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Weil: Flücht­lings­in­te­gra­ti­on in den Ar­beits­markt dau­ert län­ger

Auf an­fäng­li­che Eu­pho­rie folgt die Er­nüch­te­rung: Die In­te­gra­ti­on der Flücht­lin­ge in den Ar­beits­markt ge­stal­tet sich zä­her als er­war­tet. Nie­der­sach­sens Mi­nis­ter­prä­si­dent Weil spricht von sechs Jah­ren

17.10.2016. (dpa) - Die In­te­gra­ti­on von Flücht­lin­gen in den Ar­beits­markt dürf­te nach An­sicht von Nie­der­sach­sens Mi­nis­ter­prä­si­dent Ste­phan Weil län­ger dau­ern als bis­her er­hofft.

"Es ist deut­lich er­kenn­bar, dass die In­te­gra­ti­on in den Ar­beits­markt mehr Zeit in An­spruch neh­men wird als man viel­leicht vor ei­nem Jahr noch ge­glaubt hat; in vie­len Fäl­len muss man wohl mit sechs Jah­ren rech­nen", sag­te der SPD-Po­li­ti­ker der Deut­schen Pres­se-Agen­tur.

Die In­te­gra­ti­on in den Ar­beits­markt sei der Be­reich, bei dem er am we­nigs­ten zu­frie­den sei, be­ton­te der nie­der­säch­si­sche Re­gie­rungs­chef.

"Ein Jahr in­ten­si­ve Sprach­för­de­rung, ein Jahr Ein­stieg in den deut­schen Ar­beits­markt über ent­spre­chen­de Maß­nah­men, drei Jah­re be­ruf­li­che Qua­li­fi­zie­rung, und dann wird es Men­schen ge­ben, die brau­chen aus die­sem oder je­nem Grund mehr Zeit - und dann ist man mit sechs Jah­ren rea­lis­tisch da­bei", sag­te Weil. Auf ei­ner ers­ten Stu­fe müss­te es Sprach­för­de­rung für al­le ge­ben. Nö­tig sei­en aber auch "ver­mehr­te Ver­mitt­lung un­se­rer Wer­te, aber auch ei­ne Kom­pe­tenz­fest­stel­lung, so dass dann an­schlie­ßend al­le in die je­weils pas­sen­den Maß­nah­men ein­ge­glie­dert wer­den kön­nen."

Man­geln­de Schul­bil­dung und feh­len­de for­ma­le Qua­li­fi­ka­tio­nen gel­ten auch aus Sicht vie­ler Un­ter­neh­men als größ­te Her­aus­for­de­rung bei der In­te­gra­ti­on von Flücht­lin­gen in den Ar­beits­markt. Im Vor­jahr wa­ren rund 10.000 Flücht­lin­ge nach Nie­der­sach­sen ge­kom­men. Weil kri­ti­sier­te er­neut, dass es für sie je nach Her­kunfts­land oft sehr schwie­rig sei, Sprach­kur­se oder an­de­re Qua­li­fi­zie­rungs­maß­nah­men zu er­hal­ten. Das Sys­tem dif­fe­ren­zie­re sehr stark zwi­schen Men­schen mit und oh­ne Blei­be­per­spek­ti­ve. Zwar lan­de­ten die­je­ni­gen Men­schen mit gu­ten Chan­cen auf ein er­folg­rei­ches Asyl­ver­fah­ren sehr schnell in Sprach­kur­sen. Doch da­von pro­fi­tier­ten nur 50 bis 60 Pro­zent.

"Wir bau­en auf ei­ne sehr um­fang­rei­che Sprach­för­de­rung für Er­wach­se­ne in Nie­der­sach­sen, die mehr als 30.000 Men­schen er­rei­chen soll", sag­te Weil. "Das ist lei­der auch not­wen­dig, weil der Bund sich – für mich un­ver­ständ­li­cher­wei­se – nach wie vor dar­auf be­schränkt, nur et­wa die Hälf­te der be­trof­fe­nen Flücht­lin­ge in sei­ne Sprach­för­de­rung auf­zu­neh­men." Tat­säch­lich sei es aber so, dass al­le Sprach­för­de­rung brau­chen. Zur In­te­gra­ti­on der Flücht­lin­ge woll­ten die Ar­beits­agen­tu­ren und Job­cen­ter in Nie­der­sach­sen und Bre­men in die­sem Jahr rund 400 neue Stel­len schaf­fen und Kom­pe­tenz­teams ein­rich­ten.

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Letzte Überarbeitung: 17. Oktober 2016

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