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Wie­se­hü­gel will "Agen­da 2010" über­prü­fen

Klaus Wie­se­hü­gel will Bun­des­ar­beits­mi­nis­ter wer­den - wenn die SPD die Wahl ge­winnt: Trotz sei­ner Kri­tik möch­te er die Re­form-"Agen­da 2010" nicht ab­wi­ckeln - und wehrt sich ge­gen Be­rich­te, er ha­be SPD-Kanz­ler Schrö­der einst ei­nen "aso­zia­len Des­pe­ra­do" ge­nannt

18.05.2013. (dpa) - Der SPD-Kan­di­dat für das Amt des Ar­beits­mi­nis­ters, Klaus Wie­se­hü­gel, will bei ei­nem Wahl­sieg die Re­form-"Agen­da 2010" des frü­he­ren Kanz­ler Ger­hard Schrö­der auf den Prüf­stand stel­len.

"Ich will die Ar­beits­markt­re­for­men prü­fen und ge­ge­be­nen­falls kor­ri­gie­ren", sag­te der IG-Bau-Chef der "Bild"-Zei­tung (Sams­tag).

"Es gilt der Grund­satz: Ar­beits­markt­ge­set­ze müs­sen in der Pra­xis zu mehr Be­schäf­ti­gung füh­ren und dür­fen für die Be­trof­fe­nen nicht zu hart aus­fal­len."

Er wol­le Hartz IV aber nicht ab­schaf­fen.

Wie­se­hü­gel hat­te den da­ma­li­gen SPD-Kanz­ler Schrö­der für die vor zehn Jah­ren durch­ge­setz­te "Agen­da 2010" scharf kri­ti­siert.

Nun kün­dig­te er an, er wol­le in den nächs­ten Wo­chen auf Schrö­der zu­ge­hen, "um ein paar Miss­ver­ständ­nis­se aus dem Weg zu räu­men". An­ders als in ei­ni­gen Me­di­en be­rich­tet, sei es "schlicht­weg falsch," dass er Schrö­der in der Aus­ein­an­der­set­zung um des­sen Re­form­po­li­tik als "aso­zia­len Des­pe­ra­do" be­schimpft ha­be.

Ein sol­cher Aus­spruch hat­te auf ei­nem An­ti-Schrö­der-Trans­pa­rent 2003 bei der zen­tra­len Mai-Fei­er des Deut­schen Ge­werk­schafts­bun­des im hes­si­schen Neu-An­spach ge­stan­den. Die Aus­sa­ge war im Zu­ge der Be­ru­fung in das Kom­pe­tenz­team von SPD-Kanz­ler­kan­di­dat Peer St­ein­brück wie­der­holt Wie­se­hü­gel zu­ge­schrie­ben wor­den.

Er sei sich mit St­ein­brück "ei­nig, dass wir die Wir­kung der Ge­set­ze auf den Ar­beits­markt ge­nau an­schau­en müs­sen", be­ton­te Wie­se­hü­gel. Die SPD ha­be sich aber ver­än­dert - sei­ne Auf­ga­be sei es, die­sem Wan­del ein Ge­sicht zu ge­ben. "Es geht na­tür­lich auch dar­um, von der Agen­da-Po­li­tik ent­täusch­te Wäh­ler zu­rück­zu­ge­win­nen."

Wie­se­hü­gel be­rich­te­te, dass er über Ver­mitt­lung von Par­tei­chef Sig­mar Ga­bri­el in St­ein­brücks Kom­pe­tenz­team ge­lan­det sei: "Bei mei­ner Ge­burts­tags­fei­er am zwei­ten Mai kam Sig­mar Ga­bri­el auf mich zu, sag­te, dass wir mal drin­gend te­le­fo­nie­ren müs­sen", so Wie­se­hü­gel. "Schon am nächs­ten Mor­gen rief Sig­mar an und frag­te mich im Auf­trag von Peer St­ein­brück, ob ich mir vor­stel­len kann, die Ver­ant­wor­tung für die The­men Ar­beit und So­zia­les im Kom­pe­tenz­team zu über­neh­men."

Er ha­be das zu­erst nicht ge­glaubt. Ga­bri­el ha­be ihm ver­si­chert, dass dies der Wunsch von St­ein­brück sei. Als er dann selbst mit St­ein­brück ge­spro­chen ha­be, ha­be er ge­merkt: "Er will mich tat­säch­lich un­be­dingt als sei­nen Ar­beits­mi­nis­ter".

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 18. Dezember 2013

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