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Kein An­spruch auf Weih­nachts­ge­schen­ke

Auch Ar­beit­ge­ber kön­nen schen­ken: Nicht je­de Leis­tung des Ar­bei­te­bers soll er­brach­te Ar­beit ver­gü­ten: Ar­beits­ge­richt Köln, Ur­teil vom 18.10.2013, 3 Ca 1819/13

29.10.2013. Ge­währt der Ar­beit­ge­ber sei­nen Ar­beit­neh­mern ei­ne Geld- oder Sach­leis­tung, ge­hen die Ge­rich­te im All­ge­mei­nen da­von aus, dass da­mit die Ar­beits­leis­tung der Ar­beit­neh­mer ver­gü­tet wer­den soll.

So ver­stan­den sind Leis­tun­gen des Ar­beit­ge­bers im­mer Ge­gen­leis­tun­gen, d.h. sie ste­hen im Aus­tausch­ver­hält­nis zu den Leis­tun­gen bzw. der Ar­beit der Ar­beit­neh­mer.

Ar­beit­ge­ber ha­ben es da­her recht­lich schwer, Geld- oder Sach­leis­tun­gen nach frei­em Gut­dün­ken zu ge­wäh­ren. Denn sind Ar­beit­ge­ber­leis­tun­gen im All­ge­mei­nen Ge­gen­leis­tun­gen, d.h. sol­len sie die Leis­tun­gen der Ar­beit­neh­mer ho­no­rie­ren, sind Frei­wil­lig­keits- oder Wi­der­rufs­vor­be­hal­te schwer zu recht­fer­ti­gen.

Au­ßer­dem steht der Grund­satz der Gleich­be­hand­lung im Raum, wenn be­stimm­te Ar­beit­neh­mer bzw. Ar­beit­neh­mer­grup­pen Son­der­leis­tun­gen er­hal­ten wie z.B. ein Weih­nachts­geld und wenn an­de­re, ver­gleich­ba­re Ar­beit­neh­mer da­von aus­ge­schlos­sen wer­den. Und der Grund­satz der Gleich­be­hand­lung ver­bie­tet es dem Ar­beit­ge­ber, ein­zel­ne Ar­beit­neh­mer(grup­pen) oh­ne sach­li­che Be­grün­dung von ge­ne­rell ge­währ­ten Gra­ti­fi­ka­tio­nen aus­zu­neh­men.

Ein ak­tu­el­ler Fall des Ar­beits­ge­richts Köln zeigt al­ler­dings, dass auch Ar­beit­ge­ber im Aus­nah­me­fall ein­mal et­was an Ar­beit­neh­mer ver­schen­ken kön­nen (Ar­beits­ge­richt Köln, Ur­teil vom 18.10.2013, 3 Ca 1819/13).

Im Streit­fall hat­te ein Han­dels­un­ter­neh­men mit et­wa 100 Ar­beit­neh­mern auf der Weih­nachts­fei­er 2012 den dort an­we­sen­den 75 Ar­beit­neh­mern ein iPad im Wert von 400,00 EUR ge­schenkt. Die Ar­beit­neh­mer, die an der Fei­er nicht teil­nah­men, gin­gen leer aus.

Ei­ner der Ab­we­sen­den, der we­gen krank­heits­be­ding­ter Ar­beits­un­fä­hig­keit fehl­te, woll­te auch ein iPad ha­ben und klag­te dar­auf vor dem Ar­beits­ge­richt Köln. Dort hat­te er aber kei­nen Er­folg, denn das Ar­beits­ge­richt folg­te der Ar­gu­men­ta­ti­on des Ar­beit­ge­bers. Der hat­te die Ge­schenk­ak­ti­on mit dem Ziel ge­recht­fer­tigt, et­was die ge­rin­ge An­zahl von Teil­neh­mern an Weih­nachts­fei­ern tun zu wol­len.

Der Ar­beit­ge­ber, so das Ge­richt, hat­te mit sei­ner Über­ra­schung ein frei­wil­li­ges En­ga­ge­ment au­ßer­halb der Ar­beits­zeit be­loh­nen wol­len. Des­halb be­wer­te­te das Ge­richt das iPad als ei­ne "Zu­wen­dung ei­ge­ner Art", die (aus­nahms­wei­se) kei­ne Ver­gü­tung für er­brach­te Ar­beits­leis­tun­gen war.

Der Ar­beit­ge­ber war da­her da­zu be­rech­tigt, die Ar­beit­neh­mer un­ter­schied­lich zu be­han­deln. Denn er ver­folg­te das (zu­läs­si­ge) Ziel, Be­triebs­fei­ern at­trak­ti­ver zu ge­stal­ten und die Ar­beit­neh­mer zur Teil­nah­me zu mo­ti­vie­ren.

Fa­zit: Das wah­re Ge­schenk be­steht nicht in der Ga­be, son­dern in der Ab­sicht des Ge­ben­den (Se­ne­ca).

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 8. November 2016

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