Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880
Arbeitsrecht aktuell
Jahr

15/062a Über­ra­schen­der Vor­stoß zur Ta­rif­ein­heit: Wer darf wann strei­ken?

Ei­gent­lich woll­te die Ko­ali­ti­on ih­re Plä­ne ge­gen Streiks wie je­ne der Lok­füh­rern un­ver­än­dert durchs Par­la­ment brin­gen: Doch nun über­legt sie, auch gro­ßen Ge­werk­schaf­ten nicht al­les durch­ge­hen zu las­sen

06.03.2015. (dpa) - Die Ko­ali­ti­on bes­sert ih­ren um­strit­te­nen Ge­setz­ent­wurf zur Ta­rif­ein­heit wo­mög­lich doch noch über­ra­schend nach.

Die CDU kün­dig­te bei der ers­ten Be­ra­tung des Ge­set­zes am Don­ners­tag im Bun­des­tag mög­li­che Än­de­run­gen an zen­tra­ler Stel­le an.

In Ko­ali­ti­ons­krei­sen hat­te es zu­vor ge­hei­ßen, der Ent­wurf wer­de wohl nicht mehr ge­än­dert.

Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­rin An­drea Nah­les (SPD) ver­tei­dig­te ih­ren Ge­setz­ent­wurf ge­gen ei­ne Wel­le von Kri­tik und Ab­leh­nung.

Mit dem Ge­setz will die Re­gie­rung die Macht von Spar­ten­ge­werk­schaf­ten wie die der Lok­füh­rer (GDL) ein­däm­men. In Be­trie­ben mit meh­re­ren Ta­rif­ver­trä­gen für glei­che Be­schäf­tig­ten­grup­pen soll nur noch der Ver­trag der Ge­werk­schaft mit den meis­ten Mit­glie­dern gel­ten. Die Kri­ti­ker mei­nen, dann ver­lie­re die Min­der­heits­ge­werk­schaft Da­seins­be­rech­ti­gung und Streik­recht. Der Be­am­ten­bund (dbb), die Ärz­te­ge­werk­schaft Mar­bur­ger Bund und an­de­re klei­ne­re Ge­werk­schaf­ten hat­ten des­halb Ver­fas­sungs­kla­ge an­ge­kün­digt. Nah­les ent­geg­ne­te nun, Streiks klei­ner Ge­werk­schaf­ten wür­den durch das Ge­setz nicht ver­bo­ten. "Streik­recht und Ko­ali­ti­ons­frei­heit tas­ten wir nicht an."

Der so­zi­al­po­li­ti­sche Spre­cher der Uni­ons­frak­ti­on, Karl Schie­wer­ling (CDU), setz­te sich für ei­ne Än­de­rung des Ent­wurfs ein. Da­bei geht es um ei­ne vor­ge­se­he­ne Pas­sa­ge zur Ver­hält­nis­mä­ßig­keit von Streiks. Nach der bis­he­ri­gen Fas­sung wä­ren Streiks künf­tig wohl ge­ne­rell nicht ver­hält­nis­mä­ßig, wenn die Ge­werk­schaft kei­ne Mehr­heit der or­ga­ni­sier­ten Ar­beit­neh­mer im Be­trieb hat. Schie­wer­ling wand­te ein: "Wenn ei­ne gro­ße Ge­werk­schaft (...) sich nicht ernst­haft mit klei­ne­ren um den Be­triebs­frie­den küm­mert (...), dann kann am En­de der Ta­ge auch der klei­nen Ge­werk­schaft der Streik nicht ver­bo­ten wer­den."

Die Pas­sa­ge zur Ver­hält­nis­mä­ßig­keit sol­le al­so über­dacht wer­den. Schie­wer­lings Ar­gu­ment passt da­zu, dass die Ko­ali­ti­on nach ei­ge­nen An­ga­ben die Ge­werk­schaf­ten vor al­lem zu mehr Ko­ope­ra­ti­on drän­gen will. "Wir wer­den nach ei­ner Lö­sung su­chen, so­fern jetzt noch wei­te­re Schrit­te not­wen­dig sind", sag­te der CDU-Po­li­ti­ker.

Nah­les ar­gu­men­tier­te, das Recht für Ar­beit­neh­mer, sich zu­sam­men­zu­schlie­ßen, sei nicht al­lein ein Frei­heits­recht. Die­se Zu­sam­men­schlüs­se müss­ten das Ar­beits­le­ben auch ord­nen und be­frie­den. Des­halb gel­te: "Un­ser Vor­schlag ist ver­fas­sungs­ge­mäß." Doch vor Ge­richt ge­be es kei­ne Si­cher­heit. "Das weiß je­der hier, auch ich."

Die Op­po­si­ti­on lehn­te das Ge­setz ab. Für Lin­ke-Frak­ti­ons­vi­ze Klaus Ernst ist es "über­flüs­sig wie ein Kropf - weil die bun­des­re­pu­bli­ka­ni­schen Ar­beit­neh­mer so­wie­so nicht viel strei­ken". Die Grü­nen-Ar­beits­ex­per­tin Bea­te Mül­ler-Gem­me­ke warn­te vor stän­di­gem Rin­gen um die Vor­herr­schaft der Ge­werk­schaf­ten durch das Ge­setz: "Durch die Ta­rif­ein­heit ent­steht nicht So­li­da­ri­tät son­dern Häu­ser­kampf."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 11. April 2016

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Kontakt

Sie erreichen uns jeweils von Montag bis Freitag in der Zeit
von 09:00 bis 19:00 Uhr:

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Berlin

Lützowstraße 32
10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: berlin@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Frankfurt am Main

Schumannstraße 27
60325 Frankfurt am Main
Telefon: 069 - 71 03 30 04
Telefax: 069 - 71 03 30 05

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

E-Mail: frankfurt@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hamburg

Neuer Wall 10
20354 Hamburg
Telefon: 040 - 69 20 68 04
Telefax: 040 - 69 20 68 08

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Sebastian Schroeder
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: hamburg@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hannover

Georgstraße 38
30159 Hannover
Telefon: 0511 - 899 77 01
Telefax: 0511 - 899 77 02

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Nina Wesemann
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: hannover@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Köln

Hohenstaufenring 62
50674 Köln
Telefon: 0221 - 709 07 18
Telefax: 0221 - 709 07 31

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Thomas Becker

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

E-mail: koeln@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei München

Ludwigstraße 8
80539 München
Telefon: 089 - 21 56 88 63
Telefax: 089 -21 56 88 67

Ansprechpartner:
Rechts­an­wältin Nora Schu­bert

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt

E-Mail: muenchen@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Nürnberg

Zeltnerstraße 3
90443 Nürnberg
Telefon: 0911 - 953 32 07
Telefax: 0911 - 953 32 08

Ansprechpartner:
Rechts­an­wältin Nora Schu­bert

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: nuernberg@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Stuttgart

Königstraße 10c
70173 Stuttgart
Telefon: 0711 - 470 97 10
Telefax: 0711 - 470 97 96

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

E-Mail: stuttgart@hensche.de



 

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2016:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de

Presse Karriere Links A bis Z Sitemap Impressum
Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880