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Volks­wa­gen be­kräf­tigt Job­si­cher­heit für Stamm­be­leg­schaft

Wir­bel um ei­nen mög­li­chen Kahl­schlag bei VW: Ein Me­di­en­be­richt legt na­he, beim Au­to­bau­er sei­en mehr als 10 000 Jobs sei­en in Ge­fahr. Der Kon­zern spricht von ei­ner Falsch­mel­dung

22.01.2016. (dpa) - Volks­wa­gen hat ei­nen an­geb­lich na­hen­den Ab­bau Tau­sen­der Ar­beits­plät­ze als falsch zu­rück­ge­wie­sen.

Das "Ma­na­ger Ma­ga­zin" be­rich­te­te, der Au­to­bau­er wol­le sei­nen Spar­kurs noch ver­schär­fen.

Da­mit stün­den "weit mehr als 10.000" Ar­beits­plät­ze auf dem Spiel.

Schon bis zur Jah­res­mit­te wol­le das VW-Ma­nage­ment bei der er­trags­schwa­chen Pkw-Kern­mar­ke "mas­siv" an die Jobs her­an.

Der Kon­zern teil­te da­zu am Don­ners­tag mit: "Wir wei­sen die­se Mel­dung strikt zu­rück. Wir ste­hen fest zu un­se­rer Stamm­be­leg­schaft."

Auch VW-Be­triebs­rats­chef Bernd Os­ter­loh zog ei­ne ro­te Li­nie: Vor­aus­set­zung für Team­work beim ge­wünsch­ten Spar­kurs sei "die Ga­ran­tie des Un­ter­neh­mens, dass die Be­schäf­ti­gung si­cher ist und bleibt". Bei der Volks­wa­gen-Mut­ter ge­nie­ßen rund 120.000 Men­schen ei­nen Haus­ta­rif­ver­trag. Es gilt ei­ne Be­schäf­ti­gungs­si­che­rung, die sich bis­her au­to­ma­tisch ver­län­gert. Theo­re­tisch könn­te sie von der Ar­beit­ge­ber­sei­te in­ner­halb be­stimm­ter Fris­ten ge­kün­digt wer­den.

Laut "Ma­na­ger Ma­ga­zin" ver­schärft der neue VW-Mar­ken­chef Her­bert Diess sei­nen Spar­kurs wei­ter und peilt schon für 2016 deut­li­che Sprün­ge bei der ren­di­te­schwa­chen Pkw-Kern­mar­ke an. Das Blatt schrieb, Diess wol­le da­her spä­tes­tens im Früh­som­mer "auch mas­siv an die Ar­beits­plät­ze her­an­ge­hen". Da­bei wer­de es kei­nes­falls rei­chen, die Axt nur bei den et­wa 7000 Leih­ar­bei­tern der Volks­wa­gen AG an­zu­set­zen. Es ge­he auch um fest be­schäf­tig­te Mit­ar­bei­ter der Stamm­be­leg­schaft. Die Re­de sei in­tern "von weit mehr als 10.000 ge­fähr­de­ten Jobs".

Mit­te No­vem­ber hat­te Diess der Deut­schen Pres­se-Agen­tur ge­sagt: "Ich se­he kei­ne Be­dro­hung für die Stamm­be­leg­schaft." Er kün­dig­te aber an, die Leih­ar­beit auf den Prüf­stand zu stel­len. Mit­te De­zem­ber hat­te das in Sach­sen ers­te Fol­gen: Die Ver­trä­ge von 600 Leih­ar­bei­tern am Stand­ort Zwi­ckau sol­len 2016 in zwei Stu­fen aus­lau­fen. Im Kon­zern sol­len nun Al­ter­na­ti­ven ge­sucht wer­den. Aus VW-Auf­sichts­rats­krei­sen ver­lau­te­te am Don­ners­tag, ein Job­ab­bau in der ge­nann­ten Di­men­si­on sei über­haupt kein The­ma.

Un­ter­des­sen will auch die EU die Auf­ar­bei­tung des VW-Ab­gas­skan­dals wei­ter vor­an­trei­ben. EU-In­dus­trie­kom­mis­sa­rin Elz­bie­ta Bi­en­kow­s­ka poch­te bei ei­nem Tref­fen mit Volks­wa­gen-Chef Mat­thi­as Mül­ler in Brüs­sel dar­auf, be­trof­fe­ne Volks­wa­gen-Kun­den in der EU ge­nau­so wie US-Kun­den zu ent­schä­di­gen. In den USA be­kom­men VW-Kun­den je 1000 Dol­lar be­ste­hend aus Bar­geld und Gut­schei­nen für VW-Händ­ler. Die EU-Kom­mis­sa­rin ha­be von Mül­ler De­tails da­zu ge­for­dert, wie der Kon­zern die ent­stan­de­nen Pro­ble­me be­he­ben will, teil­te ei­ne Spre­che­rin nach dem Brüs­se­ler Tref­fen mit. Mül­ler si­cher­te laut EU-Kom­mis­si­on sei­ne Ko­ope­ra­ti­on zu. Vom VW-Kon­zern gab es zu­nächst kei­ne Stel­lung­nah­me zu dem Tref­fen.

Der EU-Un­ter­su­chungs­aus­schuss zur Ab­gas-Af­fä­re soll bis zum Som­mer ei­nen Zwi­schen­be­richt zur po­li­ti­schen Di­men­si­on des Skan­dals vor­le­gen. Das Eu­ro­päi­sche Par­la­ment bil­lig­te am Don­ners­tag die Zu­sam­men­set­zung des 45-köp­fi­gen Gre­mi­ums. Der U-Aus­schuss soll mög­li­chen Ver­stö­ßen der Au­to­in­dus­trie ge­gen das Uni­ons­recht für Emis­si­ons­mes­sun­gen nach­ge­hen so­wie mög­li­che Ver­säum­nis­se der EU-Kom­mis­si­on und der Mit­glied­staa­ten un­ter­su­chen. Der Zwi­schen­be­richt soll bin­nen sechs Mo­na­ten vor­lie­gen, der fi­na­le Ab­schluss­be­richt mit end­gül­ti­gen Er­geb­nis­sen spä­tes­tens An­fang 2017.

Volks­wa­gen gab in­des wei­te­re De­tails zum na­hen­den Start der Rück­ru­fe im Ab­gas-Skan­dal be­kannt. Dem­nach sol­len in den nächs­ten Ta­gen al­le Hal­ter ei­nes VW-Pick-Up-Trucks Ama­rok mit dem 2,0-Li­ter-Die­sel­mo­tor in Ab­gas­norm Eu­ro-5 Post er­hal­ten. VW hat­te im Die­sel­mo­tor EA189 in Eu­ro-5-Norm ei­ne il­le­ga­le Soft­ware ein­ge­baut, die die Stick­oxid­wer­te bei Tests auf dem Prüf­stand drückt. Welt­welt sind rund elf Mil­lio­nen Die­sel be­trof­fen, auch bei Au­di, Seat, Sko­da und den leich­ten VW-Nutz­fahr­zeu­gen. In Deutsch­land geht es um 2,4 Mil­lio­nen Wa­gen. Sie sol­len in meh­re­ren Wel­len zu­rück­ge­ru­fen wer­den.

Trotz des Ab­gas-Skan­dals konn­te der US-Au­to­kon­zern Ge­ne­ral Mo­tors (GM) den Kon­kur­ren­ten VW im ver­gan­ge­nen Jahr bei den Ver­kaufs­zah­len nicht über­ho­len. Ins­ge­samt ver­kauf­te GM 2015 rund 9,8 Mil­lio­nen Fahr­zeu­ge und da­mit 0,2 Pro­zent mehr als im Vor­jahr, wie der Mut­ter­kon­zern des deut­schen Au­to­bau­ers Opel in De­troit mit­teil­te. Der VW-Kon­zern ver­kauf­te im glei­chen Zeit­raum 9,93 Mil­lio­nen Au­tos, rund zwei Pro­zent we­ni­ger als im Vor­jahr. Der welt­größ­te Au­to­bau­er To­yo­ta hat sei­ne Ab­satz­zah­len noch nicht vor­ge­legt.

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Letzte Überarbeitung: 1. September 2016

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