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Warn­streiks in der Me­tall­in­dus­trie - Ta­rif­kon­flikt wei­tet sich aus

Nach drei er­folg­lo­sen Ver­hand­lungs­run­den droht der Ta­rif­kon­flikt in der Me­tall- und Elek­tro­in­dus­trie zu es­ka­lie­ren. Pünkt­lich mit dem En­de der Frie­dens­pflicht setzt die IG Me­tall auf ihr stärks­tes Pferd: den Druck von der Stra­ße

29.04.2016. (dpa) - Im Ta­rif­kon­flikt der Me­tall- und Elek­tro­in­dus­trie ste­hen die Zei­chen auf Kon­fron­ta­ti­on.

Nach ei­ner er­folg­lo­sen drit­ten Ta­rif­run­de am Don­ners­tag kün­dig­te die IG Me­tall mit dem En­de der Frie­dens­pflicht um Mit­ter­nacht bun­des­weit mas­si­ve Warn­streiks am Frei­tag an.

"Of­fen­sicht­lich sind die Ar­beit­ge­ber in die­ser Ta­rif­run­de auf Kra­wall ge­bürs­tet", sag­te Ge­werk­schafts­chef Jörg Hoff­mann in Frank­furt.

Auf die Ver­wei­ge­rung kon­struk­ti­ver Ver­hand­lun­gen wer­de die Ge­werk­schaft mit Warn­streiks re­agie­ren.

Zum Be­ginn der drit­ten Ta­rif­run­de hat­te die Me­tall­ar­beit­ge­ber ein "al­ter­na­ti­ves" An­ge­bot an­ge­kün­digt, das die IG Me­tall al­ler­dings als "völ­lig un­zu­rei­chend" und an­dau­ern­de "Ma­ger­kost" be­zeich­ne­te. Die Of­fer­te sei vor­ge­legt wor­den, "um end­lich über die Struk­tu­ren ei­ner mög­li­chen Lö­sung ins Ge­spräch zu kom­men", sag­te da­ge­gen Ge­samt­me­tall-Prä­si­dent Rai­ner Dul­ger. Ei­ne län­ge­re Lauf­zeit des Ta­rif­ab­schlus­ses ver­schaf­fe den Un­ter­neh­men Pla­nungs­si­cher­heit.

Vor­ge­schla­gen ha­ben die Ar­beit­ge­ber ab April Ein­kom­mens­ver­bes­se­run­gen in zwei Stu­fen, die sich bei ei­ner Lauf­zeit von 24 Mo­na­ten auf ins­ge­samt 2,1 Pro­zent sum­mie­ren. Hin­zu kommt ei­ne Ein­mal­zah­lung von 0,3 Pro­zent über zwölf Mo­na­te. Da­mit gin­gen sie nur un­we­sent­lich über ihr ers­tes An­ge­bot hin­aus. "Die Ar­beit­ge­ber ver­har­ren nach wie vor im An­ge­bots­kel­ler", er­klär­te NRW-Be­zirks­lei­ter Knut Gies­ler. Die IG Me­tall for­dert für die bun­des­weit 3,8 Mil­lio­nen Be­schäf­tig­ten der Elek­tro- und Me­tall­in­dus­trie 5 Pro­zent mehr Geld.

Bun­des­weit wur­den in meh­re­ren 100 Be­trie­ben Be­schäf­tig­te auf­ge­ru­fen, ih­re Ar­beit am Frei­tag vor­über­ge­hend nie­der­zu­le­gen - un­ter an­de­rem bei Ford (Köln und Saar­louis), Daim­ler (Düs­sel­dorf, Bre­men, Kas­sel, Ras­tatt und Mann­heim), Air­bus (Sta­de), Au­di, (In­gol­stadt), Thys­sen­krupp (Dort­mund), Opel (Kai­sers­lau­tern), ABB (Ha­nau), ZF (Schwein­furt), Bosch (Wernau) und Scha­eff­ler (Her­zo­ge­nau­rach).

Ab­ge­ris­sen ist der Ge­sprächs­fa­den zu den Ar­beit­ge­bern zwar nicht, aber es wur­de zu­nächst kein neu­er Ver­hand­lungs­ter­min ver­ein­bart. So bleibt Zeit für die Ge­werk­schaft, den Druck auf die Ar­beit­ge­ber mit Warn­streiks zu er­hö­hen. Da­bei könn­te es auch zum Ein­satz von Ta­ges­streiks kom­men, die im neu­en Kon­zept der IG Me­tall mög­lich sind und kei­ne Ur­ab­stim­mung vor­se­hen.

"Wir sind stei­ge­rungs­fä­hig und wer­den die Ak­tio­nen bis Pfings­ten aus­bau­en", sag­te Oli­ver Hö­bel, Be­zirks­lei­ter der IG Me­tall Ber­lin-Bran­den­burg-Sach­sen. Soll­ten bis da­hin kei­ne Si­gna­le der Ar­beit­ge­ber kom­men, wer­de es "24-St­un­den-Streiks" ge­ben.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 23. August 2016

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