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Zehn­tau­sen­de Ar­beit­neh­mer der Me­tall­in­dus­trie im Warn­streik

Die IG-Me­tall wei­tet ih­re Warn­streiks in Bay­ern mas­siv aus
04.05.2012 (dpa/lby) - Die IG Me­tall hat ih­re Warn­streiks in Bay­ern mas­siv aus­ge­wei­tet - das be­kam am Don­ners­tag vor al­lem die flo­rie­ren­de Au­to­in­dus­trie zu spü­ren. Bei BMW stan­den die Bän­der zeit­wei­se still. Mehr als 16.000 Be­schäf­tig­te in den Wer­ken Mün­chen, Lands­hut, Din­gol­fing, Re­gens­burg und Wa­ckers­dorf leg­ten ih­re Ar­beit nach An­ga­ben der IG Me­tall nie­der, eben­so meh­re­re tau­send bei Au­to­zu­lie­fe­rern wie Scha­eff­ler oder Bosch. Um Mit­ter­nacht war die Nacht­schicht von Au­di in In­gol­stadt zum Warn­streik auf­ge­ru­fen.

Ins­ge­samt rech­ne­te die IG Me­tall mit mehr als 70.000 Teil­neh­mern in Bay­ern und da­mit mit deut­lich mehr als in den ver­gan­ge­nen Ta­gen. IG-Me­tall-Lan­des­chef Jür­gen Wechs­ler for­der­te bei ei­ner Kund­ge­bung mit 6.000 Teil­neh­mern in Nürn­berg er­neut 6,5 Pro­zent mehr Lohn, die Ein­schrän­kung der Leih­ar­beit und die un­be­fris­te­te Über­nah­me al­ler Aus­ge­bil­de­ten.

Am BMW-Sitz in Mün­chen zo­gen tau­sen­de Ar­bei­ter der Früh­schicht mit Tril­ler­pfei­fen und Trans­pa­ren­ten vor die Werks­to­re. "Warn­streiks sind ei­ne Form der Not­wehr", rief Mün­chens IG-Me­tall-Chef Horst Lisch­ka der Men­ge zu und droh­te mit un­be­fris­te­ten Streiks, wenn bis Pfings­ten kei­ne Ei­ni­gung mit den Ar­beit­ge­bern er­zielt wer­de. Auch bei BMW wer­de dann gleich nach der Ur­ab­stim­mung ge­streikt.

Un­er­war­te­te Un­ter­stüt­zung ha­be es vom frü­he­ren Bun­des­ar­beits­mi­nis­ter Nor­bert Blüm (CDU) ge­ge­ben - als Red­ner bei ei­nem Warn­streik der Fir­ma Wald­rich in Co­burg, teil­te die IG Me­tall mit. Ein wei­te­rer Schwer­punkt der Ak­tio­nen war Schwein­furt, wo mehr als 5.000 Ar­beit­neh­mer de­mons­trier­ten. Dort und in an­de­ren Städ­ten Un­ter­fran­kens leg­ten die Be­schäf­tig­ten von ZF, SKF, des An­triebs­tech­nik-Un­ter­neh­mens Bosch-Rex­roth so­wie Scha­eff­ler die Ar­beit nie­der. "Wir ha­ben deut­lich ge­macht, dass wir - wenn es not­wen­dig ist - ei­nen lan­gen Atem ha­ben", sag­te Pe­ter Kip­pes von der IG Me­tall Schwein­furt. Für Frei­tag kün­dig­te er ei­nen Lehr­lings­streik in der Mit­tags­zeit an.

Warn­streiks gab es auch bei Sie­mens in Er­lan­gen, Nürn­berg, Cham und Ro­sen­heim, bei We­bas­to in Re­gens­burg und Pas­sau, bei Bosch in Bam­berg und bei MAN Die­sel, beim In­dus­trie­ro­bo­ter­her­stel­ler Ku­ka und dem Air­bus-Zu­lie­fe­rer Pre­mi­um Ae­ro­tec in Augs­burg. MAN-Fi­nanz­vor­stand Frank Lutz sag­te: "Die For­de­rung der IG Me­tall ist deut­lich über­höht." Die ge­ra­de auf­ge­bau­te Wett­be­werbs­fä­hig­keit dür­fe nicht wie­der ver­lo­ren ge­hen. Die Ar­beit­ge­ber ha­ben drei Pro­zent mehr für zwei Jah­re ge­bo­ten.

Für Frei­tag rief die IG Me­tall in Bay­ern in mehr als 40 Be­trie­ben zu Warn­streiks auf. Die nächs­ten Ver­hand­lun­gen der Ta­rif­run­de sind am nächs­ten Don­ners­tag in Fürs­ten­feld­bruck.

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Letzte Überarbeitung: 18. November 2015

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