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Weil: Aus­beu­tung ost­eu­ro­päi­scher Ar­bei­ter ver­brei­te­ter als be­kannt

Der Brand mit zwei To­ten in ei­ner Schrott-Un­ter­kunft für Werft­ar­bei­ter lös­te ei­ne brei­te Dis­kus­si­on über die Si­tua­ti­on ost­eu­ro­päi­scher Bil­lig­ar­bei­ter aus: Nie­der­sach­sens Mi­nis­ter­prä­si­dent Weil in­for­mier­te sich jetzt über die Si­tua­ti­on vor Ort

15.08.2013. (dpa) - Die Aus­beu­tung ost­eu­ro­päi­scher Ar­beit­neh­mer ist nach An­sicht von Nie­der­sach­sens Mi­nis­ter­prä­si­dent Ste­phan Weil (SPD) wei­ter ver­brei­tet als bis­her be­kannt.

Weil sprach am Mitt­woch mit den Land­rä­ten der Krei­se Ve­ch­ta, Clop­pen­burg, Ol­den­burg, Os­na­brück und Leer über die Wohn­si­tua­ti­on von Werk­ver­trags­ar­bei­tern aus Ost­eu­ro­pa, nach­dem vor rund ei­nem Mo­nat zwei ru­mä­ni­sche Män­ner bei ei­nem Brand in ih­rer Un­ter­kunft in Pa­pen­burg ums Le­ben ge­kom­men wa­ren.

Sie hat­ten dort über ei­nen Su­b­un­ter­neh­mer auf der Mey­er-Werft ge­ar­bei­tet.

Die Tra­gö­die hat­te ei­ne bun­des­wei­te Dis­kus­si­on über die Si­tua­ti­on ost­eu­ro­päi­scher Bil­lig­ar­bei­ter aus­ge­löst.

Der Mi­nis­ter­prä­si­dent sag­te, ge­ra­de nach West­nie­der­sach­sen sei­en vie­le Men­schen aus Süd­ost­eu­ro­pa ge­zo­gen und ar­bei­te­ten dort als Schein­selbst­stän­di­ge. "Ich bin über­zeugt, wir ha­ben es hier nur mit der Spit­ze des Eis­bergs zu tun." Sol­che Ar­beits­ver­hält­nis­se ge­be es in al­len Bran­chen und in ganz Deutsch­land, be­ton­te der Re­gie­rungs­chef.

Das Land will auch Be­ra­tungs­stel­len für Ar­beits­mi­gran­ten schaf­fen, sag­te Wirt­schafts­mi­nis­ter Olaf Lies (SPD), der Weil be­glei­te­te. Ein wei­te­rer Schritt sei­en lan­des­weit ein­heit­li­che Kri­te­ri­en für die Un­ter­künf­te der aus­län­di­schen Ar­bei­ter.

Der­zeit gibt es von Stadt zu Stadt und Kreis zu Kreis un­ter­schied­li­che Auf­la­gen für die Woh­nun­gen, was et­wa die zu­läs­si­ge Qua­drat­me­ter­zahl pro un­ter­ge­brach­ten Ar­bei­ter an­geht. Das füh­re zu ei­ner Art Tou­ris­mus der Men­schen zwi­schen den Land­krei­sen, sag­te der Land­rat des Krei­ses Clop­pen­burg, Hans Eves­la­ge (CDU).

Das wich­tigs­te Vor­ha­ben, um den Miss­brauch von Werk­ver­trä­gen zu be­kämp­fen, sei die Ein­füh­rung ei­nes flä­chen­de­cken­den Min­dest­loh­nes, sag­te Weil. Die Re­ak­ti­on der Mey­er Werft, die ei­ne So­zi­al­char­ta un­ter an­de­rem mit Min­dest­löh­nen ein­füh­ren will, sei bei­spiel­haft.

Nach An­ga­ben der IG Me­tall soll dar­über ab Don­ners­tag ver­han­delt wer­den. Bis An­fang Sep­tem­ber sol­le der Ta­rif­ver­trag ste­hen, der auch dem Be­triebs­rat stär­ke­re Kon­troll- und Mit­be­stim­mungs­rech­te ein­räu­men soll.

Die CDU im Land­tag kün­dig­te ei­nen Ge­setz­ent­wurf an, der Kom­mu­nen mehr Rech­te bei der Über­prü­fung von Woh­nun­gen für Werk­ver­trags­ar­bei­ter ein­räu­men soll. "Die ka­ta­stro­pha­le Wohn­si­tua­ti­on man­cher Werk­ver­trags­ar­bei­ter darf nicht zur Re­gel wer­den", sag­te Frak­ti­ons­chef Björn Thümm­ler. Die FDP for­der­te, dass die Bau­auf­sichts­äm­ter die Woh­nun­gen über­prü­fen sol­len und die Ge­wer­be­auf­sichts­äm­ter die Ver­trä­ge der Ar­bei­ter auf Recht­mä­ßig­keit.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 18. Oktober 2014

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