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Ver­ord­nung zur Ver­ord­nung - Nah­les kommt Kri­ti­kern bei Ar­beits­schutz ent­ge­gen

Ver­ord­nun­gen zum Ar­beits­schutz soll­ten per Ver­ord­nung aus dem Hau­se Nah­les ge­än­dert wer­den: "Ab­sur­dis­tan!", schimpf­ten die Ar­beit­ge­ber. Nun soll das strit­ti­ge Pro­jekt ent­schärft wer­den - per Ver­ord­nung

12.02.2015. (dpa) - Nach ei­ner Wel­le von Kri­tik an ge­plan­ten neu­en Re­geln zum Ar­beits­schutz lenkt Ar­beits­mi­nis­te­rin An­drea Nah­les (SPD) ein.

Al­ler­dings will sie die Ver­ord­nung nicht wie von den Ar­beit­ge­bern ge­for­dert stop­pen.

Statt­des­sen soll die "Ver­ord­nung zur Än­de­rung von Ar­beits­schutz­ver­ord­nun­gen" wie ge­plant be­schlos­sen - und um­ge­hend durch ei­ne wei­te­re Ver­ord­nung ab­ge­mil­dert wer­den.

Der Ar­beit­ge­ber­ver­band BDA be­zwei­felt, dass die Un­ter­neh­men die Re­geln dann nur in der ab­ge­mil­der­ten Form an­wen­den müss­ten.

"Ich hän­ge zum Bei­spiel nicht an den ab­schließ­ba­ren Spin­den, und über Aus­nah­men bei den Pau­sen­räu­men kann man von mir aus auch re­den", sag­te Nah­les der "Rhein-Zei­tung" (Mitt­woch). Aber: "Wenn wir das jetzt nicht be­schlie­ßen, wä­re dies ein schwe­rer Schlag für den Ar­beits­schutz, der seit 40 Jah­ren in die­sem Ver­fah­ren kon­sen­su­al ent­wi­ckelt wird."

Hin­ter­grund ist das bis­he­ri­ge Ver­fah­ren zur No­vel­lie­rung der Re­geln. Der Bun­des­rat hat­te dem Ent­wurf des Mi­nis­te­ri­ums be­reits am 19. De­zem­ber mit Än­de­rungs­wün­schen zu­ge­stimmt. Hier­bei kam auf An­trag Sach­sens auch die For­de­rung nach ab­schließ­ba­ren Spin­den hin­ein. Nah­les sagt, nach der Zu­stim­mung des Bun­des­rats dürf­te man nicht wie­der al­les än­dern. "Wir müss­ten den Pro­zess kom­plett neu be­gin­nen."

Wie das kon­kret aus­se­hen wür­de, ließ sie of­fen. Der ak­tu­el­le Ent­wurf ist seit mehr als zwei Jah­ren vor­be­rei­tet wor­den. Aus­ge­tüf­telt wor­den wa­ren die De­tails in ei­nem 15-köp­fi­gen Ar­beits­stät­ten­aus­schuss mit Ver­tre­ten der Ar­beit­ge­ber, Ge­werk­schaf­ten, Lan­des­mi­nis­te­ri­en, Kom­mu­nen, So­zi­al­ver­si­che­run­gen so­wie mit Hoch­schul­leh­rern.

Was wür­de pas­sie­ren, wenn die No­vel­le nun be­schlos­sen und durch ei­ne wei­te­re Ver­ord­nung ab­ge­mil­dert wür­de? Ar­beit­ge­ber soll­ten die strit­ti­ge Ver­ord­nung gar nicht erst um­set­zen müs­sen, son­dern die Än­de­run­gen ab­war­ten, zi­tier­te die "Rhein-Zei­tung" das Nah­les-Res­sort. Die BDA hin­ge­gen kri­ti­sier­te, die ge­plan­ten Än­de­run­gen wür­den dann bis zur Ver­ab­schie­dung der Kor­rek­tur gel­ten. "Die neu­en Vor­ga­ben müss­ten da­mit be­reits kurz nach dem Ka­bi­netts­be­schluss ein­ge­hal­ten wer­den." Ein neu­es Ver­ord­nungs­ver­fah­ren kön­ne hin­ge­gen in zeit­lich an­ge­mes­se­ner Frist um­ge­setzt wer­den - Grund zur Ei­le ge­be es nicht.

Wäh­rend Be­für­wor­ter der No­vel­le mei­nen, gel­ten­de Vor­ga­ben wür­den vor al­lem prä­zi­ser ge­fasst, war­nen die Kri­ti­ker vor neu­er Bü­ro­kra­tie. So wol­le die Po­li­tik, dass Fir­men die Te­le­ar­beits­plät­ze von Mit­ar­bei­tern zu­hau­se kon­trol­lie­ren. Die Ar­beit­ge­ber mo­nier­ten, dass et­wa auch nur sel­ten auf­ge­such­te Ar­chi­ve in Be­trie­ben künf­tig ei­ne be­stimm­te Tem­pe­ra­tur ha­ben müs­sen - oder dass Sa­ni­tär­räu­me Fens­ter ha­ben müs­sen. Im Nah­les-Mi­nis­te­ri­um hat­te man ent­geg­net: "Ar­chi­ve und Ab­stell­räu­me müs­sen auch künf­tig nicht ge­heizt wer­den."

Die Re­geln, die es be­reits gibt, wer­den von den zu­stän­di­gen Ar­beits­schutz­be­hör­den der Län­der deut­lich sel­te­ner als frü­her kon­trol­liert. Nach den jüngs­ten Zah­len sank die Zahl der Auf­sichts­be­am­ten für den ge­sam­ten Be­reich bin­nen zehn Jah­ren um mehr als 1000 auf 2935 im Jahr 2012. Sie kon­trol­lier­ten mit rund 100 000 Be­trie­ben noch gut die Hälf­te - und ka­men mit knapp 420 000 auf we­ni­ger als die Hälf­te Be­an­stan­dun­gen im Ver­gleich zu 2002.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 11. April 2016

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