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Urteile zum Arbeitsrecht
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Schlag­worte: Besoldung, Professorenbesoldung
   
Gericht: Bundesverfassungsgericht
Akten­zeichen: 2 BvL 4/10
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 14.02.2012
   
Leit­sätze:

1. Der Dienst­herr ist auf­grund des Ali­men­ta­ti­ons­prin­zips (Art. 33 Abs. 5 GG) ver­pflich­tet, dem Be­am­ten amts­an­ge­mes­se­nen Un­ter­halt zu leis­ten. Da­zu gehört die Pflicht, die Bezüge ent­spre­chend der un­ter­schied­li­chen Wer­tig­keit der Ämter ab­zu­stu­fen. Ver­glei­che sind nicht nur in­ner­halb ei­ner Be­sol­dungs­ord­nung, son­dern auch zwi­schen den ver­schie­de­nen Be­sol­dungs­ord­nun­gen möglich und ge­bo­ten. Da­bei ent­spricht dem wei­ten Ge­stal­tungs­spiel­raum des Ge­setz­ge­bers ei­ne zurück­hal­ten­de, auf den Maßstab evi­den­ter Sach­wid­rig­keit be­schränk­te Kon­trol­le der ein­fach­ge­setz­li­chen Re­ge­lung durch das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt.

2. Die Ge­stal­tungs­frei­heit des Ge­setz­ge­bers deckt grundsätz­lich auch struk­tu­rel­le Neu­re­ge­lun­gen der Be­sol­dung in Form von Sys­tem­wech­seln ab, wel­che die Be­wer­tung ei­nes Am­tes und die da­mit ein­her­ge­hen­de be­sol­dungs­recht­li­che Ein­stu­fung be­tref­fen. Al­ler­dings muss der Ge­setz­ge­ber dafür Sor­ge tra­gen, dass die be­sol­dungs­recht­li­che Neu­be­wer­tung ei­nes Am­tes im­mer noch den (un­veränder­ten) An­for­de­run­gen des Am­tes ge­recht wird. Führt die ge­setz­ge­be­ri­sche Neu­be­wer­tung zu ei­ner deut­li­chen Ver­rin­ge­rung der Be­sol­dung, be­darf es hierfür sach­li­cher Gründe.

3. In der Ent­wick­lungsfähig­keit des Ali­men­ta­ti­ons­prin­zips ist es auch an­ge­legt, an­stel­le ei­nes grund­ge­halts­ori­en­tier­ten, nach Dienst­al­ters­stu­fen ge­glie­der­ten Be­sol­dungs­sys­tems ein zwei­glie­de­ri­ges Vergütungs­sys­tem be­ste­hend aus fes­ten Grund­gehältern und va­ria­blen Leis­tungs­bezügen zu schaf­fen. Wenn der Ge­setz­ge­ber aber von der ei­nen auf ei­ne an­de­re Ge­stal­tungs­va­ri­an­te über­geht, dann muss er - ne­ben den vom Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip ge­stell­ten An­for­de­run­gen - auch den sons­ti­gen ver­fas­sungs­recht­li­chen Vor­ga­ben Genüge tun. Leis­tungs­bezüge müssen, um das Grund­ge­halt ali­men­ta­tiv auf­sto­cken und da­durch kom­pen­sa­to­ri­sche Wir­kung für ein durch nied­ri­ge Grund­ge­haltssätze ent­stan­de­nes Ali­men­ta­ti­ons­de­fi­zit ent­fal­ten zu können, für je­den Amts­träger zugäng­lich und hin­rei­chend ver­ste­tigt sein.

4. Da das grund­rechts­glei­che Recht auf Gewährung ei­ner amts­an­ge­mes­se­nen Ali­men­ta­ti­on kei­ne quan­ti­fi­zier­ba­ren Vor­ga­ben im Sin­ne ei­ner ex­ak­ten Be­sol­dungshöhe lie­fert, be­darf es pro­ze­du­ra­ler Si­che­run­gen, da­mit die ver­fas­sungs­recht­li­che Ge­stal­tungs­di­rek­ti­ve des Art. 33 Abs. 5 GG tatsächlich ein­ge­hal­ten wird. Pro­ze­du­ra­le An­for­de­run­gen in Form von Be­gründungs-, Über­prüfungs- und Be­ob­ach­tungs­pflich­ten gel­ten so­wohl bei der kon­ti­nu­ier­li­chen Fort­schrei­bung der Be­sol­dungshöhe in Ge­stalt von re­gelmäßigen Be­sol­dungs­an­pas­sun­gen als auch bei struk­tu­rel­len Neu­aus­rich­tun­gen in Ge­stalt von Sys­tem­wech­seln.

Vor­ins­tan­zen: Verwaltungsgericht Gießen, Vorlagebeschluss vom 7.10.2010, 5 E 248/07
   

BUN­DES­VER­FASSUN­GS­GERICHT

– 2 BvL 4/10 –

Verkündet
am 14. Fe­bru­ar 2012
Seiff­ge
Amts­in­spek­to­rin
als Ur­kunds­be­am­tin
der Geschäfts­stel­le


IM NA­MEN DES VOL­KES

In dem Ver­fah­ren
zur ver­fas­sungs­recht­li­chen Prüfung,

ob § 32 Sätze 1 und 2 des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes in der durch das Ge­setz zur Re­form der Pro­fes­so­ren­be­sol­dung vom 16. Fe­bru­ar 2002 in Kraft ge­tre­te­nen Fas­sung in Ver­bin­dung mit An­la­ge II (Bun­des­be­sol­dungs­ord­nung W) und An­la­ge IV Num­mer 3 in der Fas­sung des An­hangs 14 zu Ar­ti­kel 2 Num­mer 3 des Bun­des­be­sol­dungs- und -ver­sor­gungs­an­pas­sungs­ge­set­zes 2003/2004 (Grund­ge­haltssätze Bun­des­be­sol­dungs­ord­nung W), letz­te­re An­la­ge er­setzt durch An­la­ge 1 Num­mer 3 (Grund­ge­haltssätze Be­sol­dungs­ord­nung W) des Hes­si­schen Be­sol­dungs- und Ver­sor­gungs­an­pas­sungs­ge­set­zes 2007/2008 vom 28. Sep­tem­ber 2007, zu­letzt geändert durch An­la­ge 1 Num­mer 3 (Grund­ge­haltssätze Be­sol­dungs­ord­nung W) des Hes­si­schen Be­sol­dungs- und Ver­sor­gungs­an­pas­sungs­ge­set­zes 2009/2010 vom 18. Ju­ni 2009, mit Ar­ti­kel 33 Ab­satz 5 GG ver­ein­bar ist,

– Aus­set­zungs- und Vor­la­ge­be­schluss des Ver­wal­tungs­ge­richts Gießen vom 7. Ok­to­ber 2010 – 5 K 2160/10.Gl (vor­mals 5 E 248/07) –

hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt – Zwei­ter Se­nat – un­ter Mit­wir­kung der Rich­te­rin­nen und Rich­ter
Präsi­dent Voßkuh­le,
Di Fa­bio, Lübbe-Wolff,
Ger­hardt, Land­au, Hu­ber,
Her­manns

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auf­grund der münd­li­chen Ver­hand­lung vom 11. Ok­to­ber 2011 durch


Ur­teil

für Recht er­kannt:

1. An­la­ge IV Num­mer 3 (Grund­ge­haltssätze Bun­des­be­sol­dungs­ord­nung W) zu § 32 Satz 2 des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes (BBesG, in der Fas­sung des Ge­set­zes zur Re­form der Pro­fes­so­ren­be­sol­dung <Pro­fes­so­ren­be­sol­dungs­re­form­ge­setz – Prof­Bes­Re­formG> vom 16. Fe­bru­ar 2002 <Bun­des­ge­setz­blatt I Sei­te 686>) in der Fas­sung des An­hangs 27 Num­mer 3 (Grund­ge­haltssätze ab 1. Au­gust 2004) zu Ar­ti­kel 3 Num­mer 2 des Ge­set­zes über die An­pas­sung von Dienst- und Ver­sor­gungs­bezügen in Bund und Ländern 2003/2004 so­wie zur Ände­rung dienst­recht­li­cher Vor­schrif­ten (Bun­des­be­sol­dungs- und -ver­sor­gungs­an­pas­sungs­ge­setz 2003/ 2004 – BB­VAn­pG 2003/2004) vom 10. Sep­tem­ber 2003 (Bun­des­ge­setz­blatt I Sei­te 1798) ist mit Ar­ti­kel 33 Ab­satz 5 des Grund­ge­set­zes un­ver­ein­bar, so­weit der Ge­setz­ge­ber den Grund­ge­halts­satz der Be­sol­dungs­grup­pe W 2 nicht in ei­ner dem Grund­satz der amts­an­ge­mes­se­nen Ali­men­ta­ti­on ent­spre­chen­den Höhe fest­ge­setzt hat.

2. a) An­la­ge 1 Num­mer 3 (Grund­ge­haltssätze Be­sol­dungs­ord­nung W ab 1. April 2008) zu § 4 Ab­satz 1 des Hes­si­schen Ge­set­zes über die An­pas­sung der Dienst-, Amts- und Ver­sor­gungs­bezüge 2007/2008 (Hes­si­sches Be­sol­dungs- und Ver­sor­gungs­an­pas­sungs­ge­setz 2007/ 2008 – HBVAn­pG 2007/2008) vom 28. Sep­tem­ber 2007 (Ge­setz- und Ver­ord­nungs­blatt für das Land Hes­sen I Sei­te 602),


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b) An­la­ge 1 Num­mer 3 (Grund­ge­haltssätze Be­sol­dungs­ord­nung W ab 1. April 2008 und 1. Ju­li 2008) zu § 4 Ab­satz 1 des Hes­si­schen Be­sol­dungs- und Ver­sor­gungs­an­pas­sungs­ge­set­zes 2007/2008 in der Fas­sung des Ge­set­zes zur Ände­rung des Hes­si­schen Be­sol­dungs- und Ver­sor­gungs­an­pas­sungs­ge­set­zes 2007/ 2008 so­wie zur Ände­rung be­sol­dungs­recht­li­cher Vor­schrif­ten vom 1. Ok­to­ber 2008 (Ge­setz- und Ver­ord­nungs­blatt für das Land Hes­sen I Sei­te 844),


c) An­la­ge 1 Num­mer 3 (Grund­ge­haltssätze Be­sol­dungs­ord­nung W ab 1. April 2009) zu § 1 Ab­satz 2 des Ge­set­zes zur An­pas­sung der Dienst-, Amts- und Ver­sor­gungs­bezüge 2009/2010 (Hes­si­sches Be­sol­dungs-und Ver­sor­gungs­an­pas­sungs­ge­setz 2009/2010 – HBVAn­pG 2009/2010) vom 18. Ju­ni 2009 (Ge­setz- und Ver­ord­nungs­blatt für das Land Hes­sen I Sei­te 175),


d) An­la­ge 8 Num­mer 3 (Grund­ge­haltssätze Be­sol­dungs­ord­nung W ab 1. März 2010) zu § 2 Ab­satz 2 des Hes­si­schen Be­sol­dungs- und Ver­sor­gungs­an­pas­sungs­ge­set­zes 2009/2010 sind mit Ar­ti­kel 33 Ab­satz 5 des Grund­ge­set­zes un­ver­ein­bar, so­weit der Ge­setz­ge­ber die Grund­ge­haltssätze der Be­sol­dungs­grup­pe W 2 nicht in ei­ner dem Grund­satz der amts­an­ge­mes­se­nen Ali­men­ta­ti­on ent­spre­chen­den Höhe fest­ge­setzt hat.


3. Der Ge­setz­ge­ber hat ver­fas­sungs­kon­for­me Re­ge­lun­gen mit Wir­kung spätes­tens vom 1. Ja­nu­ar 2013 zu tref­fen.


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G r ü n d e :

A.

Die Vor­la­ge be­trifft die Fra­ge, ob die im Jahr 2002 ein­geführ­te so­ge­nann­te „W-Be­sol­dung“ der Pro­fes­so­ren, hier be­zo­gen auf ei­nen Uni­ver­sitätspro­fes­sor der Be­sol­dungs­grup­pe W 2 in Hes­sen in den Jah­ren 2005 bis 2010, mit dem Grund­ge­setz ver­ein­bar ist.

I.

1. Mit dem Zwei­ten Ge­setz zur Ver­ein­heit­li­chung und Neu­re­ge­lung des Be­sol­dungs­rechts in Bund und Ländern vom 23. Mai 1975 (BGBl I S. 1173) wur­de die Be­sol­dung der Hoch­schul­leh­rer bun­des­ein­heit­lich neu ge­re­gelt. Die bis da­hin gel­ten­de Be­sol­dungs­ord­nung H wur­de durch die Be­sol­dungs­ord­nung C er­setzt, die vier Be­sol­dungs­grup­pen um­fass­te (vgl. das Bun­des­be­sol­dungs­ge­setz in der bis zum 22. Fe­bru­ar 2002 gel­ten­den Fas­sung der Be­kannt­ma­chung vom 3. De­zem­ber 1998, BGBl I S. 3434 <im Fol­gen­den: BBesG 1998>).

Nach § 33 Satz 1 BBesG 1998 wa­ren die Ämter der Pro­fes­so­ren und ih­re Be­sol­dungs­grup­pen in der Bun­des­be­sol­dungs­ord­nung C (An­la­ge II zum Bun­des­be­sol­dungs­ge­setz) ge­re­gelt. Gemäß § 35 Abs. 1 BBesG 1998 wa­ren die Plan­stel­len der Pro­fes­so­ren an wis­sen­schaft­li­chen Hoch­schu­len grundsätz­lich in den Be­sol­dungs­grup­pen C 3 und C 4 aus­zu­brin­gen; den Fach­hoch­schu­len stan­den für die Be­sol­dung ih­rer Pro­fes­so­ren die Be­sol­dungs­grup­pen C 2 und C 3 zur Verfügung. Die Grund­ge­haltssätze der ein­zel­nen Be­sol­dungs­grup­pen wa­ren gemäß § 33 Satz 2 BBesG 1998 in der An­la­ge IV zum Bun­des­be­sol­dungs­ge­setz aus­ge­wie­sen. In­ner­halb der Be­sol­dungs­grup­pen wur­den die Grund­gehälter der Pro­fes­so­ren gemäß § 27 BBesG 1998 nach je­weils 15 Dienst­al­ters­stu­fen be­mes­sen. Die je­wei­li­ge Dienst­al­ters­stu­fe be­stimm­te sich nach dem Be­sol­dungs­dienst­al­ter des Stel­len­in­ha­bers. Der Stel­len­in­ha­ber stieg al­le zwei Jah­re in die nächsthöhe­re Dienst­al­ters­stu­fe auf, bis er nach dreißig Dienst­jah­ren das End­grund­ge­halt er­reich­te. Das Be­sol­dungs­dienst­al­ter war nach den all­ge­mei­nen Be­am­ten­be­sol­dungs­vor­schrif­ten der §§ 28 ff. BBesG 1998 in Ver­bin­dung mit § 36 BBesG 1998 zu be­stim­men.

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In der Be­sol­dungs­ord­nung C be­stimm­te sich die Vergütung der Pro­fes­so­ren primär nach dem Grund­ge­halt (vgl. § 1 Abs. 2 Nr. 1 BBesG 1998). Da­ne­ben konn­ten Uni­ver­sitätspro­fes­so­ren der Be­sol­dungs­grup­pe C 4 gemäß § 34 BBesG 1998 in­di­vi­du­el­le Be­sol­dungs­ver­bes­se­run­gen nach Maßga­be der Vor­be­mer­kun­gen Num­mer 1, 2 und 2a zur Bun­des­be­sol­dungs­ord­nung C in Form von Zuschüssen und Son­der­zuschüssen zum Grund­ge­halt er­hal­ten, die aus An­lass von Be­ru­fungs- oder Blei­be­ver­hand­lun­gen ver­ge­ben wer­den konn­ten. Nah­men Hoch­schul­leh­rer be­stimm­te Funk­tio­nen in der Hoch­schul­lei­tung wahr, konn­ten sie Stel­len­zu­la­gen für die Über­nah­me der Funk­ti­on er­hal­ten (vgl. zu den Ein­zel­hei­ten die Ver­ord­nung über die Gewährung ei­ner Stel­len­zu­la­ge für Be­am­te, Rich­ter und Sol­da­ten in der Hoch­schul­lei­tung <Hoch­schul­lei­tungs-Stel­len­zu­la­gen­ver­ord­nung – HSt­ZulV> vom 3. Au­gust 1977, BGBl I S. 1527). Mit Wir­kung vom 1. Ja­nu­ar 2002 be­tru­gen die Grund­ge­haltssätze der Be­sol­dungs­ord­nung C je nach Dienst­al­ters­stu­fe zwi­schen 2.843,98 € und 5.129,68 € in der Be­sol­dungs­grup­pe C 3 und zwi­schen 3.612,61 € und 5.910,29 € in der Be­sol­dungs­grup­pe C 4 (vgl. das Ge­setz über die An­pas­sung von Dienst- und Ver­sor­gungs­bezügen in Bund und Ländern 2000 <Bun­des­be­sol­dungs- und -ver­sor­gungs­an­pas­sungs­ge­setz 2000 – BB­VAn­pG 2000> vom 19. April 2001, BGBl I S. 618, in Ver­bin­dung mit An­la­ge 6 Nr. 3 der Be­kannt­ma­chung nach Art. 4 Abs. 3 des Bun­des­be­sol­dungs- und -ver­sor­gungs­an­pas­sungs­ge­set­zes 2000 und nach § 2 Abs. 1 und § 3 Abs. 2 der Zwei­ten Be­sol­dungs-Über­g­angs­ver­ord­nung vom 20. April 2001, BGBl I S. 648 <663>).

2. Seit En­de der 1990er Jah­re wur­de verstärkt über Re­for­men im Hoch­schul­be­reich dis­ku­tiert. Zur Vor­be­rei­tung der von der Bun­des­re­gie­rung an­ge­streb­ten Re­form des Hoch­schul­dienst­rechts ein­sch­ließlich der Pro­fes­so­ren­be­sol­dung wur­de im Jahr 1999 die Ex­per­ten­kom­mis­si­on „Re­form des Hoch­schul­dienst­rechts“ ein­ge­rich­tet, die ih­ren Ab­schluss­be­richt am 7. April 2000 ver­ab­schie­de­te. Im Be­sol­dungs­be­reich lag der Schwer­punkt des Be­richts auf Über­le­gun­gen zu ei­ner stärke­ren Leis­tungs­ori­en­tie­rung (Be­richt der Ex­per­ten­kom­mis­si­on „Re­form des Hoch­schul­dienst­rechts“, S. 4 f., 37 ff.). Der Be­richt schlug vor, ei­ne wett­be­werbsfähi­ge und fle­xi­ble leis­tungs­ori­en­tier­te Vergütungs­struk­tur zu schaf­fen. Für Pro­fes­so­ren an Fach­hoch­schu­len und Uni­ver­sitäten soll­te je­weils ein ein­zi­ges Amt mit ei­nem fes­ten Ge­halts­be­stand­teil als Aus­gangs­be­trag fest­ge­legt wer­den, der durch ver­han­del­ba­re va­ria­ble Ge­halts­be­stand­tei­le ergänzt wer­den soll­te. Die va­ria­blen Ge­halts­be­stand­tei­le soll­ten durch Weg­fall der Dienst­al­ters­stu­fen bei den Grund­gehältern und der bis­he­ri­gen Zuschüsse anläss­lich von Be­ru­fungs- und Blei­be­ver­hand­lun­gen fi­nan­ziert wer­den. Da­mit soll­te die Re­form an das da­ma­li­ge Ge­samt-

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vo­lu­men der Pro­fes­so­ren­be­sol­dung an­knüpfen und grundsätz­lich kos­ten­neu­tral rea­li­sier­bar sein.


3. Die Vor­schläge der Ex­per­ten­kom­mis­si­on wur­den von der Bun­des­re­gie­rung in ih­rem Ge­setz­ent­wurf zum Pro­fes­so­ren­be­sol­dungs­re­form­ge­setz auf­ge­grif­fen, der im Ge­setz­ge­bungs­ver­fah­ren ver­schie­de­ne Verände­run­gen er­fuhr.

a) Der Ge­setz­ent­wurf knüpfte aus­weis­lich sei­ner Be­gründung weit­ge­hend an die Emp­feh­lun­gen der Ex­per­ten­kom­mis­si­on an und setz­te ei­ge­ne Ak­zen­te beim Be­sol­dungs­gefüge der Pro­fes­so­ren (Ent­wurf ei­nes Ge­set­zes zur Re­form der Pro­fes­so­ren­be­sol­dung <Pro­fes­so­ren­be­sol­dungs­re­form­ge­setz – Prof­Bes­Re­formG> vom 1. Ju­ni 2001, BRDrucks 402/01, S. 14; Ent­wurf ei­nes Ge­set­zes zur Re­form der Pro­fes­so­ren­be­sol­dung <Pro­fes­so­ren­be­sol­dungs­re­form­ge­setz – Prof­Bes­Re­formG> vom 31. Au­gust 2001, BT­Drucks 14/6852, S. 12). Die Bun­des­re­gie­rung ver­folg­te nach der Be­gründung zum Ge­setz­ent­wurf das Ziel, die Be­sol­dung an Hoch­schu­len um­fas­send zu mo­der­ni­sie­ren. Zur Ver­bes­se­rung der Ef­fek­ti­vität und Qua­lität von Leh­re und For­schung soll­te ei­ne stärker leis­tungs­ori­en­tier­te Pro­fes­so­ren­be­sol­dung mit ei­ner wett­be­werbsfähi­gen, fle­xi­blen Be­zah­lungs­struk­tur ein­geführt wer­den (BRDrucks 402/01, S. 1; BT­Drucks 14/6852, S. 1). Der Re­gie­rungs­ent­wurf sah ins­be­son­de­re fol­gen­de Maßnah­men vor: Weg­fall der bis­he­ri­gen al­ters­abhängi­gen Stu­fen bei den Grund­gehältern so­wie der Zuschüsse anläss­lich von Be­ru­fungs- und Blei­be­ver­hand­lun­gen; Ein­rich­tung zwei­er ge­mein­sa­mer Ämter an Fach­hoch­schu­le und Uni­ver­sität mit der Möglich­keit der be­sol­dungs­sys­te­ma­ti­schen Gleich­stel­lung der Fach­hoch­schu­len mit den Uni­ver­sitäten; Ver­ga­be va­ria­bler Leis­tungs­bezüge anläss­lich von Be­ru­fungs- und Blei­be­ver­hand­lun­gen, für die be­son­de­re in­di­vi­du­el­le Leis­tung in den Be­rei­chen For­schung, Leh­re, Wei­ter­bil­dung und Nach­wuchsförde­rung so­wie für die Wahr­neh­mung von Funk­tio­nen oder be­son­de­ren Auf­ga­ben im Rah­men der Hoch­schul­selbst­ver­wal­tung oder der Hoch­schul­lei­tung.


b) Der Bun­des­rat schlug in sei­ner Stel­lung­nah­me zum Ge­setz­ent­wurf der Bun­des­re­gie­rung un­ter an­de­rem die Strei­chung der Pas­sa­ge vor, wo­nach das Grund­ge­halt „als Min­dest­be­zug“ gewährt wer­den soll­te (vgl. BRDrucks 402/01, S. 2; BT­Drucks 14/6852, S. 21). Zwar zie­le das neue Be­sol­dungs­sys­tem dar­auf ab, dass Pro­fes­so­ren ne­ben dem fes­ten Grund­ge­halt va­ria­ble Leis­tungs­bezüge in ei­nem ge­wis­sen Um­fang er­hiel­ten. Da­bei sei je­doch zu be­ach­ten, dass das Grund­ge­halt die amts­an­ge­mes­se­ne Ali­men­ta­ti­on dar­stel­le und durch in­di­vi­du­el­le Leis­tungs­be­zah­lung ergänzt wer­den könne. Mit dem Grund­satz in­di­vi­du­el­ler Leis-

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tungs­ho­no­rie­rung sei es al­ler­dings nicht ver­ein­bar, aus­nahms­los je­dem Pro­fes­sor zusätz­lich zum fes­ten Grund­ge­halt Leis­tungs­bezüge in Aus­sicht zu stel­len. Es dürfe da­her kei­nes­wegs der Ein­druck ent­ste­hen, das Ge­setz ge­be ei­nen Rechts­an­spruch auf be­stimm­te Leis­tungs­bezüge; es könne und müsse auch Pro­fes­so­ren ge­ben, die le­dig­lich das Grund­ge­halt ih­rer Be­sol­dungs­grup­pe er­hiel­ten. Die Bun­des­re­gie­rung stimm­te in ih­rer Ge­genäußerung dem Vor­schlag der Strei­chung des Be­griffs „Min­dest­be­zug“ nicht zu (BT­Drucks 14/6852, S. 25). Sie führ­te aus, dass die Be­zeich­nung des Grund­ge­halts als Min­dest­be­zug kei­nen Rechts­an­spruch auf ei­ne Zah­lung von Leis­tungs­bezügen zusätz­lich zum Grund­ge­halt be­gründe. Die fes­ten Grund­gehälter in den Be­sol­dungs­grup­pen W 2 und W 3 stell­ten – auch oh­ne zusätz­li­che Leis­tungs­bezüge – die amts­an­ge­mes­se­ne Ali­men­ta­ti­on dar. Die aus­drück­li­che Be­zeich­nung des Grund­ge­halts als „Min­dest­be­zug“ sei ein wich­ti­ges po­si­ti­ves Si­gnal für die Be­trof­fe­nen, auf das nicht ver­zich­tet wer­den könne.

c) Die Be­schluss­emp­feh­lung des In­nen­aus­schus­ses des Deut­schen Bun­des­ta­ges vom 7. No­vem­ber 2001 (BT­Drucks 14/7356) ent­hielt un­ter an­de­rem höhe­re Grund­ge­haltssätze als zu­vor vor­ge­schla­gen, für die Be­sol­dungs­grup­pe W 2 3.724,00 € (vor­her: 3.580,00 €) und für die Be­sol­dungs­grup­pe W 3 4.522,00 € (vor­her: 4.350,00 €). Zur Be­gründung gab der In­nen­aus­schuss an, dass die At­trak­ti­vität des Pro­fes­so­ren­am­tes vor al­lem von der Höhe des je­weils ga­ran­tier­ten Grund­ge­halts abhänge (BT­Drucks 14/7356, S. 18). Die von der Bun­des­re­gie­rung vor­ge­se­he­nen Grund­ge­haltssätze sei­en deut­lich zu nied­rig, um wis­sen­schaft­lich hoch­qua­li­fi­zier­tes Per­so­nal zu ge­win­nen. Die vor­ge­schla­ge­nen höhe­ren Grund­ge­haltssätze für W 2 und W 3 entsprächen den der­zei­ti­gen Grund­gehältern bei der Be­ru­fung ei­nes 35-Jähri­gen auf ei­ne nach C 3 be­zie­hungs­wei­se C 4 aus­ge­wie­se­ne Stel­le. Nur die höhe­ren Beträge si­cher­ten ei­ne amts­an­ge­mes­se­ne Be­sol­dung, denn es be­ste­he kei­ne Si­cher­heit, dass al­le Grund­gehälter durch Leis­tungs­zu­la­gen auf ein an­ge­mes­se­nes Ni­veau auf­ge­stockt würden. Da Leis­tungs­bezüge über­dies nur be­grenzt ru­he­ge­haltfähig sei­en, führ­ten die höhe­ren Grund­gehälter zu ei­nem Aus­gleich beim Ver­sor­gungs­ni­veau.

d) Der von der Bun­des­re­gie­rung ein­ge­brach­te Ge­setz­ent­wurf wur­de vom Deut­schen Bun­des­tag am 9. No­vem­ber 2001 in der durch den In­nen­aus­schuss be­schlos­se­nen Fas­sung an­ge­nom­men (BRDrucks 900/01) und dem Bun­des­rat zu­ge­lei­tet, der die Ein­be­ru­fung des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses ver­lang­te (BT­Drucks 14/7743). Nach­dem der Deut­sche Bun­des­tag die Be­schluss­emp­feh­lung des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses (BT­Drucks 14/7777) an­ge­nom­men hat­te, stimm­te auch der Bun­des­rat dem Ge­setz zu (BRDrucks 1062/01). Am 16. Fe­bru­ar 2002 wur­de das

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Ge­setz zur Re­form der Pro­fes­so­ren­be­sol­dung (Pro­fes­so­ren­be­sol­dungs­re­form­ge­setz – Prof­Bes­Re­formG) be­schlos­sen, aus­ge­fer­tigt und am 22. Fe­bru­ar 2002 verkündet (BGBl I S. 686). Es trat gemäß sei­nem Ar­ti­kel 6 am 23. Fe­bru­ar 2002 in Kraft.


4. Das Pro­fes­so­ren­be­sol­dungs­re­form­ge­setz ord­net in sechs Ar­ti­keln die Be­sol­dung – und dar­an an­knüpfend teil­wei­se auch die Ver­sor­gung – von Pro­fes­so­ren an deut­schen Hoch­schu­len neu. Kernstück des Re­form­ge­set­zes sind die in Ar­ti­kel 1 vor­ge­se­he­nen Ände­run­gen des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes, na­ment­lich die Neu­fas­sung der §§ 32 bis 35 BBesG durch Art. 1 Nr. 7 Prof­Bes­Re­formG und des § 77 BBesG durch Art. 1 Nr. 12 Prof­Bes­Re­formG. Die Ar­ti­kel 2 und 3 re­geln die sich aus den Ände­run­gen des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes er­ge­ben­den Ände­run­gen in an­de­ren Ge­set­zen. Mit Ar­ti­kel 4 wird die Hoch­schul­lei­tungs-Stel­len­zu­la­gen­ver­ord­nung vom 3. Au­gust 1977 auf­ge­ho­ben. Ar­ti­kel 5 ermäch­tigt das Bun­des­mi­nis­te­ri­um des In­nern zu ei­ner Be­kannt­ma­chung der Neu­fas­sung des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes.


a) Mit dem Pro­fes­so­ren­be­sol­dungs­re­form­ge­setz er­setz­te der Bun­des­ge­setz­ge­ber die in Dienst­al­ters­stu­fen ge­glie­der­te C-Be­sol­dung durch die dienst­al­ters-un­abhängi­ge W-Be­sol­dung. Die­se be­ruht auf ei­nem zwei­glie­de­ri­gen Vergütungs­sys­tem, das aus ei­nem fes­ten Grund­ge­halt und va­ria­blen Leis­tungs­bezügen be­steht. Schwer­punk­te der Re­form sind die leis­tungs­ori­en­tier­te Aus­ge­stal­tung der Be­sol­dungs­struk­tur so­wie die Ein­rich­tung zwei­er ge­mein­sa­mer Ämter an Fach­hoch­schu­le und Uni­ver­sität mit der Möglich­keit der be­sol­dungs­sys­te­ma­ti­schen Gleich­stel­lung von Uni­ver­sität und Fach­hoch­schu­le (vgl. BT­Drucks 14/6852, S. 1, 12). Nach dem Wil­len des Bun­des­ge­setz­ge­bers sol­len für Bund und Länder je­weils für ih­ren Be­reich um­fang­rei­che Hand­lungs­spielräume im Um­gang mit leis­tungs­be­zo­ge­nen Be­sol­dungs­be­stand­tei­len eröff­net wer­den (vgl. BT­Drucks 14/6852, S. 1, 13). Dies be­trifft ins­be­son­de­re die Re­ge­lung des Ver­ga­be­ver­fah­rens, der Zuständig­keit für die Ver­ga­be, der Vor­aus­set­zun­gen und Kri­te­ri­en der Ver­ga­be so­wie die Möglich­keit, den Ver­ga­be­rah­men in be­grenz­tem Um­fang an­zu­he­ben. In­so­fern bedürfen die ein­schlägi­gen Vor­schrif­ten des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes ei­ner – ins­be­son­de­re lan­des­recht­li­chen – Ausfüllung. Das neue Sys­tem gilt mit Wir­kung spätes­tens vom 1. Ja­nu­ar 2005 für al­le neu ein­ge­stell­ten Pro­fes­so­ren und eröff­net Op­ti­onsmöglich­kei­ten für be­reits er­nann­te Pro­fes­so­ren.
 


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b) Die Bun­des­be­sol­dungs­ord­nung W ist in § 32 BBesG samt An­la­gen ge­re­gelt. § 32 BBesG er­hielt durch das Pro­fes­so­ren­be­sol­dungs­re­form­ge­setz fol­gen­de Fas­sung:

§ 32

Bun­des­be­sol­dungs­ord­nung W

Die Ämter der Pro­fes­so­ren und ih­re Be­sol­dungs­grup­pen sind in der Bun­des­be­sol­dungs­ord­nung W (An­la­ge II) ge­re­gelt. Die Grund­ge­haltssätze sind in der An­la­ge IV aus­ge­wie­sen. Die Sätze 1 und 2 gel­ten auch für haupt­be­ruf­li­che Lei­ter und Mit­glie­der von Lei­tungs­gre­mi­en an Hoch­schu­len, die nicht Pro­fes­so­ren sind, so­weit ih­re Ämter nicht Be­sol­dungs­grup­pen der Bun­des- oder Lan­des­be­sol­dungs­ord­nun­gen A und B zu­ge­wie­sen sind.

Mit In­kraft­tre­ten des Pro­fes­so­ren­be­sol­dungs­re­form­ge­set­zes im Jahr 2002 be­trug das Grund­ge­halt gemäß An­la­ge IV Nr. 3 zum Bun­des­be­sol­dungs­ge­setz (Grund­ge­haltssätze der Bun­des­be­sol­dungs­ord­nung W) in der Be­sol­dungs­grup­pe W 2 3.724,00 €; das Grund­ge­halt in der Be­sol­dungs­grup­pe W 3 be­trug 4.522,00 € (je­weils Ta­bel­le West). Dies ent­spricht den in der Be­schluss­emp­feh­lung des In­nen­aus­schus­ses des Deut­schen Bun­des­ta­ges vom 7. No­vem­ber 2001 vor­ge­schla­ge­nen Beträgen (BT­Drucks 14/7356, S. 14).

Durch das Ge­setz über die An­pas­sung von Dienst- und Ver­sor­gungs­bezügen in Bund und Ländern 2003/2004 so­wie zur Ände­rung dienst­recht­li­cher Vor­schrif­ten (Bun­des­be­sol­dungs- und -ver­sor­gungs­an­pas­sungs­ge­setz 2003/2004 – BB­VAn­pG 2003/2004) vom 10. Sep­tem­ber 2003 (BGBl I S. 1798) wur­den die Grund­ge­haltssätze der Bun­des­be­sol­dungs­ord­nung W – eben­so wie die Grund­ge­haltssätze der übri­gen Be­sol­dungs­ord­nun­gen – zunächst mit Wir­kung ab 1. Ju­li 2003 um 2,4 %, mit Wir­kung ab 1. April 2004 um 1,0 % und mit Wir­kung ab 1. Au­gust 2004 um wei­te­re 1,0 % erhöht. Dies be­deu­tet für die Be­sol­dungs­grup­pe W 2 ab 1. Ju­li 2003 ei­ne Erhöhung auf 3.813,38 €, ab 1. April 2004 auf 3.851,51 € und ab 1. Au­gust 2004 auf 3.890,03 €. Für die Be­sol­dungs­grup­pe W 3 er­ga­ben sich Erhöhun­gen ab 1. Ju­li 2003 auf 4.630,53 €, ab 1. April 2004 auf 4.676,84 € und ab 1. Au­gust 2004 auf 4.723,61 €. Für späte­re Be­sol­dungs­erhöhun­gen sind die Lan­des­ge­setz­ge­ber zuständig.

c) § 33 BBesG re­gelt die va­ria­blen Leis­tungs­bezüge, die in den Be­sol­dungs-grup­pen W 2 und W 3 als Teil der Dienst­bezüge ne­ben dem als Min­dest­be­zug

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gewähr­ten Grund­ge­halt ver­ge­ben wer­den. Die Ka­te­go­ri­en der Leis­tungs­bezüge sind in § 33 Abs. 1 BBesG auf­gezählt, der „Be­ru­fungs-“ bzw. „Blei­be-Leis­tungs­bezüge“ (Satz 1 Nr. 1), „be­son­de­re Leis­tungs­bezüge“ (Satz 1 Nr. 2) und „Funk­ti­ons-Leis­tungs­bezüge“ (Satz 1 Nr. 3) un­ter­schei­det. § 33 Abs. 2 BBesG enthält Vor­ga­ben zur Höhe der Leis­tungs­bezüge; § 33 Abs. 3 BBesG trifft Aus­sa­gen zu ih­rer Ru­he­ge­haltfähig­keit. Hin­sicht­lich der Aus­ge­stal­tung der Leis­tungs­bezüge blei­ben er­heb­li­che Spielräume, die durch Lan­des­recht be­zie­hungs­wei­se, so­weit es um die Pro­fes­so­ren an Hoch­schu­len des Bun­des geht, durch Rechts­ver­ord­nung des Bun­des aus­zufüllen sind (§ 33 Abs. 4 BBesG). § 33 BBesG in der Fas­sung des Ge­set­zes vom 16. Fe­bru­ar 2002 lau­tet wie folgt:


§ 33
Leis­tungs­bezüge

(1) In den Be­sol­dungs­grup­pen W 2 und W 3 wer­den nach Maßga­be der nach­fol­gen­den Vor­schrif­ten ne­ben dem als Min­dest­be­zug gewähr­ten Grund­ge­halt va­ria­ble Leis­tungs­bezüge ver­ge­ben:

1. aus An­lass von Be­ru­fungs- und Blei­be­ver­hand­lun­gen,

2. für be­son­de­re Leis­tun­gen in For­schung, Leh­re, Kunst, Wei­ter­bil­dung und Nach­wuchsförde­rung so­wie

3. für die Wahr­neh­mung von Funk­tio­nen oder be­son­de­ren Auf­ga­ben im Rah­men der Hoch­schul­selbst­ver­wal­tung oder der Hoch­schul­lei­tung.

Leis­tungs­bezüge nach Satz 1 Nr. 1 und 2 können be­fris­tet oder un­be­fris­tet so­wie als Ein­mal­zah­lung ver­ge­ben wer­den. Leis­tungs­bezüge nach Satz 1 Nr. 3 wer­den für die Dau­er der Wahr­neh­mung der Funk­ti­on oder Auf­ga­be gewährt.

(2) Leis­tungs­bezüge dürfen den Un­ter­schieds­be­trag zwi­schen den Grund­gehältern der Be­sol­dungs­grup­pe W 3 und der Be­sol­dungs­grup­pe B 10 über­stei­gen, wenn dies er­for­der­lich ist, um den Pro­fes­sor aus dem Be­reich außer­halb der deut­schen Hoch­schu­len zu ge­win­nen oder um die Ab­wan­de­rung des Pro­fes­sors in den Be­reich außer­halb der deut­schen Hoch­schu­len ab­zu­wen­den. Leis­tungs­bezüge dürfen den Un­ter­schieds­be­trag zwi­schen den Grund­gehältern der Be­sol­dungs­grup­pe W 3 und der Be­sol­dungs­grup­pe B 10 fer­ner über­stei­gen, wenn der Pro­fes­sor be­reits an sei­ner bis­he­ri­gen Hoch­schu­le Leis­tungs­bezüge erhält, die den Un­ter­schieds­be­trag zwi­schen den Grund­gehältern der Be­sol­dungs­grup­pe W 3 und der Be­sol­dungs­grup­pe B 10 über­stei­gen und dies er­for­der­lich ist, um den Pro­fes­sor für ei­ne an­de­re deut­sche Hoch­schu­le zu ge­win­nen
 


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oder sei­ne Ab­wan­de­rung an ei­ne an­de­re deut­sche Hoch­schu­le zu ver­hin­dern. Die Sätze 1 und 2 gel­ten ent­spre­chend für haupt­be­ruf­li­che Lei­ter und Mit­glie­der von Lei­tungs­gre­mi­en an Hoch­schu­len, die nicht Pro­fes­so­ren sind.


(3) Leis­tungs­bezüge nach Ab­satz 1 Satz 1 Nr. 1 und 2 sind bis zur Höhe von zu­sam­men 40 vom Hun­dert des je­wei­li­gen Grund­ge­halts ru­he­ge­haltfähig, so­weit sie un­be­fris­tet gewährt und je­weils min­des­tens drei Jah­re be­zo­gen wor­den sind; wer­den sie be­fris­tet gewährt, können sie bei wie­der­hol­ter Ver­ga­be für ru­he­ge­haltfähig erklärt wer­den. Für Leis­tungs­bezüge nach Ab­satz 1 Satz 1 Nr. 3 gilt § 15a des Be­am­ten­ver­sor­gungs­ge­set­zes ent­spre­chend mit der Maßga­be, dass der Be­trag der Leis­tungs­bezüge als Un­ter­schieds­be­trag gilt. Leis­tungs­bezüge nach Ab­satz 1 Satz 1 Nr. 1 und 2 können über den Vom­hun­dert­satz nach Satz 1 hin­aus für ru­he­ge­haltfähig erklärt wer­den. Tref­fen ru­he­ge­haltfähi­ge Leis­tungs­bezüge nach Ab­satz 1 Satz 1 Nr. 1 und 2 mit sol­chen nach Ab­satz 1 Satz 1 Nr. 3 zu­sam­men, die vor Be­ginn des Be­mes­sungs­zeit­rau­mes nach Satz 1 ver­ge­ben wor­den sind, wird nur der bei der Be­rech­nung des Ru­he­ge­halts für den Be­am­ten güns­ti­ge­re Be­trag als ru­he­ge­haltfähi­ger Dienst­be­zug berück­sich­tigt.


(4) Das Nähe­re zur Gewährung der Leis­tungs­bezüge re­gelt das Lan­des­recht; ins­be­son­de­re sind Be­stim­mun­gen

1. über das Ver­ga­be­ver­fah­ren, die Zuständig­keit für die Ver­ga­be so-wie die Vor­aus­set­zun­gen und die Kri­te­ri­en der Ver­ga­be,

2. zur Ru­he­ge­haltfähig­keit be­fris­tet gewähr­ter Leis­tungs­bezüge nach Ab­satz 3 Satz 1 und zur Über­schrei­tung des Vom­hun­dert­sat­zes nach Ab­satz 3 Satz 3 und

3. über die Teil­nah­me von Leis­tungs­bezügen an den re­gelmäßigen Be­sol­dungs­an­pas­sun­gen

zu tref­fen. Für den Be­reich der Hoch­schu­len des Bun­des re­geln dies das Bun­des­mi­nis­te­ri­um der Ver­tei­di­gung für sei­nen Be­reich so­wie das Bun­des­mi­nis­te­ri­um des In­nern im Ein­ver­neh­men mit den für die je­wei­li­gen Fach­be­rei­che zuständi­gen obers­ten Dienst­behörden für die Fach­hoch­schu­le des Bun­des für öffent­li­che Ver­wal­tung durch Rechts­ver­ord­nung, die nicht der Zu­stim­mung des Bun­des­ra­tes be­darf.

d) § 34 BBesG führt den so­ge­nann­ten Ver­ga­be­rah­men ein, al­so den Ge­samt-be­trag der jähr­lich für die Gewährung von Leis­tungs­bezügen zur Verfügung ste­hen­den Mit­tel, in­ner­halb des­sen sich die Per­so­nal­aus­ga­ben ein­sch­ließlich der va­ria­blen Leis­tungs­bezüge be­we­gen müssen. Der Ver­ga­be­rah­men be­zweckt, die

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jähr­li­chen Be­sol­dungs­aus­ga­ben auf Bun­des- und Lan­des­ebe­ne im Ver­gleich zur Gel­tung der frühe­ren Bun­des­be­sol­dungs­ord­nung C grundsätz­lich kon­stant zu hal­ten. Zu­gleich soll si­cher­ge­stellt wer­den, dass die Fle­xi­bi­lität bei der Ver­ga­be von Leis­tungs­bezügen nicht zu Min­der­aus­ga­ben und da­mit zur Haus­halts­ent­las­tung ge­nutzt wird. Die Einführung der Bun­des­be­sol­dungs­ord­nung W mit va­ria­blen Leis­tungs­bezügen soll da­durch grundsätz­lich kos­ten­neu­tral um­setz­bar sein (vgl. BT­Drucks 14/6852, S. 2, 13). § 34 Abs. 1 BBesG re­gelt die Be­rech­nung des Ver­ga­be­rah­mens, der auf dem so­ge­nann­ten Be­sol­dungs­durch­schnitt ba­siert. § 34 Abs. 2 Satz 1 BBesG ge­bie­tet ei­ne ge­trenn­te Be­rech­nung des Be­sol­dungs­durch­schnitts für den Be­reich der Uni­ver­sitäten und der gleich­ge­stell­ten Hoch­schu­len ei­ner­seits so­wie für den Be­reich der Fach­hoch­schu­len an­de­rer­seits. Nach § 34 Abs. 2 Satz 2 BBesG sind die re­gelmäßigen Be­sol­dungs­an­pas­sun­gen, nach § 34 Abs. 2 Satz 3 BBesG Verände­run­gen in der Stel­len­struk­tur zu berück­sich­ti­gen. Dem in § 34 Abs. 5 BBesG ent­hal­te­nen Eva­lu­ie­rungs­auf­trag kam das Bun­des­mi­nis­te­ri­um des In­nern durch den – un­veröffent­lich­ten – „Be­richt zum be­sol­dungs­recht­li­chen Ver­ga­be­rah­men bei der Pro­fes­so­ren­be­sol­dung nach § 34 Abs. 5 des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes“ aus dem Jahr 2007 nach. § 34 BBesG in der Fas­sung des Pro­fes­so­ren­be­sol­dungs­re­form­ge­set­zes lau­tet:

§ 34

Ver­ga­be­rah­men

(1) Der Ge­samt­be­trag der Leis­tungs­bezüge (Ver­ga­be­rah­men) ist in ei­nem Land und beim Bund so zu be­mes­sen, dass die durch­schnitt­li­chen Be­sol­dungs­aus­ga­ben für die in den Be­sol­dungs­grup­pen W 2 und W 3 so­wie C 2 bis C 4 ein­ge­stuf­ten Pro­fes­so­ren den durch­schnitt­li­chen Be­sol­dungs­aus­ga­ben für die­sen Per­so­nen­kreis im Jahr 2001 (Be­sol­dungs­durch­schnitt) ent­spre­chen. Der je­weils maßgeb­li­che Be­sol­dungs­durch­schnitt kann durch Lan­des­recht so­wie beim Bund durch Bun­des­recht ab­wei­chend von Satz 1 auch auf höhe­rem Ni­veau fest­ge­setzt wer­den, höchs­tens je­doch auf den höchs­ten Be­sol­dungs­durch­schnitt in ei­nem Land oder beim Bund. Der Be­sol­dungs­durch­schnitt kann nach Maßga­be des Lan­des­rechts so­wie beim Bund jähr­lich um durch­schnitt­lich 2 vom Hun­dert, ins­ge­samt höchs­tens um bis zu 10 vom Hun­dert über­schrit­ten wer­den, so­weit zu die­sem Zweck Haus­halts­mit­tel be­reit­ge­stellt sind.


(2) Der Be­sol­dungs­durch­schnitt ist für den Be­reich der Uni­ver­sitäten und gleich­ge­stell­ten Hoch­schu­len so­wie für den Be­reich der Fach­hoch­schu­len ge­trennt zu be­rech­nen. Er nimmt an den re­gelmäßigen Be­sol­dungs­an­pas­sun­gen und den An­pas­sun­gen des Be­mes­sungs­sat­zes nach § 2 Abs. 1 der Zwei­ten Be­sol­dungs-Über­gangs-
 


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ver­ord­nung teil; zur Berück­sich­ti­gung der nicht an die­ser Be­sol­dungs­erhöhung teil­neh­men­den Be­sol­dungs­be­stand­tei­le kann ein pau­scha­ler Ab­schlag vor­ge­se­hen wer­den. Verände­run­gen in der Stel­len­struk­tur sind zu berück­sich­ti­gen.

(3) Be­sol­dungs­aus­ga­ben im Sin­ne des Ab­sat­zes 1 sind die Aus­ga­ben für Dienst­bezüge nach § 1 Abs. 2 Nr. 1, 2, 4 und 5, für Dienst­bezüge nach § 1 Abs. 2 Nr. 2 in der bis zum 22. Fe­bru­ar 2002 gel­ten­den Fas­sung so­wie für sons­ti­ge Bezüge nach § 1 Abs. 3 Nr. 2 und 4. Bei der Be­rech­nung des Ver­ga­be­rah­mens sind

1. die haupt­be­ruf­li­chen Lei­ter und Mit­glie­der von Lei­tungs­gre­mi­en an Hoch­schu­len, so­weit de­ren Ämter nicht nach § 32 Satz 3 in den Be­sol­dungs­ord­nun­gen A und B ge­re­gelt sind, und

2. die Pro­fes­so­ren so­wie haupt­be­ruf­li­chen Lei­ter und Mit­glie­der von Lei­tungs­gre­mi­en an Hoch­schu­len, die in ei­nem pri­vat­recht­li­chen Dienst­verhält­nis ste­hen und auf Plan­stel­len für Be­am­te der Be­sol­dungs­grup­pen W 2 und W 3 so­wie C 2 bis C 4 geführt wer­den,

und die hierfür auf­ge­wand­ten Be­sol­dungs­aus­ga­ben ein­zu­be­zie­hen. Mit­tel Drit­ter, die der Hoch­schu­le für die Be­sol­dung von Pro­fes­so­ren zur Verfügung ge­stellt wer­den, sind bei der Be­rech­nung nicht ein­zu­be­zie­hen.

(4) So­fern an Hoch­schu­len ei­ne leis­tungs­be­zo­ge­ne Plan­auf­stel­lung und -be­wirt­schaf­tung nach § 6a des Haus­halts­grundsätze­ge­set­zes ein­geführt ist, ist si­cher­zu­stel­len, dass der Be­sol­dungs­durch­schnitt ein­ge­hal­ten wird. Im Rah­men der Haus­halts­fle­xi­bi­li­sie­rung er­wirt­schaf­te­te Mit­tel, die kei­ne Per­so­nal­aus­ga­ben dar­stel­len, be­ein­flus­sen den Ver­ga­be­rah­men nicht.

(5) Die Wir­kun­gen der Re­ge­lun­gen der Absätze 1 bis 4 sind un­ter Berück­sich­ti­gung der Ent­wick­lung der Be­sol­dungs­aus­ga­ben im Hoch­schul­be­reich in Bund und Ländern so­wie der Um­set­zung des Zie­les des Ge­set­zes zur Re­form der Pro­fes­so­ren­be­sol­dung vom 16. Fe­bru­ar 2002 (BGBl. I S. 686), ei­ne leis­tungs­ori­en­tier­te Be­sol­dung an Hoch­schu­len ein­zuführen, vor Ab­lauf des 31. De­zem­ber 2007 zu prüfen.

e) Aus­weis­lich der Be­gründung des Ge­setz­ent­wurfs zum Pro­fes­so­ren­be­sol­dungs­re­form­ge­setz soll­te die Wett­be­werbs- und Kon­kur­renzfähig­keit der Hoch­schu­len des Wei­te­ren durch die Möglich­keit gestärkt wer­den, Ein­kom­mens­be­stand­tei­le aus von der Pri­vat­wirt­schaft ein­ge­wor­be­nen Dritt­mit­teln zu er­hal­ten (vgl. BT­Drucks 14/6852, S. 1). Die­se For­schungs- und Lehr­zu­la­ge ist in § 35 BBesG

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ge­re­gelt, der in der Fas­sung des Ge­set­zes vom 16. Fe­bru­ar 2002 fol­gen­der­maßen lau­tet:


§ 35
For­schungs- und Lehr­zu­la­ge

(1) Das Lan­des­recht kann vor­se­hen, dass an Pro­fes­so­ren, die Mit­tel pri­va­ter Drit­ter für For­schungs­vor­ha­ben oder Lehr­vor­ha­ben der Hoch­schu­le ein­wer­ben und die­se Vor­ha­ben durchführen, für die Dau­er des Dritt­mit­tel­flus­ses aus die­sen Mit­teln ei­ne nicht ru­he­ge­halt-fähi­ge Zu­la­ge ver­ge­ben wer­den kann. Ei­ne Zu­la­ge für die Durchführung von Lehr­vor­ha­ben darf nur ver­ge­ben wer­den, wenn die ent­spre­chen­de Lehrtätig­keit des Pro­fes­sors nicht auf sei­ne Re­gel­lehr­ver­pflich­tung an­ge­rech­net wird.

(2) Für den Be­reich der Hoch­schu­len des Bun­des können das Bun­des­mi­nis­te­ri­um der Ver­tei­di­gung für sei­nen Be­reich so­wie das Bun­des­mi­nis­te­ri­um des In­nern im Ein­ver­neh­men mit den für die je­wei­li­gen Fach­be­rei­che zuständi­gen obers­ten Dienst­behörden für die Fach­hoch­schu­le des Bun­des für öffent­li­che Ver­wal­tung durch Rechts­ver­ord­nung, die nicht der Zu­stim­mung des Bun­des­ra­tes be­darf, die Zah­lung ei­ner Zu­la­ge für For­schungs­vor­ha­ben und Lehr­vor­ha­ben nach Ab­satz 1 vor­se­hen.

f) Die Über­g­angs­vor­schrif­ten aus An­lass des Pro­fes­so­ren­be­sol­dungs­re­form­ge­set­zes sind in § 77 BBesG ent­hal­ten. Die­se Be­stim­mung gewährt den der C-Be­sol­dung un­ter­lie­gen­den Pro­fes­so­ren Be­stands­schutz für ei­nen Ver­bleib im al­ten Sys­tem so­wie ei­ne Op­ti­onsmöglich­keit für das neue Sys­tem. Ihr Wech­sel in Ämter der Be­sol­dungs­ord­nung W er­folgt auf An­trag oder aus An­lass von Be­ru­fungs- be­zie­hungs­wei­se Blei­be­ver­hand­lun­gen. Die in der C-Be­sol­dung ver­blei­ben­den Pro­fes­so­ren rücken nach wie vor in Dienst­al­ters­stu­fen bis zum Er­rei­chen des End­grund­ge­halts vor, wo­bei die Be­sol­dungs­an­pas­sun­gen in der Be­sol­dungs­ord­nung C par­al­lel zu den Be­sol­dungs­an­pas­sun­gen in den übri­gen Be­sol­dungs­ord­nun­gen er­fol­gen. § 77 BBesG in der Fas­sung des Pro­fes­so­ren­be­sol­dungs­re­form­ge­set­zes lau­tet:

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§ 77
Über­g­angs­vor­schrift aus An­lass des Pro­fes­so­ren­be­sol­dungs­re­form­ge­set­zes

(1) § 1 Abs. 2 Nr. 2, § 8 Abs. 3, § 13 Abs. 1 Satz 5, Abs. 4 Satz 1, der 3. Un­ter­ab­schnitt im 2. Ab­schnitt, die §§ 43, 50, die An­la­gen I und II und die Hoch­schul­lei­tungs-Stel­len­zu­la­gen­ver­ord­nung in der bis zum 22. Fe­bru­ar 2002 gel­ten­den Fas­sung so­wie die An­la­gen IV und IX nach Maßga­be des Bun­des­be­sol­dungs- und -ver­sor­gungs­an­pas­sungs­ge­set­zes 2000 vom 19. April 2001 (BGBl. I S. 618) so­wie un­ter Berück­sich­ti­gung der wei­te­ren An­pas­sun­gen der Be­sol­dung nach § 14 und der wei­te­ren An­pas­sung des Be­mes­sungs­sat­zes nach § 2 Abs. 1 der Zwei­ten Be­sol­dungs-Über­g­angs­ver­ord­nung sind bis zum Tag des In­kraft­tre­tens der auf­grund § 33 Abs. 4 zu er-las­sen­den Re­ge­lun­gen je­weils wei­ter an­zu­wen­den, längs­tens je­doch bis zum 31. De­zem­ber 2004.


(2) Für Pro­fes­so­ren der Bun­des­be­sol­dungs­ord­nung C, die am Tag des In­kraft­tre­tens der auf­grund § 33 Abs. 4 zu er­las­sen­den Re-ge­lun­gen oder, so­weit die­se Re­ge­lun­gen bis zum 31. De­zem­ber 2004 noch nicht er­las­sen sind, am 1. Ja­nu­ar 2005 im Amt be­find­lich sind, fin­den § 1 Abs. 2 Nr. 2, § 8 Abs. 3, § 13 Abs. 1 Satz 5, Abs. 4 Satz 1, der 3. Un­ter­ab­schnitt im 2. Ab­schnitt, die §§ 43, 50, die An­la­gen I und II und die Hoch­schul­lei­tungs-Stel­len­zu­la­gen­ver­ord­nung in der bis zum 22. Fe­bru­ar 2002 gel­ten­den Fas­sung so­wie die An­la­gen IV und IX nach Maßga­be des Bun­des­be­sol­dungs- und -ver­sor­gungs­an­pas­sungs­ge­set­zes 2000 vom 19. April 2001 (BGBl. I S. 618) so­wie un­ter Berück­sich­ti­gung der wei­te­ren An­pas­sun­gen der Be­sol­dung nach § 14 und der wei­te­ren An­pas­sung des Be­mes­sungs­sat­zes nach § 2 Abs. 1 der Zwei­ten Be­sol­dungs-Über­g­angs­ver­ord­nung An­wen­dung; ei­ne Erhöhung von Dienst­bezügen durch die Gewährung von Zuschüssen nach § 1 Abs. 2 Nr. 2 in der bis zum 22. Fe­bru­ar 2002 gel­ten­den Fas­sung ist aus­ge­schlos­sen. Ab­wei­chend von Satz 1 fin­den im Fall ei­ner Be­ru­fung auf ei­ne höher­wer­ti­ge Pro­fes­sur an der glei­chen Hoch­schu­le oder ei­ner Be­ru­fung an ei­ne an­de­re Hoch­schu­le oder auf An­trag des Be­am­ten § 1 Abs. 2 Nr. 2, § 8 Abs. 3, der 3. Un­ter­ab­schnitt im 2. Ab­schnitt, die §§ 43 und 50 und die An­la­gen I, II und IV in der nach dem 23. Fe­bru­ar 2002 je­weils gel­ten­den Fas­sung mit der Maßga­be An­wen­dung, dass Pro­fes­so­ren der Be­sol­dungs­grup­pe C 4 ein Amt der Be­sol­dungs­grup­pe W 3 und Pro­fes­so­ren der Be­sol­dungs­grup­pen C 2 und C 3 ein Amt der Be­sol­dungs­grup­pe W 2 oder W 3 über­tra­gen wird. Der An­trag des Be­am­ten ist un­wi­der­ruf­lich. In den Fällen des Sat­zes 2 fin­det § 13 kei­ne An­wen­dung.

(3) Für die Hoch­schul­do­zen­ten, Oberas­sis­ten­ten, Ober­inge­nieu­re so­wie wis­sen­schaft­li­chen und künst­le­ri­schen As­sis­ten­ten, die am Tag des In­kraft­tre­tens der auf­grund § 33 Abs. 4 zu er­las­sen­den Re-

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ge­lun­gen, oder, so­weit die­se Re­ge­lun­gen bis zum 31. De­zem­ber 2004 noch nicht er­las­sen sind, am 1. Ja­nu­ar 2005 im Amt be­find­lich sind, sind der 3. Un­ter­ab­schnitt im 2. Ab­schnitt so­wie die An­la­ge II in der bis zum 22. Fe­bru­ar 2002 gel­ten­den Fas­sung so­wie die An­la­gen IV und IX nach Maßga­be des Bun­des­be­sol­dungs- und -ver­sor­gungs­an­pas­sungs­ge­set­zes 2000 vom 19. April 2001 (BGBl. I S. 618) so­wie un­ter Berück­sich­ti­gung der wei­te­ren An­pas­sun­gen der Be­sol­dung nach § 14 und der wei­te­ren An­pas­sung des Be­mes­sungs­sat­zes nach § 2 Abs. 1 der Zwei­ten Be­sol­dungs-Über­g­angs­ver­ord­nung über die in Ab­satz 1 ge­nann­ten Zeit­punk­te hin­aus an­zu­wen­den.

(4) Bei der Be­rech­nung des Ver­ga­be­rah­mens nach § 34 Abs. 1 blei­ben Be­sol­dungs­grup­pen außer Be­tracht, so­weit Stel­len die­ser Be­sol­dungs­grup­pen schon am 22. Fe­bru­ar 2002 in der be­tref­fen­den Hoch­schul­art nicht mehr ge­schaf­fen wer­den durf­ten.

5. Gemäß § 33 Abs. 4 in Ver­bin­dung mit § 77 Abs. 1 BBesG wa­ren die Länder – so­wie der Bund im Be­reich der Hoch­schu­len des Bun­des – ver­pflich­tet, das Pro­fes­so­ren­be­sol­dungs­re­form­ge­setz spätes­tens bis zum 31. De­zem­ber 2004 um­zu­set­zen.

a) Der hes­si­sche Lan­des­ge­setz­ge­ber fügte zur Um­set­zung des Pro­fes­so­ren­be­sol­dungs­re­form­ge­set­zes mit Art. 3 des Drit­ten Ge­set­zes zur Ände­rung des Hes­si­schen Hoch­schul­ge­set­zes und an­de­rer Ge­set­ze vom 20. De­zem­ber 2004 (GVBl I S. 466 <476>) ei­nen neu­en § 2a so­wie ei­nen neu­en § 2b in das Hes­si­sche Be­sol­dungs­ge­setz (HBesG) in der Fas­sung vom 25. Fe­bru­ar 1998 (GVBl I S. 50) ein. Nach § 2a Abs. 1 HBesG wer­den die Ämter der Pro­fes­so­rin­nen und Pro­fes­so­ren an Hoch­schu­len (Uni­ver­sitäten und Fach­hoch­schu­len) nach Maßga­be des Haus­halts den Be­sol­dungs­grup­pen W 2 oder W 3 der Bun­des­be­sol­dungs­ord­nung W zu­ge­ord­net. Mit § 2a Abs. 3 HBesG wird das Mi­nis­te­ri­um für Wis­sen­schaft und Kunst ermäch­tigt, im Ein­ver­neh­men mit dem Mi­nis­te­ri­um des In­nern und für Sport durch Rechts­ver­ord­nung das Nähe­re für die Ver­ga­be von Leis­tungs­bezügen nach § 33 BBesG zu be­stim­men. In der Ver­ord­nung sind ins­be­son­de­re das Ver­ga­be­ver­fah­ren, die Zuständig­keit für die Ver­ga­be, die Vor­aus­set­zun­gen und die Kri­te­ri­en der Ver­ga­be, die Ru­he­ge­haltfähig­keit der Leis­tungs­bezüge und de­ren Teil­nah­me an den re­gelmäßigen Be­sol­dungs­an­pas­sun­gen zu re­geln. In der Ver­ord­nung sind auch nähe­re Be­stim­mun­gen über die Vor­aus­set­zun­gen und das Ver­fah­ren für die Gewährung von For­schungs- und Lehr­zu­la­gen nach § 35 Abs. 1 BBesG zu tref­fen. § 2b HBesG re­gelt die Be­stim­mung des Be­sol­dungs­durch­schnitts nach § 34 Abs. 1 Satz 1 BBesG.

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b) Auf der Grund­la­ge von § 2a Abs. 3 HBesG er­ging in Hes­sen die Ver­ord­nung über Leis­tungs­bezüge so­wie For­schungs- und Lehr­zu­la­gen im Hoch­schul­be­reich (Hoch­schul-Leis­tungs­bezüge­ver­ord­nung – HLeist­BVO) vom 4. Fe­bru­ar 2005 (GVBl I S. 92). § 2 HLeist­BVO re­gelt die Ar­ten der Leis­tungs­bezüge im Ein­klang mit der Be­stim­mung des § 33 Abs. 1 BBesG. Die Kri­te­ri­en­vor­ga­ben für die Leis­tungs­bezüge wer­den nach den ver­schie­de­nen in § 33 Abs. 1 Satz 1 BBesG und § 2 HLeist­BVO vor­ge­se­he­nen Ka­te­go­ri­en der Leis­tungs­bezüge auf­gefächert. Die Be­ru­fungs- und Blei­be-Leis­tungs­bezüge sind in § 3 HLeist­BVO, die be­son­de­ren Leis­tungs­bezüge in § 4 HLeist­BVO, die Funk­ti­ons-Leis­tungs­bezüge in § 5 HLeist-BVO und die For­schungs- und Lehr­zu­la­gen in § 6 HLeist­BVO ge­re­gelt. Die §§ 7 bis 9 HLeist­BVO ent­hal­ten Zuständig­keits- und Ver­fah­rens­vor­schrif­ten. Die Gel­tung der Ver­ord­nung war zunächst bis zum 31. De­zem­ber 2010 be­fris­tet; durch Art. 1 der Ver­ord­nung zur Ände­rung der Hoch­schul-Leis­tungs­bezüge­ver­ord­nung vom 22. Sep­tem­ber 2010 (GVBl I S. 323) wur­de sie bis zum 31. De­zem­ber 2015 verlängert. Die Ver­ord­nung hat in der bei Er­nen­nung des Klägers des Aus­gangs­ver­fah­rens gel­ten­den Fas­sung fol­gen­den Wort­laut:

§ 1
Re­ge­lungs­be­reich

Die­se Ver­ord­nung re­gelt die Ver­ga­be von Leis­tungs­bezügen für Pro­fes­so­rin­nen und Pro­fes­so­ren der Be­sol­dungs­grup­pen W 2 und W 3 und für haupt­be­ruf­li­che Mit­glie­der von Lei­tungs­gre­mi­en, de­ren Ämter der Be­sol­dungs­ord­nung W an­gehören (§ 33 des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes), und trifft Be­stim­mun­gen über die Ver­ga­be von For­schungs- und Lehr­zu­la­gen (§ 35 Abs. 1 des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes) so­wie für das Ver­fah­ren der Über­nah­me in ein Amt der Be­sol­dungs­ord­nung W (§ 77 Abs. 2 des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes).

§ 2
Leis­tungs­bezüge

(1) Leis­tungs­bezüge wer­den

1. aus An­lass von Be­ru­fungs- und Blei­be­ver­hand­lun­gen (§ 3),

2. für be­son­de­re Leis­tun­gen in For­schung, Leh­re, Kunst, Wei­ter­bil­dung und Nach­wuchsförde­rung (§ 4),
 


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3. für die Wahr­neh­mung von Funk­tio­nen oder be­son­de­ren Auf­ga­ben im Rah­men der Hoch­schul­selbst­ver­wal­tung oder der Hoch­schul­lei­tung (§ 5)
ver­ge­ben. Sie sol­len mit Ziel­ver­ein­ba­run­gen ver­knüpft wer­den.

(2) Leis­tungs­bezüge können an den re­gelmäßigen Be­sol­dungs­an­pas­sun­gen teil­neh­men.

§ 3
Leis­tungs­bezüge aus An­lass von
Be­ru­fungs- und Blei­be­ver­hand­lun­gen

(1) Aus An­lass von Be­ru­fungs- und Blei­be­ver­hand­lun­gen können Leis­tungs­bezüge ver­ge­ben wer­den, so­weit dies er­for­der­lich ist, um ei­ne Pro­fes­so­rin oder ei­nen Pro­fes­sor für die Hoch­schu­le zu ge­win­nen (Be­ru­fungs-Leis­tungs­bezüge) oder zum Ver­bleib an der Hoch­schu­le zu be­we­gen (Blei­be-Leis­tungs­bezüge). Bei der Ent­schei­dung hierüber sind ins­be­son­de­re die Qua­li­fi­ka­ti­on, Eva­lua­ti­ons­er­geb­nis­se und die Be­wer­ber­la­ge in dem je­wei­li­gen Fach so­wie die Ent­wick­lungs­pla­nung der Hoch­schu­le zu berück­sich­ti­gen. Blei­be-Leis­tungs­bezüge dürfen nur ver­ge­ben wer­den, wenn die Pro­fes­so­rin oder der Pro­fes­sor das Ein­stel­lungs­in­ter­es­se ei­nes an­de­ren Dienst­herrn oder Ar­beit­ge­bers glaub­haft ge­macht hat.

(2) Be­ru­fungs- und Blei­be-Leis­tungs­bezüge können be­fris­tet oder un­be­fris­tet ver­ge­ben wer­den.

§ 4
Leis­tungs­bezüge für
be­son­de­re Leis­tun­gen

(1) Für be­son­de­re Leis­tun­gen in den Be­rei­chen For­schung, Leh­re, Kunst, Wei­ter­bil­dung oder Nach­wuchsförde­rung, die in der Re­gel über meh­re­re Jah­re er­bracht wer­den müssen, können Leis­tungs­bezüge ver­ge­ben wer­den (be­son­de­re Leis­tungs­bezüge). Ne­ben den Leis­tun­gen im Haupt­amt sind Ne­bentätig­kei­ten nur zu berück­sich­ti­gen, wenn sie auf Ver­lan­gen, Vor­schlag oder Ver­an­las­sung des Dienst­herrn aus­geübt wer­den oder der Dienst­herr ein dienst­li­ches In­ter­es­se an der Über­nah­me an­er­kannt hat und sie un­ent­gelt­lich aus­geübt wer­den. Bei der Be­mes­sung der Leis­tungs­zu­la­ge ist ei­ne For­schungs- oder Lehr­zu­la­ge nach § 6 zu berück­sich­ti­gen.

(2) Be­son­de­re Leis­tun­gen in der For­schung können ins­be­son­de­re durch

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1. Aus­zeich­nun­gen und For­schungseva­lua­ti­on,
2. Pu­bli­ka­tio­nen,
3. in­ter­na­tio­na­les En­ga­ge­ment in Wis­sen­schaft und For­schung,
4. Auf­bau und Lei­tung wis­sen­schaft­li­cher Ar­beits­grup­pen,
5. Ein­wer­bung von Dritt­mit­teln,
6. Be­treu­ung von Pro­mo­tio­nen und Ha­bi­li­ta­tio­nen,
7. Tätig­kei­ten im Be­reich des Wis­sens- und Tech­no­lo­gie­trans­fers be­gründet wer­den.

(3) Be­son­de­re Leis­tun­gen in der Leh­re können ins­be­son­de­re durch

1. Aus­zeich­nun­gen und Leh­re­va­lua­ti­on,
2. Ak­tua­li­sie­rung und fach­li­che Wei­ter­ent­wick­lung des Lehr­an­ge­bots,
3. Einführung neu­er Ver­mitt­lungs­for­men der Leh­re,
4. Vor­tragstätig­keit,
5. Lehrtätig­kei­ten, die über die ge­setz­li­che Lehr­ver­pflich­tung hin-aus ge­leis­tet wer­den,
6. Um­fang der Be­treu­ung von Di­plom­ar­bei­ten so­wie der Prüfungstätig­keit
be­gründet wer­den.

(4) Leis­tungs­bezüge für be­son­de­re Leis­tun­gen können als Ein­mal­zah­lung oder als lau­fen­de Zah­lung für ei­nen Zeit­raum bis zu fünf Jah­ren ver­ge­ben wer­den. Nach ei­ner Frist von fünf Jah­ren können die Leis­tungs­bezüge un­be­fris­tet ver­ge­ben wer­den. Ein Wi­der­ruf für den Fall ei­nes er­heb­li­chen Leis­tungs­ab­falls ist vor­zu­be­hal­ten.

§ 5
Leis­tungs­bezüge für die Wahr­neh­mung
von Funk­tio­nen und be­son­de­ren
Auf­ga­ben im Rah­men der
Hoch­schul­selbst­ver­wal­tung oder
der Hoch­schul­lei­tung

(1) Leis­tungs­bezüge für die Wahr­neh­mung von Funk­tio­nen oder be­son­de­ren Auf­ga­ben im Rah­men der Hoch­schul­selbst­ver­wal­tung oder der Hoch­schul­lei­tung (Funk­ti­ons-Leis­tungs­bezüge) können an
 


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1. haupt­be­ruf­li­che Mit­glie­der von Hoch­schul­präsi­di­en und

2. Pro­fes­so­rin­nen und Pro­fes­so­ren, die ne­ben ih­rem Haupt­amt als ne­ben­amt­li­che Vi­ze­präsi­den­tin oder Vi­ze­präsi­dent oder als De­ka­nin oder De­kan tätig sind,

ver­ge­ben wer­den.

Die Hoch­schu­le kann wei­te­re Funk­tio­nen und Auf­ga­ben­be­rei­che fest­le­gen, für die Funk­ti­ons-Leis­tungs­bezüge ver­ge­ben wer­den können.

(2) Bei der Be­mes­sung der Funk­ti­ons-Leis­tungs­bezüge ist die mit der Funk­ti­on oder Auf­ga­be ver­bun­de­ne Ver­ant­wor­tung und Be­las­tung, bei den Mit­glie­dern der Hoch­schul­präsi­di­en auch die Größe der Hoch­schu­le, zu berück­sich­ti­gen. Funk­ti­ons-Leis­tungs­bezüge können ganz oder teil­wei­se er­folgs­abhängig ver­ge­ben wer­den.

§ 6
For­schungs- und Lehr­zu­la­gen

An Hoch­schul­leh­re­rin­nen und Hoch­schul­leh­rer, die Mit­tel pri­va­ter Drit­ter für For­schungs- oder Lehr­vor­ha­ben der Hoch­schu­le ein­wer­ben und die­se Vor­ha­ben durchführen, kann aus die­sen Mit­teln für den Zeit­raum, für den Dritt­mit­tel ge­zahlt wer­den, ei­ne nicht­ru­he­ge­haltfähi­ge Zu­la­ge ver­ge­ben wer­den, so­weit der Dritt­mit­tel­ge­ber Mit­tel für die­sen Zweck aus­drück­lich vor­ge­se­hen hat.


§ 7
Zuständig­keit

(1) Über die Ver­ga­be von For­schungs- und Lehr­zu­la­gen so­wie von Leis­tungs­bezügen für Pro­fes­so­rin­nen und Pro­fes­so­ren ein­sch­ließlich ih­rer Teil­nah­me an den all­ge­mei­nen Be­sol­dungs­erhöhun­gen und ih­rer Ru­he­ge­haltfähig­keit ein­sch­ließlich der Über­schrei­tung des Vom­hun­dert­sat­zes nach § 33 Abs. 3 Satz 1 des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes ent­schei­det das Präsi­di­um nach Maßga­be von § 42 Abs. 7 des Hes­si­schen Hoch­schul­ge­set­zes.

(2) Über die Ver­ga­be von Leis­tungs­bezügen für haupt­be­ruf­li­che Vi­ze­präsi­den­tin­nen und -präsi­den­ten so­wie für die Kanz­le­rin oder den Kanz­ler ent­schei­det die Präsi­den­tin oder der Präsi­dent.

(3) Das Mi­nis­te­ri­um für Wis­sen­schaft und Kunst behält sich die Ent­schei­dung über die Funk­ti­ons-Leis­tungs­bezüge der Präsi­den­tin­nen und Präsi­den­ten vor und ge­neh­migt die Funk­ti­ons-Leis­tungs­bezüge der übri­gen haupt­amt­li­chen Mit­glie­der der Präsi­di-


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en so­wie die Ent­schei­dung über die Ru­he­ge­haltfähig­keit von Leis­tungs­bezügen, so­weit der Vom­hun­dert­satz nach § 33 Abs. 3 Satz 1 des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes über­schrit­ten wer­den soll.

§ 8
Über­nah­me in ein Amt
der Be­sol­dungs­ord­nung W

(1) Haupt­be­ruf­li­chen Mit­glie­dern des Präsi­di­ums überträgt das Mi­nis­te­ri­um für Wis­sen­schaft und Kunst auf An­trag ein Amt der Be­sol­dungs­ord­nung W nach Maßga­be von § 2a Abs. 2 des Hes­si­schen Be­sol­dungs­ge­set­zes.

(2) Pro­fes­so­rin­nen und Pro­fes­so­ren der Be­sol­dungs­grup­pen C 2 und C 3 überträgt das Präsi­di­um auf An­trag ein Amt der Be­sol­dungs­grup­pe W 2. Pro­fes­so­rin­nen und Pro­fes­so­ren der Be­sol­dungs­grup­pe C 4 überträgt das Präsi­di­um auf An­trag ein Amt der Be­sol­dungs­grup­pe W 3. § 3 gilt ent­spre­chend.

§ 9
Wi­dersprüche


Über Wi­dersprüche ge­gen Ent­schei­dun­gen über Leis­tungs­bezüge für Pro­fes­so­rin­nen und Pro­fes­so­ren ent­schei­det die Präsi­den­tin oder der Präsi­dent. Über Wi­dersprüche ge­gen Ent­schei­dun­gen der Präsi­den­tin­nen und Präsi­den­ten ent­schei­det das Mi­nis­te­ri­um für Wis­sen­schaft und Kunst.

§ 10
In-Kraft-Tre­ten; Außer-Kraft-Tre­ten

Die­se Ver­ord­nung tritt mit Wir­kung vom 1. Ja­nu­ar 2005 in Kraft und mit Ab­lauf des 31. De­zem­ber 2010 außer Kraft.

c) Zur kon­kre­ten Aus­ge­stal­tung und Um­set­zung die­ser Vor­ga­ben hat die Phil­ipps-Uni­ver­sität Mar­burg ei­ne un­da­tier­te, zum 1. Mai 2005 in Kraft ge­tre­te­ne „Richt­li­nie zur Ver­ga­be von Leis­tungs­bezügen, For­schungs- und Lehr­zu­la­gen“ er­las­sen. Die­se Richt­li­nie wur­de in­zwi­schen durch die „Richt­li­nie des Präsi­di­ums der Phil­ipps-Uni­ver­sität Mar­burg zur Ver­ga­be von Leis­tungs­bezügen und For­schungs-und Lehr­zu­la­gen“ vom 22. Fe­bru­ar 2010 so­wie die „Grundsätze für die Kri­te­ri­en der Gewährung von Leis­tungs­bezügen für be­son­de­re Leis­tun­gen so­wie für die Er­mitt­lung die­ser Leis­tun­gen der Phil­ipps-Uni­ver­sität Mar­burg“ vom 11. Ja­nu­ar 2010 er­setzt. Die Richt­li­nie aus dem Jahr 2005 re­gelt gemäß ih­rem in § 1 an­ge­ge­be­nen Zweck die Grundsätze des Ver­fah­rens und der Ver­ga­be von Leis­tungs­be-

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zügen so­wie von For­schungs- und Lehr­zu­la­gen nach der Hoch­schul-Leis­tungs­bezüge­ver­ord­nung in der je­weils gülti­gen Fas­sung. Nach § 2 (An­wen­dungs­be­reich) re­gelt die Richt­li­nie das Ver­fah­ren zur Gewährung, Be­mes­sung und Ru­he­ge­haltfähig­keit von Be­ru­fungs- be­zie­hungs­wei­se Blei­be-Leis­tungs­bezügen (§ 3), be­son­de­ren Leis­tungs­bezügen (§ 4), Funk­ti­ons-Leis­tungs­bezügen (§ 5) und For­schungs- und Lehr­zu­la­gen (§ 6).

An­la­ge 2 zur Richt­li­nie re­gelt die Stu­fen, in de­nen die be­son­de­ren Leis­tungs­bezüge und die Funk­ti­ons-Leis­tungs­bezüge gewährt wer­den. So können et­wa Pro­de­ka­ne und Stu­di­en­de­ka­ne bis zu 300,00 €, ne­ben­amt­li­che Vi­ze­präsi­den­ten bis zu 900,00 € und Präsi­den­ten bis zu 2.500,00 € an mo­nat­li­chen Funk­ti­ons-Leis­tungs­bezügen er­hal­ten. Be­son­de­re Leis­tungs­bezüge wer­den in fünf Stu­fen ver­ge­ben, wo­bei die Stu­fe 1 – „Über die Erfüllung der Dienst­pflich­ten deut­lich hin­aus­ge­hen­de Leis­tun­gen“ – bis zu 400,00 € und die Stu­fe 5 – „Ent­schei­den­de Mit­prägung der in­ter­na­tio­na­len Re­pu­ta­ti­on der Uni­ver­sität“ – bis zu 2.500,00 € mo­nat­lich beträgt. Mit Be­schluss vom 7. Ju­ni 2005 setz­te das Präsi­di­um der Phil­ipps-Uni­ver­sität Mar­burg die „Un­ter­gren­ze für die W-Be­sol­dung“ auf ei­ne „dau­er­haf­te Be­sitz­stands­wah­rung der Be­sol­dung plus ei­ner auf drei Jah­re be­fris­te­ten Be­ru­fungs­zu­la­ge in Höhe von 300 Eu­ro pro Mo­nat“ fest.

6. Im Jahr 2006 ging in­fol­ge der so­ge­nann­ten Föde­ra­lis­mus­re­form I die Ge­setz­ge­bungs­kom­pe­tenz für die Be­am­ten­be­sol­dung und -ver­sor­gung auf die Länder über.

a) Das Ge­setz zur Ände­rung des Grund­ge­set­zes (Art. 22, 23, 33, 52, 72, 73, 74, 74a, 75, 84, 85, 87c, 91a, 91b, 93, 98, 104a, 104b, 105, 107, 109, 125a, 125b, 125c, 143c) vom 28. Au­gust 2006 (BGBl I S. 2034) führ­te mit Wir­kung vom 1. Sep­tem­ber 2006 zu ei­ner föde­ra­len Neu­ord­nung der dienst­recht­li­chen Re­ge­lungs­kom­pe­ten­zen. Durch Art. 1 Nr. 8 des Ände­rungs­ge­set­zes wur­de un­ter an­de­rem der im Jahr 1971 ein­gefügte (vgl. Art. I Nr. 1 des 28. Ge­set­zes zur Ände­rung des Grund­ge­set­zes vom 18. März 1971, BGBl I S. 206) Art. 74a GG auf­ge­ho­ben, der dem Bund die kon­kur­rie­ren­de Ge­setz­ge­bungs­kom­pe­tenz für die Be­sol­dung und Ver­sor­gung al­ler An­gehöri­gen des öffent­li­chen Diens­tes zu­ge­wie­sen hat­te. An die Stel­le des in die­ser Be­stim­mung zum Aus­druck kom­men­den Grund­sat­zes der bun­des­ein­heit­li­chen Be­sol­dung und Ver­sor­gung trat die Re­ge­lung in Art. 74 Abs. 1 Nr. 27 GG, wo­nach der Bund die kon­kur­rie­ren­de Ge­setz­ge­bungs­kom­pe­tenz über „die Sta­tus­rech­te und -pflich­ten der Be­am­ten der Länder, Ge­mein­den und an­de­ren Körper­schaf­ten des öffent­li­chen Rechts so­wie der Rich­ter in den Ländern mit Aus-

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nah­me der Lauf­bah­nen, Be­sol­dung und Ver­sor­gung“ in­ne­hat. Nach der Über­g­angs­vor­schrift des Art. 125a Abs. 1 GG gilt das Bun­des­be­sol­dungs­ge­setz als Bun­des­recht fort; es kann aber durch Lan­des­recht er­setzt wer­den.

b) Die Länder ha­ben von ih­rer neu­en Ge­setz­ge­bungs­kom­pe­tenz zum Teil be­reits Ge­brauch ge­macht (vgl. Det­mer, Das Recht der <Uni­ver­sitäts->Pro­fes­so­ren, in: Hart­mer/Det­mer <Hrsg.>, Hoch­schul­recht, Ein Hand­buch für die Pra­xis, 2. Aufl. 2011, S. 113 <189 ff.>). Da­bei sind zwei un­ter­schied­li­che Ent­wick­lungs­stu­fen der Lan­des­re­ge­lun­gen zu ver­zeich­nen. Man­che Länder verfügen be­reits über ab­sch­ließen­de Voll­re­ge­lun­gen, die teil­wei­se – zum Bei­spiel hin­sicht­lich des Ver­ga­be­rah­mens – vom Bun­des­be­sol­dungs­ge­setz ab­wei­chen. In an­de­ren Ländern ist wei­ter­hin das bis zur Er­set­zung fort­gel­ten­de Bun­des­be­sol­dungs­ge­setz ne­ben den – nicht (not­wen­dig) auf Vollständig­keit der Re­ge­lungs­ma­te­rie an­ge­leg­ten – Lan­des­nor­men her­an­zu­zie­hen. Im Land Hes­sen gilt man­gels ent­spre­chen­der lan­des­recht­li­cher Re­ge­lun­gen der als Vor­la­ge­ge­gen­stand be­nann­te § 32 BBesG fort, wo­bei die Fort­schrei­bung der Höhe der Grund­gehälter in Form der An­la­gen zu den Be­sol­dungs- und Ver­sor­gungs­an­pas­sungs­ge­set­zen in­zwi­schen vom hes­si­schen Lan­des­ge­setz­ge­ber vor­ge­nom­men wird.


c) Li­nea­re Be­sol­dungs­an­pas­sun­gen nahm der hes­si­sche Lan­des­ge­setz­ge­ber erst­mals durch das Ge­setz über die An­pas­sung der Dienst-, Amts- und Ver­sor­gungs­bezüge 2007/2008 (Hes­si­sches Be­sol­dungs- und Ver­sor­gungs­an­pas­sungs­ge­setz 2007/2008 – HBVAn­pG 2007/2008) vom 28. Sep­tem­ber 2007 (GVBl I S. 602) vor, das un­ter an­de­rem die Bun­des­be­sol­dungs­ord­nung W durch die hes­si­sche Be­sol­dungs­ord­nung W er­setz­te. Aus­weis­lich des Ge­setz­ent­wurfs vom 21. Ju­ni 2007 (LT­Drucks 16/7477) soll­te ei­ne An­pas­sung der Dienst-, Amts- und Ver­sor­gungs­bezüge in Hes­sen an die Ent­wick­lung der all­ge­mei­nen wirt­schaft­li­chen und fi­nan­zi­el­len Verhält­nis­se er­fol­gen. Von der zum 1. Sep­tem­ber 2006 auf die Länder über­ge­gan­ge­nen Ge­setz­ge­bungs­zuständig­keit im Be­reich der Be­sol­dung und Ver­sor­gung soll­te durch ei­ne in­di­vi­dua­li­sier­te Ein­mal­zah­lung im No­vem­ber 2007 so­wie durch ei­ne li­nea­re An­he­bung der Bezüge um 2,4 % ab 1. April 2008 Ge­brauch ge­macht wer­den. Dem­ent­spre­chend erhöhten sich in der Be­sol­dungs­grup­pe W 2 die Grund­ge­haltssätze zum 1. April 2008 auf 3.983,39 € und in der Be­sol­dungs­grup­pe W 3 auf 4.836,98 €. Mit Art. 1 Nr. 2 Buch­sta­be c des Ge­set­zes zur Ände­rung des Hes­si­schen Be­sol­dungs- und Ver­sor­gungs­an­pas­sungs­ge­set­zes 2007/2008 so­wie zur Ände­rung be­sol­dungs­recht­li­cher Vor­schrif­ten vom 1. Ok­to­ber 2008 (GVBl I S. 844) wur­de das Hes­si­sche Be­sol­dungs- und Ver­sor­gungs­an­pas­sungs­ge­setz 2007/2008 da­hin­ge­hend geändert, dass zum 1. Ju­li 2008

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ei­ne wei­te­re Erhöhung der Grund­ge­haltssätze um 0,6 % auf 4.006,73 € (Be­sol­dungs­grup­pe W 2) be­zie­hungs­wei­se 4.865,32 € (Be­sol­dungs­grup­pe W 3) er­folg­te. Die pro­zen­tua­len Erhöhun­gen er­folg­ten für die Be­sol­dungs­grup­pen der B-, R-, W- und C-Be­sol­dung so­wie die Be­sol­dungs­grup­pen A 13 bis A 16 je­weils par­al­lel und zeit­gleich.

d) Mit dem Ge­setz zur An­pas­sung der Dienst-, Amts- und Ver­sor­gungs­bezüge 2009/2010 (Hes­si­sches Be­sol­dungs- und Ver­sor­gungs­an­pas­sungs­ge­setz 2009/2010 – HBVAn­pG 2009/2010) vom 18. Ju­ni 2009 (GVBl I S. 175) soll­ten die Dienst-, Amts-, Anwärter- und Ver­sor­gungs­bezüge im Hin­blick auf die Ta­rif­ei­ni­gung in den Ta­rif­ver­hand­lun­gen für die Beschäftig­ten des Lan­des Hes­sen vom 28. März 2009 an­ge­passt wer­den (vgl. LT­Drucks 18/401). Die in der Ta­rif­ei­ni­gung ver­ein­bar­ten Ein­kom­mens­ver­bes­se­run­gen soll­ten da­hin­ge­hend auf die Be­am­ten über­tra­gen wer­den, dass die Bezüge rück­wir­kend zum 1. April 2009 um 3,0 % und zum 1. März 2010 um wei­te­re 1,2 % erhöht wur­den. Dem­ent­spre­chend erhöhten sich in der Be­sol­dungs­grup­pe W 2 die Grund­ge­haltssätze zum 1. April 2009 auf 4.126,93 € und zum 1. März 2010 auf 4.176,45 €. In der Be­sol­dungs­grup­pe W 3 erhöhten sich die Grund­ge­haltssätze zum 1. April 2009 auf 5.011,28 € und zum 1. März 2010 auf 5.071,42 €.

e) Nach Er­ge­hen des Aus­set­zungs- und Vor­la­ge­be­schlus­ses des Ver­wal­tungs­ge­richts Gießen nahm der hes­si­sche Lan­des­ge­setz­ge­ber wei­te­re Be­sol­dungs­erhöhun­gen durch das Hes­si­sche Be­sol­dungs- und Ver­sor­gungs­an­pas­sungs­ge­setz 2011/2012 (HBVAn­pG 2011/2012) vom 6. Ok­to­ber 2011 (GVBl I S. 530) vor, das in sei­nem § 1 die An­pas­sung der Be­sol­dung im Jahr 2011 und in sei­nem § 2 die An­pas­sung der Be­sol­dung im Jahr 2012 re­gelt.

II.

1. Der im Jahr 1965 ge­bo­re­ne Kläger des Aus­gangs­ver­fah­rens wur­de mit Wir­kung zum 1. De­zem­ber 2005 vom Präsi­den­ten der Phil­ipps-Uni­ver­sität Mar­burg un­ter Be­ru­fung in das Be­am­ten­verhält­nis auf Le­bens­zeit zum Uni­ver­sitätspro­fes­sor er­nannt und in ei­ne Plan­stel­le der Be­sol­dungs­grup­pe W 2 ein­ge­wie­sen. Bei der Be­ru­fung auf ei­ne Pro­fes­sur für Phy­si­ka­li­sche Che­mie han­delt es sich um sei­ne Erst­be­ru­fung.

Seit sei­ner Er­nen­nung erhält der Kläger des Aus­gangs­ver­fah­rens ein Grund­ge­halt nach der Be­sol­dungs­grup­pe W 2 (zum Zeit­punkt der Er­nen­nung

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3.890,03 €) so­wie gemäß ei­nem Schrei­ben des Präsi­den­ten der Phil­ipps-Uni­ver­sität Mar­burg vom 27. Sep­tem­ber 2005 ei­nen un­be­fris­te­ten und ru­he­ge­halt-fähi­gen Be­ru­fungs-Leis­tungs­be­zug in Höhe von 23,72 € mo­nat­lich. Aus­weis­lich die­ses Schrei­bens er­gibt sich die Höhe des Be­ru­fungs-Leis­tungs­be­zugs „aus dem Un­ter­schieds­be­trag zwi­schen den Be­sol­dungs­grup­pen W 2 und C 1, Stu­fe 10 zuzüglich ei­nem Be­trag von 300,00 €“; hier­mit wer­den die Vor­ga­ben des Präsi­di­ums­be­schlus­ses vom 7. Ju­ni 2005 be­tref­fend die „Un­ter­gren­ze für die W-Be­sol­dung“ um­ge­setzt. Nach den An­ga­ben des Vor­la­ge­ge­richts er­hielt der Kläger des Aus­gangs­ver­fah­rens zu­dem für die Zeit bis Ju­ni 2006 im We­ge ei­nes nicht ru­he­ge­halt-fähi­gen Be­ru­fungs-Leis­tungs­be­zugs ei­ne Pau­scha­le als „Tren­nungs­geld“ in Höhe von zunächst 300,00 € und so­dann 450,00 €. Nach er­folg­lo­sem Wi­der­spruch er­hob der Kläger des Aus­gangs­ver­fah­rens Kla­ge ge­gen das Land Hes­sen, mit der er im Haupt­an­trag zu­letzt die Fest­stel­lung be­gehrt, dass sei­ne Ali­men­ta­ti­on aus der Be­sol­dungs­grup­pe W 2 den ver­fas­sungs­recht­li­chen An­for­de­run­gen an ei­ne amts­an­ge­mes­se­ne Be­sol­dung nicht genügt.

2. Das Ver­wal­tungs­ge­richt Gießen hat mit Be­schluss vom 7. Ok­to­ber 2010 das Ver­fah­ren aus­ge­setzt und dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt die Fra­ge zur Ent­schei­dung vor­ge­legt,

ob § 32 Sätze 1 und 2 BBesG in der durch das Ge­setz zur Re­form der Pro­fes­so­ren­be­sol­dung vom 16. Fe­bru­ar 2002 in Kraft ge­tre­te­nen Fas­sung in Ver­bin­dung mit An­la­ge II (Bun­des­be­sol­dungs­ord­nung W) und An­la­ge IV Zif­fer 3 in der Fas­sung des An­hangs 14 zu Art. 2 Nr. 3 des Bun­des­be­sol­dungs- und -ver­sor­gungs­an­pas­sungs­ge­set­zes 2003/2004 (Grund­ge­haltssätze Bun­des­be­sol­dungs­ord­nung W), letz­te­re An­la­ge er­setzt durch An­la­ge 1 Nr. 3 (Grund­ge­haltssätze Be­sol­dungs­ord­nung W) des Hes­si­schen Be­sol­dungs- und Ver­sor­gungs­an­pas­sungs­ge­set­zes 2007/2008 vom 28. Sep­tem­ber 2007, zu­letzt geändert durch An­la­ge 1 Nr. 3 (Grund­ge­haltssätze Be­sol­dungs­ord­nung W) des Hes­si­schen Be­sol­dungs- und Ver­sor­gungs­an­pas­sungs­ge­set­zes 2009/2010 vom 18. Ju­ni 2009, mit Art. 33 Abs. 5 GG ver­ein­bar ist.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt hält die Ver­fas­sungsmäßig­keit der vor­ge­leg­ten Vor­schrif­ten für ent­schei­dungs­er­heb­lich. Die im Haupt­an­trag er­ho­be­ne Fest­stel­lungs­kla­ge ha­be oh­ne Wei­te­res Er­folg, wenn – wo­von das Vor­la­ge­ge­richt aus­geht – die Be­sol­dung des Klägers des Aus­gangs­ver­fah­rens kei­ne amts­an­ge­mes­se­ne Ali­men­ta­ti­on dar­stel­le.

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Nach der Über­zeu­gung des Ver­wal­tungs­ge­richts verstößt die Be­sol­dung des Klägers des Aus­gangs­ver­fah­rens nach Be­sol­dungs­grup­pe W 2 ge­gen das in Art. 33 Abs. 5 GG gewähr­leis­te­te Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip. Das Grund­ge­halt nach § 32 BBesG stel­le kei­ne dem Amt des Pro­fes­sors an­ge­mes­se­ne Ali­men­tie­rung dar, wo­bei es für die Be­ur­tei­lung der Amts­an­ge­mes­sen­heit nur auf die je­wei­li­gen Grund­gehälter, nicht auch auf die in Aus­sicht ge­stell­ten Leis­tungs­bezüge an­kom­me. Das dem nach Be­sol­dungs­grup­pe W 2 be­sol­de­ten Pro­fes­sor zu­ste­hen­de Grund­ge­halt ent­spre­che we­der der vom Amts­in­ha­ber ge­for­der­ten Aus­bil­dung, Be­an­spru­chung und Ver­ant­wor­tung noch der Be­deu­tung und dem An­se­hen des Am­tes in den Au­gen der Ge­sell­schaft. Die Her­ab­set­zung der Be­sol­dungs­bezüge um mehr als ein Vier­tel ge­genüber dem End­grund­ge­halt der C 3-Be­sol­dung (Stu­fe 15) sei be­am­ten­recht­lich nicht halt­bar. Dem aus dem Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip und dem Leis­tungs­grund­satz fol­gen­den Ab­stu­fungs­ge­bot wer­de die W-Be­sol­dung, die am En­de des Ar­beits­le­bens ei­nes W 2-Pro­fes­sors auf das Ni­veau ei­nes nach Be­sol­dungs­grup­pe A 13 im End­grund­ge­halt be­sol­de­ten Be­am­ten ab­schmel­ze, eben­falls nicht ge­recht. Zu­dem wei­se der Ver­gleich der Grund­ge­haltssätze der W-Be­sol­dung mit den Ein­kom­men ver­gleich­ba­rer Be­rufs­grup­pen außer­halb des öffent­li­chen Diens­tes ein so star­kes Miss­verhält­nis auf, dass die Ali­men­ta­ti­on nicht mehr als amts­an­ge­mes­sen an­ge­se­hen wer­den könne.

III.

Zu der Vor­la­ge ha­ben der Kläger des Aus­gangs­ver­fah­rens, die Bun­des­re­gie­rung und die Hes­si­sche Lan­des­re­gie­rung schrift­lich Stel­lung ge­nom­men. Des Wei­te­ren ha­ben sich die Hoch­schul­rek­to­ren­kon­fe­renz, der Deut­sche Hoch­schul­ver­band, der Hoch­schul­leh­rer­bund, der dbb be­am­ten­bund und ta­rif­uni­on so­wie der Deut­sche Ge­werk­schafts­bund geäußert.

IV.

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat am 11. Ok­to­ber 2011 ei­ne münd­li­che Ver­hand­lung durch­geführt, in der die Be­tei­lig­ten, dar­un­ter auch der Deut­sche Bun­des­tag, ih­re Rechts­stand­punk­te erläutert und ver­tieft ha­ben. Das Ge­richt hat Ver­tre­ter des Sta­tis­ti­schen Bun­des­am­tes als sach­verständi­ge Aus­kunfts­per­so­nen (§ 27a BVerfGG) zu Ver­glei­chen der Pro­fes­so­ren­be­sol­dung mit der Be­sol­dung an­de­rer Be­am­ten­grup­pen so­wie der Vergütung be­stimm­ter Be­rufs­grup­pen in der Pri­vat­wirt­schaft gehört. Außer­dem ha­ben sich Ver­tre­ter der Hoch­schul­rek­to­ren­kon­fe­renz, des Deut­schen Hoch­schul­ver­ban­des, des Hoch­schul­leh­rer­bun­des, des dbb
 


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be­am­ten­bund und ta­rif­uni­on so­wie des Deut­schen Ge­werk­schafts­bun­des geäußert.

B.

Die Vor­la­ge ist zulässig. Ge­gen­stand des Vor­la­ge­be­schlus­ses ist die Be­sol­dungs­ord­nung W in Ge­stalt ih­rer erst­ma­li­gen Einführung als Bun­des­be­sol­dungs­ord­nung W durch das Pro­fes­so­ren­be­sol­dungs­re­form­ge­setz so­wie in Ge­stalt der Fort­schrei­bung ih­rer Grund­ge­haltssätze durch die späte­ren Be­sol­dungs- und Ver­sor­gungs­an­pas­sungs­ge­set­ze, die zunächst vom Bun­des­ge­setz­ge­ber und so­dann – nach dem Über­gang der Be­sol­dungs­ge­setz­ge­bungs­kom­pe­tenz auf die Länder – vom hes­si­schen Lan­des­ge­setz­ge­ber er­las­sen wur­den. Letz­te­rer hat – bei grundsätz­li­cher Fort­gel­tung des § 32 BBesG (vgl. Art. 125a Abs. 1 Satz 1 GG) – die Bun­des­be­sol­dungs­ord­nung W durch die hes­si­sche (Lan­des-)Be­sol­dungs­ord­nung W er­setzt. Das Aus­gangs­ver­fah­ren be­trifft die Be­sol­dung im Zeit­raum vom De­zem­ber 2005 bis zum Ok­to­ber 2010.

In­ner­halb der Be­sol­dungs­ord­nung W gibt der Vor­la­ge­be­schluss nur An­lass, die amts­an­ge­mes­se­ne Ali­men­tie­rung der Be­am­ten der Be­sol­dungs­grup­pe W 2 ver­fas­sungs­recht­lich zu un­ter­su­chen. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat die zur Prüfung ge­stell­ten Nor­men im Hin­blick auf den kon­kre­ten Aus­gangs­fall zu über-prüfen (vgl. BVerfGE 81, 363 <375>). Hier er­gibt sich aus den Gründen des Vor­la­ge­be­schlus­ses, dass die Vor­la­ge­fra­ge auf die Amts­an­ge­mes­sen­heit der Grund­gehälter der Be­sol­dungs­grup­pe W 2 ge­rich­tet ist. Dies ist die Be­sol­dungs­grup­pe, in die der Kläger des Aus­gangs­ver­fah­rens seit sei­ner Er­nen­nung zum Be­am­ten auf Le­bens­zeit ein­ge­wie­sen ist. Auch wenn sich der Te­nor des Vor­la­ge­be­schlus­ses pau­schal auf die Be­sol­dungs­ord­nung W be­zieht, kon­zen­triert sich die Vor­la­ge­fra­ge aus­weis­lich der Be­gründung des Vor­la­ge­be­schlus­ses, ins­be­son­de­re des dort wie­der­ge­ge­be­nen Fest­stel­lungs­an­trags, aus­sch­ließlich auf die Be­sol­dung nach der für den Kläger des Aus­gangs­ver­fah­rens maßgeb­li­chen Be­sol­dungs­grup­pe W 2.

Es ist nicht zu be­an­stan­den, dass der Te­nor des Vor­la­ge­be­schlus­ses den Vor­la­ge­ge­gen­stand auf die Grund­ge­haltssätze der Be­sol­dungs­ord­nung W als ei­nen der bei­den Bau­stei­ne des zwei­glie­de­ri­gen Vergütungs­sys­tems der Pro­fes­so­ren­be­sol­dungs­re­form be­schränkt. Die­se Ein­gren­zung ist viel­mehr Fol­ge des vom Vor­la­ge­ge­richt ver­tre­te­nen Stand­punkts, wo­nach für die Be­ur­tei­lung der Amts­an­ge­mes­sen­heit der Be­sol­dung der W-Pro­fes­so­ren nur de­ren Grund­gehälter, nicht auch die

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in Aus­sicht ge­stell­ten Leis­tungs­bezüge her­an­ge­zo­gen wer­den können. Gleich­wohl ist das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt nicht dar­an ge­hin­dert, auch die Vor­schrif­ten über die Leis­tungs­bezüge in die Prüfung ein­zu­be­zie­hen, so­weit sie für die Be­ant­wor­tung der Vor­la­ge­fra­ge von Re­le­vanz sind. Die Be­deu­tung der Leis­tungs­bezüge im Ge­samt­gefüge der Ali­men­ta­ti­on be­darf ge­ra­de der Klärung.

Die Be­gründungs­an­for­de­run­gen in Be­zug auf die Ent­schei­dungs­er­heb­lich­keit der Vor­la­ge­fra­ge und die Über­zeu­gung des Ge­richts von der Ver­fas­sungs­wid­rig­keit der zur Prüfung ge­stell­ten Norm (vgl. BVerfGE 105, 61 <67>; 121, 241 <252 f.>; 126, 77 <97 f.>; je­weils m.w.N.) sind erfüllt.

C.

Die im Te­nor näher be­zeich­ne­ten Vor­schrif­ten sind mit Art. 33 Abs. 5 GG un­ver­ein­bar, so­weit der Ge­setz­ge­ber die Grund­ge­haltssätze der Be­sol­dungs­grup­pe W 2 nicht in ei­ner dem Grund­satz der amts­an­ge­mes­se­nen Ali­men­ta­ti­on ent­spre­chen­den Höhe fest­ge­setzt hat.

I.

1. Die Neu­re­ge­lung der Pro­fes­so­ren­be­sol­dung ist an den Vor­ga­ben des Art. 33 Abs. 5 GG zu mes­sen. Nach Art. 33 Abs. 5 GG in der bis zum 31. Au­gust 2006 gel­ten­den Fas­sung ist das Recht des öffent­li­chen Diens­tes un­ter Berück­sich­ti­gung der her­ge­brach­ten Grundsätze des Be­rufs­be­am­ten­tums zu re­geln; die­se For­mu­lie­rung wur­de durch Art. 1 Nr. 3 des Ge­set­zes zur Ände­rung des Grund­ge­set­zes (Art. 22, 23, 33, 52, 72, 73, 74, 74a, 75, 84, 85, 87c, 91a, 91b, 93, 98, 104a, 104b, 105, 107, 109, 125a, 125b, 125c, 143c) vom 28. Au­gust 2006 (BGBl I S. 2034) um die Wörter „und fort­zu­ent­wi­ckeln“ ergänzt.


a) Ver­fas­sungs­recht­li­che Ba­sis der Be­am­ten­be­sol­dung ist das Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip. Es gehört zu den von Art. 33 Abs. 5 GG gewähr­leis­te­ten her­ge­brach­ten Grundsätzen des Be­rufs­be­am­ten­tums, die der Ge­setz­ge­ber an­ge­sichts ih­res grund­le­gen­den und struk­tur­prägen­den Cha­rak­ters nicht nur berück­sich­ti­gen muss, son­dern zu be­ach­ten hat (vgl. BVerfGE 8, 1 <16>; 117, 330 <349>; 119, 247 <263, 269>; stRspr). Art. 33 Abs. 5 GG ist un­mit­tel­bar gel­ten­des Recht und enthält ei­nen Re­ge­lungs­auf­trag an den Ge­setz­ge­ber so­wie ei­ne in­sti­tu­tio­nel­le Ga­ran­tie des Be­rufs­be­am­ten­tums (vgl. BVerfGE 106, 225 <232>; 117, 330 <344>). Des Wei­te­ren be­gründet Art. 33 Abs. 5 GG ein grund­rechts­glei­ches Recht der Beam-

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ten, so­weit de­ren sub­jek­ti­ve Rechts­stel­lung be­trof­fen ist (vgl. BVerfGE 99, 300 <314>; 107, 218 <236 f.>; 117, 330 <344>; 119, 247 <266>).

b) Der In­halt des Ali­men­ta­ti­ons­prin­zips wird von ver­schie­de­nen De­ter­mi­nan­ten ge­prägt.

aa) Das Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip ver­pflich­tet den Dienst­herrn, den Be­am­ten und sei­ne Fa­mi­lie le­bens­lang an­ge­mes­sen zu ali­men­tie­ren und ihm nach sei­nem Dienstrang, nach der mit sei­nem Amt ver­bun­de­nen Ver­ant­wor­tung und nach der Be­deu­tung des Be­rufs­be­am­ten­tums für die All­ge­mein­heit ent­spre­chend der Ent­wick­lung der all­ge­mei­nen wirt­schaft­li­chen und fi­nan­zi­el­len Verhält­nis­se und des all­ge­mei­nen Le­bens­stan­dards ei­nen an­ge­mes­se­nen Le­bens­un­ter­halt zu gewähren (vgl. BVerfGE 8, 1 <14>; 117, 330 <351>; 119, 247 <269>). Im Rah­men die­ser Ver­pflich­tung zu ei­ner dem Amt an­ge­mes­se­nen Ali­men­tie­rung hat der Ge­setz­ge­ber die At­trak­ti­vität des Be­am­ten­verhält­nis­ses für über­durch­schnitt­lich qua­li­fi­zier­te Kräfte, das An­se­hen des Am­tes in den Au­gen der Ge­sell­schaft, die vom Amts­in­ha­ber ge­for­der­te Aus­bil­dung und sei­ne Be­an­spru­chung zu berück­sich­ti­gen (vgl. BVerfGE 44, 249 <265 f.>; 99, 300 <315>; 107, 218 <237>; 114, 258 <288>). Die­sen Kri­te­ri­en muss der Ge­setz­ge­ber so­wohl bei struk­tu­rel­len Neu­aus­rich­tun­gen im Be­sol­dungs­recht als auch bei der kon­ti­nu­ier­li­chen Fort­schrei­bung der Be­sol­dungshöhe über die Jah­re hin­weg im We­ge ei­ner Ge­samt­schau der hier­bei re­le­van­ten Kri­te­ri­en und an­hand ei­ner Ge­genüber­stel­lung mit je­weils in Be­tracht kom­men­den Ver­gleichs­grup­pen Rech­nung tra­gen.

bb) Taug­li­che Ver­gleichs­grup­pen sind primär in­ner­halb des Be­sol­dungs­sys­tems zu fin­den. Durch die An­knüpfung der Ali­men­ta­ti­on an in­ner­dienst­li­che, un­mit­tel­bar amts­be­zo­ge­ne Kri­te­ri­en wie den Dienstrang soll si­cher­ge­stellt wer­den, dass die Bezüge ent­spre­chend der un­ter­schied­li­chen Wer­tig­keit der Ämter ab­ge­stuft sind. Da­her be­stimmt sich die Amts­an­ge­mes­sen­heit im Verhält­nis zur Be­sol­dung und Ver­sor­gung an­de­rer Be­am­ten­grup­pen. Gleich­zei­tig kommt dar­in zum Aus­druck, dass je­dem Amt ei­ne Wer­tig­keit im­ma­nent ist, die sich in der Be­sol­dungshöhe wi­der­spie­geln muss. Die Wer­tig­keit wird ins­be­son­de­re durch die Ver­ant­wor­tung des Am­tes und die In­an­spruch­nah­me des Amts­in­ha­bers be­stimmt. Die „amts“-an­ge­mes­se­ne Be­sol­dung ist not­wen­di­ger­wei­se ei­ne ab­ge­stuf­te Be­sol­dung (vgl. BVerfGE 114, 258 <293>; 117, 330 <355>). Ver­glei­che sind da­her nicht nur in­ner­halb ei­ner Be­sol­dungs­ord­nung, son­dern auch zwi­schen den ver­schie­de­nen Be­sol­dungs­ord­nun­gen möglich und ge­bo­ten.

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cc) Der sys­tem­in­ter­ne Be­sol­dungs­ver­gleich wird durch den sys­tem­ex­ter­nen Ge­halts­ver­gleich mit der Pri­vat­wirt­schaft ergänzt. Die Ali­men­ta­ti­on muss es dem Be­am­ten ermögli­chen, sich ganz dem öffent­li­chen Dienst als Le­bens­be­ruf zu wid­men und in recht­li­cher wie wirt­schaft­li­cher Si­cher­heit und Un­abhängig­keit zur Erfüllung der dem Be­rufs­be­am­ten­tum zu­ge­wie­se­nen Auf­ga­ben bei­zu­tra­gen (vgl. BVerfGE 44, 249 <265 f.>; 114, 258 <287 f.>; 119, 247 <269>). Die Ali­men­ta­ti­on dient da­mit nicht al­lein dem Le­bens­un­ter­halt des Be­am­ten, son­dern sie hat – an­ge­sichts der Be­deu­tung des Be­rufs­be­am­ten­tums für die All­ge­mein­heit – zu­gleich ei­ne qua­litäts­si­chern­de Funk­ti­on (vgl. BVerfGE 114, 258 <294>). Da­mit das Be­am­ten­verhält­nis für über­durch­schnitt­lich qua­li­fi­zier­te Kräfte at­trak­tiv ist, muss sich die Amts­an­ge­mes­sen­heit der Ali­men­ta­ti­on auch durch ihr Verhält­nis zu den Ein­kom­men be­stim­men, die für ver­gleich­ba­re und auf der Grund­la­ge ver­gleich­ba­rer Aus­bil­dung er­brach­te Tätig­kei­ten außer­halb des öffent­li­chen Diens­tes er­zielt wer­den (vgl. BVerfGE 114, 258 <293 f.>; 117, 330 <354>; 119, 247 <268>; BVerfGK 12, 189 <202>; 12, 253 <263 f.>). Da­bei dürfen al­ler­dings die ge­genüber den Be­zah­lungs­sys­te­men der Pri­vat­wirt­schaft be­ste­hen­den Be­son­der­hei­ten des be­am­ten­recht­li­chen Be­sol­dungs­sys­tems nicht außer Acht ge­las­sen wer­den, die auf den Cha­rak­ter des Be­am­ten­verhält­nis­ses als wech­sel­sei­ti­ges Dienst- und Treue­verhält­nis zurück­zuführen sind. An­ge­sichts der zwi­schen Staats­dienst und Pri­vat­wirt­schaft be­ste­hen­den Sys­tem­un­ter­schie­de müssen die Kon­di­tio­nen (nur) ins­ge­samt ver­gleich­bar sein (vgl. BVerfGE 114, 258 <294>; 119, 247 <268>).

c) Bei der Kon­kre­ti­sie­rung der aus Art. 33 Abs. 5 GG re­sul­tie­ren­den Pflicht zur amts­an­ge­mes­se­nen Ali­men­tie­rung be­sitzt der Ge­setz­ge­ber ei­nen wei­ten Ent­schei­dungs­spiel­raum (vgl. BVerfGE 8, 1 <22 f.>; 114, 258 <288>; 117, 372 <381>; 121, 241 <261>). Dies gilt so­wohl hin­sicht­lich der Struk­tur als auch hin­sicht­lich der Höhe der Be­sol­dung (vgl. BVerfGE 81, 363 <375 f.>); die­se ist der Ver­fas­sung nicht un­mit­tel­bar, als fes­ter und ex­akt be­zif­fer­ter be­zie­hungs­wei­se be­zif­fer­ba­rer Be­trag, zu ent­neh­men (vgl. BVerfGE 44, 249 <265 ff.>; 117, 330 <352>). In­so­fern stellt die in Art. 33 Abs. 5 GG ent­hal­te­ne Ga­ran­tie ei­nes „amts­an­ge­mes­se­nen“ Un­ter­halts le­dig­lich ei­ne den Be­sol­dungs­ge­setz­ge­ber in die Pflicht neh­men­de ver­fas­sungs­recht­li­che Ge­stal­tungs­di­rek­ti­ve dar (vgl. BVerfGE 117, 330 <352>). In­ner­halb sei­nes wei­ten Spiel­raums po­li­ti­schen Er­mes­sens darf der Ge­setz­ge­ber das Be­sol­dungs­recht den tatsächli­chen Not­wen­dig­kei­ten und der fort­schrei­ten­den Ent­wick­lung der all­ge­mei­nen wirt­schaft­li­chen und fi­nan­zi­el­len Verhält­nis­se an­pas­sen. Zu prüfen, ob er da­bei die ge­rech­tes­te, zweckmäßigs­te und vernünf­tigs­te Lösung gewählt hat, ist nicht Auf­ga­be des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts (vgl. BVerfGE 103, 310 <320>; 117, 330 <353>; 121, 241 <261>).

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Dem wei­ten Ge­stal­tungs­spiel­raum des Ge­setz­ge­bers ent­spricht viel­mehr ei­ne zurück­hal­ten­de, auf den Maßstab evi­den­ter Sach­wid­rig­keit be­schränk­te Kon­trol­le der ein­fach­ge­setz­li­chen Re­ge­lung durch das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt (vgl. BVerfGE 65, 141 <148 f.>; 103, 310 <319 f.>; 110, 353 <364 f.>; 117, 330 <353>). Im Er­geb­nis be­schränkt sich die ma­te­ri­el­le Kon­trol­le auf die Fra­ge, ob die dem Be­am­ten gewähr­ten Bezüge evi­dent un­zu­rei­chend sind. Dies ist der Fall, wenn der un­an­tast­ba­re Kern­ge­halt der Ali­men­ta­ti­on als Un­ter­gren­ze nicht mehr ge­wahrt ist (vgl. BVerfGE 44, 249 <263, 267 f.>; 114, 258 <288 f.>), was an­hand ei­ner Ge­samt­schau der oben dar­ge­leg­ten Kri­te­ri­en und un­ter Berück­sich­ti­gung der kon­kret in Be­tracht kom­men­den Ver­gleichs­grup­pen zu prüfen ist.

d) Die Ge­stal­tungs­frei­heit des Ge­setz­ge­bers deckt grundsätz­lich auch struk­tu­rel­le Neu­re­ge­lun­gen der Be­sol­dung in Form von Sys­tem­wech­seln ab, wel­che die Be­wer­tung ei­nes Am­tes und die da­mit ein­her­ge­hen­de be­sol­dungs­recht­li­che Ein­stu­fung be­tref­fen (vgl. BVerfGE 26, 141 <158 f.>; 56, 146 <161 ff.>; 64, 367 <379>; BVerfG, Be­schluss der 3. Kam­mer des Zwei­ten Se­nats vom 15. Ju­li 1999 – 2 BvR 544/97 –, NVwZ 1999, S. 1328). Bei der Ein­stu­fung von Ämtern han­delt es sich zuvörderst um ei­ne po­li­ti­sche, vom par­la­men­ta­ri­schen Ge­setz­ge­ber zu ent­schei­den­de Fra­ge, mit de­ren Be­ant­wor­tung er selbst die Wer­tig­keit ei­nes be­stimm­ten Am­tes de­fi­niert. Dem­ent­spre­chend kann der Ge­setz­ge­ber ein Amt neu und nied­ri­ger be­wer­ten, die Struk­tur der Be­sol­dungs­ord­nung oder die der ein­zel­nen Be­sol­dungs­grup­pen, die Struk­tur des Be­am­ten­ge­halts so­wie die Zah­lungs­mo­da­litäten grundsätz­lich für die Zu­kunft ändern (vgl. BVerfG, Be­schluss des Vor­prüfungs­aus­schus­ses des Zwei­ten Se­nats vom 15. Ja­nu­ar 1985 – 2 BvR 1148/84 –, NVwZ 1985, S. 333; BVerfG, Be­schluss der 3. Kam­mer des Zwei­ten Se­nats vom 15. Ju­li 1999 – 2 BvR 544/97 –, NVwZ 1999, S. 1328). Ei­ne veränder­te Be­wer­tung un­ter Ab­wei­chung von der bis­he­ri­gen Re­la­ti­on der Ämter zu­ein­an­der ist – bei ent­spre­chen­der Be­sitz­stands­wah­rung – selbst dann denk­bar, wenn sich der Amts­in­halt be­zie­hungs­wei­se die Merk­ma­le, nach de­nen die be­tref­fen­den Ämter zu be­ur­tei­len sind, nicht verändert ha­ben (vgl. BVerfGE 26, 141 <158>; 56, 146 <163>; 64, 367 <379>).

Al­ler­dings darf sich der Ge­setz­ge­ber bei ei­ner von ihm für not­wen­dig ge­hal­te­nen Neu­re­ge­lung nicht von un­sach­li­chen Erwägun­gen lei­ten las­sen (vgl. BVerfGE 26, 141 <158 f.>; 56, 146 <163>; 64, 367 <379>). Nimmt er auf­grund ei­ner po­li­ti­schen Ent­schei­dung be­zie­hungs­wei­se ei­ner veränder­ten po­li­ti­schen Wertschätzung ei­ne be­sol­dungsmäßige Neu­be­wer­tung ei­nes Am­tes vor, oh­ne die dem Amt zu­grun­de lie­gen­den An­for­de­run­gen zu verändern, muss er dafür Sor­ge tra­gen,

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dass ei­ne der­ar­ti­ge be­sol­dungs­recht­li­che Neu­be­wer­tung im­mer noch den (un­veränder­ten) An­for­de­run­gen des Am­tes und des­sen prägen­den Merk­ma­len ge­recht wird. Führt die ge­setz­ge­be­ri­sche Neu­be­wer­tung zu ei­ner deut­li­chen Ver­rin­ge­rung der Be­sol­dung, be­darf es hierfür sach­li­cher Gründe.

2. Von dem wei­ten Ge­stal­tungs­spiel­raum des Ge­setz­ge­bers bei der Aus­ge­stal­tung des Ali­men­ta­ti­ons­prin­zips ist grundsätz­lich auch die Einführung neu­er und die Mo­di­fi­zie­rung be­ste­hen­der Leis­tungs­ele­men­te in der Be­sol­dung ge­deckt.

a) Der Ge­setz­ge­ber kann das be­am­ten­recht­li­che Leis­tungs­prin­zip be­sol­dungs­recht­lich auf un­ter­schied­li­che Art und Wei­se ver­wirk­li­chen. Das Leis­tungs­prin­zip zählt eben­so wie das Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip zu den vom Ge­setz­ge­ber zu be­ach­ten­den her­ge­brach­ten Grundsätzen des Be­rufs­be­am­ten­tums im Sin­ne von Art. 33 Abs. 5 GG (vgl. BVerfGE 121, 205 <226>; stRspr). Es be­zeich­net in sei­nem Kern zunächst das Prin­zip der Bes­ten­aus­le­se, wie es aus­drück­lich in Art. 33 Abs. 2 GG ver­an­kert ist (vgl. BVerfGE 117, 372 <382>; 121, 205 <226>). Das Leis­tungs­prin­zip be­trifft nicht nur den erst­ma­li­gen Zu­gang zu ei­nem öffent­li­chen Amt beim Ein­tritt in das Be­am­ten­verhält­nis, son­dern be­inhal­tet auch die An­er­ken­nung und recht­li­che Ab­si­che­rung des Beförde­rungs­er­fol­ges, den der Be­am­te bei der Bes­ten­aus­le­se auf­grund von Eig­nung, Befähi­gung und fach­li­cher Leis­tung er­langt hat (vgl. BVerfGE 117, 372 <382>; 121, 205 <226>). Über das Sta­tus­recht ist das Be­sol­dungs­recht mit­tel­bar leis­tungs­be­zo­gen, in­dem Leis­tung mit Beförde­rung ho­no­riert wird.

b) Die mit­tel­ba­re Ver­wirk­li­chung des Leis­tungs­prin­zips im Be­sol­dungs­recht – über das Sta­tus­recht ei­ner­seits so­wie über das herkömmli­che Sys­tem der Dienst­al­ters­stu­fen bei der Be­mes­sung des Grund­ge­halts an­de­rer­seits – schließt al­ler­dings den Ein­satz un­mit­tel­bar von der in­di­vi­du­el­len Leis­tung der Be­am­ten abhängi­ger Be­sol­dungs­be­stand­tei­le nicht aus. In­so­weit kommt es zu ei­ner Über­schnei­dung des Leis­tungs­prin­zips mit dem Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip, das schon vor Einfügung der Fort­ent­wick­lungs­klau­sel in Art. 33 Abs. 5 GG ei­ne ste­te Wei­ter­ent­wick­lung des Be­am­ten­rechts und des­sen An­pas­sung an veränder­te Umstände der Staat­lich­keit ermöglich­te (vgl. BVerfGE 119, 247 <262>). Ei­ne stärke­re Berück­sich­ti­gung des Leis­tungs­ge­dan­kens stellt ei­nen zulässi­gen As­pekt der Be­sol­dungs­ge­setz­ge­bung dar (vgl. BVerfGE 110, 353 <365 ff.>). Da­bei kann die Bin­dung der Be­sol­dung an Leis­tungs­ge­sichts­punk­te bei­spiels­wei­se in Ge­stalt von Leis­tungs­stu­fen, Leis­tungs­prämi­en und Leis­tungs­zu­la­gen er­fol­gen, wie es im Ge­setz zur Re­form des öffent­li­chen Dienst­rechts (Re­form­ge­setz) vom 24. Fe­bru­ar

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1997 (BGBl I S. 322) der Fall war (vgl. da­zu BVerfGE 110, 353 <366 ff.>). Da­ne­ben sind aber auch an­ders aus­ge­stal­te­te leis­tungs­ba­sier­te Be­sol­dungs­sys­te­me denk­bar. Dies gilt auch und ge­ra­de bei der Pro­fes­so­ren­be­sol­dung, die seit je­her in be­son­de­rem Maße durch leis­tungs­be­zo­ge­ne Ele­men­te ge­kenn­zeich­net ist (vgl. Bat­tis/Gri­go­leit, Möglich­keit und Gren­zen leis­tungs­dif­fe­ren­zie­ren­der Be­sol­dung von Uni­ver­sitätspro­fes­so­ren, Rechts­gut­ach­ten, Fo­rum Deut­scher Hoch­schul­ver­band, 1999, S. 21 f.; Leh­rich, Öko­no­mi­sie­rung der Wis­sen­schaft – Recht­li­che Be­wer­tung der Re­for­men im Be­reich der Pro­fes­so­ren­be­sol­dung –, 2006, S. 286 ff.).


3. Al­ler­dings sind Sys­tem­wech­sel im Be­sol­dungs­recht un­ter Ein­satz un­mit­tel­bar leis­tungs­dif­fe­ren­zie­ren­der Be­sol­dungs­ele­men­te nicht un­be­schränkt möglich. Der Ent­schei­dungs­spiel­raum des Ge­setz­ge­bers fin­det auch und ge­ra­de bei Struk­tur­verände­run­gen sei­ne Schran­ke im Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip des Art. 33 Abs. 5 GG, das nicht nur Grund­la­ge, son­dern auch Gren­ze der ge­setz­ge­be­ri­schen Ge­stal­tungs­frei­heit im Be­sol­dungs­recht ist (vgl. BVerfGE 114, 258 <289>; 117, 372 <381>; stRspr).


a) Sys­tem­wech­sel kom­men in ver­schie­de­ner Hin­sicht und Aus­ge­stal­tung in Be­tracht, wo­bei Verände­run­gen in­ner­halb oder außer­halb des be­am­ten­recht­li­chen Be­sol­dungs­sys­tems vor­stell­bar sind. Hoch­schul­dienst­recht­li­che Re­for­men sind, oh­ne dass Art. 33 Abs. 5 GG be­trof­fen wäre, auch da­hin­ge­hend denk­bar, dass Neu­ein­stel­lun­gen nicht im Be­am­ten-, son­dern im An­ge­stell­ten­verhält­nis er­fol­gen (vgl. BVerfGE 119, 247 <267> für die Be­rufs­grup­pe der Leh­rer; vgl. auch die Über­le­gun­gen zum Per­so­nal­sta­tut für das wis­sen­schaft­li­che Per­so­nal der Hoch­schu­len und der außer­uni­ver­sitären For­schungs­ein­rich­tun­gen im Be­richt der Ex­per­ten­kom­mis­si­on „Re­form des Hoch­schul­dienst­rechts“ vom 7. April 2000, S. 10 ff.). Ent­schei­det sich der Ge­setz­ge­ber in­des für ei­ne Ver­be­am­tung der Pro­fes­so­ren, so un­ter­liegt das be­gründe­te Be­am­ten­verhält­nis auch den Bin­dun­gen des Art. 33 Abs. 5 GG. Die Über­nah­me der Pro­fes­so­ren in das Be­am­ten­verhält­nis hat für den Dienst­herrn vie­le – auch fi­nan­zi­el­le – Vor­tei­le. Sie be­freit ihn von dem Zwang, Ar­beits- und Ent­gelt­be­din­gun­gen mit den Ta­rif­par­tei­en aus­zu­han­deln und ab­zu­stim­men. Die Aus­ge­stal­tung des Be­am­ten­verhält­nis­ses ist der ein­sei­ti­gen Re­ge­lungs­kom­pe­tenz des Be­am­ten­ge­setz­ge­bers un­ter­stellt. Der Be­am­te ist sei­nem Dienst­herrn zur Treue ver­pflich­tet, was auch Fol­gen für die Aus­ge­stal­tung des Ar­beits-kampf­rechts hat. Mit die­sen und wei­te­ren Vor­tei­len für den Dienst­herrn sind um-ge­kehrt die Bin­dun­gen ver­bun­den, die sich aus Art. 33 Abs. 5 GG er­ge­ben, ins­be­son­de­re auch die An­for­de­run­gen des Ali­men­ta­ti­ons­prin­zips. Ein „Ro­si­nen­pi­cken“
 


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er­laubt die Ver­schie­den­heit der Beschäfti­gungs­sys­te­me dem Ge­setz­ge­ber nicht (vgl. zum Gan­zen auch BVerfGE 119, 247 <267 f.>).

b) Die in­ner­halb des Be­am­ten­verhält­nis­ses gel­ten­den Bin­dun­gen des Art. 33 Abs. 5 GG zie­hen ei­nem be­sol­dungs­recht­li­chen Sys­tem­wech­sel ver­fas­sungs­recht­li­che Gren­zen. Zwar ist es in der Ent­wick­lungs- und An­pas­sungsfähig­keit des Ali­men­ta­ti­ons­prin­zips an­ge­legt, dass es dem Ge­setz­ge­ber ver­schie­de­ne Möglich­kei­ten zur Rea­li­sie­rung des An­spruchs je­des Be­am­ten auf amts­an­ge­mes­se­ne Ali­men­ta­ti­on eröff­net. Hier­zu zählt grundsätz­lich auch die Möglich­keit, an­stel­le ei­nes grund­ge­halts­ori­en­tier­ten, nach Dienst­al­ters­stu­fen ge­glie­der­ten Be­sol­dungs­sys­tems ein zwei­glie­de­ri­ges Vergütungs­sys­tem be­ste­hend aus fes­ten Grund­gehältern und va­ria­blen Leis­tungs­bezügen als wei­te­ren Ge­halts­be­stand­tei­len vor­zu­se­hen. Wenn der Ge­setz­ge­ber aber von der ei­nen auf ei­ne an­de­re Ge­stal­tungs­va­ri­an­te über­geht, dann muss er ne­ben den vom Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip ge­stell­ten An­for­de­run­gen auch den sons­ti­gen ver­fas­sungs­recht­li­chen Vor­ga­ben Genüge tun.

Da­zu zählt der Ge­set­zes­vor­be­halt für die Be­am­ten­be­sol­dung (vgl. ein­fach-recht­lich § 2 Abs. 1 BBesG; zur Ein­stu­fung als her­ge­brach­ten Grund­satz des Be­rufs­be­am­ten­tums BVerfGE 8, 28 <35>; 81, 363 <386>; of­fe­ner BVerfGE 99, 300 <313>). Er be­deu­tet, dass die Ali­men­ta­ti­on ge­ne­rell durch Ge­setz zu re­geln ist und nur nach Maßga­be ei­nes Ge­set­zes zu­er­kannt wer­den kann. Die Zulässig­keit leis­tungs­be­zo­ge­ner Be­zah­lungs­ele­men­te setzt da­nach vor­aus, dass ein ge­setz­li­cher Rah­men den An­lass und die Möglich­kei­ten der Leis­tungs­gewährung be­stimmt, die Leis­tung auf­grund Ver­wal­tungs­ent­schei­dung be­wil­ligt wird und die­se Be­wil­li­gungs­ent­schei­dung dann in die Bezüge­be­rech­nung ein­geht (vgl. Sum­mer, Ge­dan­ken zum Ge­set­zes­vor­be­halt im Be­am­ten­recht, ZBR 2006, S. 120 <121, 126 f.>). Der Ge­set­zes­vor­be­halt ent­fal­tet – in­so­weit par­al­lel zum Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip – Schutz­funk­ti­on für den Be­am­ten. Die­ser muss sich im In­ter­es­se der Ga­ran­tie der Un­abhängig­keit des Be­rufs­be­am­ten­tums – und da­mit der Si­che­rung der Funk­ti­onsfähig­keit der In­sti­tu­ti­on – auf ein Ein­kom­men ver­las­sen können, das sei­ne recht­li­che und wirt­schaft­li­che Si­cher­heit und Un­abhängig­keit gewähr­leis­tet.


c) Be­zo­gen auf den Per­so­nen­kreis der Pro­fes­so­ren, die Träger des Grund-rechts der Wis­sen­schafts­frei­heit aus Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG sind, genügt ein zwei­glie­de­ri­ges Vergütungs­sys­tem, bei dem ne­ben fes­te Grund­ge­haltssätze fle­xi­ble Leis­tungs­bezüge tre­ten, den ver­fas­sungs­recht­li­chen An­for­de­run­gen nur bei wis­sen­schafts­adäqua­ter Aus­ge­stal­tung der Leis­tungs­kom­po­nen­te. Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG enthält ne­ben ei­nem in­di­vi­du­el­len Frei­heits­recht ei­ne ob­jek­ti­ve, das

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Verhält­nis von Wis­sen­schaft, For­schung und Leh­re zum Staat re­geln­de, wer­tent­schei­den­de Grund­satz­norm (vgl. BVerfGE 35, 79 <112>; 127, 87 <114>; stRspr). Sie for­dert, dass in der Hoch­schu­le freie Wis­sen­schaft möglich ist und un­gefähr­det be­trie­ben wer­den kann. In­so­fern dient Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG dem Schutz vor wis­sen­schafts­i­nadäqua­ten Ent­schei­dun­gen (vgl. BVerfGE 35, 79 <116 f.>; 127, 87 <115 f.>).

Bei der ver­fas­sungs­recht­li­chen Prüfung der Ver­ein­bar­keit von hoch­schul­recht­li­chen Or­ga­ni­sa­ti­ons­nor­men mit Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG ist dar­auf ab­zu­stel­len, ob durch die­se Nor­men die freie wis­sen­schaft­li­che Betäti­gung und Auf­ga­ben­erfüllung struk­tu­rell gefähr­det wer­den (vgl. BVerfGE 111, 333 <355>; 127, 87 <116>). So­lan­ge der Ge­setz­ge­ber ein hin­rei­chen­des Maß an or­ga­ni­sa­to­ri­scher Selbst­be­stim­mung der Grund­recht­sträger si­cher­stellt, ist er frei, den Wis­sen­schafts­be­trieb nach sei­nem Er­mes­sen zu re­geln. Der Ge­setz­ge­ber darf da­bei nicht nur neue Mo­del­le und Steue­rungs­tech­ni­ken ent­wi­ckeln und er­pro­ben; viel­mehr ist er so­gar ver­pflich­tet, bis­he­ri­ge Or­ga­ni­sa­ti­ons­for­men kri­tisch zu be­ob­ach­ten und zeit­gemäß zu re­for­mie­ren (vgl. BVerfGE 35, 79 <117>; 111, 333 <355 f.>; 127, 87 <116>). Ihm ste­hen da­bei ge­ra­de hin­sicht­lich der Eig­nung neu­er Or­ga­ni­sa­ti­ons­for­men ei­ne Einschätzungs­präro­ga­ti­ve und ein Pro­gno­se­spiel­raum zu (vgl. BVerfGE 111, 333 <356>; 127, 87 <116>).

Bei be­sol­dungs­recht­li­chen Nor­men gel­ten die­se Erwägun­gen ent­spre­chend, so dass es auch in­so­weit dar­auf an­kommt, ob ei­ne struk­tu­rel­le Ge­fahr wis­sen­schafts­i­nadäqua­ter Ent­schei­dun­gen be­steht. Dem­ent­spre­chend sind die der Ver­ga­be leis­tungs­be­zo­ge­ner Be­sol­dungs­be­stand­tei­le vor­ge­schal­te­ten Leis­tungs­be­wer­tun­gen im Hoch­schul­be­reich grundsätz­lich zulässig, wenn und so­weit sie wis­sen­schafts­adäquat aus­ge­stal­tet sind und in ei­nem wis­sen­schafts­adäqua­ten Ver­fah­ren er­fol­gen. Ein Ver­bot der Be­wer­tung wis­sen­schaft­li­cher Qua­lität oder ein Ver­bot, an die Be­wer­tung Fol­gen bei der Res­sour­cen­ver­tei­lung zu knüpfen, lässt sich Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG nicht ent­neh­men. For­schungs­leis­tun­gen und For­schungs­vor­ha­ben wer­den seit je­her nicht nur in Prüfun­gen und Qua­li­fi­ka­ti­ons­ver­fah­ren, son­dern auch in Be­ru­fungs­ver­fah­ren und bei der Ver­ga­be von Dritt­mit­teln be­wer­tet. Eben­so zulässig ist die Be­wer­tung im Rah­men hoch­schul­in­ter­ner Res­sour­cen­ver­tei­lung. Die Ab­sicht des Ge­setz­ge­bers, Al­lo­ka­ti­ons­ent­schei­dun­gen möglichst ra­tio­nal und leis­tungs­ori­en­tiert zu steu­ern, ist bei wis­sen­schafts­adäqua­ter Be­wer­tung der er­brach­ten und zu er­war­ten­den Leis­tun­gen ver­fas­sungs­recht­lich nicht zu be­an­stan­den (vgl. zum Gan­zen BVerfGE 111, 333 <359>).

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d) Leis­tungs­bezüge müssen, um kom­pen­sa­to­ri­sche Wir­kung für ein durch nied­ri­ge Grund­ge­haltssätze ent­stan­de­nes Ali­men­ta­ti­ons­de­fi­zit ent­fal­ten zu können, für je­den Amts­träger zugäng­lich und hin­rei­chend ver­ste­tigt sein. Dies ist et­wa der Fall, wenn die Kri­te­ri­en für die Ver­ga­be der Leis­tungs­bezüge vom Ge­setz­ge­ber hin­rei­chend be­stimmt aus­ge­stal­tet sind und wenn der ein­zel­ne Pro­fes­sor – vor­be­halt­lich un­aus­weich­li­cher Be­ur­tei­lungs­spielräume zur Wah­rung der Wis­sen­schafts­frei­heit – un­ter klar de­fi­nier­ten, vor­her­seh­ba­ren und erfüll­ba­ren Vor­aus­set­zun­gen ei­nen ein­klag­ba­ren Rechts­an­spruch auf die Gewährung von Leis­tungs­bezügen hat. Da­bei müssen, wenn es um die Pro­fes­so­ren­be­sol­dung geht, die Vor­aus­set­zun­gen und Kri­te­ri­en der Ver­ga­be von Leis­tungs­bezügen, das Ver­fah­ren und die Zuständig­keit wis­sen­schafts­adäquat aus­ge­stal­tet sein. Zu­dem müssen sich die Leis­tungs­bezüge an­ge­mes­sen im Ru­he­ge­halt nie­der­schla­gen, weil zur Si­che­rung ei­nes an­ge­mes­se­nen Le­bens­un­ter­halts im Sin­ne des Art. 33 Abs. 5 GG auch die Ver­sor­gung des Be­am­ten nach sei­nem Aus­schei­den aus dem ak­ti­ven Dienst gehört (vgl. BVerfGE 11, 203 <210>; 44, 249 <265>; 76, 256 <295 ff., 347>; 117, 372 <380 f.>).

4. Sys­tem­wech­sel sind in be­son­de­rem Maße mit Un­si­cher­hei­ten be­haf­tet und für Pro­gno­se­irrtümer anfällig. Da­her kommt es auf die Ein­hal­tung pro­ze­du­ra­ler An­for­de­run­gen an, die als „zwei­te Säule“ des Ali­men­ta­ti­ons­prin­zips ne­ben sei­ne auf ei­ne Evi­denz­kon­trol­le be­schränk­te ma­te­ri­el­le Di­men­si­on tre­ten und sei­ner Flan­kie­rung, Ab­si­che­rung und Verstärkung die­nen.

a) Zwar schul­det der Ge­setz­ge­ber von Ver­fas­sungs we­gen grundsätz­lich nur ein wirk­sa­mes Ge­setz (vgl. Gei­ger, Ge­gen­warts­pro­ble­me der Ver­fas­sungs­ge­richts­bar­keit aus deut­scher Sicht, in: Ber­be­rich u. a. <Hrsg.>, Neue Ent­wick­lun­gen im öffent­li­chen Recht, 1979, S. 131 <141>). Da aber das grund­rechts­glei­che Recht auf Gewährung ei­ner amts­an­ge­mes­se­nen Ali­men­ta­ti­on kei­ne quan­ti­fi­zier­ba­ren Vor­ga­ben im Sin­ne ei­ner ex­ak­ten Be­sol­dungshöhe lie­fert, be­darf es pro­ze­du­ra­ler Si­che­run­gen, da­mit die ver­fas­sungs­recht­li­che Ge­stal­tungs­di­rek­ti­ve des Art. 33 Abs. 5 GG auch tatsächlich ein­ge­hal­ten wird (vgl. BVerfGE 125, 175 <226> zur Be­stim­mung des men­schenwürdi­gen Exis­tenz­mi­ni­mums; vgl. auch BVerfGE 95, 1 <22> be­tref­fend pro­ze­du­ra­le An­for­de­run­gen bei Pla­nungs­maßnah­men durch Ge­setz). Die pro­ze­du­ra­len An­for­de­run­gen an den Ge­setz­ge­ber kom­pen­sie­ren die Schwie­rig­keit, das ver­fas­sungs­recht­lich ge­bo­te­ne Be­sol­dungs­ni­veau an­hand ma­te­ri­el­ler Kri­te­ri­en zu be­stim­men. Zu­dem stellt die­se pro­ze­du­ra­le Ab­si­che­rung ei­nen Aus­gleich dafür dar, dass die Aus­ge­stal­tung des Be­am­ten­verhält­nis­ses ein­sch­ließlich der Fest­le­gung der Be­sol­dungshöhe der Re­ge­lungs­kom­pe­tenz des

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Ge­setz­ge­bers un­ter­liegt. In­so­fern ent­fal­tet die pro­ze­du­ra­le Di­men­si­on des Ali­men­ta­ti­ons­prin­zips Schutz- und Aus­gleichs­funk­ti­on.

b) Pro­ze­du­ra­le An­for­de­run­gen in Form von Be­gründungs-, Über­prüfungs- und Be­ob­ach­tungs­pflich­ten gel­ten so­wohl bei der kon­ti­nu­ier­li­chen Fort­schrei­bung der Be­sol­dungshöhe in Ge­stalt von re­gelmäßigen Be­sol­dungs­an­pas­sun­gen als auch bei struk­tu­rel­len Neu­aus­rich­tun­gen in Ge­stalt von Sys­tem­wech­seln. Nimmt der Ge­setz­ge­ber ei­ne Um­ge­stal­tung der Be­sol­dungs­struk­tur vor, ist zu berück­sich­ti­gen, dass ein sol­cher Wech­sel ver­schie­de­ne Un­si­cher­heits­fak­to­ren birgt und dass sich sei­ne Tragfähig­keit und Aus­wir­kun­gen erst allmählich her­aus­stel­len. In­so­weit steht dem Ge­setz­ge­ber für die Eta­blie­rung neu­er Be­sol­dungs­mo­del­le ein Ein-schätzungs- und Pro­gno­se­spiel­raum zu, der bei der Be­ur­tei­lung der Amts­an­ge­mes­sen­heit in Rech­nung zu stel­len ist (vgl. auch BVerfGE 111, 333 <360> zur Hoch­schul­or­ga­ni­sa­ti­on). Im Ge­gen­zug tref­fen den Ge­setz­ge­ber aber ne­ben ei­ner Be­gründungs­pflicht ei­ne Be­ob­ach­tungs- und ge­ge­be­nen­falls ei­ne Nach­bes­se­rungs­pflicht, da­mit er mögli­chen Verstößen ge­gen das Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip adäquat be­geg­nen kann. In­so­weit ist er ge­hal­ten, bei ei­ner nicht un­er­heb­li­chen Ab­wei­chung der tatsächli­chen von der pro­gnos­ti­zier­ten Ent­wick­lung Kor­rek­tu­ren an der Aus­ge­stal­tung der Bezüge vor­zu­neh­men (vgl. BVerfGE 114, 258 <296 f.>; 117, 330 <355>).


II.

Hier­an ge­mes­sen sind die Vor­ga­ben des Art. 33 Abs. 5 GG – so­wohl in der bis zum 31. Au­gust 2006 gel­ten­den Fas­sung als auch in der ab dem 1. Sep­tem­ber 2006 gülti­gen Fas­sung, die in der hier maßgeb­li­chen Fra­ge kei­ne an­de­re Be­wer­tung zulässt – nicht erfüllt. Die W 2-Be­sol­dung ent­spricht in ih­rer Ge­samt­kon­zep­ti­on nicht den An­for­de­run­gen, die das Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip an ei­ne amts­an­ge­mes­se­ne Ali­men­tie­rung des be­trof­fe­nen Per­so­nen­krei­ses stellt. Ei­ne Ge­samt­be­trach­tung der für die Be­stim­mung der Be­sol­dungshöhe maßgeb­li­chen Kri­te­ri­en er­gibt, dass die gewähr­te Be­sol­dung evi­dent un­zu­rei­chend ist. In der Be­sol­dungs­grup­pe W 2 sind so­wohl die Grund­ge­haltssätze der durch das Pro­fes­so­ren­be­sol­dungs­re­form­ge­setz ein­geführ­ten Bun­des­be­sol­dungs­ord­nung W als auch die späte­ren Grund­ge­haltssätze der hes­si­schen Be­sol­dungs­ord­nung W un­an­ge­mes­sen (an­ders Bay­VerfGH, Ent­schei­dung vom 28. Ju­li 2008 – Vf. 25-VII-05 –, NVwZ 2009, S. 46 <48 f.> zu den Grund­ge­haltssätzen der Be­sol­dungs­grup­pen W 2 und W 3 gemäß Art. 2 Abs. 1 Nr. 1 i.V.m. An­la­ge 4 des Ge­set­zes zur An­pas­sung der Bezüge 2007/2008 <BayB­VAn­pG 2007/2008> vom 20. De­zem­ber 2007 <GVBl S. 931>).
 


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Das durch die Grund­ge­haltssätze ent­stan­de­ne Ali­men­ta­ti­ons­de­fi­zit wird durch die Leis­tungs­bezüge in ih­rer bis­he­ri­gen Aus­ge­stal­tung nicht kom­pen­siert.

1. Die fes­ten Grund­ge­haltssätze der Be­sol­dungs­ord­nung W genügen in der Be­sol­dungs­grup­pe W 2 nicht, um dem Pro­fes­sor nach sei­nem Dienstrang, nach der mit sei­nem Amt ver­bun­de­nen Ver­ant­wor­tung und nach der Be­deu­tung des Be­rufs­be­am­ten­tums für die All­ge­mein­heit ei­nen an­ge­mes­se­nen Le­bens­un­ter­halt zu ermögli­chen. Der Ge­setz­ge­ber hat bei der Fest­le­gung der Grund­ge­haltssätze die Si­che­rung der At­trak­ti­vität des Pro­fes­so­ren­am­tes für ent­spre­chend qua­li­fi­zier­te Kräfte, das An­se­hen die­ses Am­tes in den Au­gen der Ge­sell­schaft, die vom Pro­fes­sor ge­for­der­te Aus­bil­dung, sei­ne Ver­ant­wor­tung und sei­ne Be­an­spru­chung nicht hin­rei­chend berück­sich­tigt. Dies er­gibt sich in ers­ter Li­nie aus dem Ver­gleich der Grund­ge­haltssätze der Be­sol­dungs­grup­pe W 2 mit den Grund­ge­haltssätzen an­de­rer Be­sol­dungs­ord­nun­gen und wird durch den Ver­gleich mit be­stimm­ten Ein­kom­men außer­halb des öffent­li­chen Diens­tes bestätigt.


a) Die Ge­genüber­stel­lung mit der am ehes­ten als Ver­gleichs­grup­pe für die W-Be­sol­dung taug­li­chen Be­sol­dungs­ord­nung A, die für den di­rek­ten Zu­gang zum höhe­ren Dienst ein ab­ge­schlos­se­nes aka­de­mi­sches Stu­di­um vor­aus­setzt, zeigt, dass die Grund­ge­haltssätze der Be­sol­dungs­grup­pe W 2 – die deut­lich nied­ri­ger als die Grund­ge­haltssätze der frühe­ren Be­sol­dungs­grup­pe C 3 aus­fal­len – evi­dent un­an­ge­mes­sen sind. In­so­weit muss sich der Ge­setz­ge­ber an sei­ner Kon­kre­ti­sie­rung des Ali­men­ta­ti­ons­prin­zips in Ge­stalt der Be­sol­dungs­ord­nung A fest­hal­ten las­sen.


aa) Be­zo­gen auf den 1. De­zem­ber 2005 – das Er­nen­nungs­da­tum des Klägers des Aus­gangs­ver­fah­rens – stellt sich die Be­sol­dungs­si­tua­ti­on fol­gen­der­maßen dar (vgl. zu ent­spre­chen­den Ver­gleichs- und Be­rech­nungs­bei­spie­len auch Koch, Leis­tungs­ori­en­tier­te Pro­fes­so­ren­be­sol­dung, Recht­li­che An­for­de­run­gen und Ge­stal­tungsmöglich­kei­ten für die Gewährung von Leis­tungs­bezügen der W-Be­sol­dung, 2010, S. 62 ff.; Wahlers, Das Ge­setz zur Re­form der Pro­fes­so­ren­be­sol­dung und der Grund­satz der amts­an­ge­mes­se­nen Ali­men­ta­ti­on, ZBR 2006, S. 149 <155>): Das Grund­ge­halt der Be­sol­dungs­grup­pe W 2 BBe­sO (3.890,03 €) liegt zwi­schen der Stu­fe 8 (3.856,31 €) und der Stu­fe 9 (3.978,87 €) von ins­ge­samt zwölf Stu­fen der Be­sol­dungs­grup­pe A 14 BBe­sO. Das nicht nach Dienst­al­ters­stu­fen ge­staf­fel­te Grund­ge­halt ei­nes W 2-Pro­fes­sors ent­spricht so­mit im Sys­tem der auf­stei­gen­den Be­sol­dungs­ord­nung A et­wa der Be­sol­dung ei­nes 40-jähri­gen Ober­re­gie­rungs­ra­tes be­zie­hungs­wei­se Ober­stu­di­en­ra­tes. Be­zo­gen auf die Be­sol­dungs­grup­pe A 15
 


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BBe­sO er­gibt sich, dass das Grund­ge­halt der Be­sol­dungs­grup­pe W 2 BBe­sO (3.890,03 €) noch un­ter der Stu­fe 6 (3.903,77 €) liegt, wel­che die Ein­gangs­be­sol­dung der Be­sol­dungs­grup­pe A 15 dar­stellt. Da­mit er­reicht das Grund­ge­halt ei­nes W 2-Pro­fes­sors nicht die Be­sol­dung ei­nes jun­gen Re­gie­rungs­di­rek­tors be­zie­hungs­wei­se Stu­di­en­di­rek­tors. Oh­ne Leis­tungs­bezüge liegt die Be­sol­dung ei­nes W 2-Pro­fes­sors nicht ein­mal auf dem Ni­veau des End­grund­ge­halts (Stu­fe 12) der Be­sol­dung ei­nes Re­gie­rungs­ra­tes, Stu­di­en­ra­tes oder Aka­de­mi­schen Ra­tes nach A 13 (3.920,58 €), dem Ein­gang­s­amt des höhe­ren Diens­tes. Das Grund­ge­halt des W 2-Pro­fes­sors liegt da­mit un­ter dem Be­sol­dungs­ni­veau des Ein­gang­s­am­tes des höhe­ren Diens­tes in der End­stu­fe.

Die­ses vom Bun­des­ge­setz­ge­ber be­gründe­te evi­den­te Miss­verhält­nis hat der seit der Föde­ra­lis­mus­re­form I für die Be­sol­dung und Ver­sor­gung sei­ner Be­am­ten zuständi­ge hes­si­sche Lan­des­ge­setz­ge­ber nicht be­sei­tigt, son­dern bei der Einführung der hes­si­schen Lan­des­be­sol­dungs­ord­nun­gen be­zie­hungs­wei­se den all­ge­mei­nen Be­sol­dungs­an­pas­sun­gen fort­ge­schrie­ben. Bei der Einführung der hes­si­schen Be­sol­dungs­ord­nung W be­trug der Grund­ge­halts­satz in der Be­sol­dungs­grup­pe W 2 ab dem 1. April 2008 3.983,39 €. Er lag da­mit un­ter der Stu­fe 12 der Be­sol­dungs­grup­pe A 13 (4.014,67 €) be­zie­hungs­wei­se zwi­schen der Stu­fe 8 (3.948,86 €) und der Stu­fe 9 (4.074,36 €) der Be­sol­dungs­grup­pe A 14 be­zie­hungs­wei­se knapp un­ter der Stu­fe 6 (3.997,46 €) als Ein­gangs­be­sol­dung der Be­sol­dungs­grup­pe A 15 (vgl. An­la­ge 1 zu § 4 Abs. 1 HBVAn­pG 2007/2008). Bei den li­nea­ren Be­sol­dungs­an­pas­sun­gen er­folg­te die Erhöhung der Grund­ge­haltssätze für die W-Be­sol­dung und die all­ge­mei­ne Be­am­ten­be­sol­dung des höhe­ren Diens­tes je­weils pro­zen­tu­al gleich und nicht et­wa für Pro­fes­so­ren über­pro­por­tio­nal (vgl. § 3 Abs. 1 Nr. 1 HBVAn­pG 2007/2008, § 1 Abs. 1 HBVAn­pG 2009/2010 und § 2 Abs. 1 HBVAn­pG 2009/2010). Hier­durch konn­te die Dis­pro­por­tio­na­lität zwi­schen den Be­sol­dungs­ord­nun­gen nicht be­sei­tigt wer­den.

bb) Die­se Ver­glei­che be­le­gen, dass die Grund­ge­haltssätze der Be­sol­dungs-grup­pe W 2 den ali­men­ta­ti­ons­recht­li­chen De­ter­mi­nan­ten in Form von Aus­bil­dung, Ver­ant­wor­tung und Be­an­spru­chung des Amts­in­ha­bers evi­dent nicht ge­recht wer­den.

(1) Die Ämter nicht nur der Be­sol­dungs­grup­pe W 3, son­dern auch der Be­sol­dungs­grup­pe W 2 stel­len ho­he An­for­de­run­gen an den aka­de­mi­schen Wer­de­gang und die Qua­li­fi­ka­ti­on ih­rer In­ha­ber. Die Ein­stel­lungs­vor­aus­set­zun­gen für das Pro­fes­so­ren­amt be­le­gen, dass es sich hin­sicht­lich der Aus­bil­dung um ei­ne be­son­ders

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an­spruchs­vol­le und her­aus­ge­ho­be­ne Tätig­keit im öffent­li­chen Dienst han­delt. Nach § 44 des Hoch­schul­rah­men­ge­set­zes (HRG) in der Fas­sung des Art. 1 Nr. 5 des Ge­set­zes zur Ände­rung dienst- und ar­beits­recht­li­cher Vor­schrif­ten im Hoch­schul­be­reich (HdaVÄndG) vom 27. De­zem­ber 2004 (BGBl I S. 3835) sind Ein­stel­lungs­vor­aus­set­zun­gen für Pro­fes­so­ren ein ab­ge­schlos­se­nes Hoch­schul­stu­di­um, die pädago­gi­sche Eig­nung des Be­wer­bers so­wie sei­ne be­son­de­re wis­sen­schaft­li­che Befähi­gung, die in der Re­gel durch ei­ne qua­litätvol­le Pro­mo­ti­on nach­ge­wie­sen wird. Darüber hin­aus sind je nach den An­for­de­run­gen der Stel­le zusätz­li­che wis­sen­schaft­li­che Leis­tun­gen oder be­son­de­re Leis­tun­gen bei der An­wen­dung oder Ent­wick­lung wis­sen­schaft­li­cher Er­kennt­nis­se und Me­tho­den in ei­ner mehrjähri­gen be­ruf­li­chen Pra­xis er­for­der­lich. Ähn­li­che Be­stim­mun­gen ent­hal­ten § 71 des Hes­si­schen Hoch­schul­ge­set­zes in der Fas­sung vom 31. Ju­li 2000 (GVBl I S. 374) be­zie­hungs­wei­se § 62 des Hes­si­schen Hoch­schul­ge­set­zes vom 14. De­zem­ber 2009 (GVBl I S. 666), die die­se An­for­de­run­gen in das Lan­des­recht über­neh­men. Ei­ne Pro­fes­sur wird auf­grund des ge­for­der­ten Qua­li­fi­ka­ti­ons­we­ges ty­pi­scher­wei­se nicht vor dem 35., oft erst um das 40. Le­bens­jahr her­um er­reicht. An die­ser ge­ra­de für Ha­bi­litan­den lan­gen und mit Un­si­cher­hei­ten be­haf­te­ten Qua­li­fi­ka­ti­ons­pha­se – mag sie auch re­gelmäßig von Einkünf­ten aus ei­nem Be­am­ten­verhält­nis auf Zeit oder aus ei­nem An­ge­stell­ten­verhält­nis be­glei­tet sein – kann das Be­sol­dungs­recht nicht vor­bei­ge­hen.

(2) Mit dem Pro­fes­so­ren­amt sind vielfälti­ge und an­spruchs­vol­le Auf­ga­ben in For­schung und Leh­re so­wie ad­mi­nis­tra­ti­ver Art ver­bun­den. Nach § 43 HRG neh­men Hoch­schul­leh­rer die ih­rer Hoch­schu­le je­weils ob­lie­gen­den Auf­ga­ben in Wis­sen­schaft und Kunst, For­schung, Leh­re und Wei­ter­bil­dung in ih­ren Fächern nach nähe­rer Aus­ge­stal­tung ih­res Dienst­verhält­nis­ses selbständig wahr. Die­se Auf­ga­ben der Hoch­schu­len de­cken ih­rer­seits ein brei­tes Spek­trum ab, wie sich aus der Auf­ga­ben­be­schrei­bung in §§ 3 und 4 des Hes­si­schen Hoch­schul­ge­set­zes in der Fas­sung vom 31. Ju­li 2000 be­zie­hungs­wei­se in §§ 3 und 4 des Hes­si­schen Hoch­schul­ge­set­zes vom 14. De­zem­ber 2009 er­gibt. Die Auf­ga­ben­zu­wei­sun­gen un­ter­strei­chen die ge­samt­ge­sell­schaft­li­che Be­deu­tung der Hoch­schu­len und ih­re zen­tra­le Stel­lung in der Wis­sens­ge­sell­schaft. Auch aus § 70 Abs. 1 des Hes­si­schen Hoch­schul­ge­set­zes in der Fas­sung vom 31. Ju­li 2000 be­zie­hungs­wei­se § 61 des Hes­si­schen Hoch­schul­ge­set­zes vom 14. De­zem­ber 2009 er­sch­ließt sich die be­son­de­re Qua­lität der Tätig­keit und der Ver­ant­wor­tung des Pro­fes­so­ren­am­tes. Die­se Tätig­keit ist durch ein ein­zig­ar­ti­ges, ver­fas­sungs­recht­lich durch Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG ab­ge­si­cher­tes Maß an Selbst­be­stimmt­heit und Ei­gen­ver­ant­wor­tung

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ge­kenn­zeich­net, das sich auch bei der Be­stim­mung der Wer­tig­keit des Am­tes in­ner­halb des be­sol­dungs­recht­li­chen Gefüges nie­der­schla­gen muss.

(3) Zur Be­an­spru­chung des In­ha­bers ei­nes Pro­fes­so­ren­am­tes gehört es ins-be­son­de­re, dass er für die Aus­bil­dung der Nach­wuchs­kräfte in aka­de­mi­schen Be­ru­fen Sor­ge trägt, die ei­nes Ta­ges ih­rer­seits an­spruchs- und ver­ant­wor­tungs­vol­le Auf­ga­ben wahr­neh­men sol­len. Dies spricht dafür, dass das dem Pro­fes­so­ren­amt zu­ge­ord­ne­te Grund­ge­halt nicht im un­te­ren Be­reich der Be­sol­dung des höhe­ren Diens­tes (Be­sol­dungs­ord­nung A) an­ge­sie­delt sein darf. Ein wei­te­res In­diz für die evi­den­te Un­an­ge­mes­sen­heit der Grund­ge­haltssätze ist der Um­stand, dass ein W 2-Pro­fes­sor mögli­cher­wei­se ei­ne ge­rin­ge­re Be­sol­dung als ein der Be­sol­dungs­ord­nung A zu­ge­ord­ne­ter wis­sen­schaft­li­cher Be­am­ter erhält, der die Qua­li­fi­ka­ti­ons­vor­aus­set­zun­gen für ei­ne Be­ru­fung zum Pro­fes­sor nicht erfüllt.

b) Ge­genüber­stel­lun­gen mit Ver­gleichs­grup­pen außer­halb des öffent­li­chen Diens­tes führen im Rah­men der er­for­der­li­chen Ge­samt­schau zu kei­ner an­de­ren Be­ur­tei­lung, son­dern be­kräfti­gen die auf­grund des Be­sol­dungs­ver­gleichs zu an­de­ren Be­am­ten­grup­pen ge­trof­fe­ne Fest­stel­lung der evi­den­ten Un­an­ge­mes­sen­heit.

Das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt hat in sei­nen Erläute­run­gen in der münd­li­chen Ver­hand­lung Da­ten aus der Ver­dienst­struk­tur­er­he­bung 2006 vor­ge­legt, die es ermögli­chen, die W 2-Be­sol­dung mit dem Ver­dienst von aus­gewähl­ten, nach Be­ruf, Uni­ver­sitätsab­schluss, Be­rufs­er­fah­rung und An­for­de­rungs­ni­veau ver­wand­ten Beschäftig­ten­grup­pen in der Pri­vat­wirt­schaft zu ver­glei­chen und die re­la­ti­ve Po­si­ti­on der W 2-Pro­fes­so­ren in der je­wei­li­gen grup­pen­spe­zi­fi­schen Ver­tei­lung der Ver­diens­te zu be­stim­men. Ein auf die­ser Grund­la­ge durch­geführ­ter Ver­gleich der W 2-Be­sol­dung mit der Grup­pe al­ler Voll­zeit­beschäftig­ten in lei­ten­der Stel­lung, die über ei­nen Uni­ver­sitätsab­schluss verfügen, er­gibt, dass nur 20 % der Ver­gleichs­grup­pe we­ni­ger als der W 2-Pro­fes­sor ver­die­nen, während es im Ver­gleich zur frühe­ren Be­sol­dungs­grup­pe C 3 (Stu­fe 11) 39 % der Ver­gleichs­grup­pe wa­ren. Die W 2-Pro­fes­so­ren sind da­nach in der be­tref­fen­den Ver­dienst­ska­la weit un­ten an­ge­sie­delt, und ih­re re­la­ti­ve Ver­dienst­po­si­ti­on hat sich durch die mit dem Über­gang von der C-Be­sol­dung zur W-Be­sol­dung ver­bun­de­ne Ab­sen­kung des Grund­ge­halts und die Ab­schaf­fung der Dienst­al­ters­stu­fen deut­lich ver­schlech­tert.

c) In der Ge­samt­schau ist die­ser Be­fund ver­fas­sungs­recht­lich nicht mehr ak­zep­ta­bel. Sach­li­che Gründe für die vom Ge­setz­ge­ber vor­ge­nom­me­ne Verände­rung der Wer­tig­keit des Pro­fes­so­ren­am­tes sind we­der dar­ge­legt noch sonst er-

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kenn­bar. Viel­mehr muss der Ge­setz­ge­ber die At­trak­ti­vität des Be­am­ten­verhält­nis­ses – hier kon­kret des Pro­fes­so­ren­am­tes – für ent­spre­chend qua­li­fi­zier­te Kräfte im Blick be­hal­ten, um ins­ge­samt die Qua­lität des Be­rufs­be­am­ten­tums und die At­trak­ti­vität des Wis­sen­schafts­be­rufs si­cher­zu­stel­len.

2. Die evi­den­te Un­an­ge­mes­sen­heit der Grund­ge­haltssätze wird nicht durch die vom Ge­setz­ge­ber in Aus­sicht ge­stell­ten Leis­tungs­bezüge auf­ge­ho­ben. Zwar kann der Ge­setz­ge­ber dem Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip auch da­durch Rech­nung tra­gen, dass er Tei­le des Ge­halts als fest und an­de­re Ge­halts­be­stand­tei­le als von be­stimm­ten Leis­tungs­kri­te­ri­en – et­wa der Er­zie­lung be­stimm­ter Leis­tun­gen in For­schung und Leh­re – abhängig aus­ge­stal­tet. Wenn sich der Ge­setz­ge­ber aber für ei­ne der­ar­ti­ge Kon­zep­ti­on ent­schei­det, dann müssen bei für sich ge­nom­men nicht aus­rei­chen­dem Grund­ge­halt die va­ria­blen Leis­tungs­bezüge, um das Grund­ge­halt ali­men­ta­tiv auf­sto­cken zu können, für je­den Amts­träger zugäng­lich und hin­rei­chend ver­ste­tigt sein. Dies ist vor­lie­gend of­fen­sicht­lich nicht der Fall.

a) Nach der ein­fach­recht­li­chen Aus­for­mung be­steht kein An­spruch auf die Gewährung von Leis­tungs­bezügen, son­dern nur ein An­spruch dar­auf, dass über die Gewährung er­mes­sens­feh­ler­frei ent­schie­den wird. Nach dem Wort­laut des § 33 Abs. 1 BBesG so­wie der §§ 3 bis 6 HLeist­BVO ist die Ent­schei­dung über das „Ob“ und „Wie“ der Gewährung von Leis­tungs­bezügen als Er­mes­sens­ent­schei­dung aus­ge­stal­tet, die ge­richt­lich (nur) auf Er­mes­sens­feh­ler hin über­prüfbar ist (vgl. Det­mer, Das Recht der <Uni­ver­sitäts->Pro­fes­so­ren, in: Hart­mer/Det­mer <Hrsg.>, Hoch­schul­recht, Ein Hand­buch für die Pra­xis, 2. Aufl. 2011, S. 113 <190, Fn. 634>; Wahlers, Das Ge­setz zur Re­form der Pro­fes­so­ren­be­sol­dung und der Grund­satz der amts­an­ge­mes­se­nen Ali­men­ta­ti­on, ZBR 2006, S. 149 <158>).

Auch im Ge­setz­ge­bungs­ver­fah­ren ging man da­von aus, dass kein An­spruch auf die Gewährung von Leis­tungs­bezügen be­gründet wer­den sol­le. Der Stel­lung­nah­me des Bun­des­ra­tes zum Re­gie­rungs­ent­wurf des Pro­fes­so­ren­be­sol­dungs­re­form­ge­set­zes ist zu ent­neh­men, dass es mit dem Grund­satz in­di­vi­du­el­ler Leis­tungs­ho­no­rie­rung nicht ver­ein­bar sei, aus­nahms­los je­dem Pro­fes­sor zusätz­lich zum fes­ten Grund­ge­halt Leis­tungs­bezüge in Aus­sicht zu stel­len. Es dürfe da­her kei­nes­wegs der Ein­druck ent­ste­hen, das Ge­setz ge­be ei­nen Rechts­an­spruch auf be­stimm­te Leis­tungs­bezüge; es könne und müsse auch Pro­fes­so­ren ge­ben, die le­dig­lich das Grund­ge­halt ih­rer Be­sol­dungs­grup­pe er­hiel­ten (vgl. BT­Drucks 14/6852, S. 21). Die­se Aus­sa­ge ist in der Ge­genäußerung der Bun­des­re­gie­rung un­wi­der­spro­chen ge­blie­ben (vgl. BT­Drucks 14/6852, S. 25). Die­se be­tont viel­mehr

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aus­drück­lich, dass die Be­zeich­nung des Grund­ge­halts als Min­dest­be­zug kei­nen Rechts­an­spruch auf die Zah­lung von Leis­tungs­bezügen zusätz­lich zum Grund­ge­halt be­gründe. Die fes­ten Grund­gehälter in den Be­sol­dungs­grup­pen W 2 und W 3 stell­ten auch oh­ne zusätz­li­che Leis­tungs­bezüge die amts­an­ge­mes­se­ne Ali­men­ta­ti­on dar.

b) Die dar­ge­stell­ten Un­si­cher­hei­ten be­tref­fen nicht nur das „Ob“ der Gewährung von Leis­tungs­bezügen, son­dern set­zen sich bei ih­rer höhenmäßigen Be­mes­sung fort. Auch hier­bei han­delt es sich um ei­ne von nur we­ni­gen nor­ma­ti­ven Vor­ga­ben ein­ge­heg­te Er­mes­sens­ent­schei­dung. An­ge­sichts der Möglich­keit der Durch­bre­chung der B 10-Ober­gren­ze gemäß § 33 Abs. 2 BBesG ist we­der ei­ne strik­te Pla­fon­die­rung nach oben noch – wie auch die Si­tua­ti­on des Klägers des Aus­gangs­ver­fah­rens zeigt – ei­ne nicht un­ter­schreit­ba­re Un­ter­gren­ze bei der Ver­ga­be vor­ge­se­hen. Da­bei be­steht ein Span­nungs­verhält­nis zwi­schen der Möglich­keit der ein­zel­fall­be­zo­ge­nen Durch­bre­chung der B 10-Ober­gren­ze ei­ner­seits und der ins­ge­samt ge­de­ckel­ten Ver­ga­be der Leis­tungs­bezüge durch den Ver­ga­be­rah­men nach § 34 BBesG an­de­rer­seits. Die­se Rah­men­bin­dung be­wirkt, dass bei der Ver­ga­be von Leis­tungs­bezügen berück­sich­tigt wer­den muss, in wel­chem Maße der Ver­ga­be­rah­men durch frühe­re Ver­ga­ben be­reits aus­geschöpft ist. So können be­son­ders hoch be­mes­se­ne Leis­tungs­bezüge für ei­ni­ge we­ni­ge Spit­zen­kräfte da­zu führen, dass für wei­te­re Ver­ga­ben nur noch ein ge­rin­ger Teil des Ge­samt­vo­lu­mens zur Verfügung steht. Für die „zu spät ge­kom­me­nen“ Pro­fes­so­ren kom­men dann al­len­falls nied­rig be­mes­se­ne Leis­tungs­bezüge in Be­tracht, oh­ne dass dies von der in­di­vi­du­el­len Leis­tung des Pro­fes­sors abhängig oder von ihm in ir­gend­ei­ner Wei­se be­ein­fluss­bar wäre. Über­dies ist die Teil­nah­me der Leis­tungs­bezüge an den all­ge­mei­nen Be­sol­dungs­erhöhun­gen nicht ge­setz­lich ge­re­gelt, son­dern der Ent­schei­dung der Hoch­schul­lei­tung übe­r­ant­wor­tet (vgl. § 7 HLeist-BVO).

c) Auch die sons­ti­gen Mo­da­litäten der Ver­ga­be der Leis­tungs­bezüge be­le­gen, dass sie in ih­rer der­zei­ti­gen Aus­ge­stal­tung le­dig­lich ad­di­ti­ven und kei­nen ali­men­ta­ti­ven Cha­rak­ter auf­wei­sen. Nach § 33 Abs. 1 Satz 2 BBesG können Leis­tungs­bezüge im Sin­ne des § 33 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 und Nr. 2 BBesG (Be­ru­fungs- bzw. Blei­be-Leis­tungs­bezüge und be­son­de­re Leis­tungs­bezüge) nicht nur un­be­fris­tet, son­dern auch be­fris­tet oder als Ein­mal­zah­lung ver­ge­ben wer­den. Nach § 33 Abs. 1 Satz 3 BBesG wer­den die Funk­ti­ons-Leis­tungs­bezüge im Sin­ne des § 33 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 BBesG für die Dau­er der Wahr­neh­mung der Funk­ti­on oder Auf­ga­be gewährt und ha­ben da­mit na­tur­gemäß be­fris­te­ten Cha­rak­ter. Hier­an an-

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knüpfend un­ter­schei­den sich die Leis­tungs­bezüge auch hin­sicht­lich ih­rer Ru­he­ge­haltfähig­keit. Aus­weis­lich der kom­ple­xen Re­ge­lung des § 33 Abs. 3 BBesG hängen das „Ob“ und das „Wie“ der Ru­he­ge­haltfähig­keit un­be­fris­te­ter und be­fris­te­ter Leis­tungs­bezüge von ei­ner Viel­zahl von Fak­to­ren so­wie teil­wei­se von ei­ner Ent­schei­dung der zuständi­gen Uni­ver­sitätsor­ga­ne ab (vgl. § 7 HLeist­BVO). Sie dürf­ten da­her im Er­geb­nis für die Ru­he­stands­ver­sor­gung oft nur in ge­rin­gem Maße wirk­sam wer­den. Auch aus die­sem Grund sind die Leis­tungs­bezüge in ih­rer ge­genwärti­gen Aus­ge­stal­tung nicht zur Kom­pen­sa­ti­on evi­den­ter Ali­men­ta­ti­ons­de­fi­zi­te ge­eig­net.

d) Bestätigt wird die­ser Be­fund durch die tatsächli­che Pra­xis der Ver­ga­be der Leis­tungs­bezüge. Die hier­zu verfügba­ren Zah­len, die von den Be­tei­lig­ten und Äußerungs­be­rech­tig­ten in ih­ren schrift­li­chen Stel­lung­nah­men so­wie in der münd­li­chen Ver­hand­lung mit­ge­teilt wur­den, di­ver­gie­ren teils er­heb­lich, was nicht zu­letzt auf die Schwie­rig­kei­ten bei der Er­fas­sung be­fris­te­ter und ein­ma­li­ger Leis­tungs­bezüge zurück­zuführen sein dürf­te. Auch An­ga­ben zur Höhe der Leis­tungs­bezüge bie­ten kein verläss­li­ches Bild. Gleich­wohl zei­gen die Zah­len übe­rein­stim­mend, dass in den ver­gan­ge­nen Jah­ren durch­weg nicht al­le er­fass­ten Pro­fes­so­ren in den Ge­nuss von Leis­tungs­bezügen ge­kom­men sind. So ha­ben aus­weis­lich des Eva­lua­ti­ons­be­richts des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums des In­nern im er­fass­ten Zeit­raum 800 Pro­fes­so­ren, al­so rund 23 % der Pro­fes­so­ren in Ämtern der Be­sol­dungs­grup­pen W 2 und W 3, kei­ne Leis­tungs­bezüge er­hal­ten (Eva­lua­ti­ons­be­richt, S. 16). Dies gilt ins­be­son­de­re für Erst­be­ru­fe­ne, weil die am stärks­ten von der Nicht­gewährung be­trof­fe­ne Al­ters­grup­pe die der Pro­fes­so­ren zwi­schen 36 und 40 Jah­ren ist. Dass Leis­tungs­bezüge in über der Hälf­te der Fälle un­be­fris­tet gewährt wur­den (Eva­lua­ti­ons­be­richt, S. 16), heißt zu­gleich, dass ein nicht un­er­heb­li­cher Teil (et­wa 40 %) be­fris­tet oder ein­ma­lig ver­ge­ben wur­de. Die Höhe der an die Pro­fes­so­ren aus­be­zahl­ten Leis­tungs­bezüge be­wegt sich in den ein­zel­nen Ka­te­go­ri­en in ei­ner wei­ten Band­brei­te (Eva­lua­ti­ons­be­richt, S. 15). Die so ver­ge­be­nen Leis­tungs­bezüge erfüllen we­der nach ih­rer Dau­er noch nach ih­rer Höhe ali­men­ta­ti­ve Min­dest­an­for­de­run­gen.

3. Das vom Ge­setz­ge­ber ge­schaf­fe­ne Be­sol­dungs­ni­veau ver­letzt trotz des ihm zu­kom­men­den großen Be­ur­tei­lungs­spiel­raums den Grund­satz der amts­an­ge­mes­se­nen Ali­men­ta­ti­on. Die be­sol­dungsmäßige Neu­be­wer­tung des Am­tes ist den (un­verändert fort­be­ste­hen­den) amts­prägen­den Merk­ma­len und dem In­halt des Am­tes nicht ge­recht ge­wor­den. Zur Be­sei­ti­gung des als ver­fas­sungs­wid­rig er­kann­ten Ali­men­ta­ti­ons­de­fi­zits ste­hen dem Ge­setz­ge­ber meh­re­re Möglich­kei­ten of­fen. Die

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Ver­fas­sung gibt dem Ge­setz­ge­ber kei­ne be­stimm­te Lösung, et­wa ei­ne Rück­kehr zum frühe­ren Sys­tem der C-Be­sol­dung, vor. Es steht ihm frei, ein amts­an­ge­mes­se­nes Ali­men­ta­ti­ons­ni­veau über die Höhe der Grund­ge­haltssätze si­cher­zu­stel­len oder et­wa die Leis­tungs­bezüge so aus­zu­ge­stal­ten, dass sie ali­men­ta­ti­ven Min­dest­an­for­de­run­gen genügen.

An­ge­sichts die­ser Ge­stal­tungsmöglich­kei­ten trifft den Ge­setz­ge­ber die Pflicht, nach­dem er sich in Um­set­zung der ver­fas­sungs­recht­li­chen Vor­ga­ben für ein be­stimm­tes Neu­re­ge­lungs­mo­dell ent­schie­den hat, des­sen Funk­ti­onsfähig­keit und Sys­tem­ge­rech­tig­keit zu be­ob­ach­ten und ge­ge­be­nen­falls er­for­der­li­che Nach­bes­se­run­gen vor­zu­neh­men. In­so­weit be­steht ei­ne Kon­troll- und ge­ge­be­nen­falls ei­ne Nach­bes­se­rungs­pflicht, um mögli­chen Verstößen ge­gen das Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip adäquat be­geg­nen zu können. Er­weist sich das für die Zu­kunft gewähl­te Mo­dell als nicht tragfähig oder kommt es aus sons­ti­gen Gründen zu ei­ner nicht un­er­heb­li­chen Ab­wei­chung der tatsächli­chen von der pro­gnos­ti­zier­ten Ent­wick­lung, so ist der Ge­setz­ge­ber ver­pflich­tet, Kor­rek­tu­ren an der Aus­ge­stal­tung des Be­sol­dungs­sys­tems be­zie­hungs­wei­se der Bezügehöhe vor­zu­neh­men.

D.

Der Ver­s­toß ei­ner Norm ge­gen das Grund­ge­setz kann ent­we­der zur Nich­ti­gerklärung (vgl. § 82 Abs. 1 i.V.m. § 78 BVerfGG) oder da­zu führen, dass das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt die mit der Ver­fas­sungs­wid­rig­keit ge­ge­be­ne Un­ver­ein­bar­keit der Norm mit dem Grund­ge­setz fest­stellt (vgl. § 82 Abs. 1 i.V.m. § 79 Abs. 1 und § 31 Abs. 2 BVerfGG). Ei­ne Nich­ti­gerklärung hätte zur Fol­ge, dass es für die Be­sol­dung an der ge­setz­li­chen Grund­la­ge feh­len würde, der es mit Blick auf den ver­fas­sungs­recht­lich vor­ge­ge­be­nen und ein­fach­recht­lich in § 2 Abs. 1 BBesG an­ge­ord­ne­ten Ge­set­zes­vor­be­halt be­darf. Da­mit würde ein Zu­stand ge­schaf­fen, der von der ver­fas­sungsmäßigen Ord­nung noch wei­ter ent­fernt wäre als der bis­he­ri­ge (vgl. BVerfGE 119, 331 <382 f.>; 125, 175 <255 f.>).


Stellt das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt die Un­ver­ein­bar­keit ei­ner Norm oder meh­re­rer Nor­men mit dem Grund­ge­setz fest, folgt dar­aus grundsätz­lich die Ver­pflich­tung des Ge­setz­ge­bers, die Rechts­la­ge rück­wir­kend ver­fas­sungs­gemäß um­zu­ge­stal­ten. Aus­nah­men von die­ser Re­gel­fol­ge der Un­ver­ein­bar­keit hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt wie­der­holt bei haus­halts­wirt­schaft­lich be­deut­sa­men Nor­men be­jaht (vgl. BVerfGE 93, 121 <148>; 105, 73 <134>; 117, 1 <70>). Spe­zi­ell bei be­sol­dungs­recht­li­chen Nor­men gilt zu be­ach­ten, dass die Ali­men­ta­ti­on des

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Be­am­ten der Sa­che nach die Be­frie­di­gung ei­nes ge­genwärti­gen Be­darfs aus ge­genwärtig zur Verfügung ste­hen­den Haus­halts­mit­teln dar­stellt. Ei­ne all­ge­mei­ne rück­wir­ken­de Be­he­bung des Ver­fas­sungs­ver­s­toßes ist da­her mit Blick auf die Be­son­der­hei­ten des Be­am­ten­verhält­nis­ses nicht ge­bo­ten (vgl. BVerfGE 81, 363 <383 ff.>; 99, 300 <330 f.>). Ei­ne rück­wir­ken­de Be­he­bung ist je­doch so­wohl hin-sicht­lich des Klägers des Aus­gangs­ver­fah­rens als auch hin­sicht­lich et­wai­ger Kläger er­for­der­lich, über de­ren An­spruch noch nicht ab­sch­ließend ent­schie­den wor­den ist (vgl. BVerfGE 99, 300 <331>).

E.

Die­se Ent­schei­dung ist mit 6:1 Stim­men er­gan­gen.

Voßkuh­le 

Di Fa­bio

Lübbe-Wolff 

Ger­hardt 

Land­au

Hu­ber 

Her­manns

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