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VW-Zu­lie­fe­rer­streit ist vor­bei

VW und zwei wich­ti­ge Zu­lie­fe­rer ha­ben sich in ih­rem bei­spiel­lo­sen Macht­kampf ge­ei­nigt: Die Un­ter­neh­men wer­den den Au­to­bau­er wie­der be­lie­fern. Was sie da­für be­kom­men ha­ben, ist of­fen. Bei­de Sei­ten ha­ben Still­schwei­gen ver­ein­bart

24.08.2016. (dpa) - Der Macht­kampf zwi­schen VW und zwei wich­ti­gen Zu­lie­fe­rern ist vor­bei.

Der Au­to­bau­er und die bei­den Un­ter­neh­men der Prevent-Grup­pe ei­nig­ten sich am Diens­tag in Wolfs­burg und be­en­de­ten da­mit den bei­spiel­lo­sen Streit um die Lie­fe­rung von wich­ti­gen Tei­len für die Au­to­pro­duk­ti­on.

Die Lie­fe­ran­ten wür­den die Be­lie­fe­rung von Volks­wa­gen in Kür­ze wie­der auf­neh­men, sag­te ein Volks­wa­gen-Spre­cher.

Auch die Zu­lie­fe­rer­sei­te be­stä­tig­te die Ei­ni­gung.

Über die Ein­zel­hei­ten ver­ein­bar­ten VW und die Eas­tern Ho­ri­zon Group, zu der die Lie­fe­ran­ten Car Trim GmbH und die ES Au­to­mo­bil­guss ge­hö­ren, al­ler­dings Still­schwei­gen.

Nach An­ga­ben von VW be­rei­ten die be­trof­fe­nen VW-Stand­or­te die Wie­der­auf­nah­me der Pro­duk­ti­on vor, das The­ma Kurz­ar­beit dürf­te sich für die Wer­ke in Em­den, Wolfs­burg, Kas­sel und Zwi­ckau so­mit rasch wie­der er­le­di­gen. Zum ge­nau­en Zeit­plan äu­ßer­te sich VW aber zu­nächst nicht.

VW-Auf­sichts­rat und Nie­der­sach­sens Mi­nis­ter­prä­si­dent Ste­phan Weil sag­te, es sei gut, dass nun ei­ne Ei­ni­gung er­folgt sei. Er freue sich für die Be­schäf­tig­ten, die nun wie­der an ih­re Ar­beits­plät­ze zu­rück könn­ten. "Sie sind in den letz­ten Ta­gen Op­fer ei­nes Kon­flik­tes ge­wor­den, der oh­ne Not auf ih­rem Rü­cken aus­ge­tra­gen wor­den ist", sag­te der SPD-Po­li­ti­ker in Han­no­ver - und kri­ti­sier­te noch­mals das Vor­ge­hen der bei­den Zu­lie­fe­rer. "Es bleibt bei mir ein Un­be­ha­gen über das Vor­ge­hen der Prevent Group, die nicht be­reit war, den in un­se­rem Rechts­staat vor­ge­se­he­nen Weg ei­ner Klä­rung vor den Ge­rich­ten zu ge­hen."

Die bei­den Fir­men hät­ten statt­des­sen ei­nen Groß­kon­flikt mit be­trächt­li­chen Schä­den er­öff­net. "Die­ses Bei­spiel darf kei­ne Schu­le ma­chen", sag­te Weil.

Zwi­schen Volks­wa­gen und den bei­den wich­ti­gen Tei­le­zu­lie­fe­rern tob­te seit Ta­gen ein Streit um die Kün­di­gung von Auf­trä­gen. Die Hin­ter­grün­de sind un­klar. We­gen des Lie­fer­stopps stan­den bei dem Au­to­bau­er vie­le Bän­der still: Der Kon­zern war­tet auf Ge­trie­be­tei­le und Sitz­be­zü­ge von den Zu­lie­fe­rern ES Au­to­mo­bil­guss und Car Trim, die zur Un­ter­neh­mens­grup­pe Prevent ge­hö­ren.

We­gen des Streits konn­ten laut VW ins­ge­samt 27.700 Mit­ar­bei­ter in meh­re­ren Wer­ken nicht so ar­bei­ten wie ge­plant. Al­len vor­an stand im Stamm­werk Wolfs­burg die Pro­duk­ti­on des wich­tigs­ten VW-Mo­dells Golf still. Der Au­to­bau­er sprach von "Fle­xi­bi­li­sie­rungs­maß­nah­men bis hin zu Kurz­ar­beit", die nö­tig sei­en, um den Aus­fall der Lie­fe­run­gen aus­zu­glei­chen. Die Zu­lie­fe­rer-Bran­che be­fürch­te­te Aus­wir­kun­gen auch auf an­de­re Lie­fe­ran­ten. Die Bun­des­re­gie­rung hat­te am Mon­tag ei­ne Lö­sung an­ge­mahnt - der Streit war oh­ne Bei­spiel ge­we­sen.

Bei der Fir­ma ES Au­to­mo­bil­guss in Schön­hei­de im Erz­ge­bir­ge war für die­sen Diens­tag zu­dem ei­ne Be­triebs­ver­samm­lung ge­plant. Dar­aus er­hoff­ten sich die Ar­beit­neh­mer­ver­tre­ter Ant­wor­ten auf die vie­len Fra­gen zur Zu­kunft des Zu­lie­fe­rers.

Volks­wa­gen hat­te ne­ben der Ver­hand­lungs­lö­sung auch im­mer be­tont, not­falls auf ge­richt­li­chem We­ge ei­ne Her­aus­ga­be der Tei­le zu ver­lan­gen. Das Land­ge­richt Braun­schweig hat­te einst­wei­li­ge Ver­fü­gun­gen er­las­sen, wel­che die Lie­fe­ran­ten zur Wie­der­auf­nah­me der Be­lie­fe­rung ver­pflich­ten. Die­sen Weg muss VW nun nicht mehr ge­hen.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 19. Oktober 2016

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