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Warn­streik: 400 Ber­li­ner Leh­rer le­gen Ar­beit nie­der

Die GEW kämpft wei­ter: Sie will die glei­che Be­zah­lung für an­ge­stell­te wie für ver­be­am­te­te Leh­rer er­rei­chen. Ihr Pech: Bei der Ta­rif­ei­ni­gung im öf­fent­li­chen Dienst der Län­der 2015 wur­de ih­re Haupt­for­de­rung nicht er­füllt. Die GEW un­ter­schrieb den Ver­trag nicht

27.01.2016. (dpa) - Mehr als 400 an­ge­stell­te Leh­rer in Ber­lin sind am Diens­tag nach An­ga­ben der Ge­werk­schaft GEW für hö­he­re Ge­häl­ter auf die Stra­ße ge­gan­gen.

An mehr als 60 Schu­len - dar­un­ter 46 be­ruf­li­chen Schu­len und Ober­stu­fen­zen­tren, drei Eli­te­schu­len des Sports, zwei Mu­sik-Gym­na­si­en und zwölf all­ge­mein­bil­den­den Schu­len - fiel da­durch Un­ter­richt aus.

Nach An­ga­ben der Schul­ver­wal­tung be­tei­lig­ten sich 391 an­ge­stell­te Leh­rer.

An den 66 zum Warn­streik auf­ge­ru­fe­nen Schu­len sei­en der­zeit 2409 Lehr­kräf­te an­ge­stellt.

Die Bil­dungs­ge­werk­schaft Er­zie­hung und Wis­sen­schaft (GEW) will mit dem Warn­streik er­rei­chen, dass an­ge­stell­te Päd­ago­gen ge­nau­so wie ver­be­am­te­te Leh­rer be­zahlt wer­den. Die GEW for­der­te er­neut Fi­nanz­se­na­tor Mat­thi­as Kol­latz-Ah­nen (SPD) auf, mit ihr über ei­ne bes­se­re Ein­grup­pie­rung zu ver­han­deln. Die Pro­test­kund­ge­bung wur­de des­halb vor dem Amts­sitz des Fi­nanz­se­na­tors ab­ge­hal­ten.

"Wir for­dern die Ent­gelt­grup­pe 13 für al­le Lehr­kräf­te mit vol­ler Leh­rer­aus­bil­dung, egal ob sie an ei­ner Grund­schu­le oder ei­nem Gym­na­si­um un­ter­rich­ten", er­klär­te die Ber­li­ner GEW-Vor­sit­zen­de Do­re­en Sie­ber­nik. "Wenn Herr Kol­latz-Ah­nen nicht end­lich mit uns über ei­nen Ta­rif­ver­trag ver­han­delt, ste­hen wir dem­nächst wie­der hier, dann aber mit deut­lich mehr Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen."

"Schon bald wer­den mehr als die Hälf­te al­ler Ber­li­ner Lehr­kräf­te An­ge­stell­te sein - und die las­sen sich nicht mehr län­ger als Lehr­kräf­te zwei­ter Klas­se be­han­deln", so die Ge­werk­schaf­te­rin. Ins­ge­samt gibt es nach An­ga­ben der Bil­dungs­ver­wal­tung fast 13.000 ta­rif­lich be­schäf­tig­te Leh­rer in Ber­lin. Nach An­ga­ben der GEW ver­die­nen an­ge­stell­te Leh­rer im Lau­fe ih­res Le­bens zwi­schen 100.000 und 140.000 Eu­ro we­ni­ger als ver­be­am­te­te Leh­rer.

Kol­latz-Ah­nen lehnt Ta­rif­ver­hand­lun­gen bis­her ab. Zu­stän­dig da­für sei die Ta­rif­ge­mein­schaft der Län­der (TdL), seit­dem Ber­lin dort wie­der Mit­glied ist. Die­se hat­te im Früh­jahr 2015 nach mo­na­te­lan­gen Ta­rif­aus­ein­an­der­set­zun­gen auch mit dem dbb Be­am­ten­bund und Ta­rif­uni­on ei­nen Ta­rif­ver­trag für den öf­fent­li­chen Dienst ab­ge­schlos­sen. Die GEW stimm­te der Ei­ni­gung nicht zu, weil ih­re Haupt­for­de­rung be­zo­gen auf die an­ge­stell­ten Leh­rer nicht er­füllt wur­de.

Der dbb Ber­lin sieht in dem Leh­rer­streik kein ge­eig­ne­tes Mit­tel, die For­de­run­gen der GEW zu er­fül­len. Ziel müs­se es sein, al­le Leh­rer wie­der zu ver­be­am­ten, er­klär­te der Ver­band am Diens­tag. Er un­ter­stütz­te Kol­latz-Ah­nen, dass nicht der Se­nat, son­dern die TdL zu­stän­dig für Ta­rif­an­ge­le­gen­hei­ten sei.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 1. September 2016

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