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Vor­stoß für schnel­le­re Ost-West-An­pas­sung der Ren­ten­sys­te­me

Die Ren­ten im Os­ten Deutsch­lands sind nied­ri­ger als im Wes­ten: Der Prä­si­dent der Ren­ten­ver­si­che­rung will die An­glei­chung be­schleu­ni­gen. SPD und Grü­ne wol­len das auch

13.05.2013. (dpa) - Nach den ex­trem un­ter­schied­li­chen Ren­ten­er­hö­hun­gen in Ost und West in die­sem Jahr hat der Prä­si­dent der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung Bund, Her­bert Ri­sche, ei­ne schnel­le­re An­pas­sung der Ren­ten­sys­te­me ins Ge­spräch ge­bracht.

Im SWR-In­ter­view der Wo­che stell­te er am Sams­tag die Fra­ge: "Müs­sen wir nicht viel­leicht doch schnel­ler und ich hof­fe in der nächs­ten Le­gis­la­tur­pe­ri­ode zu ei­ner Ge­samt­an­pas­sung Ost-West kom­men, da­mit wir die­se Fra­gen so nicht mehr dis­ku­tie­ren müs­sen?"

Die An­pas­sung muss aus Ri­sches Sicht al­ler­dings über Jah­re er­fol­gen. "Wenn wir gleich um­schal­ten wür­den, dann wür­den wir rund 4,5 Mil­li­ar­den zu­sätz­li­che Kos­ten ha­ben."

Die Ren­ten­er­hö­hung zur Jah­res­mit­te fällt im Os­ten 13 Mal hö­her aus als im Wes­ten. Im Wes­ten gibt es ei­nen kaum nen­nens­wer­ten Zu­schlag von 0,25 Pro­zent, im Os­ten ein an­sehn­li­ches Plus von rund 3,3 Pro­zent. Das hat­te das Bun­des­ka­bi­nett Mit­te April be­schlos­sen.

Im Wes­ten Deutsch­lands gibt es rund 16 Mil­lio­nen und im Os­ten et­wa 4 Mil­lio­nen Rent­ner. Die Bun­des­re­gie­rung be­grün­det den gro­ßen Un­ter­schied bei der jüngs­ten Ren­ten­er­hö­hung mit dem stär­ke­ren An­stieg der Ost-Löh­ne 2011. Zu­dem wur­de die Ren­ten­an­he­bung im Wes­ten durch ei­nen Ab­schlag für ei­ne nicht vor­ge­nom­me­ne Ren­ten­kür­zung im Jahr 2010 ge­schmä­lert.

Die SPD-Vi­ze­vor­sit­zen­de Ma­nue­la Schwe­sig er­klär­te, die Un­ge­rech­tig­kei­ten im Ren­ten­sys­tem ge­hör­ten end­lich ab­ge­schafft. Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU) ha­be dies 2009 im Wahl­kampf ver­spro­chen, pas­siert sei seit­her aber nichts. "Die SPD hat des­halb ei­nen ei­ge­nen rea­lis­ti­schen Plan vor­ge­legt und die­sen im Re­gie­rungs­pro­gramm ver­an­kert. In Stu­fen soll bis zum Jahr 2020 das Ren­ten­ni­veau in Ost und West an­ge­gli­chen wer­den."

Die Grü­nen hat­ten kürz­lich in ih­rem Wahl­pro­gramm be­schlos­sen, dass es mög­lichst schnell ein ein­heit­li­ches Ren­ten­recht in Ost und West ge­ben soll. Die stell­ver­tre­ten­de Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de der SPD im Bun­des­tag, El­ke Fer­ner, kri­ti­sier­te die Plä­ne in der "Leip­zi­ger Volks­zei­tung" und warf den Grü­nen vor, den Ost­deut­schen mit ei­ner le­dig­lich sym­bo­li­schen An­glei­chung Sand in die Au­gen zu streu­en. Prak­tisch ge­be es kei­ner­lei ma­te­ri­el­le Ver­bes­se­rung. Auch der Chef der Links­par­tei, Bernd Ri­ex­in­ger, sprach dem Blatt zu­fol­ge von Ren­tent­ricks. Das Grü­nen-Pro­gramm ge­he auf Kos­ten des Os­tens.

Für den Plan der Uni­ons­par­tei­en, Müt­ter vor 1992 ge­bo­re­ner Kin­der bei der Ren­te bes­ser­zu­stel­len, äu­ßer­te Ren­ten­ver­si­che­rungs-Prä­si­dent Ri­sche Ver­ständ­nis. Die Fra­ge sei nur, wer das be­zah­le.

"Wenn wir hier ei­ne An­pas­sung ha­ben auf die glei­chen Ver­hält­nis­se wie für die Kin­der nach '92, dann kos­tet das über 13 Mil­li­ar­den Eu­ro pro Jahr und das ist na­tür­lich enor­mes Geld. Das ist mehr als ein Bei­trags­satz­punkt." Ei­ne Fi­nan­zie­rung aus Ren­ten­bei­trä­gen lehn­te Ri­sche ab: "Ge­nau­so wie für die ge­bo­re­nen Kin­der nach '92 muss das über Bei­trä­ge oder über Mit­tel des Fi­nanz­mi­nis­te­ri­ums be­zahlt wer­den."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 25. Juni 2014

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