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Volks­wir­te: Min­dest­lohn bremst 2015 Ab­bau der Ar­beits­lo­sig­keit

Volks­wir­te blei­ben trotz der et­was bes­se­ren Kon­junk­tur­aus­sich­ten für 2015 skep­tisch - auf dem Ar­beits­markt ste­hen die Zei­chen nach ih­rer Pro­gno­se in die­sem Jahr auf Sta­gna­ti­on: Schuld dar­an sei­en der Min­dest­lohn und die ab­schlags­freie Ren­te mit 63

05.01.2015. (dpa) - Volks­wir­te ge­hen für 2015 nur von ei­ner ver­hal­te­nen Ent­wick­lung auf dem deut­schen Ar­beits­markt aus.

Zwar rech­nen die Fach­leu­te mit ei­nem et­was kräf­ti­ge­ren Wirt­schafts­wachs­tum als 2014.

Auf dem Ar­beits­markt wer­de die­ser Kon­junk­tur­schub aber kaum an­kom­men, pro­gnos­ti­zier­ten die Öko­no­men deut­scher Groß­ban­ken in ei­ner Um­fra­ge der Deut­schen Pres­se-Agen­tur.

Im Jah­res­schnitt 2015 rech­nen die Fach­leu­te mit 2,90 bis 2,94 Mil­lio­nen Ar­beits­lo­sen, was ei­ner Sta­gna­ti­on oder so­gar ei­nem leich­ten An­stieg der Er­werbs­lo­sig­keit in die­sem Jahr im Ver­gleich zu 2014 gleich­kä­me. Le­dig­lich ein Volks­wirt rech­net mit ei­nem et­was kräf­ti­ge­ren Rück­gang der Ar­beits­lo­sen­zah­len.

Die meis­ten Volks­wir­te be­grün­den ih­re eher zu­rück­hal­ten­de Ein­schät­zung vor al­lem mit der am 1. Ja­nu­ar Kraft ge­tre­te­nen Min­dest­lohn­re­ge­lung. Die­se wer­de in ei­ni­gen Re­gio­nen zu Ar­beits­platz­ver­lus­ten füh­ren. "Das ist ein Fak­tor, der 2015 bremst", ist Bay­ern-LB-Volks­wirt Ste­fan Ki­par über­zeugt.

Nach Über­zeu­gung von Oli­ver Ra­kau, Ar­beits­markt­ex­per­te bei der Deut­schen Bank, dürf­te sich zu­dem die star­ke Nach­fra­ge nach der Ren­te mit 63 Jah­ren dämp­fend auf Kon­junk­tur und Ar­beits­markt aus­wir­ken. "Es zeich­net sich ab, dass 2015 vie­le hoch qua­li­fi­zier­te Ar­beit­neh­mer vor­zei­tig in Ren­te ge­hen." Sie ris­sen da­mit Lü­cken in die Be­leg­schaf­ten, die sich in­zwi­schen nicht mehr so leicht schlie­ßen lie­ßen. Das könn­te das Wachs­tum der Un­ter­neh­men brem­sen.

Für De­zem­ber rech­nen die Fach­leu­te hin­ge­gen noch mit ei­nem sta­bi­len Ar­beits­markt. Nach ih­ren Be­rech­nun­gen ist die Zahl der Er­werbs­lo­sen zum Jah­res­en­de um rund 70 000 auf 2,787 Mil­lio­nen ge­stie­gen. Dies wä­ren aber im­mer noch rund 85 000 we­ni­ger als im Vor­jahr. Oh­ne Sai­son­ef­fek­te, die im De­zem­ber meist et­was stär­ker aus­ge­prägt sind, wä­re die Ar­beits­lo­sig­keit nach Ein­schät­zung der Öko­no­men im De­zem­ber mo­nats­be­zo­gen so­gar um 5000 bis 15 000 ge­sun­ken.

Die of­fi­zi­el­len Ar­beits­lo­sen­zah­len für De­zem­ber 2015 so­wie die durch­schnitt­li­che Er­werbs­lo­sig­keit für 2014 will die Bun­des­agen­tur für Ar­beit (BA) am kom­men­den Mitt­woch (7. Ja­nu­ar) in Nürn­berg be­kannt­ge­ben.

Al­li­anz-Volks­wirt Rolf Schnei­der sag­te: "Ins­ge­samt hat die Kon­junk­tur zum Jah­res­en­de wie­der et­was Rü­cken­wind be­kom­men. Die Kon­junk­tur­del­le der ver­gan­ge­nen Mo­na­te dürf­te zu En­de ge­hen." Er führt die leich­te wirt­schaft­li­che Auf­wärts­ent­wick­lung un­ter an­de­rem auf den stark ge­sun­ke­nen Öl­preis und den ge­fal­len Eu­ro­kurs zu­rück, der ex­port­ab­hän­gi­ge Bran­chen in­ter­na­tio­nal wie­der kon­kur­renz­fä­hi­ger ma­che. Die Wir­kun­gen des Min­dest­lohns schätzt er im Un­ter­schied zu sei­nen Kol­le­gen 2015 noch nicht so stark ein.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 11. April 2016

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