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Warn­streik - Weiß-blaue Flot­te an Kö­nigs­see und Te­gern­see steht

Da stand so man­cher vor dem An­le­ge­steg und woll­te über den See fah­ren, aber es ging kein Schiff: Die staat­li­che Se­en­schiff­fahrt muss­te am Mon­tag ei­nen Warn­streik der Ge­werk­schaft Ver­di ver­kraf­ten. An Kö­nigs­see und Te­gern­see ging nichts

04.08.2015. (dpa) - Ur­lau­ber und Da­heim­ge­blie­be­ne hat­ten das Nach­se­hen: Aus­ge­rech­net zu Be­ginn der Som­mer­fe­ri­en in Bay­ern blie­ben die Li­ni­en­schif­fe der weiß-blau­en Flot­te an Kö­nigs­see und Te­gern­see in ih­ren Boots­häu­sern lie­gen.

Die Ge­werk­schaft Ver­di hat­te die Be­schäf­tig­ten der Baye­ri­schen Se­en­schiff­fahrts-GmbH für Mon­tag zu ei­nem ganz­tä­gi­gen Warn­streik auf­ge­ru­fen.

Sie woll­te da­mit Druck in den lau­fen­den Ta­rif­ver­hand­lun­gen aus­üben, die am Diens­tag in die fünf­te Run­de ge­hen.

Die zu 100 Pro­zent dem Frei­staat ge­hö­ren­de GmbH be­schäf­tigt 174 Mit­ar­bei­ter, knapp 25 Pro­zent da­von sai­so­nal.

Auf dem Kö­nigs­see und dem Te­gern­see fuh­ren zu Wo­chen­be­ginn über­haupt kei­ne Boo­te der weiß-blau­en Flot­te. "Die Strei­k­quo­te war zu hoch, um ei­nen Be­trieb zu er­mög­li­chen", sag­te der Ge­schäfts­füh­rer der Se­en­schiff­fahrt, Mi­cha­el Grie­ßer. Am An­le­ge­steg in Gmund am Te­gern­see rie­ben sich Ur­lau­ber ver­wun­dert die Au­gen, als sie auf ei­nem Hin­weis le­sen muss­ten, dass kei­ne Schif­fe fah­ren.

Auf dem Starn­ber­ger See und dem Am­mer­see wa­ren die Aus­flugs­schif­fe hin­ge­gen fahr­plan­mä­ßig un­ter­wegs, wie Grie­ßer ver­si­cher­te. Nach Ge­werk­schafts­an­ga­ben lief der Ver­kehr al­ler­dings ein­ge­schränkt. Der stell­ver­tre­ten­de Ver­di-Lan­des­be­zirks­lei­ter Nor­bert Flach woll­te Hin­wei­sen nach­ge­hen, wo­nach Ver­di-Mit­glie­der kurz­fris­tig aus Dienst­plä­nen ge­nom­men und durch nicht strei­ken­de Kol­le­gen er­setzt wur­den. "Wenn das so ist, legt es der Ar­beit­ge­ber auf Kon­fron­ta­ti­on an", sag­te Flach. "Die kann er ha­ben." Grie­ßer nann­te es hin­ge­gen nor­mal, dass sich das Un­ter­neh­men dar­um be­mü­he, den Be­trieb auf­recht­zu­er­hal­ten. Da­zu ge­hö­re auch die Su­che nach Er­satz für strei­ken­de Mit­ar­bei­ter.

Die Ge­werk­schaft wirft dem baye­ri­schen Fi­nanz­mi­nis­te­ri­um als obers­tem Dienst­herrn der Mit­ar­bei­ter Lohn­dum­ping vor. Sie will er­rei­chen, dass in der staat­li­chen Se­en­schiff­fahrt die Zwei-Klas­sen-Ge­sell­schaft in der Ent­loh­nung ab­ge­schafft wird. Be­schäf­tig­te, die schon län­ger dort ar­bei­ten, fal­len noch un­ter das Ta­rif­recht des öf­fent­li­chen Diens­tes. Seit der Grün­dung der Se­en­schiff­fahrts-GmbH im Jahr 1997 wür­den neue Mit­ar­bei­ter nur noch mit deut­lich schlech­te­rer Be­zah­lung ein­ge­stellt, be­klagt die Ge­werk­schaft. Ih­re Ent­loh­nung lie­ge zwi­schen 10 und 20 Pro­zent un­ter je­ner der "Alt­be­schäf­tig­ten", wenn man ne­ben dem rei­nen Ent­gelt auch die un­ter­schied­li­che Al­ters­ver­sor­gung be­rück­sich­ti­ge.

Die vier­te Ta­rif­run­de war nach Ver­di-An­ga­ben ver­gan­ge­nen Frei­tag oh­ne Er­geb­nis ge­blie­ben. Des­halb sei­en Warn­streiks un­aus­weich­lich, so Flach. "Der Ta­rif­kon­flikt kann schnell be­en­det wer­den", sag­te er. Den Schlüs­sel da­zu hal­te al­ler­dings Fi­nanz­mi­nis­ter Mar­kus Sö­der (CSU) in der Hand.

Ei­ne Spre­che­rin des Fi­nanz­mi­nis­te­ri­ums be­ton­te, die Ar­beit­ge­ber­sei­te ha­be schon mehr­fach nach­ge­bes­sert und sei in den Ver­hand­lun­gen "na­he­zu bis an die Gren­zen des Mög­li­chen ge­gan­gen". Die Se­en­schiff­fahrt müs­se sich selbst tra­gen und dür­fe nicht auf Kos­ten der Steu­er­zah­ler ein sub­ven­tio­nier­tes Un­ter­neh­men wer­den. Auf den vier Se­en sind zu­sam­men 33 Aus­flugs­schif­fe un­ter­wegs, die jähr­lich rund 1,2 Mil­lio­nen Fahr­gäs­te be­för­dern.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 11. April 2016

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