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Ver­di droht mit mas­si­ven Ar­beits­kämp­fen im Ham­bur­ger Ein­zel­han­del

Im Ein­zel­han­del ge­hen die Ta­rif­par­tei­en in die­sem Jahr gif­tig mit­ein­an­der um: In Ham­burg lie­gen die Ner­ven schon nach der ers­ten Ver­hand­lungs­run­de bloß. Es geht un­ter an­de­rem um die Be­zah­lung von un­ge­lern­ten Kas­sie­rern

22.05.2013. (dpa) - Die Ta­rif­ver­hand­lun­gen für die rund 70 000 Be­schäf­tig­ten des Ham­bur­ger Ein­zel­han­dels sind am Diens­tag nach der ers­ten Run­de ver­tagt wor­den.

Die Ge­werk­schaft Ver­di be­ur­teil­te den Ver­hand­lungs­auf­takt als "Skan­dal" und kün­dig­te vor die­sem Hin­ter­grund mas­si­ve Ar­beits­kämp­fe im Ein­zel­han­del in Ham­burg an.

"Wäh­rend sich die Um­satz- und Ge­winn­zah­len der Bran­che gut ent­wi­ckelt ha­ben, will der Ar­beit­ge­ber­ver­band sei­nen Bei­trags­un­ter­neh­men jetzt ei­nen wei­te­ren Schluck aus der Fla­sche prä­sen­tie­ren, den die Be­schäf­tig­ten be­zah­len sol­len", sag­te Ver­di-Ver­hand­lungs­füh­rer Ar­no Peu­kes.

In den Ar­beits­kampf wer­de die Ge­werk­schaft auch das Wa­ren­haus­un­ter­neh­men Kar­stadt ein­be­zie­hen, das aus der Ta­rif­bin­dung ge­flüch­tet sei.

Die Ge­werk­schaft Ver­di for­dert Lohn­er­hö­hun­gen von 150 Eu­ro für je­den Be­schäf­tig­ten und von 90 Eu­ro für Aus­zu­bil­den­de, bei ei­ner Lauf­zeit von zwölf Mo­na­ten. Der Ar­beit­ge­ber­ver­band hat noch kein An­ge­bot vor­ge­legt.

Er hält die For­de­rung der Ge­werk­schaft je­doch für deut­lich zu hoch; je nach Ta­rif­grup­pe und Be­rufs­al­ter be­deu­te sie ei­nen An­stieg von sechs bis neun Pro­zent. Das ge­be die Er­trags­la­ge des Ein­zel­han­dels in Ham­burg nicht her, sag­te Wolf­gang Lin­ne­ko­gel von den Ver­bän­den des Ein­zel­han­dels.

Wäh­rend Ver­di vor al­lem über die Lohn- und Ge­halts­for­de­rung ver­han­deln will, for­dern die Ar­beit­ge­ber auch struk­tu­rel­le Än­de­run­gen bei den Ein­stu­fun­gen von Be­schäf­tig­ten. So sol­len un­ter an­de­rem an­ge­lern­te Kas­sie­re­rin­nen ei­ne Stu­fe nied­ri­ger ein­grup­piert wer­den, wo sie eben­so viel wie ge­lern­te Ein­zel­han­dels­kauf­leu­te ver­die­nen wür­den.

"Wir wol­len nie­man­dem et­was weg­neh­men, son­dern bie­ten ei­nen Be­stands­schutz für be­ste­hen­de Ar­beits­ver­hält­nis­se an", sag­te Lin­ne­ko­gel. Es sei po­si­tiv, dass ein neu­er Ver­hand­lungs­ter­min fest­ge­setzt wor­den sei. Die Ver­hand­lun­gen für Ham­burg wer­den am 10. Ju­ni fort­ge­setzt.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 18. Dezember 2013

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