der­le­gung der im Tower des Flug­ha­fens Stutt­gart täti­gen Flug­lot­sen soll­te auf die DFS ein­ge­wirkt wer­den, um den Druck auf die FSG zu verstärken und den ge­gen die­ses Un­ter­neh­men geführ­ten Haupt­ar­beits­kampf zu be­ein­flus­sen. Im Übri­gen ist we­der fest­ge­stellt noch vor­ge­tra­gen oder sonst er­sicht­lich, in­wie­weit die Be­klag­te ei­nen ir­gend­wie ge­ar­te­ten Ein­fluss dar­auf aus­geübt hätte, dass ge­ra­de die Un­ter­neh­men der kla­gen­den Flug­ge­sell­schaf­ten in dem an­ge­ge­be­nen Um­fang von den Störun­gen des die Flug­si­che­rungs­diens­te er­brin­gen­den Be­triebs be­trof­fen sein soll­ten.

(2) Ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Kläge­rin­nen wird die aus­sch­ließlich ge­gen die DFS zie­len­de Stoßrich­tung der Streik­maßnah­me nicht da­durch in Fra­ge ge­stellt, dass für die­ses Un­ter­neh­men bei den gebühren­fi­nan­zier­ten Leis­tun­gen - je­den­falls noch im Streik­zeit­punkt - das Voll­kos­ten­de­ckungs­prin­zip galt. In­so­weit ist schon un­ge­wiss, ob die­ses Prin­zip tatsächlich un­ein­ge­schränkt be­wirk­te, dass kei­ne wirt­schaft­li­che Schäden bei der DFS auf­tre­ten konn­ten. Der bloße Ver­weis der Kläge­rin­nen auf die (da­mals gel­ten­de) Ge­set­zes­la­ge ist un­be­hel­flich. Hier­aus folgt nicht, dass die Be­klag­te von vorn­her­ein von ei­nem tatsächli­chen und vollständi­gen Aus­gleich streik­be­ding­ter Gebühren­ausfälle bei der DFS durch Gebühren­erhöhun­gen aus­zu­ge­hen hat­te. Zu­dem las­sen die Kläge­rin­nen ei­nen sub­stan­ti­ier­ten Vor­trag zu ei­ner sol­chen Kom­pen­sa­ti­on ver-

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mis­sen. Un­ge­ach­tet des­sen sind Grad und In­ten­sität ei­ner Dritt­be­ein­träch­ti­gung - auch außer­halb von Ar­beits­kampf­maßnah­men - oh­ne­hin kei­ne taug­li­chen Kri­te­ri­en zur Be­stim­mung ei­ner Ein­griffs­un­mit­tel­bar­keit, wes­halb auch vor­lie­gend das Aus­maß der wirt­schaft­li­chen Schädi­gung der DFS oder an­de­rer Un­ter­neh­men für die Be­ur­tei­lung der Stoßrich­tung des Streiks vom 6. April 2009 nichts her­gibt. Nach den Fest­stel­lun­gen des Lan­des­ar­beits­ge­richts ging es der Be­klag­ten um ei­nen ge­gen die DFS ge­rich­te­ten Un­terstützungs­streik. Die Ab­seh­bar­keit ei­ner mögli­chen größeren wirt­schaft­li­chen Schädi­gung Drit­ter durch ei­ne Be­triebs­ein­schränkung bei der DFS er­wei­tert nicht den Kreis der Kampf­geg­ner oder tauscht die­se aus. Im Übri­gen wird Ar­beits­kampf­druck nicht aus­sch­ließlich durch wirt­schaft­li­che Schädi­gung aus­geübt; er kann auch psy­chi­scher Art sein und auf Selbst­verstärkungs-, An­se­hens- oder Re­pu­ta­ti­ons­ver­lustef­fek­te set­zen. So ver­mag bei ei­nem Un­terstützungs­streik die da­mit ge­zeig­te So­li­da­rität durch­aus die Kampf­be­reit­schaft der den Haupt­ar­beits­kampf führen­den Ge­werk­schafts­mit­glie­der zu stärken. Dies gilt in be­son­de­rem Maße, wenn es sich - wie im vor­lie­gen­den Fall - um die Mit­glie­der der­sel­ben Ge­werk­schaft han­delt (vgl. BAG 19. Ju­ni 2007 - 1 AZR 396/06 - Rn. 34, BA­GE 123, 134).


(3) Die Stoßrich­tung der Streik­ak­ti­on muss nicht des­halb als ge­gen die Ge­wer­be­be­trie­be der Kläge­rin­nen ge­rich­tet be­wer­tet wer­den, weil de­ren un­ter­neh­me­ri­sche Tätig­keit zwin­gend von der In­an­spruch­nah­me der durch die DFS er­brach­ten Flug­si­che­rungs­diens­te abhängt (aA Scharff BB 2015, 1845, 1848 f.; Spren­ger BB 2013, 1146, 1147 f.; wohl auch Czer­ny/Frie­ling Anm. LA­GE Art. 9 GG Ar­beits­kampf Nr. 92a). Die­se funk­tio­na­le Ver­flech­tung mo­di­fi­ziert nicht den de­liktsrecht­li­chen Grund­satz, wo­nach kein Er­satz für mit­tel­ba­re Vermögensschäden ge­schul­det wird, die Drit­te bei Ver­let­zung ih­rer Rechtsgüter durch ei­ne Re­flex­wir­kung er­lei­den.

(a) Ein Un­ter­neh­men, des­sen Geschäfts­zweck in der Beförde­rung von Per­so­nen oder Sa­chen auf dem Luft­weg be­steht, ist aus tatsächli­chen und recht­li­chen Gründen von ei­ner (ört­lich und zeit­lich be­grenz­ten) Nich­ter­brin­gung von Flug­si­che­rungs­diens­ten not­wen­dig in sei­ner un­ter­neh­me­ri­schen Betäti­gung (tem­porär und be­grenzt auf ein be­stimm­tes Ge­biet) be­trof­fen. Nach § 1 Abs. 1


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Luft­VG ist die Be­nut­zung des Luft­raums durch Luft­fahr­zeu­ge frei, so­weit sie nicht durch das Luft­VG, durch die zu sei­ner Durchführung er­las­se­nen Rechts­vor­schrif­ten, durch im In­land an­wend­ba­res in­ter­na­tio­na­les Recht, durch Rechts­ak­te der Eu­ropäischen Uni­on und die zu de­ren Durchführung er­las­se­nen Rechts­vor­schrif­ten be­schränkt wird. Die im Ein­zel­nen er­for­der­li­chen Be­schränkun­gen er­fol­gen ver­kehrs­recht­lich ua. durch die Vor­schrif­ten zur Flug­si­che­rung (vgl. be­reits BGH 10. Ju­li 1969 - KZR 13/68 - zu I der Gründe). Die­se dient gemäß § 27c Abs. 1 Luft­VG der si­che­ren, ge­ord­ne­ten und flüssi­gen Ab­wick­lung des Luft­ver­kehrs. Sie um­fasst nach § 27c Abs. 2 Satz 1 Luft­VG die Flug­si­che­rungs­diens­te, ins­be­son­de­re die in Nr. 1 Buchst. a bis d der Vor­schrift auf­geführ­ten Flug­ver­kehrs­diens­te (nach § 27c Abs. 2 Luft­VG in der bis zum 28. Au­gust 2009 gel­ten­den Fas­sung um­fass­te sie ua. die Flug­si­che­rungs­be­triebs­diens­te und die flug­si­che­rungs­tech­ni­schen Diens­te). Gemäß § 1 der ab 29. Au­gust 2009 gülti­gen Ver­ord­nung zur Be­auf­tra­gung ei­nes Flug­si­che­rungs­un­ter­neh­mens (FS-Auf­tragsV) ist die DFS da­mit be­auf­tragt, die in § 27c Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 Luft­VG ge­nann­ten Auf­ga­ben wahr­zu­neh­men (nach § 1 FS-Auf­tragsV in der bis 28. Au­gust 2009 gülti­gen Fas­sung wa­ren es die in § 27c Abs. 2 Luft­VG ge­nann­ten Auf­ga­ben).


(b) Aus die­sen luft­ver­kehrs­recht­li­chen Vor­ga­ben zu ei­ner für die Ausübung der un­ter­neh­me­ri­schen Tätig­keit der Kläge­rin­nen nicht sub­sti­tu­ier­ba­ren Leis­tungs­vor­aus­set­zung - der In­an­spruch­nah­me der Flug­si­che­rung - folgt je­doch nicht, dass sich der Un­terstützungs­streik am 6. April 2009 zwangsläufig ge­gen ih­re Ge­wer­be­be­trie­be ge­rich­tet hat. Die Re­gle­men­tie­rung des Luft­ver­kehrs ist ar­beits­kampf­neu­tral. Sie be­dingt kei­nen Wech­sel oder ei­ne Er­wei­te­rung des von der Be­klag­ten be­stimm­ten Geg­ners ih­rer Streik­ak­ti­on. Die Kläge­rin­nen be­gründen die ge­gen sie zie­len­de Stoßrich­tung des Un­terstützungs­streiks mit ih­rer un­ver­meid­li­chen Be­trof­fen­heit. Das greift zu kurz. Al­lein aus dem Ein­tritt ei­nes be­stimm­ten Hand­lungs­er­folgs kann nicht auf die Hand­lungs­ge­richtet­heit ei­ner Ar­beits­kampf­maßnah­me ge­schlos­sen wer­den. So können Flug­ge­sell­schaf­ten we­gen der spe­zi­fi­schen in­sti­tu­tio­nel­len Rah­men­be­din­gun­gen in ih­rer ge­werb­li­chen Betäti­gung vielfältig von Ta­rif­aus­ein­an­der­set­zun­gen zwi­schen Drit­ten be­trof­fen sein, bei­spiels­wei­se auch durch ei­nen Streik von Beschäftig­ten
 


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des Flug­ha­fen­be­trei­bers oder ei­nes mit be­triebs­we­sent­li­chen Auf­ga­ben wie et­wa der Si­cher­heits­kon­trol­le oder der Bo­den­ab­fer­ti­gung be­auf­trag­ten Un­ter­neh­mens. Über die Verfügbar­keit die­ser Diens­te können sie eben­so we­nig dis­po­nie­ren wie über die der Flug­si­che­rung. Nur we­gen der Un­aus­weich­lich­keit von Be­ein­träch­ti­gun­gen der Ge­wer­be­be­trie­be der Kläge­rin­nen kann dem im Ar­beits­kampf­auf­ruf der Be­klag­ten ein­deu­tig aus­ge­drück­ten Ziel, die DFS zu be­strei­ken, kei­ne an­de­re Rich­tung un­ter­stellt wer­den. Auch die Kennt­nis der Be­klag­ten, dass die Kläge­rin­nen von dem Streik un­aus­weich­lich be­trof­fen wa­ren, stellt die Fi­na­lität ih­rer aus­sch­ließlich ge­gen die DFS ge­rich­te­ten Kampf­maßnah­me nicht in Fra­ge.

(4) Die An­nah­me ei­nes ge­gen die Un­ter­neh­men der Kläge­rin­nen ge­rich­te­ten un­mit­tel­ba­ren Ein­griffs schei­det schließlich auch des­halb aus, weil die durch die Er­brin­gung von Flug­si­che­rungs­diens­ten zu gewähren­de Luft­raum­nut­zung nicht zu de­ren Ge­wer­be­be­trie­ben gehört. Der Luft­raum (als Be­nut­zungs­ob­jekt) steht im Ge­mein­ge­brauch (vgl. [„Ge­mein­ge­brauch am deut­schen Luft­raum“] BVerfG 12. März 1986 - 1 BvL 81/79 - zu B 2 und C I 2 b der Gründe, BVerfGE 72, 66; Pa­pier Ju­ra 1979, 93; Pei­ne All­ge­mei­nes Ver­wal­tungs­recht 11. Aufl. Rn. 1337; wei­te­re Nach­wei­se bei Lübben Das Recht auf freie Be­nut­zung des Luft­raums S. 66 Fn. 15). Ein ge­gen die DFS ge­rich­te­ter Ar­beits­kampf trifft da­mit mit­tel­bar je­den Luft­raum­nut­zer. Die An­er­ken­nung ei­ner Schädi­gung von ge­werb­li­chen Nut­zern als un­mit­tel­ba­ren Ein­griff in ih­re Ge­wer­be­be­trie­be würde das Ge­wer­be­vermögen pri­vi­le­gie­ren. Es ist kein Grund er­sicht­lich, Luft­ver­kehrs­ge­sell­schaf­ten un­ter dem Ge­sichts­punkt des ein­ge­rich­te­ten und aus­geübten Ge­wer­be­be­triebs vermögens­scha­dens­recht­lich zu begüns­ti­gen, während nicht­ge­wer­be­trei­ben­de Luft­fahr­zeu­g­in­ha­ber oder an­de­re Nut­zer des Luft­raums ei­ne Be­ein­träch­ti­gung entschädi­gungs­los hin­zu­neh­men hätten. Auch in­so­weit ist zu be­ach­ten, dass das Recht am ein­ge­rich­te­ten und aus­geübten Ge­wer­be­be­trieb als Schutz­gut aus­sch­ließlich des­halb an­er­kannt ist, um dem spe­zi­fi­schen Schutz­bedürf­nis des Un­ter­neh­mens als ei­nem or­ga­ni­schen Funk­ti­ons­be­reich zu ent­spre­chen und nicht, um die­sem ge­genüber den in § 823 Abs. 1 BGB an­geführ­ten In­ha­bern ab­so­lut geschütz­ter Rechtsgüter Vor­tei­le zu ver­schaf­fen.
 

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(5) Nichts an­de­res folgt - ent­ge­gen der An­sicht der Kläge­rin­nen - aus der Ent­schei­dung des Drit­ten Se­nats des Bun­des­ge­richts­hofs vom 16. Ju­ni 1977 zu der streikähn­li­chen Ak­ti­on von Flug­lei­tern (Flug­lot­sen) im Jah­re 1973 (- III ZR 179/75 - BGHZ 69, 128; vgl. in der Fol­ge auch BGH 31. Ja­nu­ar 1978 - VI ZR 32/77 - BGHZ 70, 277; 22. März 1979 - III ZR 24/78 -; 28. Fe­bru­ar 1980 - III ZR 131/77 - BGHZ 76, 387).

(a) Dar­in ist ein auf Art. 34 GG iVm. § 839 BGB gestütz­ter Amts­haf­tungs­an­spruch we­gen der von den be­am­te­ten Flug­lot­sen im Jahr 1973 be­wirk­ten Störung des Flug­ver­kehrs ge­prüft und be­jaht wor­den. In dem zu­grun­de lie­gen­den Sach­ver­halt hat­te ein Rei­se­un­ter­neh­men we­gen der Störun­gen des Luft­ver­kehrs auf­grund ei­ner streikähn­li­chen Ak­ti­on der Flug­lot­sen die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land auf Scha­dens­er­satz in An­spruch ge­nom­men. Nach Auf­fas­sung des Bun­des­ge­richts­hofs stell­ten die gehäuf­ten Krank­mel­dun­gen und der sog. Dienst nach Vor­schrift ei­ne ver­ab­re­de­te Maßnah­me kol­lek­ti­ver Ver­wei­ge­rung ge­ord­ne­ter Amtstätig­keit der Flug­lei­ter dar, die dar­auf ab­ziel­te, Druck auf die Bun­des­re­gie­rung aus­zuüben, um sie zu ver­an­las­sen, stan­des­po­li­ti­schen For­de­run­gen nach­zu­ge­ben. Die­se sei ge­gen Un­be­tei­lig­te geführt wor­den, die ih­rer­seits außer­stan­de wa­ren, die For­de­run­gen der Flug­lei­ter zu erfüllen. Ei­ne sol­che vorsätz­li­che Störung der ge­werb­li­chen Betäti­gung ei­nes Rei­se­un­ter­neh­mens, das für die rei­bungs­lo­se Ab­wick­lung sei­ner ge­plan­ten und or­ga­ni­sier­ten Flug­rei­sen auf die ord­nungsmäßige Durchführung der Flug­si­che­rung an­ge­wie­sen war, stel­le ei­nen be­triebs­be­zo­ge­nen Ein­griff in den geschütz­ten Be­reich die­ses Ge­wer­be­be­triebs dar (BGH 16. Ju­ni 1977 - III ZR 179/75 - zu II 4 c der Gründe, BGHZ 69, 128).

(b) Ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Kläge­rin­nen hat der Bun­des­ge­richts­hof sei­ne Aus­sa­gen zum Ein­griff in den ein­ge­rich­te­ten und aus­geübten Ge­wer­be­be­trieb le­dig­lich ein­zel­fall­be­zo­gen auf ei­ne von den Flug­lei­tern durch­geführ­te kol­lek­ti­ve Ak­ti­on be­schränkt, die sich un­mit­tel­bar ge­gen die wirt­schaft­li­che Or­ga­ni­sa­ti­on von Drit­ten rich­te­te, de­ren un­ter­neh­me­ri­sche Tätig­keit funk­tio­nell mit der Amtstätig­keit der Flug­lei­ter eng ver­bun­den und von ihr abhängig war. Nach den da­ma­li­gen tatrich­ter­li­chen Fest­stel­lun­gen war es den Flug­lei­tern dar­an ge-
 

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le­gen, Drit­t­un­ter­neh­men in ih­rer be­trieb­li­chen Abhängig­keit von der Flug­si­che­rung zu be­ein­träch­ti­gen, um die Bun­des­re­gie­rung we­gen der bei die­sen Drit­ten ein­tre­ten­den Scha­dens­fol­gen ih­ren For­de­run­gen gefügig zu ma­chen. Ei­ne Er­stre­ckung die­ser Grundsätze auf ei­ne ge­werk­schaft­lich ge­tra­ge­ne Ar­beits­kampf­maßnah­me hat der Bun­des­ge­richts­hof nicht vor­ge­nom­men. Er hat viel­mehr die streikähn­li­che Ak­ti­on der Flug­lei­ter aus­drück­lich von ei­nem Streik in der Wirt­schaft ab­ge­grenzt (BGH 16. Ju­ni 1977 - III ZR 179/75 - zu II 4 c der Gründe, BGHZ 69, 128; vgl. auch - noch deut­li­cher - BGH 31. Ja­nu­ar 1978 - VI ZR 32/77 - zu I 2 a der Gründe, BGHZ 70, 277).

(c) An­ders als in dem vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall han­delt es sich bei dem Un­terstützungs­streik vom 6. April 2009 nicht um ei­ne kol­lek­ti­ve Ak­ti­on ein­zel­ner Flug­lei­ter, son­dern um ei­ne von der Be­klag­ten als Ge­werk­schaft ge­tra­ge­ne Ar­beits­kampf­maßnah­me, die grundsätz­lich durch Art. 9 Abs. 3 GG geschützt ist. Für sol­che Ar­beits­kampf­maßnah­men hat der Bun­des­ge­richts­hof kei­ne Aus­sa­ge ge­trof­fen. Sei­ne Ausführun­gen zu ei­ner kol­lek­ti­ven Amts­pflicht­ver­let­zung von Be­am­ten sind ein­zel­fall­be­zo­gen. Sie sind nicht auf ge­werk­schaft­lich ge­tra­ge­ne Streiks über­trag­bar.

(aa) Bei ei­nem ge­werk­schaft­lich ge­tra­ge­nen Un­terstützungs­streik - wie vor­lie­gend - geht es um ei­ne Un­terstützung des ge­gen den un­mit­tel­ba­ren ta­rif­li­chen Ge­gen­spie­ler ge­rich­te­ten Haupt­ar­beits­kamp­fes, bei dem die­ser darüber ent­schei­den kann, ob er ge­werk­schaft­li­che Streik­for­de­run­gen erfüllt.

(bb) Eben­so be­ste­hen Un­ter­schie­de im Ver­fah­ren zwi­schen ei­nem ge­werk­schaft­lich ge­tra­ge­nen Ar­beits­kampf und der kol­lek­ti­ven Ak­ti­on der Flug­lei­ter im Jahr 1973. Letz­te­re wur­de von im Be­am­ten­verhält­nis zur Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land ste­hen­den Be­diens­te­ten ge­tra­gen, de­nen we­gen ih­res Be­am­ten­sta­tus Ar­beits­kampf­mit­tel zur Druck­ausübung aus Rechts­gründen nicht zur Verfügung stan­den. Das streikähn­li­che Ver­hal­ten der Flug­lei­ter ver­stieß ge­gen ih­re be­son­de­re be­am­ten­recht­li­che Treue­pflicht ge­genüber dem Dienst­herrn und war da­her amts­wid­rig (BGH 16. Ju­ni 1977 - III ZR 179/75 - zu II 4 d der Gründe, BGHZ 69, 128). Dem­ge­genüber wird die Durchführung ei­nes ge­werk­schaft­lich ge­tra­ge­nen Ar­beits­kamp­fes durch Art. 9 Abs. 3 GG gewähr­leis­tet. Es ist aner-
 

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kannt, dass die Ar­beits­pflicht der strei­ken­den Ar­beit­neh­mer sus­pen­diert ist, wenn die­se ei­nen an sie ge­rich­te­ten Streik­auf­ruf be­fol­gen und ge­genüber dem Ar­beit­ge­ber ih­re Teil­nah­me am Streik erklären (BAG 26. Ju­li 2005 - 1 AZR 133/04 - zu II 2 a der Gründe, BA­GE 115, 247).

(6) Auch die von den Re­vi­sio­nen her­an­ge­zo­ge­nen Ent­schei­dun­gen des er­ken­nen­den Se­nats zum Scha­dens­er­satz we­gen ei­nes Ein­griffs in das Recht am ein­ge­rich­te­ten und aus­geübten Ge­wer­be­be­trieb bei ei­ner Be­triebs­blo­cka­de (BAG 21. Ju­ni 1988 - 1 AZR 653/86 - BA­GE 59, 48; 8. No­vem­ber 1988 - 1 AZR 417/86 - BA­GE 60, 101) ge­ben für ei­ne an­de­re Be­ur­tei­lung der Be­triebs­be­zo­gen­heit des Un­terstützungs­streiks nichts her. Die Ar­beits­kampf­maßnah­me vom 6. April 2009 ist we­der dem äußeren Bild nach noch von ih­rem Wirk­me­cha­nis­mus her ei­ne Be­triebs­blo­cka­de, die ty­pi­scher­wei­se ei­ne über die kol­lek­ti­ve Ar­beits­nie­der­le­gung hin­aus­ge­hen­de äußer­li­che phy­si­sche Ab­sper­rung des Be­triebs be­trifft. Vor al­lem lag ih­re Ziel­rich­tung nicht in der Ver­hin­de­rung ei­nes von meh­re­ren Un­ter­neh­men ar­beits­tei­lig ver­fass­ten Pro­dukts; nur aus ei­nem sol­chen Um­stand hat der Se­nat aber über­haupt auf die Stoßrich­tung ei­ner Blo­cka­de ge­gen al­le an der Pro­duk­ter­stel­lung be­tei­lig­ten Un­ter­neh­men schließen können (vgl. BAG 21. Ju­ni 1988 - 1 AZR 653/86 - zu B II 2 c bb der Gründe, BA­GE 59, 48). Vor­lie­gend ging es nicht um die Ver­ei­te­lung ei­ner von meh­re­ren Un­ter­neh­men ge­mein­sam er­brach­ten Leis­tung. Viel­mehr soll­te die DFS mit­tels Ausübung kol­lek­ti­ven Drucks zu ei­ner Ein­fluss­nah­me auf den Haupt­ta­rif­kon­flikt zwi­schen der Be­klag­ten und der FSG be­wegt wer­den. Da­durch war die von der DFS zu er­brin­gen­de Flug­si­che­rungs­leis­tung be­schränkt. Die hier­durch be­ding­ten Be­triebs­ab­laufstörun­gen bei den Kläge­rin­nen als „Ab­neh­mer“ der Leis­tung wa­ren schlich­te Fol­ge des Leis­tungs­aus­falls.


(7) Eben­so ver­mag die von den Re­vi­sio­nen ge­zo­ge­ne Par­al­le­le zu ei­ner (öffent­lich-recht­li­chen) Sper­rung des Luft­raums un­ter Hin­weis auf die Ent­schei­dun­gen des Hes­si­schen Ver­wal­tungs­ge­richts­hofs vom 25. Fe­bru­ar 1991 (- 2 TH 2506/90 -) und des Land­ge­richts Mar­burg vom 3. De­zem­ber 1980 (- 2 O 56/80 -) nicht zu über­zeu­gen. Es geht vor­lie­gend nicht um ei­ne staat­li­che Maßnah­me oder um Entschädi­gun­gen we­gen ent­eig­nungs­glei­chen Ein­griffs.
 

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(8) Sch­ließlich geht die Ar­gu­men­ta­ti­on der Re­vi­sio­nen fehl, die Ein­be­zie­hung von Drittschäden bei der Haf­tung der Be­klag­ten sei grundsätz­lich des­halb ge­bo­ten, weil die­se an­dern­falls bei rechts­wid­ri­gen, ge­gen die DFS ge­rich­te­ten Kampf­maßnah­men kein oder nur ein ge­rin­ges wirt­schaft­li­ches Ri­si­ko tra­ge. Zum ei­nen ge­hen die Kläge­rin­nen von der - streit­ba­ren - Prämis­se aus, dass sich die un­ter­neh­me­ri­sche Tätig­keit der DFS auf die Er­brin­gung von Flug­si­che­rungs­leis­tun­gen be­schränkt. Selbst die­se sind aber - je­den­falls nach der nun­mehr gel­ten­den uni­ons­recht­li­chen Ver­ord­nungs­la­ge - nicht durchgängig voll­kos­ten­de­ckend­gebühren­fi­nan­ziert (vgl. vor al­lem die ab 1. Ja­nu­ar 2012 grei­fen­de Ver­ord­nung [EU] Nr. 691/2010 der Kom­mis­si­on vom 29. Ju­li 2010 zur Fest­le­gung ei­nes Leis­tungs­sys­tems für Flug­si­che­rungs­diens­te und Netz­funk­tio­nen und zur Ände­rung der Ver­ord­nung [EG] Nr. 2096/2005 zur Fest­le­gung ge­mein­sa­mer An­for­de­run­gen bezüglich der Er­brin­gung von Flug­si­che­rungs­diens­ten ABl. EU L 201 vom 3. Au­gust 2010 S. 1). Zum an­de­ren ist der Grad der wirt­schaft­li­chen Schädi­gung bei ei­nem un­mit­tel­bar von ei­nem (Un­terstützungs-)Streik be­trof­fe­nen Un­ter­neh­men grundsätz­lich kein Kri­te­ri­um, die de­liktsrecht­li­che Haf­tung bei ei­nem dritt­be­trof­fe­nen Ge­wer­be­trei­ben­den ent­ge­gen der In­ten­ti­on des § 823 Abs. 1 BGB aus­zu­deh­nen. Bei ei­nem Streik kor­re­spon­diert die In­ten­sität der wirt­schaft­li­chen Schädi­gung des be­streik­ten Ar­beit­ge­bers im­mer mit des­sen Un­ter­neh­mens­zweck und -betäti­gung, wes­we­gen auch die mo­netären Ri­si­ken für ei­ne streikführen­de Ge­werk­schaft bei ei­nem rechts­wid­ri­gen Ar­beits­kampf un­ter­schied­lich sein können. Un­ge­ach­tet des­sen ist die Be­klag­te nicht von jeg­li­chem Ri­si­ko rechts­wid­ri­ger Ar­beits­kampf­maßnah­men frei­ge­stellt. Von ihr or­ga­ni­sier­te kampf­wei­se Störun­gen ei­nes Un­ter­neh­mens können rechts­wid­rig in den de­lik­tisch geschütz­ten Be­stand des kampf­be­trof­fe­nen Un­ter­neh­mens ein­grei­fen und als Ver­let­zung des­sen Rechts am ein­ge­rich­te­ten und aus­geübten Ge­wer­be­be­trieb scha­dens­recht­li­che und ne­ga­to­ri­sche Fol­gen auslösen.

2. Oh­ne Er­folg rügen die Re­vi­sio­nen, dass das Be­ru­fungs­ge­richt ei­nen Scha­dens­er­satz­an­spruch der Kläge­rin­nen nach § 826 BGB ver­neint hat. Auch bei ei­ner un­ter­stell­ten Rechts­wid­rig­keit des Un­terstützungs­streiks vom 6. April 2009 wäre je­den­falls ei­ne mit ihm ein­her­ge­hen­de sit­ten­wid­ri­ge vorsätz­li­che
 

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Schädi­gung der Kläge­rin­nen nicht an­zu­neh­men. Die Würdi­gung des Lan­des­ar­beits­ge­richts, dass die Umstände des vor­lie­gen­den Falls den Schluss auf ein sit­ten­wid­ri­ges Han­deln nicht zu­las­sen, ist re­vi­si­ons­recht­lich nicht zu be­an­stan­den. Die Re­vi­sio­nen set­zen in­so­weit nur ih­re Be­wer­tung an die Stel­le der Würdi­gung des Tat­sa­chen­ge­richts. Ent­ge­gen ih­ren Auf­fas­sun­gen hat das Be­ru­fungs­ge­richt nicht den „Kern des Ver­hal­tens“ der Be­klag­ten ver­kannt. Die von der Be­klag­ten als Ge­werk­schaft in­iti­ier­te, an­gekündig­te, un­ter Leis­tung von Not­dien­st­ar­bei­ten durch­geführ­te und be­reits nach der Pla­nung auf sechs St­un­den be­grenz­te kol­lek­ti­ve Ar­beits­nie­der­le­gung der Flug­lot­sen be­zweck­te die Un­terstützung des ge­gen die FSG geführ­ten Ar­beits­kamp­fes. Dar­in drückt sich - selbst bei Un­rechtmäßig­keit des Streiks - kein be­son­de­rer Un­rechts­ge­halt aus. Auch wenn die in der Be­klag­ten or­ga­ni­sier­ten Flug­lot­sen als Spe­zia­lis­ten in Schlüssel­stel­lun­gen über ein nicht ge­rin­ges Macht- und Druck­po­ten­ti­al verfügen, ist der Streik vom 6. April 2009 we­der be­son­ders ver­werf­lich noch miss­bräuch­lich ge­we­sen. Die in an­de­rem Zu­sam­men­hang ver­tief­te Ar­gu­men­ta­ti­on der Kläge­rin­nen, den Flug­lot­sen ste­he im Hin­blick auf ih­re Ge­fah­ren­ab­wehrtätig­keit und den son­der­po­li­zei­li­chen Cha­rak­ter der Flug­si­che­rung als Wahr­neh­mung ho­heit­li­cher Auf­ga­ben in pri­vat­recht­li­cher Or­ga­ni­sa­ti­ons­form über­haupt kein Streik­recht zu, ist ver­fas­sungs­recht­lich nicht halt­bar. Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts führt die Pri­va­ti­sie­rung ho­heit­li­cher Auf­ga­ben nicht zum Ver­lust der durch Art. 9 Abs. 3 GG gewähr­leis­te­ten Frei­heits­rech­te der mit der Er­le­di­gung die­ser Auf­ga­ben nun­mehr be­trau­ten Ar­beit­neh­mer und de­ren Ver­ei­ni­gun­gen. Viel­mehr ist der ge­bo­te­nen Ver­mei­dung un­verhält­nismäßiger Ge­mein­wohlschädi­gun­gen oder un­verhält­nismäßiger Be­ein­träch­ti­gun­gen Drit­ter durch die Si­cher­stel­lung von Not­diens­ten Rech­nung zu tra­gen (BVerfG 18. Ja­nu­ar 2012 - 2 BvR 133/10 - Rn. 162 mwN, BVerfGE 130, 76). Das hat die Be­klag­te mit­tels der mit der DFS ge­schlos­se­nen und während der Kampf­maßnah­me durch­geführ­ten Not­dienst­ver­ein­ba­rung gewähr­leis­tet.

III. Die je­weils mit den Anträgen zu 2. an­ge­brach­ten Zwi­schen­fest­stel­lungs­kla­gen iSd. § 256 Abs. 2 ZPO sind un­zulässig.
 

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1. Zum ei­nen sind sie nicht hin­rei­chend be­stimmt. Auch ein auf die Zwi­schen­fest­stel­lung ei­ner Un­ter­las­sungs­ver­pflich­tung ge­rich­te­ter An­trag muss we­gen der An­for­de­run­gen der §§ 308, 322 ZPO die zu un­ter­las­sen­de Hand­lung so ge­nau be­zeich­nen, dass mit der Ent­schei­dung fest­steht, wel­cher Vor­gang von der fest­ge­stell­ten Ver­pflich­tung er­fasst ist. Ent­spre­chend ei­ner Leis­tungs­kla­ge auf Un­ter­las­sung (hier­zu BAG 18. No­vem­ber 2014 - 1 AZR 257/13 - Rn. 43 mwN) muss der Geg­ner der fest­ge­stell­ten Un­ter­las­sung im Fal­le ei­ner dem An­trag ent­spre­chen­den ge­richt­li­chen Ent­schei­dung ein­deu­tig er­ken­nen können, wel­che Hand­lung zu un­ter­blei­ben hat oder hat­te. Die­sem Er­for­der­nis genügen die Anträge zu 2. nicht. Die Kläge­rin­nen ha­ben die je­weils er­streb­te Fest­stel­lung ei­ner ih­nen ge­genüber be­ste­hen­den Un­ter­las­sungs­ver­pflich­tung auf die ge­gen die DFS am 6. April 2009 durch­geführ­te Ar­beits­kampf­maßnah­me be­zo­gen, „so­weit sie zu Störun­gen des Flug­be­triebs“ geführt hat. Die­ser den An­trag ein­schränken­de Vor­be­halt ist nicht aus­rei­chend be­stimmt. Bei ei­nem so ge­fass­ten Ent­schei­dungs­spruch blie­ben In­halt und Um­fang sei­ner ma­te­ri­el­len Rechts­kraft un­klar.

2. Zum an­de­ren fehlt es an der nach § 256 Abs. 2 ZPO für die Zulässig­keit der Zwi­schen­fest­stel­lungs­kla­ge er­for­der­li­chen Vor­greif­lich­keit, weil die Kla­gen zur Haupt­sa­che un­abhängig von den be­gehr­ten Fest­stel­lun­gen ab­wei­sungs­reif sind (da­zu BAG 20. Ja­nu­ar 2010 - 5 AZR 986/08 - Rn. 21 mwN). Den Kläge­rin­nen steht un­ge­ach­tet des­sen, ob die Be­klag­te die ge­gen die DFS ge­rich­te­te Ar­beits­kampf­maßnah­me ih­nen ge­genüber zu un­ter­las­sen hat­te, kein Scha­dens­er­satz­an­spruch zu. Im Übri­gen hätte ein fest­ge­stell­ter Ver­s­toß ge­gen ei­ne ge­setz­li­che Un­ter­las­sungs­ver­pflich­tung auch kei­ne Fest­stel­lungs­wir­kung für ei­nen Scha­dens­er­satz­pro­zess (da­zu BGH 2. Mai 2002 - I ZR 45/01 - zu II 3 b der Gründe, BGHZ 150, 377).

IV. Die zur Ent­schei­dung an­fal­len­den Anträge zu 3. sind gleich­falls un­zulässig. Es man­gelt den mit ih­nen iSd. § 256 Abs. 1 ZPO an­ge­brach­ten Fest­stel­lungs­be­geh­ren an dem er­for­der­li­chen Fest­stel­lungs­in­ter­es­se.
 

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1. So­weit es den Kläge­rin­nen um den Er­satz der von den Anträgen zu 1. nicht er­fass­ten Schäden auf­grund der nach ih­ren Be­haup­tun­gen be­reits ein­ge­tre­te­nen Rechts­gut­ver­let­zung geht, setzt das Fest­stel­lungs­in­ter­es­se zwar nur die Möglich­keit des Scha­den­s­ein­tritts vor­aus. Die­ses ist aber zu ver­nei­nen, wenn aus der Sicht des An­spruch­stel­lers bei verständi­ger Würdi­gung kein Grund be­steht, mit dem Ein­tritt ei­nes der­ar­ti­gen Scha­dens we­nigs­tens zu rech­nen (BGH 16. Ja­nu­ar 2001 - VI ZR 381/99 - zu II 2 der Gründe). Es ist da­her nicht zu be­an­stan­den, dass das Lan­des­ar­beits­ge­richt we­gen des im Zeit­punkt sei­ner Ent­schei­dung ver­stri­che­nen Zeit­raums seit dem be­haup­te­ten scha­dens-stif­ten­den Er­eig­nis da­von aus­ge­gan­gen ist, es sei nicht er­sicht­lich, wel­che Schäden den Kläge­rin­nen hier­aus noch er­wach­sen können.

2. So­weit die Kläge­rin­nen mit den Anträgen zu 3. rei­ne Vermögensschäden gel­tend ma­chen, hängt die Zulässig­keit der an­ge­brach­ten Fest­stel­lungs­kla­ge von der - sub­stan­ti­iert dar­zu­le­gen­den - Wahr­schein­lich­keit ei­nes auf die Ver­let­zungs­hand­lung zurück­zuführen­den Scha­dens ab (BGH 4. De­zem­ber 2014 - III ZR 51/13 - Rn. 12, BGHZ 203, 312; 6. Ju­li 2006 - III ZR 80/05 - zu II 1 der Gründe; 22. Fe­bru­ar 2001 - IX ZR 293/99 - zu II 2 der Gründe; 16. Ja­nu­ar 2001 - VI ZR 381/99 - zu II 2 der Gründe). Ei­nen sol­chen Vor­trag ha­ben die Kläge­rin­nen nicht ge­hal­ten.

3. Das be­son­de­re Fest­stel­lungs­in­ter­es­se iSd. § 256 Abs. 1 ZPO folgt auch nicht aus der Möglich­keit, von künf­ti­gen Streik­ak­tio­nen der Be­klag­ten er­neut be­trof­fen zu wer­den. Ei­ner im Vor­griff auf zu befürch­ten­de Ver­let­zungs­hand­lun­gen er­ho­be­nen „vor­weg­ge­nom­me­nen“ haf­tungs­recht­li­chen Fest­stel­lungs­kla­ge fehlt grundsätz­lich das Fest­stel­lungs­in­ter­es­se (BGH 4. De­zem­ber 2014 - III ZR 51/13 - Rn. 14 ff. mwN, BGHZ 203, 312).

V. Das Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts un­ter­liegt al­ler­dings im Kos­ten­punkt der Auf­he­bung. Die Kos­ten­ent­schei­dung ist rechts­feh­ler­haft. Dies ist auch oh­ne aus­drück­li­che Rüge der Re­vi­sio­nen von Amts we­gen zu berück­sich­ti­gen (BGH 5. Mai 2015 - XI ZR 406/13 - Rn. 32 mwN). Die Ent­schei­dung über die Kos­ten folgt nicht - wie die Vor­in­stan­zen of­fen­sicht­lich an­ge­nom­men ha­ben -
 

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aus § 91 Abs. 1 Satz 1, § 97 Abs. 1 ZPO, son­dern aus § 100 Abs. 2, § 97 Abs. 1 ZPO.

Schmidt 

Koch 

K. Schmidt

Ben­rath 

N. Schus­ter

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