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Urteile zum Arbeitsrecht
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Schlag­worte: Haftung des Arbeitnehmers, Haftung: Auszubildender
   
Gericht: Bundesarbeitsgericht
Akten­zeichen: 8 AZR 67/14
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 19.03.2015
   
Leit­sätze:
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Frankfurt am Main, Urteil vom 24.1.2013 - 19 Ca 4510/12
Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 20.8.2013 - 13 Sa 269/13
   

BUN­DES­AR­BEITS­GERICHT

8 AZR 67/14
13 Sa 269/13

Hes­si­sches
Lan­des­ar­beits­ge­richt

 

Im Na­men des Vol­kes!

Verkündet am

19. März 2015

UR­TEIL

Förs­ter, Ur­kunds­be­am­tin

der Geschäfts­stel­le

In Sa­chen

Be­klag­ter, Be­ru­fungs­be­klag­ter, Be­ru­fungskläger und Re­vi­si­onskläger,

pp.

Kläger, Be­ru­fungskläger, Be­ru­fungs­be­klag­ter und Re­vi­si­ons­be­klag­ter,

hat der Ach­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts auf­grund der münd­li­chen Ver­hand­lung vom 19. März 2015 durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Hauck, den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Brein­lin­ger, die Rich­te­rin am Bun­des­ar­beits­ge­richt Dr. Win­ter so­wie den eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Dr. Volz und die eh­ren­amt­li­che Rich­te­rin Wan­kel für Recht er­kannt:


Die Re­vi­si­on des Be­klag­ten ge­gen das Ur­teil des Hes­si­schen Lan­des­ar­beits­ge­richts vom 20. Au­gust 2013 - 13 Sa 269/13 - wird zurück­ge­wie­sen.

Der Be­klag­te hat die Kos­ten der Re­vi­si­on zu tra­gen.
 

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Von Rechts we­gen!

Tat­be­stand

Die Par­tei­en strei­ten noch um die Zah­lung ei­nes vom Kläger be­an­spruch­ten Schmer­zens­gel­des so­wie um die Fest­stel­lung ei­ner wei­ter ge­hen­den Scha­dens­er­satz­pflicht des Be­klag­ten.


Der Kläger und der Be­klag­te wa­ren als Aus­zu­bil­den­de bei ei­ner Fir­ma beschäftigt, die ei­nen Kfz-Han­del mit Werk­statt und La­ger be­treibt. Am Mor­gen des 24. Fe­bru­ar 2011 ar­bei­te­te der da­mals 19-jähri­ge Be­klag­te an der Wucht­ma­schi­ne. Der da­mals 17-jähri­ge Kläger, ein wei­te­rer Aus­zu­bil­den­der und ein an­de­rer Ar­beit­neh­mer wa­ren im Raum, der Kläger meh­re­re Me­ter vom Be­klag­ten ent­fernt in der Nähe der Auf­zugstür. Der Be­klag­te warf mit vom Kläger ab-ge­wand­ter Körper­hal­tung ein ca. 10 g schwe­res Wucht­ge­wicht hin­ter sich. Die­ses traf den Kläger am lin­ken Au­ge, am Au­gen­lid und an der lin­ken Schläfe. Er wur­de in ei­ner Au­gen­kli­nik be­han­delt. Im Herbst 2011 und im Frühjahr 2012 un­ter­zog er sich er­neut Un­ter­su­chun­gen und Ein­grif­fen, wo­bei ei­ne Kunst­lin­se ein­ge­setzt wur­de; Ein­schränkun­gen auf­grund ei­ner Horn­haut­nar­be ver­blie­ben. Die zuständi­ge Be­rufs­ge­nos­sen­schaft zahlt dem Kläger seit Ju­li 2011 auf­grund des Vor­falls ei­ne mo­nat­li­che Ren­te iHv. 204,40 Eu­ro.

Der Kläger hat be­haup­tet, der Be­klag­te ha­be das Wucht­ge­wicht vor dem Wurf vom Bo­den auf­ge­ho­ben und aus ei­ner Dis­tanz von ca. 13 m auf ihn ge­wor­fen. Der Wurf sei mit gehöri­ger Kraft er­folgt, da an­ders die Wei­te des Wurfs nicht hätte er­reicht wer­den können. Sämt­li­che in den von ihm vor­ge­leg­ten ärzt­li­chen Be­rich­ten dia­gnos­ti­zier­ten Be­ein­träch­ti­gun­gen sei­nes lin­ken Au­ges gin­gen al­lein auf die durch den Be­klag­ten am 24. Fe­bru­ar 2011 zu­gefügte Ver­let­zung zurück. Ei­nen für das Ab­sol­vie­ren der Führer­schein­prüfung er­for­der­li­chen Seh­test ha­be er noch am 5. Ju­ni 2010 oh­ne Wei­te­res be­stan­den. Er hat ein Schmer­zens­geld von 175.000,00 Eu­ro für an­ge­mes­sen ge­hal­ten.

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Der Kläger hat zu­letzt be­an­tragt, 


1. den Be­klag­ten zu ver­ur­tei­len, an ihn ein Schmer­zens­geld, des­sen Höhe in das Er­mes­sen des Ge­richts ge­stellt wird, nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 5. Mai 2011 zu zah­len;

2. fest­zu­stel­len, dass der Be­klag­te ver­pflich­tet ist, ihm al­le wei­te­ren, über den nach Ziff. 1 be­gehr­ten An­spruch hin­aus­ge­hen­den Schäden aus dem Vor­fall vom 24. Fe­bru­ar 2011 zu er­set­zen, so­weit die Scha­dens­er­satz­ansprüche nicht auf So­zi­al­ver­si­che­rungs­träger und sons­ti­ge Drit­te über­ge­gan­gen sind.

Der Be­klag­te hat be­an­tragt, die Kla­ge ab­zu­wei­sen. Man­gels ei­nes Auf­fang­behält­nis­ses für nicht mehr benötig­te Wucht­ge­wich­te sei­en die­se übli­cher­wei­se fal­len­ge­las­sen oder zur Sei­te/nach hin­ten ge­wor­fen wor­den, um sie abends zu­sam­men­zu­keh­ren und zu ent­sor­gen. Am Mor­gen des 24. Fe­bru­ar 2011 ha­be er sich eben­so ver­hal­ten und - während er von der rech­ten Sei­te aus über die Wucht­ma­schi­ne ge­beugt war - das Wucht­ge­wicht, das den Kläger traf, hin­ter sich ge­wor­fen, oh­ne den Kläger vor­her wahr­ge­nom­men zu ha­ben. Der Wurf sei we­der ge­zielt noch mit großer Kraft er­folgt. Er ha­be sich dafür nicht gebückt und ein am Bo­den lie­gen­des Wucht­ge­wicht auf­ge­ho­ben, son­dern das Wucht­ge­wicht aus dem Ar­beits­vor­gang her­aus in der Hand ge­habt. Er ha­be nicht da­mit ge­rech­net, ei­ne Per­son zu tref­fen oder auch nur tref­fen zu können. Über sein Ver­hal­ten ha­be er sich kei­ne Ge­dan­ken ge­macht, da es sich um ei­ne alltägli­che Hand­lungs­wei­se ge­han­delt ha­be.

Das Ar­beits­ge­richt hat Be­weis durch Zeu­gen­ver­neh­mung er­ho­ben. Es hat den Be­klag­ten zur Zah­lung von 10.000,00 Eu­ro Schmer­zens­geld ver­ur­teilt und fest­ge­stellt, dass die­ser ver­pflich­tet ist, dem Kläger al­le wei­te­ren Schäden aus dem streit­ge­genständ­li­chen Scha­dens­er­eig­nis zu er­set­zen, so­weit der An­spruch nicht auf Drit­te über­ge­gan­gen ist. Ei­nen auf ei­ne mo­nat­li­che Ren­ten­zah­lung ge­rich­te­ten An­trag hat es ab­ge­wie­sen. Auf die Be­ru­fung bei­der Par­tei­en hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt den Be­klag­ten zur Zah­lung von Schmer­zens­geld in Höhe von ins­ge­samt 25.000,00 Eu­ro ver­ur­teilt. Es hat die Be­ru­fung des Klä-


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gers im Übri­gen und die des Be­klag­ten in vol­lem Um­fang zurück­ge­wie­sen. Auf die Be­schwer­de des Be­klag­ten hat der Se­nat die Re­vi­si­on für ihn zu­ge­las­sen.


Ent­schei­dungs­gründe

Die zulässi­ge Re­vi­si­on des Be­klag­ten ist un­be­gründet. Dem be­ste­hen­den An­spruch des Klägers kann § 105 Abs. 1 SGB VII nicht ent­ge­gen­ge­hal­ten wer­den. Die Vor­aus­set­zun­gen des Haf­tungs­aus­schlus­ses sind nicht erfüllt. Der Wurf des Be­klag­ten er­folg­te nicht in Ausführung ei­ner be­trieb­li­chen Tätig­keit.


A. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat sei­ne Ent­schei­dung im We­sent­li­chen wie folgt be­gründet: Der An­spruch fol­ge aus § 823 Abs. 1 BGB iVm. § 253 Abs. 2 BGB. Der Wurf des Be­klag­ten sei für die er­lit­te­ne Ver­let­zung des Klägers ur-sächlich. Nach dem Er­geb­nis der Be­weis­auf­nah­me ha­be der Be­klag­te das Wucht­ge­wicht mit ei­nem ge­wis­sen Kraft­auf­wand hin­ter sich durch den Ar­beits­raum ge­wor­fen. Ein 10 g wie­gen­des Me­tallstück könne den Raum von ca. 13 m Länge, an des­sen ei­nem En­de der Be­klag­te und an des­sen an­de­rem En­de der Kläger stand, nur mit er­heb­li­chem Kraft­auf­wand über­brückt ha­ben. Der ein­ge­setz­te Kraft­auf­wand sei ein In­diz für ei­nen be­wusst und ge­wollt aus­geführ­ten Wurf. Der Be­klag­te ha­be auch ge­wusst, dass der Kläger dort stand. Al­ler­dings schei­de ein vorsätz­li­ches Han­deln be­reits we­gen der ab­ge­wand­ten Körper­hal­tung (Wurf nach hin­ten) aus. Der Be­klag­te ha­be un­ter Berück­sich­ti­gung sei­nes ei­ge­nen Vor­trags fahrlässig ge­han­delt, was sich auch aus der Würdi­gung der Be­weis­auf­nah­me er­ge­be. Ein Haf­tungs­aus­schluss nach § 105 Abs. 1, § 106 Abs. 1 SGB VII kom­me nicht in Be­tracht. Der Wurf sei nicht be­trieb­lich ver­an­lasst ge­we­sen. Die Höhe des be­gehr­ten Schmer­zens­gel­des sei mit 25.000,00 Eu­ro an­zu­set­zen, un­ter Berück­sich­ti­gung der Dop­pel­funk­ti­on des Schmer­zens­geld­an­spruchs als Aus­gleich für er­lit­te­ne Un­bill und zu­gleich als Ge­nug­tu­ung.


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B. Dies hält ei­ner re­vi­si­ons­recht­li­chen Über­prüfung stand. 


I. Rechts­feh­ler­frei hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt be­zo­gen auf bei­de Kla­ge­anträge in dem aus­ge­ur­teil­ten Um­fang ei­nen An­spruch des Klägers nach § 823 Abs. 1 BGB iVm. § 253 Abs. 2 BGB be­jaht. Die da­ge­gen von der Re­vi­si­on vor­ge­brach­ten Ge­sichts­punk­te, die sich nicht auf die Höhe des Schmer­zens­gel­des und den Um­fang der Fest­stel­lung be­zie­hen, tra­gen nicht.


1. Der Be­klag­te be­strei­tet nicht, dass das Wucht­ge­wicht, das den Kläger ge­trof­fen und ver­letzt hat, von ihm ge­wor­fen wor­den ist.

2. Oh­ne Er­folg wen­det sich die Re­vi­si­on da­ge­gen, dass das Lan­des­ar­beits­ge­richt die Fra­ge ei­nes vor­han­de­nen Ent­sor­gungs­behälters für Wucht­ge­wich­te und die des ge­nau­en Her­gangs (Wurf di­rekt aus dem Ar­beits­vor­gang her­aus oder vor­he­ri­ges Auf­he­ben des Wurf­ge­gen­stan­des vom Bo­den) da­hin­ste­hen las­sen hat und den Ver­lauf des Wur­fes (ins­be­son­de­re: di­rek­te Flug­bahn oder in­di­rek­te nach Ab­prall an Bo­den oder Wand) nicht näher durch ein Sach­verständi­gen­gut­ach­ten auf­geklärt hat. Viel­mehr ha­be es nur auf das Er­geb­nis der Be­weis­auf­nah­me be­zug­neh­mend aus­geführt, der Be­klag­te ha­be das Wucht­ge­wicht mit er­heb­li­chem Kraft­auf­wand hin­ter sich durch den Ar­beits­raum ge­wor­fen.


Die Schluss­fol­ge­rung des Lan­des­ar­beits­ge­richts, dar­in lie­ge ein In­diz für ei­nen be­wusst und ge­wollt aus­geführ­ten Wurf und für ei­ne zwar nicht vorsätz­li­che, wohl aber fahrlässi­ge Rechts­gut­ver­let­zung ist je­doch rechts­feh­ler­frei.


a) Der ei­ge­ne Vor­trag des Be­klag­ten ein­sch­ließlich sei­ner Ausführun­gen im Rah­men der Be­weis­auf­nah­me trägt be­reits die­ses Er­geb­nis. Zu­dem hat der Be­klag­te auf Be­fra­gen des Ar­beits­ge­richts in der Kam­mer­ver­hand­lung vom 24. Ja­nu­ar 2013 aus­geführt, er ha­be das Wucht­ge­wicht „nach hin­ten ge­schleu­dert“.


b) Rechts­feh­ler­frei hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt dar­aus ge­schlos­sen, dass es bei ei­nem Wurf „nach hin­ten“ mit ab­ge­wand­tem Körper und mit Kraft­auf­wand („ge­schleu­dert“) für die An­nah­me der Fahrlässig­keit nicht dar­auf an-


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kommt, ob die Flug­bahn di­rekt oder in­di­rekt ver­lau­fen ist, ob der Be­klag­te un­mit­tel­bar aus dem Wucht­vor­gang her­aus ge­wor­fen oder zunächst das Wucht­ge­wicht vom Bo­den auf­ge­ho­ben hat und ob ein Behälter zum Sam­meln von Wucht­ge­wich­ten be­reit­stand. Wie das Lan­des­ar­beits­ge­richt zu­tref­fend aus­geführt hat, ent­spricht das Her­um­wer­fen von Wucht­ge­wich­ten in ei­nem Ar­beits-raum, in dem an­de­re Men­schen an­we­send sind oder mit ih­rer An­we­sen­heit zu rech­nen ist, nicht dem er­for­der­li­chen Maß an Um­sicht und Sorg­falt, das auch von Aus­zu­bil­den­den zu er­war­ten ist.

Auch wenn un­ter­stellt würde, dass ein Behälter zum Sam­meln von Wucht­ge­wich­ten nicht be­reit­stand, lässt ein Wurf mit Kraft­auf­wand (oder gar „schleu­dern“) „nach hin­ten“ die im Ver­kehr er­for­der­li­che Sorg­falt (§ 276 Abs. 2 BGB) außer Acht. Bei ei­nem Wurf nach hin­ten mit ab­ge­wand­tem Körper - al­so un­ter Ver­zicht auf ei­ne Sicht­kon­trol­le des ei­ge­nen Tuns - mit Kraft­auf­wand - al­so weit ent­fernt von „fal­len las­sen“ oder leich­tem bei­sei­te Wer­fen zum Zwe­cke der Ent­sor­gung - liegt der Ein­tritt des Scha­dens nicht außer­halb des zu er-war­ten­den Ver­laufs der Din­ge (für Letz­te­res BAG 24. April 2008 - 8 AZR 347/07 - Rn. 53). Es kann da­hin­ste­hen, ob es zu­trifft, dass die Aus­zu­bil­den­den des Lehr­be­triebs „übli­cher­wei­se“ und „re­gelmäßig“ mit nicht mehr benötig­ten Wucht­ge­wich­ten so oder ähn­lich ver­fuh­ren. Dar­aus ergäbe sich kein an­de­res Er­geb­nis. Al­lein ei­ne Wie­der­ho­lung fahrlässi­gen Ver­hal­tens, ggf. durch ver­schie­de­ne Be­tei­lig­te, ändert nichts an der Be­wer­tung. Mit dem in den Wurf ge­leg­ten Kraft­auf­wand hat der Be­klag­te zu­dem in er­heb­li­chem Maß die im Ver­kehr er­for­der­li­che Sorg­falt außer Acht ge­las­sen.

An­de­res er­gibt sich auch nicht dar­aus, dass der Be­klag­te da­mals Aus­zu­bil­den­der war. Für den vor­lie­gen­den Fall er­gibt sich we­der aus dem We­sen und Zweck des Be­rufs­aus­bil­dungs­ver­trags noch aus dem BBiG, dass die für den Ar­beits­ver­trag gel­ten­den Rechts­vor­schrif­ten und Rechts­grundsätze nicht an­zu­wen­den wären, § 10 Abs. 2 BBiG. Viel­mehr gehört es zu den in § 13 BBiG auf­geführ­ten Pflich­ten des Aus­zu­bil­den­den, die im Rah­men der Be­rufs­aus­bil­dung auf­ge­tra­ge­nen Auf­ga­ben sorgfältig aus­zuführen, die für die Aus­bil­dungsstätte gel­ten­de Ord­nung zu be­ach­ten und Werk­zeug, Ma­schi­nen und sons­ti­ge Ein­rich­tun­gen pfleg­lich zu be­han­deln.


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II. Den Kla­ge­ansprüchen steht der Haf­tungs­aus­schluss nach § 105 Abs. 1 SGB VII nicht ent­ge­gen. Die schädi­gen­de Hand­lung des Be­klag­ten (kraft­vol­ler Wurf mit Wucht­ge­wicht) war kei­ne „be­trieb­li­che Tätig­keit“, auch nicht ei­nes Aus­zu­bil­den­den.


1. Ei­ne be­trieb­li­che Tätig­keit lag nicht vor. 


a) Ent­schei­dend für das Vor­lie­gen ei­ner „be­trieb­li­chen Tätig­keit“ und das Ein­grei­fen des Haf­tungs­aus­schlus­ses iSv. § 105 Abs. 1 Satz 1 SGB VII ist die Ver­ur­sa­chung des Scha­dens­er­eig­nis­ses durch ei­ne Tätig­keit des Schädi­gers, die ihm von dem Be­trieb oder für den Be­trieb, in dem sich der Un­fall er­eig­net hat, über­tra­gen war oder die von ihm im Be­triebs­in­ter­es­se er­bracht wur­de (BGH 30. April 2013 - VI ZR 155/12 - Rn. 13; BAG 22. April 2004 - 8 AZR 159/03 - zu II 3 b aa der Gründe, BA­GE 110, 195; ErfK/Rolfs 15. Aufl. SGB VII § 105 Rn. 3). Ei­ne be­trieb­li­che Tätig­keit in die­sem Sin­ne liegt nicht nur dann vor, wenn ei­ne Auf­ga­be ver­rich­tet wird, die in den en­ge­ren Rah­men des dem Ar­beit­neh­mer zu­ge­wie­se­nen Auf­ga­ben­krei­ses fällt, denn der Be­griff der be­trieb­li­chen Tätig­keit ist nicht eng aus­zu­le­gen. Er um­fasst auch die Tätig­kei­ten, die in na­hem Zu­sam­men­hang mit dem Be­trieb und sei­nem be­trieb­li­chen Wir­kungs­kreis ste­hen (BAG 22. April 2004 - 8 AZR 159/03 - aaO). Wie ei­ne Ar­beit aus­geführt wird - sach­gemäß oder feh­ler­haft, vor­sich­tig oder leicht­sin­nig -, ist nicht dafür ent­schei­dend, ob es sich um ei­ne be­trieb­li­che Tätig­keit han­delt oder nicht (BAG 22. April 2004 - 8 AZR 159/03 - aaO; 14. März 1967 - 1 AZR 310/66 - zu b der Gründe; BGH 19. De­zem­ber 1967 - VI ZR 6/66 - zu 2 der Gründe; KSW/v. Kop­pen­fels-Spies 3. Aufl. § 105 SGB VII Rn. 3).


Aus der Zu­gehörig­keit des Schädi­gers zum Be­trieb und ei­nem Han­deln im Be­trieb des Ar­beit­ge­bers al­lein kann nicht auf ei­ne Scha­dens­ver­ur­sa­chung durch ei­ne be­trieb­li­che Tätig­keit ge­schlos­sen wer­den. Nicht je­de Tätig­keit im Be­trieb des Ar­beit­ge­bers muss zwin­gend ei­ne be­triebs­be­zo­ge­ne sein. Eben­so we­nig führt be­reits die Be­nut­zung ei­nes Be­triebs­mit­tels zur An­nah­me ei­ner be­trieb­li­chen Tätig­keit. Es kommt dar­auf an, zu wel­chem Zweck die zum Scha­dens­er­eig­nis führen­de Hand­lung be­stimmt war. Ein Scha­den, der nicht in Ausführung ei­ner be­triebs­be­zo­ge­nen Tätig­keit ver­ur­sacht wird, son­dern nur bei Ge-


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le­gen­heit der Tätig­keit im Be­trieb, ist dem persönlich-pri­va­ten Be­reich des schädi­gen­den Ar­beit­neh­mers zu­zu­rech­nen. Um ei­nen sol­chen Fall han­delt es sich ins­be­son­de­re, wenn der Scha­den in­fol­ge ei­ner ne­ben der be­trieb­li­chen Ar­beit verübten, ge­fah­renträch­ti­gen Spie­le­rei, Ne­cke­rei oder Schläge­rei ein­tritt (BAG 22. April 2004 - 8 AZR 159/03 - zu II 3 b aa der Gründe, BA­GE 110, 195).


b) Nach die­sen Grundsätzen wur­de der Scha­den nicht durch ei­ne be­trieb­li­che Tätig­keit des Be­klag­ten ver­ur­sacht. Dies ist un­abhängig da­von, ob der Wurf mit ei­nem Wucht­ge­wicht er­folg­te, das der Be­klag­te ge­ra­de von ei­nem Fahr­zeu­grad ent­fernt hat­te, al­so auf­grund des Ar­beits­pro­zes­ses oh­ne­hin in der Hand hielt, oder ob der Be­klag­te vor dem Wurf ein auf dem Bo­den lie­gen­des Wucht­ge­wicht zum Zwe­cke des Wur­fes auf­ge­ho­ben hat­te.


Wucht­ge­wich­te sind zwar Be­triebs­mit­tel, al­lein de­ren Be­nut­zung macht ei­ne Tätig­keit je­doch nicht zu ei­ner be­trieb­li­chen. Das An­brin­gen wie auch das Ent­fer­nen von Wucht­ge­wich­ten von Fahr­zeu­grädern gehörte am Mor­gen des 24. Fe­bru­ar 2011 zur be­trieb­li­chen Tätig­keit des Be­klag­ten. Auch das Ent­sor­gen der Wucht­ge­wich­te ist da­mit ver­bun­den. Falls ein Auf­fang- oder Sam­mel­behälter tatsächlich nicht vor­han­den ge­we­sen sein soll­te, was da­hin­ste­hen kann, gehörte auch das Fal­len­las­sen auf den Bo­den oder womöglich auch ein leich­ter Wurf auf den Bo­den („aus dem Weg“) zur be­trieb­li­chen Tätig­keit des Be­klag­ten. Ei­ne un­sach­gemäße oder feh­ler­haf­te, un­vor­sich­ti­ge oder gar leicht­sin­ni­ge Ausführung würde dann nichts dar­an ändern, dass ei­ne be­trieb­li­che Tätig­keit vor­lag.


Um solch ei­ne Si­tua­ti­on han­del­te es sich je­doch am Mor­gen des 24. Fe­bru­ar 2011 in dem Mo­ment nicht, als der Be­klag­te das Wucht­ge­wicht warf, das den Kläger traf und ver­letz­te. Selbst wenn der Be­klag­te das Wucht­ge­wicht nicht „ex­tra“ auf­ge­ho­ben hat, son­dern es noch in Ausführung sei­ner be­trieb­li­chen Tätig­keit in der Hand hielt, en­de­te die Be­triebs­be­zo­gen­heit sei­ner Tätig­keit - oder wur­de sie un­ter­bro­chen - als er den Wurf „nach hin­ten“ mit ab­ge­wand­tem Körper und mit Kraft­auf­wand („ge­schleu­dert“) ausführ­te. Das Her­um­wer­fen von Wucht­ge­wich­ten in ei­nem Ar­beits­raum, in dem an­de­re Men­schen an­we­send sind oder mit ih­rer An­we­sen­heit zu rech­nen ist, noch da­zu mit


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Kraft­auf­wand, ist kei­ne be­trieb­li­che Tätig­keit. Ab­ge­se­hen von der Fra­ge des Vor­sat­zes - die das Lan­des­ar­beits­ge­richt recht­lich zu­tref­fend und oh­ne Be­an­stan­dung durch die Re­vi­si­on ver­neint hat - kommt es auf die Fra­ge des Mo­tivs für den Wurf nicht an. Na­he liegt ei­ne ne­ben der be­trieb­li­chen Ar­beit verübte, ge­fah­renträch­ti­ge Spie­le­rei oder Ne­cke­rei un­ter Aus­zu­bil­den­den. Das un­ter­streicht die Re­vi­si­on im Er­geb­nis, wenn sie auf „für Aus­zu­bil­den­de ty­pi­sche ... grup­pen­dy­na­mi­sche Ef­fek­te“ hin­weist und be­zo­gen auf die be­tei­lig­ten Per­so­nen ins­ge­samt „ei­ne ge­wis­se (Nach)Lässig­keit bei der Erfüllung ih­rer Ar­beits­leis­tung“ kon­sta­tiert.


2. Für das Aus­bil­dungs­verhält­nis im Be­trieb gel­ten kei­ne an­de­ren Maßstäbe als für an­de­re Beschäftig­te. Ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Re­vi­si­on ge­bie­ten hier we­der ei­ne „Un­er­fah­ren­heit im be­ruf­li­chen All­tag“ noch ei­ne „noch nicht vor­han­de­ne be­ruf­li­che So­zia­li­sa­ti­on“ bei der Haf­tung be­son­de­re Maßstäbe an­zu­wen­den.


a) We­der der Wort­laut von § 105 Abs. 1 SGB VII noch der Sinn­zu­sam­men­hang oder Zweck ent­hal­ten ei­nen An­halts­punkt dafür, dass der Be­griff der be­trieb­li­chen Tätig­keit an­ders auf­zu­fas­sen wäre, wenn und weil Aus­zu­bil­den­de be­tei­ligt sind (vgl. auch BAG 9. Au­gust 1966 - 1 AZR 426/65 - zu I 2 d der Gründe, BA­GE 19, 41 be­zo­gen auf den in­so­weit wort­glei­chen § 637 Abs. 1 RVO und min­derjähri­ge „Lehr­lin­ge“). Die Be­tei­li­gung von Aus­zu­bil­den­den an ei­nem scha­dens­ver­ur­sa­chen­den Vor­fall hat kei­ne Be­deu­tung für die Fra­ge der Ein­ord­nung ei­ner Tätig­keit als be­trieb­li­che oder nicht-be­trieb­li­che.


Zu­dem rei­chen das Haf­tungs­pri­vi­leg des Ar­beit­neh­mers und die Vor­schrift des § 828 Abs. 3 BGB aus, um auch den Be­son­der­hei­ten des Aus­bil­dungs­verhält­nis­ses Rech­nung zu tra­gen und Aus­zu­bil­den­de aus­rei­chend zu schützen (BAG 18. April 2002 - 8 AZR 348/01 - zu II 2 b ee der Gründe, BA­GE 101, 107; 7. Ju­li 1970 - 1 AZR 507/69 -).


b) An­de­res er­gibt sich auch nicht aus der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs zu § 105 Abs. 1 SGB VII für die Haf­tungs­frei­stel­lung bei Schul­unfällen, zu­letzt zur Schul­be­zo­gen­heit ei­ner Schnee­ball­schlacht un­ter Schülern an

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ei­ner in der Nähe ei­ner Schu­le ge­le­ge­nen Bus­hal­te­stel­le (BGH 15. Ju­li 2008 - VI ZR 212/07 -).


aa) Im Be­reich der Schul­unfälle ist für das Merk­mal der be­trieb­li­chen Tätig­keit da­nach zu fra­gen, ob das Han­deln des Schädi­gers „schul­be­zo­gen“ war (ua. BGH 15. Ju­li 2008 - VI ZR 212/07 - Rn. 11 ff.; 28. April 1992 - VI ZR 284/91 - zu II 1 a der Gründe, zu dem in­so­weit wort­glei­chen § 637 Abs. 1 RVO). Dar­aus fol­gen be­zo­gen auf die Be­son­der­hei­ten des Schul­be­triebs be­son­de­re Maßstäbe. Maßgeb­lich ist in­so­weit, ob die Ver­let­zungs­hand­lung auf der ty­pi­schen Gefähr­dung aus en­gem schu­li­schen Kon­takt be­ruht und des­halb ei­nen in­ne­ren Be­zug zum Be­such der Schu­le auf­weist. An­ders als im be­trieb­li­chen Zu­sam­men­hang sind schul­be­zo­gen im Sin­ne die­ser Recht­spre­chung ins­be­son­de­re Ver­let­zungs­hand­lun­gen, die aus Spie­le­rei­en, Ne­cke­rei­en und Rau­fe­rei­en un­ter den Schülern her­vor­ge­gan­gen sind, eben­so Ver­let­zun­gen, die in Neu­gier, Sen­sa­ti­ons­lust und dem Wunsch, den Schul­ka­me­ra­den zu im­po­nie­ren, ih­re Erklärung fin­den; das­sel­be gilt für Ver­let­zungs­hand­lun­gen, die auf übermüti­gen und be­den­ken­lo­sen Ver­hal­tens­wei­sen in ei­ner Pha­se der all­ge­mei­nen Lo­cke­rung der Dis­zi­plin be­ru­hen (ua. BGH 15. Ju­li 2008 - VI ZR 212/07 - Rn. 12).

bb) Die­se schul­be­zo­ge­nen Maßstäbe können nicht auf Aus­zu­bil­den­de im Be­trieb über­tra­gen wer­den. So ma­chen Ver­hal­tens­wei­sen, die nach der Recht­spre­chung zu den Be­son­der­hei­ten des Schul­be­triebs gehören wie Spie­le­rei­en, Ne­cke­rei­en und Rau­fe­rei­en, im be­trieb­li­chen Um­feld ge­ra­de kei­ne „be­trieb­li­che Tätig­keit“ aus, son­dern führen dort zur Ein­ord­nung in den persönlich-pri­va­ten Be­reich. Das hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt zu­tref­fend er­kannt.


Nichts an­de­res er­gibt sich aus der von der Re­vi­si­on an­geführ­ten Recht­spre­chung des Bun­des­so­zi­al­ge­richts im Rah­men der Schüler­un­fall­ver­si­che­rung zu ty­pi­schen grup­pen­dy­na­mi­schen Pro­zes­sen un­ter Schülern (ua. BSG 7. No­vem­ber 2000 - B 2 U 40/99 R -). Auch die­se Recht­spre­chung be­trifft die schu­li­sche Si­tua­ti­on und eben nicht die be­trieb­li­che.

III. Da der ge­naue Ver­lauf des Wur­fes da­hin­ste­hen kann, kommt es auf die dies­bezüglich vom Be­klag­ten er­ho­be­nen Ver­fah­rensrügen zur wei­te­ren Aufklä-


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rung und ggf. Be­weis­er­he­bung nicht an. So­weit darüber hin­aus feh­len­de ge­richt­li­che Hin­wei­se nach § 139 ZPO gerügt wer­den, hat der Be­klag­te nicht kon­kret dar­ge­legt, wie er auf ei­nen ent­spre­chen­den Hin­weis re­agiert, ins­be­son­de­re wel­chen tatsächli­chen Vor­trag er ge­hal­ten oder wel­che für die Ent­schei­dung er­heb­li­chen recht­li­chen Ausführun­gen er ge­macht hätte.


IV. Die Kos­ten­ent­schei­dung be­ruht auf § 97 Abs. 1 ZPO. 


Hauck 

Brein­lin­ger 

Win­ter

Volz 

Wan­kel

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