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Hun­der­te Wie­sen­hof-Fest­an­ge­stell­te be­kom­men die Kün­di­gung

Mo­na­te­lang ha­ben Ge­werk­schaft, Be­triebs­rat und Un­ter­neh­men über die Zu­kunft ei­nes bei ei­nem Brand zer­stör­ten Wie­sen­hof-Schlacht­ho­fes ge­strit­ten. Jetzt ist das Er­geb­nis da: Hun­der­te Be­schäf­tig­te müs­sen ge­hen. Aber es gibt auch Hoff­nung

06.07.2016. (dpa) - Nach dem Feu­er in der Wie­sen­hof-Ge­flü­gel­schlach­te­rei im nie­der­säch­si­schen Loh­ne ver­lie­ren Hun­der­te Men­schen ih­ren Job.

Von den rund 750 fest­an­ge­stell­ten Mit­ar­bei­tern sol­len mehr als 400 im Lau­fe des Mo­nats Ju­li die Kün­di­gung er­hal­ten.

Über 100 be­fris­te­te Ar­beits­ver­trä­ge sei­en be­reits En­de Ju­ni aus­ge­lau­fen, sag­te der Chef der Wie­sen­hof-Mut­ter PHW, Paul-Heinz Wes­jo­hann, am Diens­tag in Loh­ne.

Seit dem Brand hät­ten rund 20 Fest­an­ge­stell­te von sich aus ge­kün­digt.

Un­ter­neh­men, die Ge­werk­schaft Nah­rung, Ge­nuss, Gast­stät­ten (NGG) und der Be­triebs­rat hat­ten sich nach lan­gen und schwie­ri­gen Ver­hand­lun­gen auf ei­nen So­zi­al­plan mit In­ter­es­sen­aus­gleich ge­ei­nigt. Die­ser sieht Ab­fin­dun­gen vor und soll den ent­las­se­nen Mit­ar­bei­tern die Mög­lich­keit ge­ben, nach dem Wie­der­auf­bau er­neut zu den al­ten Be­din­gun­gen bei Wie­sen­hof zu ar­bei­ten, wie Wes­jo­hann und der Ol­den­bur­ger NGG-Chef Mat­thi­as Brüm­mer sag­ten. Es sei kein ruhm­rei­cher Tag, aber doch ein Er­geb­nis, das sich se­hen las­sen kön­ne, sag­te Brüm­mer.

En­de März hat­te ein tech­ni­scher De­fekt ei­nen Groß­brand in der Schlach­te­rei aus­ge­löst. Ver­si­che­rungs­an­ga­ben zu­fol­ge liegt der Scha­den bei rund 300 Mil­lio­nen Eu­ro. Vor dem Brand ar­bei­te­ten bei der Schlach­te­rei 1200 Men­schen, dar­un­ter 450 Leih­ar­bei­ter und Werk­ver­trags­ar­bei­ter.

Der­zeit wer­den an dem Stand­ort bis zu 90.000 Tie­re zer­legt, die von an­de­ren Schlach­te­rei­en kom­men, sag­te Wes­jo­hann. Die PHW-Grup­pe be­ab­sich­ti­ge zwar, den Schlacht­hof am Stand­ort Loh­ne in zwei Bau­ab­schnit­ten wie­der auf­zu­bau­en. Es kön­ne aber bis zu fünf Jah­re dau­ern, bis die frü­he­re Schlacht­ka­pa­zi­tät von mehr als 430.000 Hähn­chen pro Tag wie­der er­reicht sei.

"Die Ver­ein­ba­rung tut sehr weh", sag­te der Be­triebs­rats­vor­sit­zen­de Za­fer Ba­ba­can. Die Zu­kunft sei durch die Wie­der­ein­stel­lungs­klau­sel ge­si­chert. "Wir hof­fen, dass die Fa­mi­lie Wes­jo­hann tat­säch­lich den Stand­ort wie­der auf­baut - das ist un­ser Wunsch, un­ser Ziel, un­ser Traum." Auch Nie­der­sach­sens Wirt­schafts­mi­nis­ter Olaf Lies (SPD) be­dau­er­te die Ent­las­sun­gen, zeig­te sich aber er­freut dar­über, dass der Stand­ort er­hal­ten blei­ben soll.

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Letzte Überarbeitung: 31. August 2016

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