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Ver­di wei­tet Ama­zon-Pro­test aus: Lan­ge Streiks und drit­ter Stand­ort

Ver­di will Ama­zon mit mehr­tä­gi­gen Streiks im Weih­nachts­ge­schäft un­ter Druck set­zen: Der Ver­sandrie­se ver­si­chert: Die Ge­schen­ke kom­men den­noch pünkt­lich. Am Mon­tag ver­mel­de­te Ver­di ei­ne Re­kord­be­tei­li­gung der Strei­ken­den. Erst­mals war auch ein drit­ter Stand­ort da­bei

17.12.2013. (dpa) - Die Ge­werk­schaft Ver­di wei­tet die Streiks bei Ama­zon im wich­ti­gen Weih­nachts­ge­schäft mas­siv aus.

So soll der welt­größ­te On­line-Ver­sand­händ­ler im Ta­rif­streit zum Ein­len­ken ge­zwun­gen wer­den.

Der am Mon­tag be­gon­ne­ne Aus­stand wer­de am größ­ten deut­schen Stand­ort in Bad Hers­feld bis ein­schließ­lich Mitt­woch fort­ge­führt und in Leip­zig bis ein­schließ­lich Frei­tag, wie Ver­di-Spre­cher Chris­toph Schmitz in Ber­lin sag­te.

"Wir wer­den ei­nen lan­gen Atem ha­ben", sag­te er.

Im baye­ri­schen Gra­ben bei Augs­burg, wo am Mon­tag erst­mals die Ar­beit nie­der­ge­legt wur­de, soll­te es zu­nächst bei ei­nem ein­tä­gi­gen Streik blei­ben.

Ver­di ver­mel­de­te ei­ne Re­kord-Be­tei­li­gung seit dem Start im Som­mer: Ins­ge­samt 1800 Mit­ar­bei­ter hät­ten sich am Mon­tag an­ge­schlos­sen. Das wä­ren so viel wie noch nie zu­vor in Deutsch­land. 700 sei­en es in Bad Hers­feld ge­we­sen, 600 in Gra­ben und 500 in Leip­zig. Ziel des Aus­stands ist ein Ta­rif­ver­trag ge­mäß des Ein­zel- und Ver­sand­han­dels.

Laut Ama­zon be­tei­lig­ten sich 1115 Mit­ar­bei­ter am Streik. Weil die gro­ße Mehr­heit re­gu­lär ge­ar­bei­tet ha­be, ge­be es kei­ner­lei Ver­zö­ge­rung bei der Zu­stel­lung. "Un­se­re Kun­den kön­nen sich selbst­ver­ständ­lich wei­ter­hin auf die recht­zei­ti­ge Zu­stel­lung ih­rer Weih­nachts­ge­schen­ke ver­las­sen", sag­te ei­ne Spre­che­rin in Mün­chen. Ver­di be­zwei­felt, dass Ama­zon trotz der Streiks wie ge­wohnt lie­fern kann. "Die Kun­den soll­ten un­be­dingt auf die an­ge­ge­be­nen Lie­fer­zei­ten ach­ten", sag­te Schmitz.

"Wir ar­bei­ten wei­ter an ei­ner Ver­net­zung mit an­de­ren bei Ama­zon und wol­len stra­te­gisch noch mehr Stand­or­te ein­be­zie­hen. Wir be­hal­ten uns vor, wei­ter zu es­ka­lie­ren", sag­te Hei­ner Rei­mann von Ver­di Hes­sen. Zu­dem rei­se ei­ne Ver­di-De­le­ga­ti­on nach Se­at­tle, um vor dem Fir­men­sitz des US-Bran­chen­rie­sen zu de­mons­trie­ren. "Wir spü­ren un­heim­lich viel So­li­da­ri­tät." Als ers­ten Er­folg wer­tet Ver­di, dass Ama­zon dies­mal ein Weih­nachts­geld zah­le.

"Die Be­schäf­tig­ten bei Ama­zon leis­ten her­vor­ra­gen­de Ar­beit, die vor Weih­nach­ten in Höchst­leis­tun­gen aus­ar­tet. Da ist es nur recht und bil­lig, dass ein Kon­zern sei­nen Mit­ar­bei­tern Ver­bind­lich­keit und Si­cher­heit durch Ta­rif­bin­dung und an­ge­mes­se­ne Be­zah­lung bie­tet", er­klär­te Streik­lei­ter Tho­mas Gür­le­beck in Gra­ben. Sei­ne Ver­di-Kol­le­ge Hu­bert Thier­mey­er sag­te: "Die Stim­mung ist kämp­fe­risch, die Men­schen ha­ben Exis­tenz­ängs­te."

In Leip­zig sag­te Streik­lei­ter Tho­mas Schnei­der: "Die Stim­mung ist aus­ge­spro­chen gut. Die Kol­le­gen ha­ben ganz viel Mut, sie se­hen dass sie auf dem rich­ti­gen Weg sind." Die Mit­ar­bei­ter freu­ten sich, dass mit Gra­ben ein wei­te­rer Stand­ort hin­zu­ge­kom­men ist. Das mo­ti­vie­re. Die nied­ri­ge­ren Teil­neh­mer­an­ga­ben des Ar­beit­ge­bers stimm­ten nicht: "Das ist das Pfei­fen im Wal­de". Er sei si­cher: Die Streiks wir­ken.

Der Re­gio­nal­ge­schäfts­füh­rer des Leip­zi­ger Ver­sand­zen­trums, Ar­min Coss­mann, sag­te dem Ra­dio­sen­der MDR In­fo mit Blick auf die Strei­ken­den: "Uns macht das Wet­ter mehr Sor­gen, wir sind sehr gut vor­be­rei­tet. Was man eben auch da­bei wis­sen muss, dass es im­mer noch der deut­lich kleins­te Teil der Kol­le­gen ist, die sich da­für ent­schie­den ha­ben zu strei­ken."

Ama­zon lehnt ei­nen Ta­rif­ver­trag nach den Be­din­gun­gen des Ein­zel- und Ver­sand­han­dels ka­te­go­risch ab und ori­en­tiert sich an den güns­ti­ge­ren Kon­di­tio­nen der Lo­gis­tik­bran­che. Des­we­gen kommt es seit dem Som­mer deutsch­land­weit im­mer wie­der zu Streiks. In Bad Hers­feld war es am Mon­tag nach Ver­di-An­ga­ben der 17. Streik­tag. Bei Ama­zon ar­bei­ten bun­des­weit rund 9000 Mit­ar­bei­ter in acht Ver­sand­zen­tren, un­ter­stützt wer­den sie von 14 000 sai­so­na­len Aus­hil­fen.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 1. April 2014

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