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Wirt­schaft ver­är­gert über gro­ße Ko­ali­ti­on - Mer­kel ver­spricht nichts

Ho­he En­er­gie­kos­ten, Ren­te mit 63, Re­form der Erb­schaft­steu­er - die Wirt­schaft sieht stän­dig neue Be­las­tun­gen auf sich zu­kom­men: Von der Kanz­le­rin for­dert sie den Ver­zicht auf wei­te­re teu­re Vor­ha­ben. Mer­kel hält sich mit Ver­spre­chen aber zu­rück

14.03.2015. (dpa) - In der deut­schen Wirt­schaft steigt der Un­mut über die gro­ße Ko­ali­ti­on.

Beim Tref­fen mit den vier Spit­zen­ver­bän­den der deut­schen Wirt­schaft in Mün­chen wur­de Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU) am Frei­tag vor al­lem mit der Kri­tik an der Re­form der Erb­schaft­steu­er, der Um­set­zung des Min­dest­lohns so­wie den er­war­te­ten wei­te­ren Be­las­tun­gen der Wirt­schaft durch Ar­beits­stät­ten­ver­ord­nung und an­de­re Auf­la­gen kon­fron­tiert.

Mer­kel si­gna­li­sier­te der Wirt­schaft Kom­pro­miss­be­reit­schaft so­wohl bei der Erb­schaft­steu­er als auch beim Min­dest­lohn.

Kon­kre­te Zu­sa­gen gab die CDU-Che­fin aber nicht. "Die Bun­des­re­gie­rung will den Cha­rak­ter der Un­ter­neh­mens­struk­tur der deut­schen Wirt­schaft (...) nicht ver­än­dern", si­cher­te Mer­kel den Un­ter­neh­mern in der De­bat­te um die Erb­schaft­steu­er zu. "Des­halb wer­den wir die­se Ge­sprä­che sehr in­ten­siv wei­ter­füh­ren." Ob sie Än­de­run­gen an Schäu­bles bis­he­ri­gen Plä­nen be­für­wor­tet, sag­te die Kanz­le­rin aber nicht.

"Wir ver­mis­sen das lang­fris­ti­ge Kon­zept, ei­ne lang­fris­ti­ge Wirt­schafts­po­li­tik", sag­te BDI-Prä­si­dent Ul­rich Gril­lo. Die The­men be­weg­ten die Wirt­schaft "sehr emo­tio­nal", be­ton­te Eric Schweit­zer, der Chef des Deut­schen In­dus­trie- und Han­dels­kam­mer­tags DIHK.

In ei­nem ge­mein­sa­men Pa­pier for­dern BDI, der Zen­tral­ver­band des deut­schen Hand­werks (ZDH), der Ar­beit­ge­ber­ver­band BDA und DIHK ein "Be­las­tungs­mo­ra­to­ri­um". Das zielt un­ter an­de­rem auf die Plä­ne von Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter Wolf­gang Schäu­b­le (CDU) zur Re­form der Erb­schaft­steu­er. Die Be­steue­rung von Un­ter­neh­menser­ben oh­ne ho­he Frei­be­trä­ge wür­de nach Ein­schät­zung der Wirt­schafts­ver­bän­de vie­le mit­tel­stän­di­sche Fa­mi­li­en­be­trie­be ge­fähr­den.

"Das wür­de da­zu füh­ren, dass ei­ne er­heb­li­che Zahl der Un­ter­neh­men im Erb­fall zer­schla­gen oder ver­kauft wer­den müss­te", sag­te Ar­beit­ge­ber­prä­si­dent In­go Kra­mer.

"Die Bun­des­re­gie­rung darf die Re­form-Uhr auf dem Ar­beits­markt nicht im­mer wei­ter zu­rück­dre­hen", heißt es wei­ter in dem Pa­pier. An­ge­spro­chen wur­de bei dem Tref­fen auch die Um­set­zung des Min­dest­lohns. The­ma wa­ren ne­ben den Do­ku­men­ta­ti­ons­pflich­ten der Ar­beits­zeit auch schar­fe Kon­trol­len durch be­waff­ne­te Zöll­ner in Bau­fir­men und an­de­ren Be­trie­ben. "Un­ter­neh­mer wol­len nicht kri­mi­na­li­siert wer­den", sag­te ein Teil­neh­mer an­schlie­ßend. DIHK-Prä­si­dent Schweit­zer for­der­te "prag­ma­ti­sche Lö­sun­gen, die die Wirt­schaft nicht un­ter Ge­ne­ral­ver­dacht stel­len."

"Ich kann hier noch nichts ver­spre­chen", sag­te Mer­kel bei der an­schlie­ßen­den Pres­se­kon­fe­renz zu den For­de­run­gen der Wirt­schaft. Die Bun­des­re­gie­rung samm­le die Be­schwer­de­fäl­le und wer­de nach Os­tern schau­en, "was man ge­ge­be­nen­falls ver­än­dern kann".

Die ak­tu­el­le La­ge der deut­schen Wirt­schaft nann­te Mer­kel "recht zu­frie­den­stel­lend". "Wir ha­ben in ganz Eu­ro­pa, aber auch ge­ra­de in Deutsch­land, noch bes­se­re Wachs­tums­aus­sich­ten als wir das noch zum En­de des ver­gan­ge­nen Jah­res dach­ten."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 11. April 2016

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