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"Gra­vie­ren­der Warn­streik" an der Cha­rité: 400 Ope­ra­tio­nen fal­len aus

An der Cha­rité ste­hen we­gen ei­nes Warn­streiks An­fang kom­men­der Wo­che star­ke Ein­schrän­kun­gen be­vor: Der Kli­nik­lei­tung ge­hen die For­de­run­gen der Ge­werk­schaft Ver­di nach mehr Per­so­nal zu weit

24.04.2015. (dpa) - Nach der Warn­streik-An­kün­di­gung der Ge­werk­schaft Ver­di hat die Ber­li­ner Cha­rité rund 400 ge­plan­te Ope­ra­tio­nen in der kom­men­den Wo­che ab­ge­sagt.

Pa­ti­en­ten wür­den wäh­rend des Aus­stands am Mon­tag und Diens­tag vor Ort über Ein­schrän­kun­gen in­for­miert, sag­te der Ärzt­li­che Di­rek­tor des Uni­kli­ni­kums, Ul­rich Frei, am Don­ners­tag.

Der Aus­stand be­un­ru­hi­ge. Die Kli­nik ste­he nun auch we­gen der Ver­ant­wor­tung für die Pa­ti­en­ten un­ter Druck.

Ver­di hat Kli­nik­mit­ar­bei­ter an al­len Stand­or­ten für die bei­den Ta­ge zum Ar­beits­kampf auf­ge­ru­fen. Zehn Sta­tio­nen sol­len ge­schlos­sen blei­ben. Man wer­de sich aber an Not­dienst­ver­ein­ba­run­gen hal­ten und auch In­ten­siv­sta­tio­nen nicht be­strei­ken, hat­te Ge­werk­schafts­se­kre­tär Kal­le Kun­kel der Deut­schen Pres­se-Agen­tur ge­sagt. Frei er­war­tet den­noch ei­nen "gra­vie­ren­den Warn­streik".

Mehr Pfle­ge­per­so­nal ist die Kern­for­de­rung von Ver­di: Quo­ten, et­wa je nach Art der Sta­ti­on, sol­len re­geln, um wie vie­le Pa­ti­en­ten sich ein Pfle­ger küm­mern muss. Da­von er­hof­fe man sich ei­ne bes­se­re Ver­sor­gung und ge­rin­ge­re Be­las­tung für die Pfle­ge­kräf­te. Min­dest­be­set­zun­gen will Ver­di auch ta­rif­lich ver­an­kern.

Ul­rich Frei be­zeich­ne­te die For­de­run­gen als "mas­siv". Ver­di ha­be sich die Cha­rité als Ein­zel­haus her­aus­ge­pickt, da­bei sei ei­ne bun­des­ge­setz­li­che Vor­ge­hens­wei­se nö­tig. 600 Pfle­ger müs­se das Kli­ni­kum ein­stel­len, um die For­de­run­gen zu er­fül­len. Das be­deu­te nicht zu stem­men­de Kos­ten von min­des­tens 30 Mil­lio­nen Eu­ro pro Jahr.

Bis­her be­schäf­tigt die Cha­rité rund 4000 Pfle­ger. Für sie ha­be die Be­las­tung auch we­gen ge­stie­ge­ner Fall­zah­len zu­ge­nom­men, das er­ken­ne man an, sag­te Frei. In der Qua­li­tät der Ver­sor­gung se­he er aber kei­ne Ge­fah­ren. We­der ge­be es auf­fäl­li­ge Er­kran­kungs­zah­len bei den Pfle­gern noch ei­nen "Per­so­nal-Exo­dus".

Ge­werk­schaft und Kli­nik ver­han­deln seit meh­re­ren Jah­ren. Zu­letzt ha­be die Cha­rité an­ge­bo­ten, Min­dest­be­set­zun­gen zu­nächst nur auf In­ten­siv­sta­tio­nen ein­zu­füh­ren. Da­für hät­ten nur 50 bis 60 Zu­satz­kräf­te ein­ge­stellt wer­den müs­sen. Man ha­be ge­hofft, da­mit für bun­des­wei­te Lö­sun­gen den An­stoß zu ge­ben, doch Ver­di ha­be ab­ge­lehnt, sag­te Kli­ni­kums­di­rek­tor Mat­thi­as Schel­ler.

Bis­he­ri­ge Vor­schlä­ge sei­en "nicht weit­ge­hend ge­nug" und dien­ten da­zu, die Ver­hand­lun­gen zu ver­zö­gern, sag­te Ver­di-Ver­hand­lungs­füh­re­rin Mei­ke Jä­ger laut ei­ner Mit­tei­lung von Mitt­woch.

Für nor­ma­le Sta­tio­nen sind die ge­for­der­ten Quo­ten nach Cha­rité-Ein­schät­zung je­den­falls nicht mach­bar: "Das wä­re ein fünf­ter Schritt vor dem ers­ten", sag­te Schel­ler. Für wei­te­re Ver­hand­lun­gen mit Ver­di sei man of­fen. Zu ei­ner Ur­ab­stim­mung un­ter den bei Ver­di or­ga­ni­sier­ten Be­schäf­tig­ten kom­me es hof­fent­lich nicht.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 11. April 2016

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