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Urteile zum Arbeitsrecht
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Schlag­worte: Haftung des Arbeitnehmers, Schaden, Arbeitnehmerhaftung
   
Gericht: Bundesarbeitsgericht
Akten­zeichen: 8 AZR 116/14
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 21.05.2015
   
Leit­sätze:
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Bremen-Bremerhaven, Schlussurteil vom 8.6.2011 - 2 Ca 2006/10
Landesarbeitsgericht Bremen, Schlussurteil vom 19.6.2013 - 2 Sa 91/11
   

BUN­DES­AR­BEITS­GERICHT

8 AZR 116/14

8 AZR 867/13
2 Sa 91/11
Lan­des­ar­beits­ge­richt

Bre­men

 

Im Na­men des Vol­kes!

Verkündet am

21. Mai 2015

UR­TEIL

Förs­ter, Ur­kunds­be­am­tin

der Geschäfts­stel­le

In Sa­chen

Kläger, Wi­der­be­klag­ter, Be­ru­fungs­be­klag­ter, Be­ru­fungskläger, Re­vi­si­ons­be­klag­ter und Re­vi­si­onskläger,

pp.

Be­klag­te, Wi­derkläge­rin, Be­ru­fungskläge­rin, Be­ru­fungs­be­klag­te, Re­vi­si­onskläge­rin und Re­vi­si­ons­be­klag­te,

hat der Ach­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts auf­grund der münd­li­chen Ver­hand­lung vom 21. Mai 2015 durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Hauck, den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Brein­lin­ger, die Rich-
 

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te­rin am Bun­des­ar­beits­ge­richt Dr. Win­ter so­wie die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Burr und Dr. Bloe­sin­ger für Recht er­kannt:

Die Re­vi­si­on der Be­klag­ten ge­gen das Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts Bre­men vom 19. Ju­ni 2013 - 2 Sa 91/11 - wird zurück­ge­wie­sen.

Auf die Re­vi­si­on des Klägers wird das Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts Bre­men vom 19. Ju­ni 2013 - 2 Sa 91/11 - in­so­weit auf­ge­ho­ben, als der

Kläger zur Zah­lung von 11.662,89 Eu­ro ver­ur­teilt wur­de.

Im Um­fang der Auf­he­bung wird das Ver­fah­ren zur neu­en Ver­hand­lung und Ent­schei­dung - auch über die Kos­ten des Re­vi­si­ons­ver­fah­rens - an das Lan­des­ar­beits­ge­richt zurück­ver­wie­sen.

Von Rechts we­gen!

Tat­be­stand

Die Par­tei­en strei­ten in der Re­vi­si­ons­in­stanz noch um Scha­dens­er­satz iHv. zu­letzt 23.281,71 Eu­ro, den die wi­der­kla­gen­de Be­klag­te vom Kläger for­dert.


Der Kläger ar­bei­tet seit 2001 als Sach­be­ar­bei­ter im Be­reich Ar­beits­wirt­schaft für die Be­klag­te, zu­letzt zu ei­nem Brut­to­mo­nats­ent­gelt von 4.125,00 Eu­ro zzgl. ei­ner mo­nat­li­chen Zu­la­ge von 409,03 Eu­ro brut­to. Auf das Ar­beits­verhält­nis fin­det der Man­tel­ta­rif­ver­trag für die Me­tall­in­dus­trie Un­ter­we­ser vom 18. Mai 1990 An­wen­dung, in des­sen § 16 ei­ne zwei­stu­fi­ge Aus­schluss­frist von je­weils drei Mo­na­ten ge­re­gelt ist.

Die Be­klag­te pro­du­ziert Au­to­tei­le. Dafür benötig­te Schläuche und Schlauch­grup­pen lässt sie nach Ar­beitsplänen in Heim­ar­beit fer­ti­gen. Je nach Auf­trags­men­ge gilt ein Ar­beits­plan für 10 bis 20 Heim­ar­bei­te­rin­nen. In die­sen Plänen, die in der Ab­tei­lung Fer­ti­gungs­pla­nung bei der Be­klag­ten er­stellt wer-

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den, sind die je­wei­li­gen Ar­beits­vorgänge, die zu ver­wen­den­den Ma­te­ria­li­en, die ein­zel­nen Ar­beits­schrit­te, zu be­ach­ten­de Be­son­der­hei­ten, die Be­triebs­mit­tel so­wie die Vor­ga­be- und Ma­schi­nen­lauf­zei­ten be­schrie­ben. Die Ar­beitspläne un­ter­lie­gen fortwähren­der Verände­rung und Neu­er­stel­lung, zum Bei­spiel durch Ände­rung des Ar­beits­in­halts, des Ar­beits­ab­laufs, der Ein­zel­tei­le oder der Be­triebs­mit­tel. Bei der Er­stel­lung ei­nes Ar­beits­plans ver­wen­det die Pro­zess­pla­nung der Ab­tei­lung Fer­ti­gungs­pla­nung zunächst ei­nen fik­ti­ven kal­ku­la­to­ri­schen Wert „K“ für die je­weils benötig­te Ar­beits­zeit.


Dem Kläger ob­lag es, für den Be­reich der Heim­ar­beit die je­weils tatsächlich er­for­der­li­che Ar­beits­zeit nach ar­beits­wis­sen­schaft­li­chen Me­tho­den zu er­fas­sen. Dafür er­hielt er von sei­nem un­mit­tel­ba­ren Vor­ge­setz­ten, dem als Zeu­gen be­nann­ten Herrn F, ca. al­le zwei Wo­chen ei­ne Lis­te mit rund 70 zu be­ar­bei­ten­den Ar­beits­vorgängen; pro Jahr hat­te er 900 bis 1.200 Fer­ti­gungs­zei­ten zu be­ar­bei­ten. Sei­ne Auf­ga­be war es da­bei, im EDV-Sys­tem SAP der Be­klag­ten den je­wei­li­gen kal­ku­la­to­ri­schen Wert „K“ durch den von ihm er­mit­tel­ten Wert des Ar­beits­zeit­auf­wands zu er­set­zen und für die Be­rech­nung des Ar­beits­ent­gelts der Heim­ar­bei­te­rin­nen frei­zu­ge­ben.


Ab Fe­bru­ar 2009 kam es zwi­schen den Par­tei­en, die kurz zu­vor be­reits ge­richt­lich um ei­ne von der Be­klag­ten aus­ge­spro­che­ne Kündi­gung ei­ner Zu­satz­ver­ein­ba­rung über die Zah­lung ei­ner Mehr­ar­beits­pau­scha­le ge­strit­ten hat­ten, ver­mehrt zu Dif­fe­ren­zen. Am 24. Fe­bru­ar 2009 for­der­te der Geschäftsführer der Be­klag­ten den Kläger auf, Zeit­vor­ga­beände­run­gen in Zu­kunft zeit­nah um­zu­set­zen und senk­te die Leis­tungs­be­ur­tei­lung des Klägers ab. In ei­nem Per­so­nal­gespräch am 3. Ju­ni 2009 wur­de dem Kläger ei­ne auf den 27. Mai 2009 da­tier­te schrift­li­che Ab­mah­nung über­ge­ben, in der sechs Ar­beits­abläufe als feh­ler­haft gerügt und ar­beits­recht­li­che Kon­se­quen­zen im Wie­der­ho­lungs­fall an­ge­droht wur­den. Am 9. Ju­ni 2009 schlos­sen die Par­tei­en im Rah­men ei­nes wei­te­ren Per­so­nal­gesprächs nach Kündi­gungs­an­dro­hung der Be­klag­ten ei­nen Auf­he­bungs­ver­trag, den der Kläger später er­folg­reich we­gen wi­der­recht­li­cher Dro­hung an­ge­foch­ten hat. Mit Schrei­ben vom 23. Ok­to­ber 2009 hörte die Be­klag­te


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den Kläger zu dem Vor­wurf an, er ha­be vorsätz­lich Vor­ga­be­zei­ten zu hoch an­ge­setzt.


In die­sem Schrei­ben heißt es un­ter an­de­rem: 


„1. Es konn­ten bis­her ca. 90 Ar­beitspläne insb. im Be­reich der Vor­mon­ta­ge und End­mon­ta­ge von Schlauch­grup­pen über­prüft wer­den. Bei der Mehr­zahl der ent­hal­te­nen Vor­ga­be­zei­ten, die Sie hier be­ar­bei­tet ha­ben, sind die Wer­te of­fen­sicht­lich zu hoch an­ge­setzt. Dies be­ruht bei der Vor­mon­ta­ge insb. dar­auf, dass Sie für die Mon­ta­ge der ein­zel­nen Rast­kupp­lun­gen/Rast­ste­cker fast im­mer ei­ne Vor­ga­be­zeit von 18`% an­ge­setzt ha­ben, die auf ei­ne Er­he­bung vom 23.1.1997 zurück­geht und der Ar­beits­platz­kenn­zahl R5 YK17 zu­ge­ord­net war.

...

2. Im Be­reich der End­mon­ta­ge gab es ei­ne al­te Vor­ga­be-zeit von 123`% für 100 Tei­le aus dem Jah­re 1997, zu­ge­ord­net der Ar­beits­platz­kenn­zahl R5 YJ02. Die­se Vor­ga­be-zeit be­ruh­te zum ei­nen auf ei­ner spe­zi­el­len Schlauch­grup­pe mit zusätz­li­chen an­ge­bau­ten Win­kelstücken und ent­spre­chen­den Schlau­chen­den, die die Mon­ta­ge zeit­lich verlänger­ten. Zum an­de­ren war die Zeit­vor­ga­be auf­grund di­ver­ser Mo­der­ni­sie­run­gen (...) in­halt­lich über­holt und Sie ha­ben des­halb sel­ber di­ver­se neue Durch­schnitts­wer­te für die ein­zel­nen ent­schei­den­den Ar­beits­schrit­te ... er­mit­telt.“

Mit Schrei­ben vom 10. Fe­bru­ar 2010 hat die Be­klag­te ge­genüber dem Kläger Scha­dens­er­satz­ansprüche „im Um­fang des er­sicht­li­chen Teil­scha­dens“ in Höhe von 381.174,93 Eu­ro gel­tend ge­macht. Die­se be­zog sie auf die Geschäfts­jah­re 2006/2007 (1. Ju­ni 2006 bis 31. Mai 2007), 2007/2008 und 2008/2009.

Im Ver­lauf des vor­lie­gen­den Rechts­streits ist über zwei ar­beit­ge­ber­sei­ti­ge Kündi­gun­gen des Ar­beits­verhält­nis­ses durch die Vor­in­stan­zen - mitt­ler­wei­le rechts­kräftig - zu Guns­ten des Klägers ent­schie­den wor­den. Rechts­kräftig ist zu­dem zu Un­guns­ten der Be­klag­ten über von ihr wi­der­kla­gend er­ho­be­ne Scha­dens­er­satz­for­de­run­gen iHv. 51.310,50 Eu­ro ent­schie­den wor­den.

Mit Schrift­satz vom 14. De­zem­ber 2010 er­wei­ter­te die Be­klag­te ih­re Wi­der­kla­ge um wei­te­re 23.281,71 Eu­ro be­zo­gen auf die Geschäfts­jah­re
 

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2006/2007, 2007/2008, 2008/2009 und 2009/2010. Darüber strei­ten die Par­tei­en im Re­vi­si­ons­ver­fah­ren noch.

Mit ih­rer Wi­der­kla­ge hat die Be­klag­te be­haup­tet, der Kläger ha­be in meh­re­ren hun­dert Fällen jah­re­lang pflicht­wid­rig fal­sche, meist zu ih­ren Un­guns­ten zu lan­ge Vor­ga­be­zei­ten im EDV-Sys­tem frei­ge­ge­ben. Ins­be­son­de­re ha­be er viel­fach trotz der Einführung neu­er Ar­beits­mit­tel (Ma­schi­nen) im Jah­re 2006 und da­durch ver­ein­fach­ter Ar­beits­abläufe ver­al­te­te Vor­ga­be­zei­ten aus dem Jah­re 1997 nicht durch kürze­re ak­tu­el­le er­setzt. Teil­wei­se ha­be er von ihm er­mit­tel­te kürze­re Vor­ga­be­zei­ten ein­fach nicht um­ge­setzt, al­so nicht in das EDV-Sys­tem ein­ge­ge­ben. Ihr sei da­durch ein beträcht­li­cher Scha­den ent­stan­den. Die­ser be­ste­he ei­ner­seits aus überhöhten Per­so­nal­kos­ten (überhöhte Be­zah­lung der Heim­ar­bei­te­rin­nen ba­sie­rend auf zu lan­gen Vor­ga­be­zei­ten), zu­dem ha­be der Kläger „Ma­schi­nen­kos­ten“ zu er­set­zen. Die­se be­gründe­te die Be­klag­te zunächst mit erhöhten fik­ti­ven Ma­schi­nen­lauf­zeit­kos­ten. Seit der Be­ru­fungs­in­stanz führt sie für die­sen Teil ih­rer For­de­rung Kos­ten für die unnöti­ge An­schaf­fung von zehn Ma­schi­nen an.

Für bei­de Scha­dens­po­si­tio­nen stellt die Be­klag­te be­zo­gen auf die Vor-/End­mon­ta­ge di­ver­ser Schlauch­grup­pen den vom Kläger ver­wen­de­ten Vor­ga­be­zei­ten pro 100 Tei­le je­weils ei­ne aus ih­rer Sicht zu­tref­fen­de Vor­ga­be­zeit ge­genüber. Die Dif­fe­renz bei­der mul­ti­pli­ziert sie zu­erst mit den pro­du­zier­ten Stück­zah­len. Im Hin­blick auf ih­re Scha­dens­er­satz­for­de­rung im Be­reich Per­so­nal­kos­ten mul­ti­pli­ziert sie so­dann die sich er­ge­ben­den St­un­den mit ver­schie­de­nen St­un­densätzen an Per­so­nal­kos­ten (von 14,18 Eu­ro/St­un­de bis 15,36 Eu­ro/St­un­de).

Für ih­re Scha­dens­er­satz­for­de­rung im Be­reich Ma­schi­nen­kos­ten trägt sie vor, we­gen der überhöht frei­ge­ge­be­nen Vor­ga­be­zei­ten ha­be sie den von ihr un­ter­hal­te­nen, im Jah­re 2006 mo­der­ni­sier­ten Pool an Ma­schi­nen, die bei den ein­zel­nen Heim­ar­bei­te­rin­nen ein­ge­setzt würden und je­weils durch klei­ne Umrüstmaßnah­men die Her­stel­lung un­ter­schied­li­cher Schlauch­grup­pen ermöglich­ten, bei Auf­tragsände­run­gen und -stei­ge­run­gen in den Jah­ren 2006 bis 2008 unnötig suk­zes­si­ve er­wei­tert. Die Be­rech­nung der Ma­schi­nen­aus­las­tung er­fol­ge nämlich - eben­so wie die Ab­rech­nung der Ar­beits­leis­tung der Hei­mar-
 

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bei­te­rin­nen - an­hand der vom Kläger frei­ge­ge­be­nen Vor­ga­be­zei­ten. Ent­ge­gen der Be­haup­tung des Klägers sei ei­ne Nicht- oder späte­re Um­set­zung veränder­ter Vor­ga­be­zei­ten nicht mit dem un­mit­tel­ba­ren Vor­ge­setz­ten des Klägers, Herrn F, ver­ein­bart ge­we­sen.

Die scha­dens­ver­ur­sa­chen­den Fehl­leis­tun­gen des Klägers ha­be sie erst nach und nach be­merkt. Be­reits vor Aus­spruch der Ab­mah­nung vom 3. Ju­ni 2009 ha­be der Vor­ge­setz­te, Herr F, den Kläger mehr­fach er­mah­nen müssen, die zu über­prüfen­den Vor­ga­be­zei­ten zeit­nah zu er­mit­teln und um­zu­set­zen. So ha­be der Kläger in den re­gelmäßigen Ar­beits­be­spre­chun­gen am 15. No­vem­ber, 22. No­vem­ber und 13. De­zem­ber 2007 sei­nem Vor­ge­setz­ten, der ihn auf Rückstände in ab­zu­ar­bei­ten­den Vor­ga­be­zei­ten an­ge­spro­chen ha­be, ver­si­chert, er ha­be al­les im Griff und wer­de die letz­ten Ände­run­gen bis Ja­nu­ar 2008 vor­neh­men.

Beim Be­ur­tei­lungs­gespräch im Fe­bru­ar 2009 sei für sie das tatsächli­che Aus­maß des Scha­dens nicht ab­seh­bar ge­we­sen; da­mals sei sie le­dig­lich von teil­wei­se nicht frist­gemäßer Ar­beits­er­le­di­gung aus­ge­gan­gen. Erst nach Aus­spruch der Ab­mah­nung vom 3. Ju­ni 2009 ha­be der Vor­ge­setz­te Herr F durch Nach­for­schun­gen fest­ge­stellt, dass der Kläger nicht nur in we­ni­gen Ein­z­elfällen, son­dern jah­re­lang fort­ge­setzt sei­nen ar­beits­ver­trag­li­chen Ver­pflich­tun­gen nicht nach­ge­kom­men sei. Nach Aus­spruch der ers­ten frist­lo­sen Kündi­gung am 17. De­zem­ber 2009 ha­be der Vor­ge­setz­te F wei­te­re Über­prüfun­gen vor­ge­nom­men. De­ren Er­geb­nis­se, auf die sich die noch streit­ge­genständ­li­chen, mit der Wi­der­kla­ge­er­wei­te­rung vom 14. De­zem­ber 2010 gel­tend ge­mach­ten Scha­dens­er­satz­ansprüche bezögen, ha­be der Vor­ge­setz­te F der Geschäfts­lei­tung am 6. De­zem­ber 2010 mit­ge­teilt. Die Nach­prüfung der vom Kläger be­ar­bei­te­ten Ar­beits­vorgänge ha­be sich auf meh­re­re 100 Ak­ten­ord­ner (mit meh­re­ren 1.000 Ar­beits­platz­fo­tos) be­zo­gen und sei in der ge­bo­te­nen Ei­le durch­geführt wor­den. Der Vor­ge­setz­te Herr F ha­be - ne­ben sei­ner ei­gent­li­chen Tätig­keit - je Ar­beits­plan ca. ein bis ein­ein­halb Ta­ge dafür benötigt.

Der Kläger ha­be - in Kennt­nis sei­ner Al­lein­ver­ant­wort­lich­keit für die Fest­set­zung zu­tref­fen­der Vor­ga­be­zei­ten und des Feh­lens ei­ner Prüfungs-

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in­stanz - der Be­klag­ten vorsätz­lich oder zu­min­dest grob fahrlässig scha­den wol­len, ge­ge­be­nen­falls auch, um sich oder Drit­te zu be­rei­chern. Je­den­falls ha­be er Kri­tik von Sei­ten des Be­triebs­rats und der Heim­ar­bei­te­rin­nen ver­mei­den wol­len und des­halb kürze­re Vor­ga­be­zei­ten nicht um­ge­setzt. Ihr sei man­gels Kennt­nis ei­ne Scha­dens­be­gren­zung nicht möglich ge­we­sen.


Die Be­klag­te hat zu­letzt be­an­tragt, 


den Kläger zu ver­ur­tei­len, an sie 23.281,71 Eu­ro nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit Zu­stel­lung des Schrift­sat­zes vom 14. De­zem­ber 2010 zu zah­len.

Der Kläger hat be­an­tragt, die Wi­der­kla­ge ab­zu­wei­sen. Ein ihm zu­re­chen­ba­rer Scha­den be­ste­he nicht. Er be­strei­tet, sei­ne ar­beits­ver­trag­li­chen Pflich­ten ver­letzt zu ha­ben. In den wöchent­li­chen Ar­beits­be­spre­chun­gen der Ar­beits­wirt­schaft, den sog. „Don­ners­tags­run­den“, an de­nen ne­ben ihm der Lei­ter Ar­beits­wirt­schaft (sein Vor­ge­setz­ter Herr F), ein Ar­beits­pla­ner und ein SAP-Ver­ant­wort­li­cher teil­ge­nom­men hätten, sei mehr­fach be­spro­chen wor­den, be­stimm­te Vor­ga­be­zei­ten erst später „in ei­nem Zug“ zu ändern. Da­bei sei al­len Be­tei­lig­ten klar ge­we­sen, dass in vie­len Fällen ver­al­te­te, nicht mehr ak­tu­el­le Vor­ga­be­zei­ten von „123 Mi­nu­ten“ und „18 Mi­nu­ten“ pro 100 Tei­le fort­ge­schrie­ben wor­den sei­en. Teil­wei­se sei die Um­set­zung neu­er Vor­ga­be­zei­ten auch von der Fer­ti­gung ab­ge­lehnt wor­den. Je­den­falls ha­be er we­der die Be­klag­te schädi­gen noch Heim­ar­bei­te­rin­nen oder sich selbst ei­nen Vor­teil ver­schaf­fen wol­len.


Das Ar­beits­ge­richt hat die Wi­der­kla­ge, die in der Re­vi­si­ons­in­stanz noch auf 11.662,89 Eu­ro „Per­so­nal­kos­ten“ und im Übri­gen auf „Ma­schi­nen­kos­ten“ be­zo­gen ist, ins­ge­samt ab­ge­wie­sen. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat - nach Ver­neh­mung des von der Be­klag­ten be­nann­ten Zeu­gen F (zu den Umständen und der Dau­er sei­ner Nach­prüfung) - der Wi­der­kla­ge hin­sicht­lich der Per­so­nal­kos­ten in der zu­letzt be­an­trag­ten Höhe statt­ge­ge­ben und sie im Übri­gen ab­ge­wie­sen. Mit der vom Lan­des­ar­beits­ge­richt für sie zu­ge­las­se­nen Re­vi­si­on ver­folgt die Be­klag­te ihr Kla­ge­ziel bezüglich der Ma­schi­nen­kos­ten wei­ter. Der Kläger


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be­gehrt mit der vom Se­nat für ihn zu­ge­las­se­nen Re­vi­si­on die Wie­der­her­stel­lung der ar­beits­ge­richt­li­chen Ent­schei­dung.

Ent­schei­dungs­gründe

Die zulässi­ge Re­vi­si­on der wi­der­kla­gen­den Be­klag­ten ist un­be­gründet, da ein er­satzfähi­ger Scha­den be­zo­gen auf Ma­schi­nen­kos­ten nicht kon­kret vor­ge­tra­gen wor­den ist. Die zulässi­ge Re­vi­si­on des Klägers ist be­gründet und führt zur Zurück­ver­wei­sung an das Be­ru­fungs­ge­richt (§ 563 Abs. 1 Satz 1 ZPO).


A. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat sei­ne der Wi­der­kla­ge teil­wei­se statt­ge­ben­de Ent­schei­dung im We­sent­li­chen wie folgt be­gründet:

In Höhe der gel­tend ge­mach­ten Per­so­nal­kos­ten ste­he der Be­klag­ten Scha­dens­er­satz zu. Der Kläger, der in her­vor­ge­ho­be­ner Stel­lung tätig ge­we­sen sei, ha­be sei­ne ar­beits­ver­trag­li­chen Pflich­ten schwer­wie­gend ver­letzt. Die Be­klag­te ha­be dies und den Scha­dens­zu­sam­men­hang aus­rei­chend kon­kret dar­ge­legt, der Kläger ha­be nicht sub­stan­zi­iert zu sei­ner Ent­las­tung vor­ge­tra­gen. Die ta­rif­ver­trag­li­che Aus­schluss­frist sei ge­wahrt.

Hin­sicht­lich des sog. Ma­schi­nen­scha­dens sei die Kla­ge un­be­gründet. Die Be­klag­te ha­be nicht kon­kret dar­ge­legt, wes­halb das Fehl­ver­hal­ten des Klägers in Be­zug auf be­stimm­te Schlauch­grup­pen zur An­schaf­fung von mehr Ma­schi­nen geführt ha­be. Ei­ne im Hin­blick auf § 286 ZPO aus­rei­chen­de Schätz­grund­la­ge lie­ge nicht vor.

B. Die Ent­schei­dung des Lan­des­ar­beits­ge­richts hält nur teil­wei­se ei­ner re­vi­si­ons­recht­li­chen Über­prüfung stand.

I. Die Re­vi­si­on des Klägers ist be­gründet. Mit der Be­gründung des Lan­des­ar­beits­ge­richts durf­te der Wi­der­kla­ge im Hin­blick auf ei­nen Scha­dens­er­satz für Per­so­nal­kos­ten nicht statt­ge­ge­ben wer­den.
 

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1. Nach § 619a BGB liegt die Dar­le­gungs- und Be­weis­last dafür, dass der Kläger vor­werf­bar sei­ne Pflich­ten aus dem Ar­beits­ver­trag ver­letzt hat und nach § 280 Abs. 1 BGB der Be­klag­ten zum Scha­dens­er­satz ver­pflich­tet ist, bei der Be­klag­ten. Dies gilt so­wohl für die Pflicht­ver­let­zung als auch für das Ver­tre­ten-müssen des Klägers. Die Ver­pflich­tung zum Scha­dens­er­satz so­wie der Um­fang des Er­sat­zes nach § 254 Abs. 1 BGB sind wei­ter da­von abhängig, in­wie­weit der Scha­den vor­wie­gend vom Schädi­ger oder vom Geschädig­ten ver­ur­sacht wor­den ist. Da­bei ist die Fra­ge des mit­wir­ken­den Ver­schul­dens nicht mit den gleich­falls zu berück­sich­ti­gen­den Grundsätzen über die Be­schränkung der Ar­beit­neh­mer­haf­tung bzw. pri­vi­le­gier­ten Ar­beit­neh­mer­haf­tung „durch ent­spre­chen­de An­wen­dung“ des § 254 BGB (vgl. BAG 27. Sep­tem­ber 1994 - GS 1/89 (A) - BA­GE 78, 56) zu ver­men­gen. Die Fra­ge des mit­wir­ken­den Ver­schul­dens gemäß § 254 Abs. 1 BGB muss von Amts we­gen (BGH 26. Ju­ni 1990 - X ZR 19/89 - zu I 4 b der Gründe) auch noch in der Re­vi­si­ons­in­stanz ge­prüft wer­den (BAG 18. Ja­nu­ar 2007 - 8 AZR 250/06 - Rn. 24; 12. No­vem­ber 1998 - 8 AZR 221/97 - zu II der Gründe, BA­GE 90, 148; 19. Fe­bru­ar 1998 - 8 AZR 645/96 - zu II 1 der Gründe, BA­GE 88, 101). Die Ver­tei­lung der Ver­ant­wort­lich­keit für ei­nen ent­stan­de­nen Scha­den im Rah­men des § 254 BGB ist in ers­ter Li­nie Sa­che tatrich­ter­li­cher Würdi­gung. Das Re­vi­si­ons­ge­richt kann nur prüfen, ob al­le in Be­tracht kom­men­den Umstände vollständig und rich­tig berück­sich­tigt und ob der Abwägung recht­lich zulässi­ge Erwägun­gen zu­grun­de ge­legt wor­den sind (vgl. da­zu BAG 18. Ja­nu­ar 2007 - 8 AZR 250/06 - aaO; 19. März 1992 - 8 AZR 370/91 - zu II 3 a der Gründe; BGH 17. No­vem­ber 2009 - VI ZR 58/08 - Rn. 11; 21. No­vem­ber 2006 - VI ZR 115/05 - Rn. 11 mwN).

2. Ob die Be­klag­te ei­nen Scha­dens­er­satz­an­spruch im Hin­blick auf 11.662,89 Eu­ro Per­so­nal­kos­ten hat, kann der Se­nat nicht ent­schei­den, da es dafür wei­te­rer Fest­stel­lun­gen und Würdi­gung durch das Tat­sa­chen­ge­richt be­darf (§ 563 Abs. 1 ZPO). Das an­ge­grif­fe­ne Ur­teil ist in­so­weit auf­zu­he­ben (§ 562 Abs. 1 ZPO) und die Sa­che ist in­so­weit zur neu­en Ver­hand­lung und Ent­schei­dung an das Be­ru­fungs­ge­richt zurück­zu­ver­wei­sen (§ 563 Abs. 1 Satz 1 ZPO).


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a) Es ist re­vi­si­ons­recht­lich nicht zu be­an­stan­den, dass das Lan­des­ar­beits­ge­richt für den Ge­sichts­punkt „Per­so­nal­kos­ten“ im Er­geb­nis so­wohl die haf­tungs­be­gründen­de als auch die haf­tungs­ausfüllen­de Kau­sa­lität be­jaht hat.


aa) Auf­ga­be des Klägers war es, nach ar­beits­wis­sen­schaft­li­chen Me­tho­den zu er­mit­teln, wie lan­ge die ein­zel­nen in Heim­ar­beit zu ver­rich­ten­den Ar­beits­pro­zes­se dau­ern. Da­mit soll­ten die von der Fer­ti­gungs­pla­nung kal­ku­lier­ten Vor­ga­be­zei­ten über­prüft und, so­weit er­for­der­lich, an­ge­passt wer­den. Ge­gen sei­ne dies­bezügli­chen Pflich­ten hat der Kläger nach der tatrich­ter­li­chen Würdi­gung des Lan­des­ar­beits­ge­richts in den im Be­ru­fungs­ur­teil näher be­zeich­ne­ten Fällen ver­s­toßen, in­dem er teil­wei­se kal­ku­la­to­ri­sche Wer­te und teil­wei­se ver­al­te­te Wer­te bei­be­hielt, statt tatsächlich zu­tref­fen­de - teils be­reits von ihm er­mit­tel­te - kürze­re Zei­ten in das EDV-Sys­tem zu über­neh­men und frei­zu­ge­ben. Da­mit liegt die haf­tungs­be­gründen­de Kau­sa­lität vor.


bb) Dem Kläger war be­kannt, dass die im EDV-Sys­tem frei­ge­ge­be­nen Zei­ten Ent­gelt­grund­la­ge im Be­reich der Vor­mon­ta­ge und End­mon­ta­ge von Schlauch­grup­pen in Heim­ar­beit sind. Da­mit liegt auch die haf­tungs­ausfüllen­de Kau­sa­lität vor.

b) Re­vi­si­ons­recht­lich zu be­an­stan­den ist, dass das Lan­des­ar­beits­ge­richt nicht die Be­weis­last­ver­tei­lung des § 619a BGB berück­sich­tigt hat, wo­nach die Dar­le­gungs- und Be­weis­last dafür, dass der Kläger vor­werf­bar sei­ne Pflich­ten aus dem Ar­beits­ver­trag ver­letzt hat, bei der wi­der­kla­gen­den Be­klag­ten liegt. Sie trägt die Dar­le­gungs­last dafür, dass es sich bei den von ihr be­nann­ten Vorfällen nicht um ty­pi­sche und un­ver­meid­ba­re Feh­ler und Versäum­nis­se han­delt. Hin­ge­gen hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt aus­geführt, der Kläger ha­be nur sehr all­ge­mein und un­zu­rei­chend dar­ge­legt, was ihn ent­las­ten könne.


Zu­tref­fend hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt al­ler­dings er­kannt, dass die Be­klag­te hin­rei­chend dar­ge­legt hat, dass der Kläger fahrlässig ge­han­delt hat. Selbst wenn der auf „Ab­spra­chen“ ge­rich­te­te Vor­trag des Klägers zu­tref­fen soll­te, ergäbe sich nichts an­de­res. Al­lein dass Vor­ge­setz­te ei­ne Pflicht­ver­let­zung (teil­wei­se) ken­nen, ggf. hin­neh­men oder gar mit­tra­gen, ändert nichts dar­an,

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dass ei­ne ar­beits­ver­trag­li­che Pflicht­ver­let­zung des Ein­zel­nen vor­liegt. Der Kläger hat nicht be­haup­tet, ent­spre­chen­de An­wei­sun­gen er­hal­ten zu ha­ben.


c) Zu Recht hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt das Vor­lie­gen von Recht­fer­ti­gungs­gründen für den Kläger ver­neint. All­ge­mein ver­tei­digt der Kläger sich da­mit, dass die Vor­ga­be­zei­ten ab­spra­che­gemäß nicht suk­zes­si­ve, son­dern in ei­nem Zug um­ge­stellt wer­den soll­ten, um Un­ru­he bei den Heim­ar­bei­te­rin­nen zu ver­mei­den. In re­vi­si­ons­recht­lich nicht zu be­an­stan­den­der Wei­se hat sich das Lan­des­ar­beits­ge­richt mit die­sem Vor­brin­gen aus­ein­an­der­ge­setzt und ent­schie­den, dass ei­ne sol­che Ab­spra­che, wäre sie denn er­folgt, kei­ne Recht­fer­ti­gung für ei­ne Pflicht­ver­let­zung dar­stellt. In der Tat wird ei­ne Pflicht­ver­let­zung nicht da­durch ge­recht­fer­tigt, dass ei­ne Grup­pe von Ar­beit­neh­mern, ggf. un­ter Ein­schluss von Vor­ge­setz­ten, dar­an be­tei­ligt ist.


d) Je­doch hat sich das Lan­des­ar­beits­ge­richt trotz ge­ge­be­ner Ver­an­las­sung nicht mit der Fra­ge ei­nes mögli­chen Mit­ver­schul­dens der Be­klag­ten be­fasst, § 254 BGB. Die­se wäre von Amts we­gen zu prüfen ge­we­sen.


Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat be­son­ders auf ei­ne her­aus­ge­ho­be­ne Stel­lung des Klägers im Pro­duk­ti­ons­pro­zess ab­ge­stellt. Das al­lein reicht je­doch un­ter den ge­ge­be­nen Umständen nicht. Nach dem Vor­trag des Klägers hätte das Lan­des­ar­beits­ge­richt Ver­an­las­sung ge­habt, even­tu­el­le Or­ga­ni­sa­ti­onsmängel bei der Be­klag­ten in den Blick zu neh­men, ins­be­son­de­re auch zu würdi­gen, ob sei­nem di­rek­ten Vor­ge­setz­ten, dem Lei­ter der Ar­beits­wirt­schaft bei der Be­klag­ten, ei­ne und ggf. wel­che Kon­trol­le der Ar­beit des Klägers ob­lag. Zwar kann, wie das Lan­des­ar­beits­ge­richt an­ge­nom­men hat, von ei­nem Ar­beit­neh­mer in her­aus­ge­ho­be­ner Po­si­ti­on er­war­tet wer­den, Vor­ge­setz­te auf Missstände hin­zu­wei­sen und auf Ab­hil­fe zu drin­gen. Je­doch ist zu­dem all­ge­mein da­von aus­zu­ge­hen, dass Vor­ge­setz­te selbst Auf­ga­ben der Mit­ar­bei­terführung und -über­wa­chung ha­ben. Im Streit­fall hat der Kläger wöchent­li­che Ar­beits­be­spre­chun­gen ge­nannt, in de­nen nach sei­nem Vor­trag Ab­spra­chen über Nicht­verände­rung von Vor­ga­be­zei­ten er­folgt sind. Dass das Lan­des­ar­beits­ge­richt den Ge­sichts­punkt der Ab­spra­che nicht für plau­si­bel ge­hal­ten hat, ent­hebt es

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nicht der Prüfung, ob es tatsächli­che oder ge­ne­rell er­for­der­li­che Auf­ga­be des Vor­ge­setz­ten des Klägers ge­we­sen wäre, sich im Rah­men der wöchent­li­chen Be­spre­chun­gen und/oder durch Stich­pro­ben ei­nen re­gelmäßigen Über­blick über die Auf­ga­ben­erfüllung in sei­ner Ab­tei­lung zu ver­schaf­fen. Dies um­so mehr, als dem Vor­ge­setz­ten nach dem ei­ge­nen Vor­trag der Be­klag­ten be­reits im Herbst/Win­ter 2007 Ar­beitsmängel des Klägers auf­ge­fal­len sind.


Ge­ra­de wenn nach dem Vor­trag der Be­klag­ten of­fen­bar fast al­le vom Kläger be­ar­bei­te­ten Vor­ga­be­zei­ten zu hoch wa­ren, hätte ei­ne we­nigs­tens ge­le­gent­li­che stich­pro­ben­ar­ti­ge Kon­trol­le zu ei­nem viel frühe­ren Zeit­punkt dem Fehl­ver­hal­ten ein En­de ge­setzt, was ggf. scha­dens­min­dernd zu berück­sich­ti­gen ist.


II. Die Re­vi­si­on der Be­klag­ten ist un­be­gründet. 


1. Es ist nicht zu be­an­stan­den, dass das Lan­des­ar­beits­ge­richt zu dem Er­geb­nis ge­kom­men ist, ein er­satzfähi­ger Scha­den bei den Ma­schi­nen­kos­ten sei nicht kon­kret vor­ge­tra­gen wor­den; der auf Durch­schnitts­wer­te ab­stel­len­de abs­trak­te Vor­trag der Be­klag­ten rei­che nicht aus. Ins­be­son­de­re zei­ge die Be­klag­te nicht die Fak­to­ren auf, die im Ein­zel­nen den Ent­schluss zum Kauf neu­er Ma­schi­nen be­gründen würden.

So­weit die Be­klag­te sich auf ei­ne Er­mitt­lung der Ge­samt­ka­pa­zität stützt, geht sie aus­drück­lich von Pro­gno­se­wer­ten/Mit­tel­wer­ten aus, die bran­chenüblich sei­en, nämlich von ei­ner durch­schnitt­li­chen Be­le­gungs­zeit ei­ner Ma­schi­ne von 5,2 St­un­den pro Tag und ei­ner Nut­zungs­dau­er von durch­schnitt­lich 660 Ar­beits­ta­gen. Un­ter Zu­grun­de­le­gung ei­nes dem Kläger aus ih­rer Sicht an­zu­las­ten­den Zu­viels von ins­ge­samt 32.000 Vor­ga­be­zeit­stun­den kommt sie auf 9,32 unnütz an­ge­schaff­te Ma­schi­nen, die sie auf 10 auf­run­det. Sol­che Er­fah­rungs­wer­te der be­trieb­li­chen Kos­ten­rech­nung (5,2 St­un­den/Tag, durch­schnitt­li­che Nut­zungs­dau­er von 660 Ar­beits­ta­gen) und Run­dun­gen er­lau­ben je­doch kei­ne kon­kre­te Scha­dens­be­rech­nung. Für die Be­wei­ser­leich­te­rung ei­ner abs­trak­ten Scha­dens­be­rech­nung ist kein Raum.
 

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2. Auf ei­ne Zu­ord­nung ein­zel­ner Schlauch­grup­pen zu ein­zel­nen, an­geb­lich zu viel an­ge­schaff­ten Ma­schi­nen kann es, wie die Be­klag­te selbst ausführt, nicht an­kom­men, da al­le Ma­schi­nen umrüstbar sind.


3. Die Be­klag­te be­durf­te kei­nes wei­te­ren ge­richt­li­chen Hin­wei­ses zur man­geln­den Schlüssig­keit ih­rer von rech­ne­ri­schen Durch­schnitts­wer­ten statt von kon­kre­ten Umständen aus­ge­hen­den Scha­dens­be­rech­nung. Be­reits das Ar­beits­ge­richt hat­te mit Be­schluss vom 15. De­zem­ber 2010 die Be­klag­te aus­drück­lich dar­auf auf­merk­sam ge­macht, dass ein hin­sicht­lich der Ma­schi­nen­lauf­zei­ten gel­tend ge­mach­ter Scha­den im Ein­zel­nen kon­kret dar­zu­le­gen ist. In sei­nem Ur­teil vom 8. Ju­ni 2011 hat es die Be­klag­te aus­drück­lich auf die Un­schlüssig­keit des bis da­hin er­folg­ten Vor­brin­gens gestützt auf „fik­ti­ve Lauf­zeit­kos­ten“ hin­ge­wie­sen. Es hat hin­zu­ge­setzt, dass bei ei­nem An­satz der Kos­ten überflüssi­ger Ma­schi­nen de­ren je­wei­li­ger Ist-Wert von den An­schaf­fungs­kos­ten ab­zu­zie­hen wäre. Mit der Be­ru­fung hat die Be­klag­te ein Ab­stel­len auf „rech­ne­ri­sche Lauf­zeit­kos­ten“ ver­tei­digt und hilfs­wei­se den Scha­den auf erhöhte Kos­ten we­gen der An­schaf­fung von zu vie­len Ma­schi­nen zurück­geführt, wofür sie trotz des Hin­wei­ses des Ar­beits­ge­richts auf er­for­der­li­che „kon­kre­te“ Dar­le­gun­gen er­neut le­dig­lich Ausführun­gen ge­macht hat, die von Er­fah­rungs­wer­ten der be­trieb­li­chen Kos­ten­rech­nung aus­ge­hen.


4. Die Ver­fah­rensrügen der Be­klag­ten blei­ben oh­ne Er­folg. 


a) Die Rüge, das Lan­des­ar­beits­ge­richt ha­be nicht al­le verfügba­ren Be­weis­mit­tel aus­geschöpft, ist un­zulässig, da schon nicht nach Be­weisthe­ma und Be­weis­mit­tel an­ge­ge­ben wor­den ist, zu wel­chem Punkt das Lan­des­ar­beits­ge­richt ei­ne ge­bo­te­ne Be­weis­auf­nah­me un­ter­las­sen ha­ben soll und wel­ches Er­geb­nis die­se vor­aus­sicht­lich er­bracht hätte (zu den Vor­aus­set­zun­gen ua. BAG 8. Mai 2014 - 2 AZR 1005/12 - Rn. 28 mwN).

b) Al­le wei­te­ren Rügen sind je­den­falls un­be­gründet. Ver­fah­rensrügen müssen nach § 551 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 Buchst. b ZPO die Tat­sa­chen be­zeich­nen, die den Man­gel er­ge­ben, auf den sich die Re­vi­si­on stützen will. Da­zu muss

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auch die Kau­sa­lität zwi­schen Ver­fah­rens­man­gel und Er­geb­nis des Be­ru­fungs­ur­teils dar­ge­legt wer­den (BAG 7. Ju­ni 2011 - 1 AZR 807/09 - Rn. 17 mwN). Die­ser An­for­de­rung genügen al­le er­ho­be­nen Rügen nicht.


III. Bei der er­neu­ten Ver­hand­lung und Ent­schei­dung wird das Lan­des­ar­beits­ge­richt im Hin­blick auf ei­nen even­tu­el­len Scha­dens­er­satz­an­spruch im Be­reich „Per­so­nal­kos­ten“ zu berück­sich­ti­gen ha­ben:


1. Im Hin­blick auf ein even­tu­el­les Mit­ver­schul­den, ggf. durch ein Or­ga­ni­sa­ti­ons­de­fi­zit bei der Be­klag­ten, kommt es nach dem bis­he­ri­gen Vor­trag des Klägers ins­be­son­de­re auf die Mit­ar­bei­terführungs- und Kon­troll­auf­ga­ben des Vor­ge­setz­ten des Klägers an. Den Par­tei­en ist Ge­le­gen­heit zur Stel­lung­nah­me zu ge­ben.


a) Dies­bezüglich reicht es nicht aus, dass die Be­klag­te pau­schal ein­geräumt hat, ei­ne Über­prüfung des Klägers sei nicht er­folgt und wäre aus ih­rer Sicht wirt­schaft­lich nicht sinn­voll ge­we­sen. Die Be­klag­te selbst hat vor­ge­tra­gen, dass der Kläger ca. al­le zwei Wo­chen ei­ne Lis­te mit rund 70 zu be­ar­bei­ten­den Ar­beits­vorgängen von sei­nem Vor­ge­setz­ten er­hielt. Je­den­falls nach Auffällig­kei­ten in der Ver­gan­gen­heit ist im Hin­blick auf die Or­ga­ni­sa­ti­ons­ver­ant­wor­tung der Be­klag­ten von Be­deu­tung, ob und ggf. wel­che wei­te­ren Nach­fra­gen in den re­gelmäßigen Ar­beits­be­spre­chun­gen er­folgt sind, ob zu­min­dest stich­pro­ben­ar­ti­ge Voll­zugs­kon­trol­len durch Rück­ga­be von aus­geführ­ten Lis­ten oder ei­ne re­gelmäßige stan­dar­di­sier­te Kon­trol­le durch die Con­trol­ling-Möglich­kei­ten des EDV-Sys­tems ein­geführt wor­den sind. Sind trotz Vor­komm­nis­sen in der Ver­gan­gen­heit kei­ne der Sorg­falts­pflicht (da­zu ua. BGH 27. No­vem­ber 2008 - VII ZR 206/06 - Rn. 31, BGHZ 179, 55) ent­spre­chen­den Kon­troll­maßnah­men er­grif­fen wor­den und hat die Be­klag­te dafür ein­zu­ste­hen (zu letz­te­rem Ge­sichts­punkt BGH 17. No­vem­ber 2009 - VI ZR 58/08 - Rn. 14) bzw. ist ihr pflicht­wid­ri­ges Un­ter­las­sen von Hilfs­per­so­nen gemäß § 254 Abs. 2, § 278 BGB ana­log zu­zu­rech­nen, ist dies je nach den Umständen im Hin­blick auf Dau­er und Um­fang des Fehl­ver­hal­tens zu Las­ten der Be­klag­ten zu berück­sich­ti­gen.


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b) Die Be­weis­last für die zur An­wen­dung des § 254 BGB führen­den Umstände, mit­hin auch für die Ursächlich­keit ei­nes Mit­ver­schul­dens, trägt der Schädi­ger (BGH 30. Sep­tem­ber 2003 - XI ZR 232/02 - zu II 2 bb (1) (c) der Gründe mwN). Da­bei darf dem Schädi­ger in­des nichts Unmögli­ches an­ge­son­nen wer­den. Er kann na­ment­lich be­an­spru­chen, dass der Geschädig­te an der Be­weisführung mit­wirkt, so­weit es sich um Umstände aus sei­ner Sphäre han­delt (BGH 22. Mai 1984 - III ZR 18/83 - zu C II 2 der Gründe, BGHZ 91, 243); dies kann die Dar­le­gung be­inhal­ten, was zur Scha­dens­min­de­rung un­ter­nom­men wor­den ist (ua. BGH 29. Sep­tem­ber 1998 - VI ZR 296/97 - zu II der Gründe).

2. Wei­ter­hin sind die Grundsätze über die Be­schränkung der Ar­beit­neh­mer­haf­tung zu berück­sich­ti­gen, § 254 BGB ana­log. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat zu prüfen, ob und in­wie­fern im Streit­fall der Grund­satz der (ggf. we­gen Mit­ver­schul­dens an­tei­li­gen) To­tal­re­pa­ra­ti­on des § 249 BGB nach dem Ver­schul­dens­grad mo­di­fi­ziert ist.


a) Nach den vom Großen Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts ent­wi­ckel­ten Grundsätzen (BAG 27. Sep­tem­ber 1994 - GS 1/89 (A) - BA­GE 78, 56) haf­ten Ar­beit­neh­mer nur für vorsätz­lich ver­ur­sach­te Schäden in vol­lem Um­fang, bei leich­tes­ter Fahrlässig­keit da­ge­gen über­haupt nicht (vgl. auch BAG 28. Ok­to­ber 2010 - 8 AZR 418/09 - Rn. 17). Die Be­tei­li­gung des Ar­beit­neh­mers an den Scha­dens­fol­gen ist durch ei­ne Abwägung der Ge­samt­umstände zu be­stim­men, wo­bei ins­be­son­de­re Scha­dens­an­lass, Scha­dens­fol­gen, Bil­lig­keits- und Zu­mut-bar­keits­ge­sichts­punk­te ei­ne Rol­le spie­len (näher ua. BAG 13. De­zem­ber 2012 - 8 AZR 432/11 - Rn. 20).


b) Dies­bezüglich ist den Par­tei­en, die die Grundsätze über die Be­schränkung der Ar­beit­neh­mer­haf­tung er­sicht­lich noch nicht fall­be­zo­gen erörtert ha­ben, Ge­le­gen­heit zur Stel­lung­nah­me zu ge­ben. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat zwar in an­de­rem Zu­sam­men­hang ein vorsätz­li­ches Han­deln des Klägers aus­ge­schlos­sen, je­doch ei­ne even­tu­el­le Haf­tungs­re­du­zie­rung nicht erörtert und den Grad fahrlässi­gen Han­delns of­fen­ge­las­sen.


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3. Die Be­rech­nung des Scha­dens hat im All­ge­mei­nen nach der Dif­fe­renz­me­tho­de zu er­fol­gen durch ei­nen rech­ne­ri­schen Ver­gleich der durch das schädi­gen­de Er­eig­nis ein­ge­tre­te­nen Vermögens­la­ge mit der­je­ni­gen, die sich oh­ne die­ses Er­eig­nis er­ge­ben hätte (ua. BGH 16. Ju­li 2013 - VI ZR 442/12 - Rn. 20, BGHZ 198, 50).


Da­bei ist zu berück­sich­ti­gen, dass die Be­klag­te erklärt hat, sie würde ge­ne­rell ei­ne Spann­brei­te von +/- 5 % bei der ge­mes­se­nen Zeit ak­zep­tie­ren. Das zu­grun­de ge­legt, wäre ein even­tu­ell ver­blei­ben­der Scha­dens­er­satz­an­spruch um zu­min­dest 5 % zu re­du­zie­ren, da in­so­weit ein von der Be­klag­ten noch hin­ge­nom­me­ner Nach­teil vorläge, den sie nicht im We­ge des Scha­dens­er­sat­zes auf den Kläger abwälzen kann.

Sch­ließlich ist zu berück­sich­ti­gen, dass der Kläger un­strei­tig in ei­ni­gen Fällen die Vor­ga­be­zei­ten zu Guns­ten der Be­klag­ten zu nied­rig fest­ge­setzt hat. Dies­bezüglich ist zu prüfen, ob sich die Be­klag­te ei­nen un­ge­recht­fer­tig­ten Vermögens­vor­teil an­rech­nen las­sen muss.

4. Für die Ein­hal­tung von ta­rif­ver­trag­li­chen Ver­fall­fris­ten, die das Lan­des­ar­beits­ge­richt nach ei­ner Be­weis­auf­nah­me im Hin­blick auf den Ein­tritt der Fällig­keit des Scha­dens­er­satz­an­spruchs gewürdigt hat, kann im Rah­men der Be­ur­tei­lung der Fra­ge ei­nes „schuld­haf­ten Zögerns“ (BAG 30. Ok­to­ber 2008 - 8 AZR 886/07 - Rn. 30) zu berück­sich­ti­gen sein, ob an­ge­sichts des all­ge­mein be­kann­ten Stands mo­der­ner EDV-Sys­te­me - wie des bei der Be­klag­ten ge­nutz­ten SAP - de­ren Ana­ly­se- und Kon­trollmöglich­kei­ten ge­nutzt wor­den sind, bei­spiels­wei­se um - je­den­falls im zwei­ten Nach­prüfungs­zeit­raum (bis De­zem­ber 2010) - ge­zielt nach lan­ge nicht veränder­ten Wer­ten (zB seit 1997) oder nach den der Be­klag­ten je­den­falls seit ih­rem Schrei­ben vom 23. Ok­to­ber 2009 be­kann­ten viel­fach ver­wen­de­ten „Alt-Zei­ten“ „123 Mi­nu­ten“ und „18 Mi­nu­ten“ zu su­chen.

Zu­dem wird so­wohl für die Ver­fall­fris­ten als auch für die Fra­gen des Mit­ver­schul­dens im We­ge un­ter­las­se­ner Scha­dens­min­de­rung zu berück­sich­ti­gen sein, dass sich aus dem Vor­trag der Be­klag­ten er­gibt, dass sie im Zeit­raum 22. Ok­to­ber 2009 bis 28. Ju­ni 2010 of­fen­bar ei­ne mo­na­te­lan­ge Pau­se der Er-


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mitt­lung und Kor­rek­tur überhöhter Vor­ga­be­zei­ten ein­ge­legt hat. Sie hat da­mit selbst be­trieb­li­che Mehr­kos­ten auf­lau­fen las­sen.

Hauck 

Brein­lin­ger 

Win­ter

Burr 

Bloe­sin­ger

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