Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880
Urteile zum Arbeitsrecht
Nach Jahrgang
   
Schlag­worte: Persönlichkeitsrecht
   
Gericht: Hessisches Landesarbeitsgericht
Akten­zeichen: 7 Sa 1586/09
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 25.10.2010
   
Leit­sätze:
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Wetzlar, Teilurteil vom 1.09.2009, 3 Ca 211/08
   


Hes­si­sches Lan­des­ar­beits­ge­richt


Ak­ten­zei­chen: 7 Sa 1586/09

(Ar­beits­ge­richt Wetz­lar: 3 Ca 211/08)  

Verkündet am:

25. Ok­to­ber 2010

gez.
An­ge­stell­te

Im Na­men des Vol­kes


Ur­teil

In dem Be­ru­fungs­ver­fah­ren

Be­klag­te und

Be­ru­fungskläge­rin

Pro­zess­be­vollmäch­tigt.:

ge­gen

Kläge­rin und

Be­ru­fungs­be­klag­te

Pro­zess­be­vollmäch­tigt.:

hat das Hes­si­sche Lan­des­ar­beits­ge­richt, Kam­mer 7, auf die münd­li­che Ver­hand­lung vom 09. Au­gust 2010

durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Lan­des­ar­beits­ge­richt als Vor­sit­zen­den
und dem eh­ren­amt­li­chen Rich­ter und dem eh­ren­amt­li­chen Rich­ter

für Recht er­kannt:

Auf die Be­ru­fung der Be­klag­ten wird das Teil­ur­teil des Ar­beits­ge­richts Wetz­lar vom 01. Sep­tem­ber 2009 – 3 Ca 211/08 – teil­wei­se ab­geändert.

Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an die Kläge­rin ein Schmer­zens­geld von 7.000,00 EUR (in Wor­ten: Sie­ben­tau­send und 00/100 Eu­ro) zu zah­len. Im Übri­gen wird die Kla­ge auf Zah­lung ei­nes Schmer­zens­gel­des ab­ge­wie­sen.

Die Kos­ten des Be­ru­fungs­ver­fah­rens wer­den ge­gen­ein­an­der auf­ge­ho­ben.

Die Re­vi­si­on wird nicht zu­ge­las­sen.

- 2 -

---

- 3 -
 


Tat­be­stand

Die Par­tei­en strei­ten in der Be­ru­fungs­in­stanz um ei­nen An­spruch der Kläge­rin auf Zah­lung ei­ner Gel­dentschädi­gung.

Die am 12. Ja­nu­ar 1986 ge­bo­re­ne Kläge­rin war auf der Grund­la­ge ei­nes An­stel­lungs­ver­tra­ges vom 2. Ja­nu­ar 2008 (Bl. 22f d.A.) bei der Be­klag­ten zu ei­nem Ge­halt von € 1.500,00 brut­to mo­nat­lich zuzüglich 1 % Um­satz­be­tei­li­gung als kaufmänni­sche An­ge­stell­te in der Nie­der­las­sung der Be­klag­ten in A beschäftigt. Ih­re Ar­beits­auf­ga­be be­stand dar­in, zu­sam­men mit ei­ner Ar­beits­kol­le­gin Zeit­ar­beit­neh­mer zu ver­mit­teln und de­ren Ar­beits­verhält­nis­se zu ver­wal­ten. Das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en en­de­te durch Auf­he­bungs­ver­trag vom 29. Au­gust 2008 an die­sem Tag.

Spätes­tens ab dem 2. Ju­ni 2008 war an der hin­te­ren Rück­wand ge­genüber der Ein­gangstür des ca. 12 Me­ter lan­gen Büro­raums in 2 Me­ter Höhe ei­ne Vi­deo­ka­me­ra in­stal­liert. Dass die Ka­me­ra Bil­der auf­nahm, war durch ein Licht­si­gnal an der Ka­me­ra er­sicht­lich. In­wie­weit die durch die Ka­me­ra auf­ge­zeich­ne­ten Bil­der von der Zen­tra­le der Be­klag­ten in B aus oder ei­nem an­de­ren Ort, zum Bei­spiel dem Wohn­sitz der Geschäftsführe­rin der Be­klag­ten auf C, ein­ge­se­hen wer­den konn­ten, ist zwi­schen den Par­tei­en strei­tig. Un­strei­tig zeig­te der die Ka­me­ra vor Ort in­stal­lie­ren­de Mon­teur der Kläge­rin auf sei­nem Lap­top die von der Ka­me­ra auf­ge­nom­me­nen Bil­der, die nicht nur den Ein­gangs­be­reich zeig­ten, son­dern im Vor­der­grund den Ar­beits­platz der Kläge­rin und ih­rer Kol­le­gin. Zu die­sem Zeit­punkt soll der Mon­teur die Ka­me­ra in der Hand ge­hal­ten ha­ben.

Mit ih­rer am 13. Ok­to­ber 2008 beim Ar­beits­ge­richt ein­ge­gan­ge­nen, der Be­klag­ten am 17. Ok­to­ber 2008 zu­ge­stell­ten Kla­ge hat die Kläge­rin ne­ben wei­te­ren Ansprüchen ei­nen Scha­dens­er­satz­an­spruch we­gen Persönlich­keits­rechts­ver­let­zung gel­tend ge­macht.

Die Be­klag­te hat sich ge­gen die In­an­spruch­nah­me aus Persönlich­keits­rechts­ver­let­zung mit fol­gen­den Ar­gu­men­ten ge­wandt:

1. Die Ka­me­ra ha­be nicht funk­tio­niert in dem Sin­ne, dass es nicht möglich ge­we­sen sei, von der Ka­me­ra auf­ge­nom­me­ne Bil­der auf ei­nem Mo­ni­tor in der Zen­tra­le der Be­klag­ten oder sonst wo an­zu­se­hen.
 


- 4 -

2. Die Ka­me­ra sei auf­trags­gemäß auf den Ein­gangs­be­reich aus­ge­rich­tet ge­we­sen und ha­be kei­ne Bil­der vom Ar­beits­platz der Kläge­rin und ih­rer Ar­beits­kol­le­gin auf­ge­nom­men.

3. Die Be­klag­te ha­be mit gu­ten Ar­gu­men­ten auf Geschäftsführungs­ebe­ne ent­schie­den, dass hier ei­ne Ka­me­ra zum Schutz der Fir­men­in­ter­es­sen, al­ler­dings auch zum Schutz der Mit­ar­bei­ter in­stal­liert wird. In den vor­an­ge­gan­ge­nen Mo­na­ten ha­be es in ver­schie­de­nen Fi­lia­len der Be­klag­ten Pro­ble­me ge­ge­ben. Darüber hin­aus sei es so, dass in den Fi­lia­len der Be­klag­ten re­gelmäßig auch größere Geld­sum­men vor­han­den sei­en, um ge­ge­be­nen­falls Mit­ar­bei­ter aus­zu­zah­len, Fah­rern Geld zum Tan­ken zu ge­ben etc.

4. Die Kläge­rin und ih­re Ar­beits­kol­le­gin hätten ge­genüber dem Kom­man­di­tis­ten und Zeu­gen D zu kei­nem Zeit­punkt Ein­spruch ge­gen die In­stal­la­ti­on der Ka­me­ra er­ho­ben und dar­um ge­be­ten, die Ka­me­ra zu de­instal­lie­ren. Tatsächlich ha­be es le­dig­lich anläss­lich ei­ner Schu­lung am 18. Au­gust 2008 die Si­tua­ti­on ge­ge­ben, in der die bei­den Kläge­rin­nen den Zeu­gen D ge­fragt hätten, wel­chen Zweck die Ka­me­ra ha­be. Hier­auf ha­be der Zeu­ge erklärt, dass die Ka­me­ra der ei­ge­nen persönli­chen Si­cher­heit und der Ab­schre­ckung die­nen würde. Im Rah­men die­ser Erklärung ha­be der Zeu­ge den Kläge­rin­nen an­ge­bo­ten, sich doch bei den an­de­ren Nie­der­las­sun­gen zu er­kun­di­gen, was dort für Vorfälle ein­ge­tre­ten wären. Mit die­ser Erklärung hätten sich die Kläge­rin­nen zu­frie­den­ge­ge­ben und den Zeu­gen zu kei­nem wei­te­ren Zeit­punkt noch ein­mal auf die Ka­me­ra an­ge­spro­chen.

Die Kläge­rin hat hier­zu vor­ge­tra­gen:

1. Sie be­strei­te, dass die Ka­me­ra nicht funk­tio­niert ha­be. Die Kläge­rin hält die­se Ein­las­sung im Übri­gen je­doch auch für recht­lich ir­re­le­vant.

2. Die Ka­me­ra sei auch auf ih­ren Ar­beits­platz ge­rich­tet ge­we­sen. Da die Ent­fer­nung zwi­schen Ein­gangs­be­reich und in­stal­lier­ter Über­wa­chungs­ka­me­ra doch sehr groß ge­we­sen sei und dem­ent­spre­chend die Ka­me­ra­auf­nah­me nur im Hin­ter­grund, al­so ent­fernt, zei­gen konn­te, wer die Räum­lich­keit be­tritt, hätten die Kläge­rin und ih­re Ar­beits­kol­le­gin vor­ge­schla­gen, die Über­wa­chungs­ka­me­ra an­der­wei­tig zu in­stal­lie­ren, da­mit ihr Ar­beits­platz nicht ständig über­wacht wer­de. Da­zu hätte sich


- 5 -

äußerst gut ei­ner der bei­den Wand­vorsprünge et­wa mit­tig im Raum an­ge­bo­ten. Die Kläge­rin und ih­re Ar­beits­kol­le­gin hätten während der In­stal­la­ti­on der Ka­me­ra den Mit­ar­bei­ter der in­stal­lie­ren­den Fir­ma dar­auf auf­merk­sam ge­macht, dass doch an ei­nem der bei­den Wand­vorsprünge die Über­wa­chungs­ka­me­ra in­stal­liert wer­den könne. Die Aufhängung an die­ser Stel­le sei von dem Mit­ar­bei­ter der in­stal­lie­ren­den Fir­ma mit den Wor­ten ab­ge­lehnt wor­den, dass er die strik­te An­wei­sung ha­be, die Ka­me­ra dort ein­zu­rich­ten, wo sie auf­gehängt wor­den sei.

3. Die Be­klag­te ha­be im Übri­gen kein be­rech­tig­tes In­ter­es­se an der In­stal­la­ti­on der Vi­deo­ka­me­ra zur Über­wa­chung der Ein­gangstür. Die Kläge­rin hat dar­auf ver­wie­sen, dass die Ein­gangstür im ge­sam­ten Be­reich zur Straße hin ei­ne Schau­fens­ter­front auf­wei­se.

4. Sie ha­be sich eben­so wie auch ih­re Ar­beits­kol­le­gin ge­genüber ih­rem un­mit­tel­ba­ren Vor­ge­setz­ten, dem Nie­der­las­sungs­lei­ter E, wie­der­holt ge­gen die In­stal­la­ti­on der Vi­deo­ka­me­ra ge­wandt.

Un­strei­tig ha­ben die Kläge­rin und ih­re Ar­beits­kol­le­gin die Ka­me­ra En­de Au­gust 2008 mit ei­nem Tuch verhängt. Dar­auf­hin wur­den bei­de Ar­beit­neh­me­rin­nen am 28. oder 29. Au­gust 2008 durch den Nie­der­las­sungs­lei­ter E von der Ar­beit frei­ge­stellt. Bei­de er­hiel­ten das An­ge­bot auf Ab­schluss ei­nes Auf­he­bungs­ver­tra­ges.

Das Ar­beits­ge­richt hat zu fol­gen­den Be­haup­tun­gen Be­weis er­ho­ben:

1. Die in den Fir­menräum­en der Be­klag­ten in A in­stal­lier­te Ka­me­ra ha­be nur den Ein­gangs­be­reich ab­de­cken sol­len.
2. Es ha­be zu kei­nem Zeit­punkt ei­ne Ver­bin­dung der Ka­me­ra mit der Zen­tra­le ge­ge­ben.
3. Der Zeu­ge E ha­be die Kläge­rin am 29. Au­gust 2008 da­zu auf­ge­for­dert, die Ka­me­ra nicht zu verhängen.
4. Der Zeu­ge E ha­be die Kläge­rin am 19. Au­gust 2008 un­ter An­rech­nung auf Rest­ur­laubs­ansprüche frei­ge­stellt.

Die Be­weis­auf­nah­me er­folg­te durch Ver­neh­mung des Zeu­gen F (Pro­jekt­lei­ter der die Ka­me­ra in­stal­lie­ren­den Fir­ma), des Zeu­gen G (Mit­ar­bei­ter der die Ka­me­ra
 


- 6 -

in­stal­lie­ren­den Fir­ma), des Zeu­gen E und der Ar­beits­kol­le­gin der Kläge­rin, der Zeu­gin H. We­gen des In­halts der Zeu­gen­aus­sa­gen wird auf die Sit­zungs­nie­der­schrift vom 28. Ju­li 2009 (Bl. 142-145 d.A.) ver­wie­sen.

Das Ar­beits­ge­richt hat mit Teil­ur­teil vom 1. Sep­tem­ber 2009 der Kla­ge auf Zah­lung ei­ner Gel­dentschädi­gung teil­wei­se in Höhe von
15.000,00 € statt­ge­ge­ben. We­gen der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten des erst­in­stanz­li­chen Vor­brin­gens der Par­tei­en, der dort ge­stell­ten Anträge so­wie der Erwägun­gen des Ar­beits­ge­rich­tes wird auf die an­ge­foch­te­ne Ent­schei­dung Be­zug ge­nom­men.

Ge­gen die­ses Ur­teil hat die Be­klag­te in­ner­halb der zur Nie­der­schrift über die Be­ru­fungs­ver­hand­lung vom 09. Au­gust 2010 fest­ge­stell­ten und dort er­sicht­li­chen Fris­ten Be­ru­fung ein­ge­legt.

Die Be­klag­te äußert die Mei­nung, das Ar­beits­ge­richt ha­be der Kläge­rin ei­nen Schmer­zens­geld­an­spruch zu­ge­spro­chen, der zum ei­nen dem Grun­de nach nicht be­ste­he, zum an­de­ren al­ler­dings in der Höhe in kei­ner Wei­se nach­voll­zieh­bar sei. Das Ar­beits­ge­richt ha­be die Vor­aus­set­zun­gen des Schmer­zens­geld­an­spru­ches nach § 823 Abs. 2 BGB iVm Art. 1 und 2 GG falsch an­ge­wandt. Zwar führe das Ar­beits­ge­richt zu Recht aus, dass nach ständi­ger Recht­spre­chung des BGH bei ei­ner schwer­wie­gen­den Persönlich­keits­rechts­ver­let­zung auch ein Er­satz des im­ma­te­ri­el­len Scha­dens durch Zah­lung ei­nes Schmer­zens­gel­des be­ste­hen kann. Ei­nen sol­chen schwer­wie­gen­den Ein­griff in das all­ge­mei­ne Persönlich­keits­recht ha­be das Ar­beits­ge­richt je­doch nicht fest­zu­stel­len ver­mocht, je­den­falls ha­be es kei­ne Ausführun­gen hier­zu in das Ur­teil auf­ge­nom­men. Tatsächlich lie­ge ei­ne sol­che schwer­wie­gen­de Ver­let­zung des all­ge­mei­nen Persönlich­keits­rechts der Kläge­rin auch in kei­nem Fal­le vor. Nach dem Er­geb­nis der Be­weis­auf­nah­me ste­he fest, dass die in­stal­lier­te Ka­me­ra of­fen in­stal­liert war, kei­ne Bil­der an den Ser­ver der Be­klag­ten nach B oder sonst wo­hin über­tra­gen ha­be und auf den Ein­gangs­be­reich ge­rich­tet ge­we­sen sei. Zu­dem ha­be die Kläge­rin in dem Schrift­satz vom 9. Fe­bru­ar 2009 (auf S. 10) bestätigt, dass sie ge­wusst ha­be, dass die Über­wa­chungs­ka­me­ra nicht in Be­trieb ist.

Das Ar­beits­ge­richt ge­he wohl da­von aus – so die Ausführun­gen der Be­klag­ten -, dass es zur Ver­let­zung des all­ge­mei­nen Persönlich­keits­rechts aus­rei­che, wenn der Ar­beit­neh­mer da­mit rech­nen muss, am Ar­beits­platz dau­er­haft über­wacht zu wer­den.


- 7 -

Vor­lie­gend ha­be die Kläge­rin al­ler­dings da­mit zu kei­nem Zeit­punkt rech­nen müssen. Hin­zu­tre­ten müsse zu der rein sub­jek­ti­ven Auf­fas­sung des ver­meint­li­chen Geschädig­ten auch ein ob­jek­ti­ver, dem ver­meint­li­chen Schädi­ger zu­re­chen­ba­rer An­halts­punkt. Hier­an feh­le es. Die Be­klag­te ha­be dar­ge­legt, dass sie die ausführen­de Fir­ma be­auf­tragt hat­te, den Ein­gangs-/Be­spre­chungs­be­reich zu über­wa­chen. Es man­ge­le auch am Ver­schul­den der Be­klag­ten. Das Ar­beits­ge­richt ha­be hier­zu kei­ne Ausführun­gen ge­macht. Die Be­klag­te tref­fe an der von der Kläge­rin ge­ge­be­nen­falls rein sub­jek­tiv gefühl­ten Persönlich­keits­be­ein­träch­ti­gung kein Ver­schul­den. Es könne in­so­weit auch nicht un­berück­sich­tigt blei­ben, dass die Be­klag­te der die Vi­deo­ka­me­ra in­stal­lie­ren­den Fir­ma den Auf­trag er­teilt ha­be, nicht die Ar­beitsplätze, son­dern aus­sch­ließlich den Ein­gangs­be­reich zu er­fas­sen.

Die Be­klag­te meint wei­ter, die Ver­let­zung des Persönlich­keits­rechts sei je­den­falls nicht rechts­wid­rig. Es bestünden Recht­fer­ti­gungs­gründe und die Kläge­rin ha­be in die Ka­me­raüber­wa­chung ein­ge­wil­ligt. Die Rechts­wid­rig­keit bei Ver­let­zung des all­ge­mei­nen Persönlich­keits­rechts müsse durch ei­ne be­son­de­re Wer­tung im Sin­ne ei­ner Güter- und In­ter­es­sen­abwägung fest­ge­stellt wer­den. Da­bei kom­me es ins­be­son­de­re dar­auf an, ob das scha­den­sursächli­che Ver­hal­ten als sol­ches ge­gen Ge­bo­te der ge­sell­schaft­li­chen Rück­sicht­nah­me ver­s­toße. Zu berück­sich­ti­gen sei, dass es in der Ver­gan­gen­heit in ver­schie­de­nen Nie­der­las­sun­gen zu Überg­rif­fen auf Ar­beit­neh­mer ge­kom­men sei.

Die Be­klag­te ver­weist wei­ter dar­auf, dass sie in den Nie­der­las­sun­gen re­gelmäßig höhe­re Geld­beträge vorrätig hal­te für Fahrt­kos­ten und ge­ge­be­nen­falls Vorschüsse, zu zah­len an die Leih­ar­beit­neh­mer. Wenn ei­ne Bank ein be­gründe­tes In­ter­es­se dar­an ha­be, den Schal­ter­raum durch Ka­me­ras zu si­chern, müsse dies auch für die Be­klag­te gel­ten. Im Rah­men der Güter- und In­ter­es­sen­abwägung sei wei­ter zu berück­sich­ti­gen, dass der Kläge­rin of­fen­sicht­lich zeit­nah mit­ge­teilt wor­den sei, dass die Ka­me­ras nicht funk­tio­nie­ren.

Sch­ließlich ha­be das Ar­beits­ge­richt auch ver­kannt, dass die Kläge­rin of­fen­sicht­lich in die In­stal­la­ti­on der Ka­me­ra ein­ge­wil­ligt ha­be. Ei­ne Ein­wil­li­gung könne nach all­ge­mei­ner Auf­fas­sung auch kon­klu­dent bzw. still­schwei­gend erklärt wer­den. Die Kläge­rin ha­be kon­klu­dent ein­ge­wil­ligt, weil sie es un­ter­las­sen ha­be, ge­genüber der Geschäftsführung oder ih­rem di­rek­ten Vor­ge­setz­ten mit­zu­tei­len, dass sie mit der In­stal­la­ti­on der Ka­me­ra nicht ein­ver­stan­den ist. Die Kläge­rin ha­be sich nicht mit der kla­ren Auf­for­de­rung an die


- 8 -

Be­klag­te ge­wandt, die Ka­me­ra nicht zu in­stal­lie­ren. Hier­in lie­ge auch ein Mit­ver­schul­den der Kläge­rin am Scha­den­s­ein­tritt. Die Be­klag­te ha­be da­von aus­ge­hen müssen, dass die Kläge­rin im ei­ge­nen In­ter­es­se die In­stal­la­ti­on der Ka­me­ra wünsche. Die Be­klag­te bemängelt auch ei­ne feh­len­de In­di­vi­dua­li­sie­rung des Schmer­zens­gel­des. Das Ar­beits­ge­richt ha­be so­wohl der Kläge­rin, als auch der Kol­le­gin Schmer­zens­geld in glei­cher Höhe zu­ge­spro­chen. Die Kläge­rin ha­be auch zu den sie in­di­vi­du­ell be­tref­fen­den Be­ein­träch­ti­gun­gen nichts vor­ge­tra­gen. Die Be­klag­te ist der Mei­nung, das Schmer­zens­geld dürfe kei­nen Sank­ti­ons­cha­rak­ter ha­ben. Sie nimmt im Übri­gen Be­zug auf an­de­re Scha­dens­er­satz­be­rei­che und meint, die dort von der Rechts­spre­chung zu­ge­spro­che­nen Schmer­zens­geld­beträge zeig­ten, dass der vom Ar­beits­ge­richt zu­ge­spro­che­ne Be­trag über­zo­gen sei. Sie meint, dass wei­ter der Ver­schul­dens­maßstab und der Um­stand, dass die Ka­me­ra of­fen in­stal­liert wur­de, bei der Be­mes­sung des Schmer­zens­gel­des zu berück­sich­ti­gen sei. Wei­ter sei das Brut­to­mo­nats­ent­gelt als Maßstab für die Schmer­zens­geld­be­rech­nung her­an­zu­zie­hen.

Die Be­klag­te be­an­tragt,

un­ter Abände­rung des am 1. Sep­tem­ber 2009 verkünde­ten Teil­ur­teils des Ar­beits­ge­richts Wetz­lar zum Ak­ten­zei­chen 3 Ca 211/08 das Ur­teil auf­zu­he­ben und die Kla­ge ab­zu­wei­sen.

Die Kläge­rin bit­tet um Zurück­wei­sung der Be­ru­fung und ver­tei­digt das an­ge­grif­fe­ne Ur­teil un­ter Wie­der­ho­lung und Ver­tie­fung ih­res erst­in­stanz­li­chen Vor­trags.

We­gen des wei­te­ren Vor­trags der Par­tei­en in der Be­ru­fungs­in­stanz wird auf die Be­ru­fungs­be­gründung vom 09. De­zem­ber 2009 (Bl. 297 - 320 d.A.) und den wei­te­ren Schrift­satz der Be­klag­ten vom 16. März 2010 (Bl. 352 - 355 d.A.) so­wie die Be­ru­fungs­be­ant­wor­tung vom 19. Fe­bru­ar 2010 (Bl. 336 - 344 d.A.) ver­wie­sen.

Ent­schei­dungs­gründe

I.

 


- 9 -

Die Be­ru­fung der Be­klag­ten ge­gen das Teil-Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Wetz­lar vom 1. Sep­tem­ber 2009 – 3 Ca 211/08 – ist gemäß §§ 8 Abs. 2, 64 Abs. 2 lit. b ArbGG statt­haft. Sie ist form- und frist­ge­recht ein­ge­legt so­wie recht­zei­tig und ord­nungs­gemäß be­gründet wor­den (§§ 66 Abs. 1 ArbGG, 519, 520 ZPO). Das Be­ru­fungs­ge­richt geht da­bei in Aus­le­gung des An­tra­ges der Be­klag­ten in der Be­ru­fungs­in­stanz da­von aus, dass das Teil-Ur­teil des Ar­beits­ge­rich­tes nur hin­sicht­lich der Ver­ur­tei­lung der Be­klag­ten zur Zah­lung ei­ner Gel­dentschädi­gung an die Kläge­rin in Höhe von € 15.000,00 an­ge­grif­fen wor­den ist.

II.

In der Sa­che ist die Be­ru­fung der Be­klag­ten teil­wei­se be­gründet. Das Be­ru­fungs­ge­richt folgt dem Ar­beits­ge­richt dar­in, dass der Kläge­rin auf­grund Ver­let­zung ih­res all­ge­mei­nen Persönlich­keits­rech­tes durch die Be­klag­te dem Grun­de nach ein Schmer­zens­geld­an­spruch zu­steht. Das Be­ru­fungs­ge­richt folgt dem Ar­beits­ge­richt je­doch nicht im Hin­blick auf die Höhe des der Kläge­rin zu­ge­spro­che­nen Schmer­zens­geld­an­spru­ches. Viel­mehr ist ein Schmer­zens­geld­an­spruch in Höhe von € 7.000,00 an­ge­mes­sen.

Da­bei folgt die Be­ru­fungs­kam­mer in je­der Hin­sicht der 6. Kam­mer des Hes­si­schen Lan­des­ar­beits­ge­richts, die in der Par­al­lel­sa­che 6 Sa 1587/09 durch Ur­teil vom 14. Ju­li 2010 über die Be­ru­fung der Be­klag­ten ge­gen die Kol­le­gin der Kläge­rin ent­schie­den und in den Ur­teils­gründen fol­gen­des aus­geführt hat:

„Ein An­spruch auf Gel­dentschädi­gung we­gen Ver­let­zung des all­ge­mei­nen Persönlich­keits­rech­tes setzt nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­ho­fes für Zi­vil­sa­chen (BGH, Ur­teil vom 05.10.2004 – VI ZR 255/03 – NJW 2005, 215ff.) vor­aus, dass ei­ne schwer­wie­gen­de Ver­let­zung des all­ge­mei­nen Persönlich­keits­rech­tes vor­liegt, bei wel­cher die Be­ein­träch­ti­gung nach der Art der Ver­let­zung nicht in an­de­rer Wei­se durch Ge­nug­tu­ung, Un­ter­las­sung, Ge­gen­dar­stel­lung oder Wi­der­ruf be­frie­di­gend aus­ge­gli­chen wer­den kann. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt und der BGH se­hen den An­spruch auf ei­ne Gel­dentschädi­gung we­gen ei­ner Ver­let­zung des Persönlich­keits­rech­tes als ein Recht an, das auf den Schutz­auf­trag aus Art. 1 und 2 Abs. 1 GG zurück­geht. Der An­spruch wird aus § 823 Abs. 1 BGB iVm Art. 1 und 2 GG her­ge­lei­tet (vgl. BGH, Ur­teil vom 05.10.2004 – VI ZR 255/03 – a.a.O. un­ter II.1 der Gründe). Nach der
 


- 10 -

Recht­spre­chung des BGH be­gründet ei­ne Ver­let­zung des all­ge­mei­nen Persönlich­keits­rechts ei­nen An­spruch auf ei­ne Gel­dentschädi­gung, wenn es sich um ei­nen schwer­wie­gen­den Ein­griff han­delt und die Be­ein­träch­ti­gung nicht in an­de­rer Wei­se be­frie­di­gend aus­ge­gli­chen wer­den kann. Das hängt ins­be­son­de­re von der Be­deu­tung und Trag­wei­te des Ein­griffs, fer­ner vom An­lass und Be­weg­grund des Han­deln­den, so­wie von dem Grad des Ver­schul­dens ab. Da­bei zählt zum all­ge­mei­nen Persönlich­keits­recht auch das Recht am ei­ge­nen Bild. Es gehört zum Selbst­be­stim­mungs­recht ei­nes je­den Men­schen, darüber zu ent-schei­den, ob Film­auf­nah­men von ihm ge­macht und mögli­cher­wei­se ge­gen ihn ver­wen­det wer­den dürfen. Das Recht am ei­ge­nen Bild ist nicht auf be­stimm­te Ört­lich­kei­ten be­schränkt. So un­terfällt nicht erst die Ver­wer­tung, son­dern be­reits die Her­stel­lung von Ab­bil­dun­gen dem Schutz des all­ge­mei­nen Persönlich­keits­rechts (vgl. BAG, Be­schluss vom 29.06.2004 – 1 ABR 21/03 – AP Nr. 41 zu § 87 Be­trVG 1972 Über­wa­chung un­ter I.2b der Gründe und BAG, Be­schluss vom 26.08.2008 – 1 ABR 16/07 – AP Nr. 54 zu § 75 Be­trVG 1972 un­ter II.2a der Gründe). Ei­ne wie­der­hol­te und hartnäcki­ge Ver­let­zung des Rechts am ei­ge­nen Bild, die um des wirt­schaft­li­chen Vor­teils wil­len er­folgt, kann sich als schwe­re, ei­nen An­spruch auf Gel­dentschädi­gung recht­fer­ti­gen­de Ver­let­zung des all­ge­mei­nen Persönlich­keits­rechts des Be­trof­fe­nen dar­stel­len. Da­bei reicht es nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts auch aus, wenn der Ar­beit­neh­mer, oh­ne dass die Vi­deo­ka­me­ra tatsächlich Auf­zeich­nun­gen er­zeugt, al­lein durch die Un­ge­wiss­heit darüber, ob die sicht­bar an­ge­brach­te Vi­deo­ka­me­ra auf­zeich­net oder nicht, ei­nem ständi­gen An­pas­sungs­druck aus­ge­setzt ist (vgl. BAG, Be­schluss vom 29.06.2004 – 1 ABR 21/03 – a.a.O. un­ter II.1 der Gründe). Das Bun­des­ar­beits­ge­richt nimmt hier auf das Volkszählungs­ur­teil des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­rich­tes vom 15. De­zem­ber 1983 – 1 BvR 209/83 (BVerfGE 65, 1, 42 un­ter C II.1a der Gründe) Be­zug und führt aus, dass das als Teil des all­ge­mei­nen Persönlich­keits­rechts gewähr­leis­te­te Recht auf in­for­ma­tio­nel­le Selbst­be­stim­mung un­ter den Be­din­gun­gen der au­to­ma­ti­schen Da­ten­ver­ar­bei­tun­gen in be­son­de­rem Maße des Schut­zes be­darf. Das all­ge­mei­ne Persönlich­keits­recht sei vor al­lem des­halb be­son­ders gefähr­det, weil mit die­ser Tech­nik In­for­ma­tio­nen über be­stimm­te Per­so­nen grundsätz­lich un­be­grenzt spei­cher­bar und je­der­zeit ab­ruf­bar sind und mit an­de­ren Da­ten­samm­lun­gen zu ei­nem Persönlich­keits­bild zu­sam­men­gefügt wer­den können, oh­ne dass der Be­trof­fe­ne des­sen Rich­tig­keit und Ver­wen­dung zu­rei­chend kon­trol­lie­ren kann. Die­se tech­ni­schen Möglich­kei­ten sei­en ge­eig­net, bei den be­trof­fe­nen Per­so­nen ei­nen psy­chi­schen An­pas­sungs­druck zu er­zeu­gen, durch den sie in ih­rer Frei­heit, aus ei­ge­ner Selbst­be­stim­mung zu pla­nen und zu ent­schei­den, we­sent­lich ge­hemmt wer­den. "Wer un­si­cher ist, ob ab­wei­chen­de Ver­hal­tens­wei­sen je­der­zeit no­tiert oder als In­for­ma­ti­on dau­er­haft ge­spei­chert, ver­wen­det oder wei­ter­ge­ge­ben wer­den, wird ver­su­chen, nicht durch sol­che Ver­hal­tens­wei­sen auf­zu­fal­len". Die da­mit ver­bun­de­nen Ein­schränkun­gen der in­di­vi­du­el­len Ent­wick­lungs­chan­cen des ein­zel­nen be­ein­träch­ti­gen zu­gleich auch das Ge­mein­wohl, "weil Selbst­be­stim­mung ei­ne ele­men­ta­re Funk­ti­ons­be­din­gung ei­nes auf Hand­lungsfähig­keit und Mit­wir­kungsfähig­keit sei­ner Bürger be­gründe­ten frei­heit­li­chen de­mo­kra­ti­schen Ge­mein­we­sens" ist (so das BAG im An­schluss an das BVerfG). Dem folgt das Be­ru­fungs­ge­richt voll und ganz.


Da außer­halb des Kern­be­reichs pri­va­ter Le­bens­ge­stal­tung das all­ge­mei­ne Persönlich­keits­recht al­ler­dings nur in den Schran­ken der ver­fas­sungsmäßigen Ord­nung ga­ran­tiert ist (vgl. BAG, Be­schluss vom 29.06.2004 – 1 ABR 21/03 - a.a.O. un­ter I.2c der Gründe und BAG, Be­schluss vom 26.08.2008 – 1 ABR 16/07 – a.a.O. un­ter II.2b der Gründe), kann es Be­schränkun­gen durch die recht­lich geschütz­ten Be­lan­ge an­de­rer Grund­recht­sträger er­fah­ren. Der Ein­griff muss aber,
 


- 11 -

so­fern er nicht durch ei­ne aus­drück­li­che ge­setz­li­che Re­ge­lung ge­stat­tet ist, durch schutzwürdi­ge Be­lan­ge an­de­rer Grund­recht­sträger, z.B. des Ar­beit­ge­bers, ge­recht­fer­tigt sein. Bei ei­ner Kol­li­si­on des all­ge­mei­nen Persönlich­keits­rechts mit den schutzwürdi­gen In­ter­es­sen des Ar­beit­gerbers ist ei­ne Güter­abwägung un­ter Berück­sich­ti­gung der Umstände des Ein­zel­falls er­for­der­lich. Das zulässi­ge Maß ei­ner Be­schränkung des all­ge­mei­nen Persönlich­keits­rechts be­stimmt sich nach dem Grund­satz der Verhält­nismäßig­keit. Da­bei muss die vom Ar­beit­ge­ber ge­trof­fe­ne Maßnah­me – hier das An­brin­gen von Vi­deoüber­wa­chungs­ka­me­ras – ge­eig­net, er­for­der­lich und un­ter Berück­sich­ti­gung der gewähr­leis­te­ten Frei­heits­rech­te an­ge­mes­sen sein, um den er­streb­ten Zweck zu er­rei­chen. Ge­setz­lich er­laubt ist ei­ne Vi­deoüber­wa­chung nicht. Ei­ne Recht­fer­ti­gung folgt ins­be­son­de­re nicht aus § 6b Abs. 1 BDSG. die Vor­schrift re­gelt nur die Be­ob­ach­tung öffent­lich zugäng­li­cher Räume und fin­det auf Vi­deoüber­wa­chung am Ar­beits­platz je­den­falls dann kei­ne An­wen­dung, wenn die­ser nicht öffent­lich zugäng­lich ist. Öffent­lich zugäng­lich sind nur sol­che Räume, die ih­rem Zweck nach da­zu be­stimmt sind, von ei­ner un­be­stimm­ten Zahl oder nach nur all­ge­mei­nen Merk­ma­len be­stimm­ten Per­so­nen be­tre­ten und geschützt zu wer­den. Die Ge­set­zes­be­gründung nennt bei­spiels­wei­se Bahn­stei­ge, Aus­stel­lungsräume ei­nes Mu­se­ums, Ver­kaufsräume und Schal­ter­hal­len. Nicht öffent­lich zugäng­lich sind dem­ge­genüber Räume, die nur von ei­nem be­stimm­ten Per­so­nen­kreis be­tre­ten wer­den dürfen.

Un­ter Zu­grun­de­le­gung die­ser Maßstäbe ist fest­zu­stel­len, dass die Be­klag­te das all­ge­mei­ne Persönlich­keits­recht der Kläge­rin ver­letzt hat. Ver­letzt ist das Recht der Kläge­rin am ei­ge­nen Bild als Teil des all­ge­mei­nen Persönlich­keits­rechts bzw. das Recht der Kläge­rin auf in­for­ma­tio­nel­le Selbst­be­stim­mung als Teil des all­ge­mei­nen Persönlich­keits­rechts. Un­er­heb­lich dafür ist, ob die von der Vi­deo­ka­me­ra emp­fan­ge­nen Licht­si­gna­le über ein Vi­deo­si­gnal oder ein Com­pu­ter­si­gnal auf ei­nem Mo­ni­tor oder Auf­zeich­nungs­gerät der Be­klag­ten in der Haupt­ver­wal­tung oder auf C als Bild tatsächlich auf­ge­zeich­net wur­den. Es reicht für die Ver­let­zung des all­ge­mei­nen Persönlich­keits­rech­tes der Kläge­rin in­so­weit aus, dass sie un­ter ei­nem ständi­gen Über­wa­chungs­druck stand. Die­ser Über­wa­chungs­druck be­stand schon auf­grund des Vor­han­den­seins der Vi­deo­ka­me­ra, die auch funk­tio­niert hat, was durch ein Licht­si­gnal an der Ka­me­ra für die Kläge­rin an­ge­zeigt wur­de bzw. was sich für die Kläge­rin auch dar­aus er­schloss, dass der die Ka­me­ra in­stal­lie­ren­de Mon­teur auf sei­nem Lap­top de­mons­triert hat, dass über die Vi­deo­ka­me­ra Bil­der auf­ge­nom­men wer­den können. Für das Be­ru­fungs­ge­richt steht wei­ter auch fest, dass der Kläge­rin nicht mit­ge­teilt wor­den ist, dass die Vi­deo­ka­me­ra in dem Sin­ne nicht funk­tio­niert, als die Be­klag­te kei­ne Bil­der emp­fan­gen kann. Die Be­klag­te un­ter­stellt ei­ne sol­che Mit­tei­lung auf­grund der schriftsätz­li­chen Ein­las­sung der Kläge­rin im vor­lie­gen­den Pro­zess im Schrift­satz des Kläger­ver­tre­ters vom 9. Fe­bru­ar 2009. Die­ser Schrift­satz stellt je­doch die Re­plik auf den Schrift­satz der Be­klag­ten vom 10. De­zem­ber 2008 dar, in dem die Be­klag­te be­haup­te­te, dass die Ka­me­ra nicht funk­tio­nier­te. Die Kläge­rin hat in ih­rer schriftsätz­li­chen Äußerung le­dig­lich rhe­to­risch zur Stützung ih­rer recht­li­chen Ar­gu­men­ta­ti­on die­se Be­haup­tung der Be­klag­ten auf­ge­grif­fen. Die Be­klag­te selbst hat nicht vor­ge­tra­gen, wann und wer der Kläger erklärt ha­be, dass und in wel­cher Wei­se die Vi­deo­ka­me­ra nicht funk­tio­niert. Hier­zu wäre die Be­klag­te als die­je­ni­ge Par­tei, die über die­se Wahr­neh­mun­gen verfügt, aber un­schwer in der La­ge. Außer­dem hat der Zeu­ge F in sei­ner Ver­neh­mung vor dem Ar­beits­ge­richt bestätigt, dass auf dem Rech­ner in der Fi­lia­le in A die von der Vi­deo­ka­me­ra auf­ge­nom­me­nen Licht­si­gna­le in Form von auf­ge­nom­me­nen Bil­dern sicht­bar ge­macht wer­den konn­ten. Über den Rech­ner in A

- 12 -

hätte die Be­klag­te die­se Bil­der al­so auch auf ei­ne Auf­zeich­nungs­gerät über­tra­gen und ein­se­hen können.

Der ständi­ge Über­wa­chungs­druck der Kläge­rin als Ver­let­zung ih­res all­ge­mei­nen Persönlich­keits­rech­tes entfällt auch nicht da­durch, dass die Be­klag­te die Ka­me­ra aus­sch­ließlich auf den Ein­gangs- und Be­spre­chungs­be­reich aus­ge­rich­tet wis­sen woll­te. Zwar bestätigt der Zeu­ge F in sei­ner Aus­sa­ge vor dem Ar­beits­ge­richt, dass die Ka­mer­a­po­si­ti­on so war, dass der Zoom auf den Ein­gangs­be­reich ge­rich­tet war, dass al­ler­dings der Nei­gungs­win­kel der Vi­deo­ka­me­ra ver­stell­bar war und da­mit auch an­de­re Be­rei­che hätten er­fasst wer­den können. Des­sen un­ge­ach­tet ist nicht er­sicht­lich, wor­aus die Kläge­rin hätte ent­neh­men können – ent­we­der auf­grund des An­brin­gungs­or­tes der Ka­me­ra oder auf­grund sons­ti­ger Umstände -, dass ihr Ar­beits­be­reich in kei­ner Wei­se von der Vi­deo­ka­me­raüber­wa­chung er­fasst wer­den kann. Dies hätte zum Bei­spiel durch die Auf­zeich­nung der auf­ge­nom­me­nen Bil­der auf ei­nen für die Kläge­rin ein­seh­ba­ren Mo­ni­tor ge­sche­hen können. Hätte die Kläge­rin auf­grund der Bil­der auf die­sem Mo­ni­tor er­ken­nen können, dass aus­sch­ließlich der Ein­gangs­be­reich und der Be­spre­chungs­be­reich von der Ka­me­ra auf­ge­zeich­net wer­den, wäre der An­pas­sungs­druck ent­fal­len. So be­stand er al­lein auf­grund der an­ge­brach­ten Ka­me­ra, die für die Kläge­rin er­kenn­bar auf­zeich­ne­te, fort. Ent­ge­gen der An­sicht der Be­klag­ten trifft die­se an der Ver­let­zung des all­ge­mei­nen Persönlich­keits­rechts der Kläge­rin auch ein Ver­schul­den. Die Be­klag­te hat die In­stal­la­ti­on der Vi­deo­ka­me­ra ver­an­lasst. Sie hat da­bei nicht dafür Sor­ge ge­tra­gen, dass die Ar­beit­neh­mer er­ken­nen können, dass ihr Ar­beits­be­reich von die­ser Vi­deo­ka­me­ra nicht er­fasst wird. Wie be­reits aus­geführt, hätte dies zum Bei­spiel durch das In­stal­lie­ren ei­nes Mo­ni­tors ge­sche­hen können, in dem die Ar­beit­neh­mer je­der­zeit hätten er­ken­nen können, was über die Vi­deo­ka­me­ra auf­ge­nom­men wird. Da­bei hat die Be­klag­te, wenn nicht vorsätz­lich, so doch zu­min­dest grob fahrlässig ge­han­delt. Die Be­klag­te hat da­bei zu­min­dest vorsätz­lich in­so­weit ge­han­delt, als auch bei be­wuss­ter Aus­rich­tung der Ka­me­ra auf den Be­spre­chungs­be­reich die Kläge­rin, so­fern sie sich im Be­spre­chungs­be­reich zur Erfüllung ih­rer Ar­beits­leis­tung auf­ge­hal­ten hat, über­wacht wird.

Die Ver­let­zung des all­ge­mei­nen Persönlich­keits­rechts er­folg­te vor­lie­gend auch rechts­wid­rig. Ei­ne Be­schränkung des all­ge­mei­nen Persönlich­keits­rechts der Kläge­rin war durch schützens­wer­te Be­lan­ge der Be­klag­ten nicht ge­recht­fer­tigt. Da­bei kann da­hin­ste­hen, ob die An­brin­gung der Vi­deo­ka­me­ra al­lein zur Ab­schre­ckung von Überg­rif­fen von un­zu­frie­de­nen Leih­ar­beit­neh­mern bzw. zur Ab­schre­ckung von Überfällen durch Dro­gen­abhängi­ge (so die von der Be­klag­ten ge­schil­der­ten Vorfälle) ge­eig­net und er­for­der­lich war. Die An­brin­gung der Vi­deo­ka­me­ra un­ter In­k­auf­nah­me, dass auch die Ar­beit­neh­mer sich ei­nem ständi­gen Über­wa­chungs­druck aus­ge­setzt sa­hen, war je­den­falls un­verhält­nismäßig im en­ge­ren Sin­ne. Sie setz­te die Kläge­rin als un­verdäch­ti­ge Drit­te ei­nem Dau­erüber­wa­chungs­druck aus. Die Rechts­wid­rig­keit des Ver­hal­tens der Be­klag­ten schei­tert auch nicht des­halb, weil die Kläge­rin in die Über­wa­chung ein­ge­wil­ligt hat. Die Be­klag­te als in­so­weit dar­le­gungs- und be­weis­be­las­te­te Par­tei (vgl. Pa­landt, Kom­men­tar zum Bürger­li­chen Ge­setz, 68. Aufl., § 823 Rn. 80) hat ei­ne ex­pli­zi­te oder kon­klu­den­te Ein­wil­li­gung nicht dar­ge­legt. Die Be­klag­te hat in­so­weit nur un­ter Be­weis­an­tritt vor­ge­tra­gen, dass die Kläge­rin ge­genüber dem Zeu­gen D bzw. ge­genüber der Geschäfts­lei­tung kei­nen Ein­spruch ge­gen die Ka­me­ra er­ho­ben ha­be und nicht dar­um ge­be­ten ha­be, die Ka­me­ra zu de­instal­lie­ren. Ge­gen ei­ne Ein­wil­li­gung der Kläge­rin spricht schon, dass die­se noch am 18. Au­gust 2008 anläss­lich ei­ner Schu­lung bei dem Zeu­gen D nach dem Zweck der Ka­me­ra ge­fragt hat. Außer­dem sag­te die Zeu­gin Fi­scher in der Be­weis­auf­nah­me vor dem
 


- 13 -

Ar­beits­ge­richt vom 28. Ju­li 2009 aus, dass die Kläge­rin und die Zeu­gin den Nie­der­las­sungs­lei­ter E öfter auf die Ka­me­ra an­ge­spro­chen hätten und ihm ge­sagt hätten, dass man sich da­bei nicht wohl fühle.

Es muss im Streit­fall auch ei­ne schwer­wie­gen­de Ver­let­zung des all­ge­mei­nen Persönlich­keits­rechts be­jaht wer­den. Es hat nämlich ei­ne wie­der­hol­te und hartnäcki­ge Ver­let­zung des Rech­tes der Kläge­rin am ei­ge­nen Bild bzw. auf in­for­ma­tio­nel­le Selbst­be­stim­mung statt­ge­fun­den. Dies, ob­wohl die Be­klag­te auf­grund des Ur­teils des Ar­beits­ge­rich­tes B vom 4. Ju­ni 2008 be­reits in Kennt­nis da­von ge­setzt war, dass die An­brin­gung ei­ner Über­wa­chungs­ka­me­ra mit dem all­ge­mei­nen Persönlich­keits­recht des Ar­beit­neh­mers un­ver­ein­bar ist. Die Schwe­re der Ver­let­zung des Persönlich­keits­rechts, die auch maßge­bend für die Höhe der Entschädi­gung ist, be­ur­teilt sich nach Art, Be­deu­tung und Trag­wei­te (Tie­fe und Nach­wir­kung) des Ein­griffs, An­lass und Be­weg­grund des Han­deln­den so­wie dem Grad sei­nes Ver­schul­dens und die Qua­lität des durch das all­ge­mei­ne Persönlich­keits­recht geschütz­ten Be­reichs (vgl. BGH, Ur­teil vom 05.10.2004 – VI ZR 255/03 – a.a.O.). Das Be­ru­fungs­ge­richt schließt sich in­so­weit der Wer­tung des Ar­beits­ge­richts B an, dass die Be­klag­te we­der die dor­ti­ge Kla­ge, noch den Aus­gang des dor­ti­gen Ver­fah­rens zum An­lass ge­nom­men hat, die Vi­deo­ka­me­ra zu­min­dest vorüber­ge­hend zu de­instal­lie­ren. Die Be­klag­te nimmt im Ge­gen­teil die Verhängung der Ka­me­ra zum An­lass, die Kläge­rin von der Ar­beits­leis­tung frei­zu­stel­len und ih­rer Kol­le­gin ei­nen Auf­he­bungs­ver­trag an­zu­bie­ten. Die Be­klag­te hat die Ver­let­zung des Persönlich­keits­rech­tes der Kläge­rin da­mit wie­der­holt und in hartnäcki­ger Wei­se be­gan­gen.

Die Zu­bil­li­gung ei­ner Gel­dentschädi­gung im Fal­le ei­ner schwe­ren Persönlich­keits­rechts­ver­let­zung be­ruht auf dem Ge­dan­ken, dass oh­ne ei­nen sol­chen An­spruch Ver­let­zun­gen der Würde und Eh­re des Men­schen häufig oh­ne Sank­ti­on blie­ben mit der Fol­ge, dass der Rechts­schutz der Persönlich­keit verkümmern würde. Bei die­ser Entschädi­gung steht – an­ders als beim Schmer­zens­geld – re­gelmäßig der Ge­sichts­punkt der Ge­nug­tu­ung des Op­fers im Vor­der­grund. Außer­dem soll sie der Präven­ti­on die­nen (vgl. BGH, Ur­teil vom 05.10.2004 – VI ZR 255/03 - a.a.O. un­ter II.1 der Gründe). Da­bei wer­den nach der ständi­gen Recht­spre­chung auch des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­rich­tes (vgl. BVerfGE 34, 269, 293) auch pöna­le Ele­men­te als mit dem im­ma­tie­rel­len Scha­dens­er­satz­an­spruch ver­ein­bar an­ge­se­hen. Un­ter Be­ach­tung die­ser Ge­sichts­punk­te, ei­ner­seits dem Op­fer ei­ne Ge­nug­tu­ung zu ver­schaf­fen und an­de­rer­seits zu ei­ner Präven­ti­on bei­zu­tra­gen, er­scheint un­ter wei­te­rer Berück­sich­ti­gung der Be­deu­tung und Trag­wei­te des Ein­griffs, des An­las­ses und Be­weg­grun­des des Han­deln­den so­wie des Gra­des des Ver­schul­dens des Schädi­gers ei­ne Gel­dentschädi­gung in Höhe von € 7.000,00 ge­bo­ten. Ein Mit­ver­schul­den der Kläge­rin, wel­ches zum Aus­schluss bzw. zur Min­de­rung der Gel­dentschädi­gung führen könn­te, be­steht nicht. Nach der Aus­sa­ge der Zeu­gin Fi­scher ha­ben sich die Kläge­rin und die Zeu­gin sehr wohl ge­gen die Vi­deo­ka­me­ra ge­wandt. Dies wird auch durch das un­strei­ti­ge Gespräch anläss­lich der Schu­lung am 18. Au­gust 2008 zwi­schen der Kläge­rin und der Zeu­gin ei­ner­seits und dem Zeu­gen D an­de­rer­seits bestätigt, wo die Kläge­rin nach dem Zweck der Über­wa­chungs­ka­me­ra frag­te. Die Be­klag­te be­durf­te auch nicht des Hin­wei­ses der Ar­beit­neh­me­rin­nen, um hin­sicht­lich ei­ner mögli­chen Persönlich­keits­rechts­ver­let­zung durch An­brin­gung der Vi­deo­ka­me­ra am 2. Ju­ni 2008 ein Pro­blem­be­wusst­sein zu ent­wi­ckeln. Das be­reits ge­nann­te Ver­fah­ren vor dem Ar­beits­ge­richt B, das schon am 4. Ju­ni 2008 mit ei­nem auf Zah­lung ei­ner Gel­dentschädi­gung von € 25.000,00 lau­ten­den Ur­teil en­de­te, hätte für die Be­klag­te An­lass ge­nug zur Über­prüfung ih­res Ver­hal­tens sein können.
 


- 14 -

Der An­spruch ist nicht we­gen Nicht­ein­hal­tung der ar­beits­ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Aus­schluss­frist er­lo­schen. Die im For­mu­lar­ar­beits­ver­trag der Par­tei­en ver­ein­bar­te Aus­schluss­frist ist nach § 307 Abs. 1 BGB un­wirk­sam. Nach herr­schen­der Mei­nung verstößt die Aus­schluss­frist von we­ni­ger als drei Mo­na­ten ge­gen § 307 BGB (Er­fur­ter Kom­men­tar zum Ar­beits­recht, 8. Aufl., §§ 194-218, Rn. 46 m.w.N.).

Die­ser Be­gründung schließt sich die er­ken­nen­de 7. Kam­mer in vol­lem Um­fang an und macht sie sich zu ei­gen. Ei­ne Wie­der­ho­lung der wie­der­ge­ge­be­nen Gründe erübrigt sich da­her.

So­weit sich die 6. Kam­mer des Lan­des­ar­beits­ge­richts auf die Aus­sa­ge der Kläge­rin die­ses Ver­fah­rens als Zeu­gin im Rah­men der Be­weis­auf­nah­me vom 28. Ju­li 2009 be­ru­fen hat, kann dies hier in ent­spre­chen­der Wei­se für die Be­kun­dun­gen der Zeu­gin H, der Kol­le­gin der Kläge­rin, gel­ten. Denn die­se hat im Rah­men ih­rer Aus­sa­ge eben­so wie die Kläge­rin im Par­al­lel­ver­fah­ren glaub­haft bestätigt, dass bei­de Ar­beit­neh­me­rin­nen die Her­ren D und E auf die in­stal­lier­te Ka­me­ra an­ge­spro­chen ha­ben.

Sch­ließlich be­steht auch kein An­lass, bezüglich der Höhe der zu­ge­spro­che­nen Gel­dentschädi­gung von den Fest­stel­lun­gen der 6. Kam­mer ab­zu­wei­chen, denn die Persönlich­keits­rechts­ver­let­zung der Kläge­rin ent­sprach so­wohl hin­sicht­lich der Dau­er als auch hin­sicht­lich der In­ten­sität ge­nau der­je­ni­gen bei der Kol­le­gin H der Kläge­rin.

III.

Da die Par­tei­en im Be­ru­fungs­ver­fah­ren teil­wei­se ob­sieg­ten, teil­wei­se un­ter­la­gen, wa­ren die Kos­ten ge­gen­ein­an­der auf­zu­he­ben, § 92 Abs. 1 Satz 1 ZPO. Über die Kos­ten des erst­in­stanz­li­chen Ver­fah­rens wird das Ar­beits­ge­richt im Rah­men des Schlus­s­ur­teils zu ent­schei­den ha­ben.

Für die Zu­las­sung des Rechts­mit­tels der Re­vi­si­on gemäß § 72 Abs. 2 ArbGG be­stand kei­ne ge­setz­lich be­gründ­ba­re Ver­an­las­sung.

- 15 -

---

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 


zur Übersicht 7 Sa 1586/09  

Kontakt

Sie erreichen uns jeweils von Montag bis Freitag in der Zeit
von 09:00 bis 19:00 Uhr:

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Berlin

Lützowstraße 32
10785 Berlin

Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499

E-Mail: berlin@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Christoph Hildebrandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rechtsanwältin Nina Wesemann
Fachanwältin für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Frankfurt am Main

Schumannstraße 27
60325 Frankfurt am Main

Telefon: 069 - 71 03 30 04
Telefax: 069 - 71 03 30 05

E-Mail: frankfurt@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwältin Maike Roters
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Fachanwältin für Sozialrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hamburg

Neuer Wall 10
20354 Hamburg

Telefon: 040 - 69 20 68 04
Telefax: 040 - 69 20 68 08

E-Mail: hamburg@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwalt Sebastian Schroeder
Fachanwalt für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hannover

Georgstraße 38
30159 Hannover

Telefon: 0511 - 899 77 01
Telefax: 0511 - 899 77 02

E-Mail: hannover@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Nina Wesemann
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Christoph Hildebrandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Köln

Hohenstaufenring 62
50674 Köln

Telefon: 0221 - 709 07 18
Telefax: 0221 - 709 07 31

E-mail: koeln@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwalt Thomas Becker

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwältin Maike Roters
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Fachanwältin für Sozialrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei München

Ludwigstraße 8
80539 München

Telefon: 089 - 21 56 88 63
Telefax: 089 -21 56 88 67

E-Mail: muenchen@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Nora Schubert

Rechtsanwalt Christoph Hildebrandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Nürnberg

Zeltnerstraße 3
90443 Nürnberg

Telefon: 0911 - 953 32 07
Telefax: 0911 - 953 32 08

E-Mail: nuernberg@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Nora Schubert

Rechtsanwalt Christoph Hildebrandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Stuttgart

Königstraße 10c
70173 Stuttgart

Telefon: 0711 - 470 97 10
Telefax: 0711 - 470 97 96

E-Mail: stuttgart@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Maike Roters
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Fachanwältin für Sozialrecht

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

Presse Karriere Links A bis Z Sitemap Impressum
Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880